2 Titel gegen den Mieter, aber was nun?

Diskutiere 2 Titel gegen den Mieter, aber was nun? im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, es gab zwei Verfahren gegen einen säumigen Mieter, welche zugunsten des Vermieters ausfielen. Inzwischen ist der Schlüssel zurück und der...

  1. #1 Vermieter779, 16.02.2020
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    Hallo,

    es gab zwei Verfahren gegen einen säumigen Mieter, welche zugunsten des Vermieters ausfielen. Inzwischen ist der Schlüssel zurück und der Mieter raus.

    Was würde ein Profi-Vermieter jetzt machen?

    Ich (Laie) würde dem Amtsgericht ein Kostenfestsetzungsantrag schreiben (vermutlich komplett falsch?) um neben den zugesprochenen Forderungen auch die Gerichtskosten und vielleicht auch Porto, Fahrt zum Gericht etc. festsetzen zu lassen und dann würde ich mit den festgestellten Kosten versuchen, sie einer Inkassofirma zu 100% zu verkaufen.

    Ist die Richtung realistisch? Hat jemand damit Erfahrung?
     
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  3. Andres

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    Erstens würde er sich weniger vage ausdrücken:

    Verfahren wegen was? Mit welchem Ausgang? "Zu Gunsten" ist alles mögliche ...

    Durch Räumung oder durch freiwilligen Auszug? Vollstreckbare Ausfertigung des Urteils ist vorhanden?


    Zweitens würde der imaginäre Profi sich überlegen, was er eigentlich will. Sein Geld bekommen? Ist das überhaupt ein realistisches Ziel, d.h. ist beim Mieter überhaupt etwas zu holen? Dem Mieter möglichst effizient eins reinwürgen? Etwas ganz anderes? Das Ziel beeinflusst praktisch immer, welche Mittel man einsetzt.


    Das ist der Weg, wenn man die Kosten gerichtlich geltend machen will. Wie so oft ist es deutlich sinnvoller, Forderungen zunächst außergerichtlich geltend zu machen, d.h. man schreibt dem ehemaligen Mieter, was er bei einem noch "auf dem Deckel hat".


    Viel Erfolg. Jede Forderung hat ein Ausfallrisiko und niemand wird dir eine Forderung zu 100 % abkaufen. Wer würde schon eine Forderung verkaufen, die er auf jeden Fall realisieren könnte?
     
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  4. #3 Vermieter779, 17.02.2020
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    Hallo Andres,

    Danke für die Fragen/Infos, dann möchte ich etwas konkreter werden.

    Es gab zwei Verfahren
    1. Zahlungsverfahren. Der Beklagte (Mieter) wurde vollstreckbar verurteilt, dem Kläger die Monatsmieten zu bezahlen
    2. Räumungsverfahren mit Zahlungsanspruch, auch hier wurde der Beklagte (Mieter) vollstreckbar verurteilt zu räumen und den anderen Teil zu bezahlen.

    Zur Zwangsräumung kam es dann nicht mehr, der Mieter hat die Schlüssel vorher auf ein Anschreiben heraus gerückt und geräumt.

    Jetzt geht es um das Eintreiben der Forderung.
    Zu den beiden Gerichtsurteilen kommen ja noch die Gerichtskosten dazu und auch die Fahrt aufgrund der gerichtlichen Vorladung (mehrere hundert km weit weg).

    Ich schwanke aber trotzdem zwischen Geld erhalten wollen und den Kerl spüren lassen, dass man mit Gläubigern so nicht umgeht (er verarscht regelmäßig Leute in finanzieller Hinsicht).

    Welche Wege kennst Du hinsichtlich 1) noch Geld erhalten und/oder 2) es ihn spüren lassen?

    Er hat einen "angesehen" Job und daher stehen die Chancen eher gut, dass er in den nächsten 30 Jahren das Geld heraus rückt.
     
  5. #4 ehrenwertes Haus, 17.02.2020
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    Ich habe zwar keine Ahnung was du unter einem "angesehen" Job verstehst, aber nach freiwillig zahlendem Schuldner klingt deine Beschreibung nicht...

    Anschreiben welche Forderungen bestehen und Zahlungsfrist setzten.
    Nach Ablauf der Frist, wenn der Schuldner nicht vollständig zahlt oder eine Ratenvereinbarung getroffen und nicht erfüllt wird, mit vollstreckbaren Titeln Gerichtsvollzieher mit Pfändung beauftragen. Entweder über die Verteilerstelle der GVs am Wohnort des Gläubigers (oder direkt, wenn du weißt wer das ist).

    Den Pfändungsauftrag kann man mit und ohne Abgabe der EV stellen, für den Fall, das der Gläubiger nicht zahlen will oder kann.
     
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  6. #5 immobiliensammler, 17.02.2020
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    Ergänzung: Man kann die Abnahme der Vermögensauskunft (ist der aktuelle Ausdruck dafür, früher hieß das Ganze mal Vermögensverzeichnis, davor eidesstattliche Versicherung, noch früher Offenbarungseid) auch unabhängig von einer Pfändung (die meist sowieso erfolglos bleibt) in Auftrag geben. Dann erhält der Schuldner direkt die Ladung zum Termin, um die Abgabe abzuwenden kann er vorher an den Gerichtsvollzieher zahlen.
     
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  7. Andres

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    Damit würde ich auch beginnen. Dem Mieter sollte ja inzwischen klar geworden sein, dass der Vermieter nicht nur heiße Luft produziert. Danach ist ...
    ... aber der richtige Weg, die noch nicht titulierten Forderungne in die beiden Titel zu bekommen. Es war mäßig geschickt, zwei Verfahren zu führen, aber das ist nun nicht mehr zu ändern. Mit den um die Kostenfestsetzung ergänzten Titeln geht es dann zum Gerichtsvollzieher.


    Ich halte davon ziemlich wenig. Erstens ist es nicht wahnsinnig aussichtsreich, erwachsene Menschen noch grundlegend umerziehen zu wollen. Zweitens bringt es dir nichts. Die Genugtuung überwiegt niemals den Ärger, den du hattest. Von solchen Leuten hält man sich fern. Wenn das alle so machen würden, hätte das eine sehr deutliche Wirkung ...

    Wie auch immer: Schmerzhaft sind regelmäßig die Kosten des Verfahrens. Wenn ich weiß, dass bei meinem Schuldner etwas zu holen ist (und das will ich wirklich wissen, nicht nur vermuten, denn selbst mit höchstem Gehalt kann ich bis über beide Ohren verschuldet sein), bin ich anwaltlich vertreten. Das ist für mich entspannt und für den Gegner teuer.

    Außerdem ist dann das Beschreiten des Rechtswegs (und das heißt nun also Vollstreckung durch den GV, ggf. Vermögensauskunft) eine gute Idee. Wenn der Schuldner nicht zahlt, zerstören solche Vollstreckungsmaßnahmen seine Bonität recht nachhaltig. Das ist in zahlreichen Alltagssituationen äußerst unbequem. Von Registereinträgen abgesehen finden Arbeitgeber und auch Banken laufende Pfändungen von Gehalt und/oder Konto meist ziemlich unlustig. Auch damit kann man dem Gläubiger gut auf die Nerven gehen.

    Das schöne an diesen Vorgehensweisen: Wenn der Gläubiger sich diesen Problemen "entzieht", siehst du wenigstens dein Geld.


    Ach ja: Den nächsten Mieter sorgfältiger aussuchen. Rückblickend betrachtet sind solche Probleme nämlich ganz oft vorhersehbar.
     
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