20 % Mietminderung wegen Baulärm ! Wer trägt die Kosten ?

Dieses Thema im Forum "Mietminderung" wurde erstellt von Khahan, 06.02.2013.

  1. Khahan

    Khahan Neuer Benutzer

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    Hallo ich hab mich hier neu angemeldet und bräuchte dringend einen Rat.

    Ich bestitze in Berlin ein Mehrfamilienhaus. Auf dem benachbarten Grundstück wird seit September ein weiteres Mehrfamilienhaus gebaut. Während dieser Bauarbeiten lief zwei Monate lang eine Wasserpumpe, welche extrem laut war.
    Die Wasserpumpe lief 24 stunden am Tag und dies jeden Tag (auch Sonntags) ohne Unterbrechung.
    Drei meiner Mieter welche auf der entsprechende Seite wohnen haben für den Zeitraum als die Wasserpumpe lief eine Mietminderung (20%) vollzogen.

    Nach mehreren Briefen und Fristen an die Baugenossenschaft, wurde jediglich 80,00 € von den geforderten 492,00 € überwiesen.

    Wie soll ich reagieren, was soll ich tun, wer trägt die Kosten ???

    Bitte schnellstmöglich um einen guten Rat

    Würde mich sehr freuen.


    Mit freundlichen Grüßen

    Khahan
     
  2. AdMan

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  3. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Mir besteht es auch bevor. Ab Frühjahr wird bei uns nebenan auch gebaut. Ich bin auf Eure Antworten auch gespannt.
     
  4. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Baulärm, Strassenlärm und Fluglärm sind allgemeines Lebensrisiko und rechtfertigen keine Mietminderungen.
     
  5. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Gibt es da einen Paragraphen, wo das geschrieben ist?
     
  6. Berny

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    Nein, aber es gibt Suchmaschinen...
     
  7. Lala

    Lala Gast

    Ja, Berny genauso ist es!!!
    Hier ein Urteil nur mal als Beispiel:
    Wegen Lärms auf dem Nachbargrundstück kann die Miete nur dann gemindert werden, wenn die Lärmbelästigung so erheblich ist, dass der Vermieter sie nach den Vorschriften des § 906 BGB verbieten lassen könnte. Das ist bei Abriss und Neubau von Nachbarhäusern jedoch nur in Ausnahmefällen möglich. Ortsüblicher Lärm bei Abriss eines Hauses bedeutet keine Minderung, auch wenn hierbei die üblichen Baumaschinen, wie Bohrmaschine, Presslufthammer usw. verwendet werden.

    AG Aachen, Urteil vom 03.02.1978 - 12 C 695/77, WM 1979, S. 122.
     
  8. #7 rotz_loeffel, 06.02.2013
    rotz_loeffel

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  9. ObiWan

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  10. #9 Papabär, 07.02.2013
    Papabär

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    Ahso?

    Da hat das BayOLG aber etwas anderes festgestellt. Drück mich!

    Ob diese Rechtsprechung (aus einem Land in dem Bier zu den Grundnahrungsmitteln gehört) jetzt das Maß aller Dinge ist, muss natürlich jeder für sich selber entscheiden. :28:
     
  11. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Das Urteil ist von 1987 :verrueckt009:
     
  12. #11 Papabär, 07.02.2013
    Papabär

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    Gut erkannt! Damit ist das Urteil immerhin 9 Jahre aktueller als das von Lala
     
  13. #12 rotz_loeffel, 07.02.2013
    rotz_loeffel

    rotz_loeffel Erfahrener Benutzer

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  14. Lala

    Lala Gast

    Mein o.a. Urteil war doch nur als Beispiel gedacht...menno...
    Aber da es hier um "Berlin" geht, da gibt es mehrere Urteile zum Thema.
    Hier eins: Bauarbeiten in der Nachbarschaft sind, wenn deren räumlicher Zusammenhang bereits bei Vertragsabschluss vorhanden war, vertraglich vorausgesetzt und stellen keinen Mangel der Mietsache dar.
    Mangel: Bauarbeiten in der Nachbarschaft. Mietminderung 0 % Landgericht Berlin vom 08.02.2001 - Aktenzeichen (Az.) 12 O 603/00
    Dann noch eins, ebenfalls Berlin:
    Beeinträchtigungen durch Lärm und Schmutz aufgrund von Bauarbeiten in den Nachbargebäuden berechtigen den Mieter zu einer durchgängigen Mietminderung von 10 %.
    Mangel: Beeinträchtigungen durch Lärm und Schmutz aufgrund von Bauarbeiten in den Nachbargebäuden. Mietminderung 10 % Urteil (Referenzurteil)
    Landgericht Berlin vom 02.04.2007 - Aktenzeichen (Az.) 62 S 82/06
    Vorinstanzen 5 C 354/05, Amtsgericht Lichtenberg.
    Belästigungen und Störungen von einer benachbarten Großbaustelle (hier: Ministeriumsanbau) sind ein Mangel der Mietsache und rechtfertigen eine Mietminderung in Höhe von 15 %.
    Mangel: Lärmbelästigungen durch den in unmittelbarer Nähe stattfindenden Anbau an das dort bestehende Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).
    Mietminderung 15 %.Amtsgericht Berlin-Mitte vom 02.12.2009 - Aktenzeichen (Az.) 17 C 134/09
    und so gehts lustig weiter.... mal 0% mal 15%. Wie immer geht es hier um die jeweilige Situation, die halt vorliegt. Was relativ sicher sein dürfte, ist, das vermutlich erst über die Beschwerde entschieden wird, wenn die Baustelle nicht mehr existiert-es sei denn es geht um BER :-)
     
  15. Khahan

    Khahan Neuer Benutzer

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    Angenommen die Mietminderung ist gerechtfertigt.

    Trage ich (Vermieter) die Kosten der Mietminderung oder habe ich das Recht mir diese von der Baugesellschaft einzufordern. ????

    Bitte um Rat
     
  16. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo khahan


    Also wenn die berechtigte Mietminderung
    wie in deinem Beispiel von einer Baufirma verusacht wurde,
    dann ist m.E. diese dir gegeüber zum Schadensersatz verpflichtet.

    Diese Forderung durchzusetzten erfordert u.U.
    viel Wissen im Bereich Schadensersatz und
    hier ist wohl ein entsprechender Fachanwalt der beste Ansprechpartner.


    VG Syker
     
  17. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

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    Syker:

    "wenn die berechtigte Mietminderung
    wie in deinem Beispiel von einer Baufirma verusacht wurde,
    dann ist m.E. diese dir gegeüber zum Schadensersatz verpflichtet."
    - Denke ich nicht, denn die Baufirma wird sich auf die behördliche Genehmigung berufen.

    "Diese Forderung durchzusetzten erfordert u.U.
    viel Wissen im Bereich Schadensersatz und
    hier ist wohl ein entsprechender Fachanwalt der beste Ansprechpartner."
    - ... und die Verfahrenskosten dürften dann womöglich die Mietminderungen um ein Vielfaches überschreiten...:verrueckt009:
     
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