10% Mietminderung wegen Badewannenschaden

Dieses Thema im Forum "Mietminderung" wurde erstellt von Larissa Moiler, 25.01.2013.

  1. #1 Larissa Moiler, 25.01.2013
    Larissa Moiler

    Larissa Moiler Gast

    Hallo,

    mein Mieter bewohnt als Erstbezieher meine Wohnung inzwischen seit 15 Jahren.
    Der Mieter hat mir vor Weihnachten einen Brief geschrieben, in dem er mir mitteilt, dass die Badewanne beschädigt und stumpf ist und er deshalb die Miete um 10% mindert. Nicht nur das, er will die Miete gleich rückwirkend um 12 Monate mindern. Ich hatte gleich um einen Besichtigungstermin gebeten. Mit der Januarmiete hat er nicht überweisen und auf die Mietminderung verwiesen. Den Rest will er auch noch mit Februar verrechnen.
    Aufgrund seines Urlaubes und Termine hatte er erst gestern für mich Zeit und ich konnte die Wanne besichtigen.
    Die Wassereinlaufarmatur befindet sich an der Stirnseite direkt über dem Auslauf. Nun konnte ich sehen, dass hier seitlich (links und rechts) des Wasserauslaufs das Email der Wanne (je so groß wie ein Eurostück) abgeschlagen ist und Schleifspuren in Richtung Wasserauslauf gehen.

    Es sieht zwar nicht gut aus, aber wo ist hier die Funktion der Wanne beeinträchtigt? Die Sitzfläche ist auf der anderen Seite und nicht direkt über den Wasserauslauf (wo einem auch noch der Wassereinlauf in den Rücken drücken würde). Dann habe ich mich auch gewundert woher so ein Schaden kommen kann, zumal man da ja nicht sitzt und ich bin auf die Lösung gekommen. An der Armatur ist eine Brause mit dran. Der Brausekopf liegt immer auf der Armatur. Und dieser ist fällt dann auch herunter (was ich als Mitbewohner im Haus auch täglich höre und nun dieses Geräusch auch in Verbindung bringen kann). Und durch dieses herunterfallen über die Jahre hinweg wurde die Beschichtung sicher beschädigt. Deshalb sehe ich die Minderung als unberechtigt an und ärgere mich sehr darüber. Denn hier liegt, nach meiner Meinung, keine normale Gebrauchsabnutzung vor, sondern ein vom Mieter gemachter Schaden, den er eigentlich bezahlen müsste.
    Wie seht Ihr das?

    Und selbst wenn es eine Benutzung gewesen wäre, dann wäre die Funktion der Wanne an diesen Stellen ja nicht beeinträchtig und keine Minderung zulässig - und im Fall der Fälle wären dann auch nur maximal 3% möglich.

    Ich ärgere mich inzwischen so darüber, dass ich ihm nur schreibe, dass ich die Minderung nicht anerkenne und werde ihm in 10 Monaten fristlos kündigen, wegen der nicht erfolgten Mietzahlungen im Volumen von zwei Mieten und dann alles mit Zinsen nachfordern. So einen Mieter will ich nicht mehr haben. Ich war immer sehr großzügig, aber wenn er mich betrügen will, dann hört der Spaß bei mir auf. Über Eure geschätzten Meinungen wäre ich sehr dankbar.

    Larissa
     
  2. AdMan

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  3. #2 Hulk Holger, 25.01.2013
    Hulk Holger

    Hulk Holger Erfahrener Benutzer

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    Mietminderung schriftlich Widersprechen, fehlende Miete mit Fristsetzung nachfordern, sobald 2 Mieten Rückstand da sind fristlos Kündigen.

    Schaden soll er seiner Haftpflicht melden und den Schaden darüber oder aus eigener Tasche regulieren.
     
  4. kathi

    kathi Gesperrt

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    Meine Meinung:
    1. Gibt es gar keinen Anlass für eine Mietminderung. Diese ist demnach nicht gerechtfertigt. Schon gar nicht in dieser Höhe und auch nicht rückwirkend.
    2. Musst du nicht zwangsläufig 2 volle Monatsmieten bis zu einer Kündigung abwarten.
     
  5. #4 Papabär, 25.01.2013
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Hallo Larissa,

    meiner Meinung nach kannst Du dem Mieter nicht vorschreiben, auf welcher Seite der Wanne er zu sitzen hat und - naja, ... in der defekten Emaillebeschichtung sehe ich schon eine gewisse Gebrauchswerteinschränkung ...
    ... aber 10% halte ich auch für reichlich überzogen - und rückwirkend, d.h. für einen Zeitraum VOR der Meldung an den Vermieter geht schon mal gleich garnicht.

    Offenbar hat der Mieter einen Mietrechtsartikel in seiner Fernsehzeitung gelesen und glaubt sich mit diesem Halbwissen nun gewappnet.

    Ich würde ihm vielleicht mal die Lektüre des §536c nahe legen:
    Das bedeutet, dass die auf den Zeitraum VOR der Mängelmeldung entfallende Minderung für Dich einen wirtschaftlichen Schaden darstellen, den der Mieter zu ersetzen hat.


    Das würde ich u. U. als Behinderung der Reparaturmaßnahmen durch den Mieter interpretieren wodurch der Mieter sein Minderungsrecht ab diesem Zeitpunkt verspielt hätte (was allerdings grenzwertig ist, da Du ja offenbar nur besichtigen - und nicht reparieren wolltest ... was Du ggf. aber beweisen müsstest).



    Selbst wenn man eine Mitschuld des Mieters hier vermuten kann, so dürfte es schlichtweg an der Beweisbarkeit scheitern. Bei den "Schleifspuren" dürfte es sich um Aufrauhungen des Materials handeln, die bei einer Nutzungsdauer von 15 Jahren wohl zur normalen Abnutzung gehören.

    Tun wir mal so, als würde es sich um ein Verschulden des Mieters handeln und er müsste den Schaden bezahlen: Dann lässt der eine neue Wanne einbauen - natürlich nicht das billige 600,--Modell sondern "´ne Gute" für 1.500,- € (wir wollen ja schließlich keinen Pfusch). Da die anteiligen Kosten für die normale Abnutzung vom Vermieter zu tragen sind (vgl. §538 BGB), kann der Mieter hierfür einen Abzug ("Alt-für-Neu" ... oder war´s "Neu-für-Alt"? ... ist ja auch egal) machen - bei ´ner 15 Jahre alten Wanne schätze ich mal so 95% - und Dir diese Kosten überhelfen.


    Mein Tipp daher: Versuch´ Dich mit ihm auf eine Minderung i.H.v. 5% seit Mitteilung zu verständigen, lass´ne neue - gleichwertige - Wanne einbauen und spar' Dir den Stress.

    Wenn Du ihn dann immer noch unbedingt kündigen willst, bitte ... aber dass Du Dich über einen Mieter ärgerst, wird als Kündigungsgrund wohl kaum ausreichen.



    (P.S.: Da so treue Mieter ja bekanntlich rar sind: ... Ich hätte da noch ein paar leere Wohnungen im Angebot ...) :50:
     
  6. #5 Hulk Holger, 25.01.2013
    Hulk Holger

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    @Papabär

    Wie muss ich eine Badewanne (regelkonform) Nutzen das Emaille abplatzt?

    Persönlich würde ich aber auch deinen empfohlene Vorgehensweise bevorzugen. Vor allem bei einer 15 Jahre alten Badewanne...
     
  7. #6 Papabär, 25.01.2013
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Nuja, ... da wo der Hersteller das Loch für den Abfluss gebohrt hat kommt es bei älteren (und vermutl. auch minderwertigen) Wannen in seltenen Fällen schon mal zu solchen Blasen (also wo die Emaille sich partiell hebt um Freiraum für den darunter liegenden Rost zu schaffen).

    Letztlich obliegt es jedoch dem Vermieter hier ein Verschulden des Mieters zu belegen ... und selbst wenn ein Gutachter eine eindeutige mechanische Fremdeinwirkung attestiert (was ein besonnener Gutachter nie tun würde), braucht der Mieter nur zu sagen, dass er in der Wanne ausgerutscht - und mit der Armbanduhr aufgeschlagen sei, und schon ist die grobe Fahrlässigkeit futsch.

    Außerdem stellt sich ja auch die Frage, warum der Brausekopf ständig auf der Armatur liegt ... gibt es keine vernünftige Halterung?



    Ach ja, ... es gibt natürlich im Handel auch solche Emaille-Reparatur-Doktor-Kit´s, mit denen man genau solche Beschädigungen beseitigen können soll (für kleines Geld versteht sich). Drückt man dem Mieter also die Kosten der Wanne (auch nur anteilig) auf, wird man sich dem Vorwurf der Unwirtschaftlichkeit ausgesetzt sehen ... repariert man die Wanne mit so einem Kit sieht´s Sch***e aus und man darf die Wanne eben drei Monate später kaufen ... weil länger hält der Plunder nicht.
     
  8. Berny

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    Einen Mieter, den ich bereits 15 Jahre kenne, würde ich fragen, was ihn tatsächlich reitet, oder ob er evtl. zu heiss gebadet hat.
    Jedenfalss würde ich ihn abmahnen und auf mögliche Konsequenzen hinweisen.
     
  9. #8 Pharao, 27.01.2013
    Zuletzt bearbeitet: 27.01.2013
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    erstmal hätte der Mieter m.E. den Schaden schon viel früher (also zeitnah) melden müssen, wenn ihn keine Schuld trifft. Und der Schaden ist dem Mieter ja min. schon 12 Monate bekannt, wenn der Mieter hier Rückwirkend was geltend machen wollte. Das ist also schon mal ein Punkt den du dem Mieter vorwerfen kannst, denn evtl hätte man ja den Schaden damals noch kostengünstig reparieren können, wo dieser Schaden etwas kleiner war ....

    Hier wäre also durchaus meiner Meinung nach die Frage, ob der Mieter alleine deswegen jetzt evtl für die Mehrkosten, also die evtl jetztige treurere Reparatur oder Austausch sich mitbeteiligen darf ?

    Und wegen der Mietminderung hat ja Papabär schon die passenden §§ gepostet.

    Von "betrügen" würde ich jetzt zwar nicht umbedingt reden, aber ich versteh was du meinst. Aber kennst ja das Sprichwort: Undank ist der Welten Lohn .....

    Ich behaupte mal, das in vielen Bädern die Brause auf die Armatur gelegt wird, ohne das diese andauert runterfällt bzw die Badewanne dadurch beschädigt .....

    Kann ich dir jetzt nicht sagen, aber evtl bekommt das ein Fachmann ja besser hin, als das was im Baumarkt angeboten wird.
     
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