Hallo und guten Abend,
ich habe folgendes Problem, welches möglicherweise demnächst vor dem Richter landen könnte.
Ich würde gerne hier mal ein paar Meinungen hören, um abwägen zu können, ob es sinnvoll ist, sich
auf einen Rechtsstreit einzulassen.
Ich betone, daß ich hier niemanden suche, der mir nach dem Mund redet. Ich suche nur Menschen,
die vielleicht (aus Erfahrung) beurteilen können, wie so etwas ausgehen könnte.
Ich versuche mal, das ganze so objektiv wie möglich zu schildern... auch wenn`s schwer werden wird:
Im letzen Winter ist ein junges Pärchen in ihre erste gemeinsame Wohnung bei mir eingezogen und
hat die Wohnung vom Vormieter übernommen. Tapete überstrichen, Möbel rein, fertig.
Wohnung war in tadellosem Zustand. Zumindest habe ich nichts gesehen und es wurde auch nix reklamiert.
Es ging gleich gut los:
- der eine Partner zahlte gleich mal die beiden ersten Meitanteile nicht und hat bis heute Rückstand.
- Nebenkosten für 2006 (Bagatell-Betrag) wurde nie bezahlt. Gegenüber meinem Anwalt lies man (jetzt) mitteilen
man habe die Rechnung nie erhalten.
Die Mieter haben mir Anfang Mai hinter einer Komode, die an einer Außenwand platziert war Schimmel angezeigt.
Sehr impulsiv behauptet man, daß das Mauerwerk feucht sei.
Wir haben dann am gleichen Abend die Tapete und die innen angebrachte Isolierung entfernt, mit dem
Ergebniss, daß das Mauerwerk "brottrocken" war. (was auch der Mieter bestätigte)
Ratloserweise wußte er auch nicht, was er sagen sollte und ich schlug vor, das wir einen Gutachter
holen könnten, der die Ursache feststellen sollte und der Schuldige sollte die Kosten tragen
=> Kein Interesse der Mieter
Ich verlies die Wohnung mit dem Hinweis, daß ich mir meine Gedanken machen werde, was wir tun könnten
und daß die Mieter biete keine Wäsche mehr in der Wohnung mehr trocknen sollten und besser lüften sollten.
Es kam keine Reaktion und kein schriftliche Fristsetzung zur Beseitigung der Schäden. Nach drei Wochen (Ende Mai) meldete
sich die Mutter (!) der Mieterin mit dem Hinweis, daß man Ende Juni ausziehen Werde.
Anfang Juni kam dann die fristlose Kündigung zum 30.06 (!!!). An besagtem Datum wollte man eine Überagbe der
Wohnung machen, die ich verweigerte und bestand auf Einhaltung der Kündigungsfrist.
Drei Tage später hatte ich die Schlüssel im Briefkasten und die Mieter hinterliesen keine neue Adresse.
Acht Wochen später waren sie immer noch bei mir gemeldet und die Post kam auch noch bei mir an.
Die Adresse war nicht ermittelbar, so das ich meine Forderungen ( Miete, NK +Heizkosten ) über einen Anwalt geltend machen mußte.
NAchdem sich der Anwalt eingeschaltet hatte und die neue Adresse ausfindig gemacht hatte, kam erstmals eine Reaktion
und die Gegenpartei schaltete den Mieterverein ein, der jetzt natürlich lauter Unsinn schreibt. (Beispiel: Rechnungen
nie erhalten und ich würde Post unterschlagen... und und und...)
Allerdings hat man betont, daß man natürlich gerne die Rechnungen begleichen würde, falls ich denn Rechnungen
vorlegen würde (!!!)
Und man würde (um einen Rechtsstreit zu vermeiden) eine der drei von mir geforderten Mieten bezahlen.
Wenn ich allerdings nicht auf das Angebot eingehen würde, behalte man sich vor, Schadenersatz wegen des Schimmels
an Möbel und Kleider zu verlangen.
So .... jetzt kommts:
Mein Anwalt äußert sich gar nicht dazu und überläßt die Entscheidung mir. Er tut, was ich sage.
Es wäre ihm natürlich am liebsten ich würde jetzt das Angebot annehmen.
Dann würden mir zwei Mieten durch die Lappen gehen und ich mußte seine Kosten tragen und würde unter dem Strich noch drauf legen.
Wenn ich aber auf meine Forderungen bestehe, wird er natürlich auch Klagen, warnt aber davor, daß ich die Kosten selbst tragen
müßte, wenn ein Gutachten negativ für mich ausgehen würde....
Keine Frage.... sollten Baumängel bestehen (was ich nicht glaube... Wohnung war schon 20 JAhre ohne Schimmel vermietet),
dann ist es meine Schuld und ich sehe es ein.
Was ich nicht verstehe, ist, warum mein Anwalt momentan keine Initiative mehr zeigt und ich das Gefühl habe er stand nur am Anfang
voll hinter mir, bis ich alle Vollmachten unterschrieben hatte.
Wenn ich jetzt den Schwanz einziehe, zahle ich sowieso ein Haufen Geld für den Anwalt.
(Am Anfang meinte er, das muß die Gegenpartei zahlen, schließlich haben sie ja keine Adresse hinterlassen usw....)
Wenn ich weitermach und die Klage will, habe ich das Gefühl, das mein Anwalt nicht 100% hinter mir steht.
(Denn gegenüber der Gegenpartei hat er bisher nur die Forderungen angezeigt, aber NIE diese auf ihr Fehlverhalten hingewiesen.
Ob die Mieter sich falsch verhalten haben, interessiert ihn gar nicht. Er will von mir nur wiesen, ob ich auf meinen
ursprünglichen Forderungen bestehe oder ob ich auf das Angebot eingehe.... )
Ich fühl mich im Moment total verunsichert.
Was soll ich tun?
Aufgeben? Obwohl ich mich im Recht fühle...
Die Mieter haben doch alles selbst entschieden, ohne mich überhaupt in irgendwas einzubzeiehen.
(Auf den Schimmel wurde nicht schriftlich hingewiesen und keine Fristen gesetzt usw... und hätte ich keinen Anwalt
eingeschaltet hätte man mir nie ne Adresse mitgeteilt, wo ich meine Rechnungen noch hinschicken kann)
Mein Anwalt tut jetzt so, als ob das Verhalten der Mieter völlig unwichtig wäre, sondern letztendlich nur
ein Guachten über den Schimmelbefall über alles oder nichts entscheiden kann...
Was meint ihr dazu?
Mittlerweile neige ich dazu aufzugeben und ca nen Tausender in den Wind zu schießen,
in der Hoffnung vor den Mietern (und mittlerweile auch vom Anwalt ) meine Ruhe zu haben.

