3 km stillgelegter Bahndamm - wie nutzen?

Dieses Thema im Forum "Immobilien - Erwerb/Veräußerung im Inland" wurde erstellt von Klingone, 20.03.2014.

  1. #1 Klingone, 20.03.2014
    Klingone

    Klingone Benutzer

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    Hallo,

    ich überlege ein Gebäude zu kaufen, um es zu sanieren und zu vermieten. Allerdings müßte ich 3 km stillgelegten Bahndamm mit erwerben, über 20 ha. Ich habe mir die Flurstücke angesehen und sie sind nicht ebenerdig, sondern entweder ein bis 5 m hoher Damm oder ein Hohlweg, wo der Aushub rechts und links daneben liegt. Wenn es alles ebenerdig wäre, wäre das Land wertvoll, weil beidseitig Äcker liegen und ich könnte es verkaufen. Aber mit den Hanglagen kann ich das nicht. Durch die Verbuschung der Hänge werde ich noch nicht einmal einen Bagger holen dürfen, weil ich befürchte, dass sich der Naturschutz melden und es mir verbieten würde (da habe ich allerdings nicht nachgefragt, um die nicht auf den Plan zu rufen). Und selbst wenn ich es dürfte, wäre die Aktion wahrscheinlich teurer, als ich für das neu entstandene Ackerland als Preis erwarten dürfte.

    Was kann man mit solch einer Fläche machen? Im worst case zahle ich für den Rest meines Lebens Grundsteuern und Beiträge zum Wasser- und Bodenverband und kann in einer tollen Lage nur zusehen, wie sich ein doppelter Waldrand entwickelt. Evt. dürfte man die überdimensionale Hecke ab und zu auf den Stock setzen. Aber durch die Hanglage wäre das auch nicht ganz einfach. Ein Freund meinte schon, wenn es noch nicht Wald ist, könnte man ein Unternehmen einschalten, das mit Flächen für Ausgleichsmaßnahmen handelt. Und es so an Unternehmen zur Aufforstung verkaufen, die sich damit freikaufen und Geld sparen. Kann man es nicht irgendeiner Naturschutzorganisation ganz billig verkaufen oder verschenken (bitter, denn ganz umsonst ist es jetzt nicht)? Auf der einen Seite könnte man auch eine Streuobstwiese anlegen, müßte sie aber pflegen, entweder mit Schafen (6 km Zäune ziehen) oder per Hand (teuer). Irgendwie komme ich auf keine vernünftige Nutzung. Gibt es von Euch da evt. noch eine Idee?

    Danke im Voraus dafür
     
  2. AdMan

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  3. icke

    icke Erfahrener Benutzer

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    Dein worst case ist noch ein wenig zu harmlos...leider.
    Wenn ich mich richtig erinnere, wurden Bahndämme massiv mit Chemie "besprüht", um eben den Wildwuchs einzudämmen.
    Erkundige dich doch mal beim Bauamt, ob es eine Verdachtsfläche ist.
    Sollte es so sein, können extremste Kosten auf dich zukommen.
    Fazit: immer vor dem Kauf das Bauamt fragen, die haben mir schon oft sehr weitergeholfen und mich einmal sogar vor dem finanziellem Ruin gerettet.
     
  4. #3 Petra_44, 20.03.2014
    Petra_44

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    Schade, dass du dieses Gelände gekauft hast.

    Andere würden sich vielleicht über die Hecke bzw. den entstehenden Wald freuen. Und du sprichst nur davon, die Hecke zu beseitigen.
     
  5. Duncan

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    In der Gemeinde/Stadtverwaltung dürftest du die Kontaktdaten des Vorsitzenden der örtlichen Jagdgenossenschaft (Pflichtmitgliedschaft für alle Eigentümer bejagbarer Flächen) erhalten. Der wiederum kennt die örtlichen Jagdpächter. Von denen könnte der eine oder andere ein vitales Interesse an der Fläche haben. Die scheint sehr gut für ein kleines Habitat und Rückzugsgebiet geeignet zu sein. Aufgelassene Bahndämme in Verbindung mit Brombeeren sollten immer für ein paar Karnickel gut sein. Reh und Has' ist sicher auch nicht weit und die gesammelte Vogelschar + Insekten findet eine Oase in der Agrarwüste.

    Wenn man die 20 ha mit der einen oder anderen angrenzenden Parzelle auf über 75ha erweitern kann sollten wir uns mal über die genaue Lage unterhalten...
     
  6. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    einfachste Alternative: andere Immobilie sich zulegen, wo man nicht noch zusätzlich 20 ha Land mitkaufen muss, für die man eigentlich garkeine Verwendung hat :verrueckt002:
     
  7. #6 Papabär, 20.03.2014
    Papabär

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    Sollte eigentlich kein Problem sein ... einfach nach weiteren 8,5 km Bahntrasse fragen. :91:
     
  8. #7 Klingone, 20.03.2014
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    Danke icke, das mit dem Bauamt mache ich. Eine Probe ziehen und untersuchen lassen, wollte ich auch noch. Die Strecke ist vor 20 Jahren stillgelegt worden, da wird das meiste Herbizid schon weg sein.

    Die Einnahmen durch Jagdpacht sind in unserer Gegend ein Witz, ca. 1,50 € je ha und Jahr.

    Wenn sich die Natur auf den Flächen zurückziehen kann, bin ich der letzte, der das nicht gut findet. Beim Abschreiten habe ich diverse Tiere gesehen. Aber ich will wissen, was finanziell auf mich zukommt. Dabei sind nämlich auch 2 Brücken und über eine davon fährt schon alle 5 min ein Auto. Am liebsten wären mir ein paar Einnahmen mit einem kleinen Teil der Fläche, mit denen ich die Kosten des Naturschutzes bezahlen kann.

    Also wenn es noch Ideen gibt, ...
     
  9. Andres

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    Bleiben lassen, bis dir ein vernünftiges Konzept einfällt. Der Verkäufer kann den Bahndamm ja vom restlichen Grundstück abtrennen, wenn er unbedingt verkaufen will.

    Wenn ich "Wege" (Brücken, Hohlwege) höre, denke ich spontan an Verkehrssicherungspflicht. Und ein Grundstück, das absehbar nur zu Verpflichtungen führt (deren Umfang aber nicht so recht absehbar ist), würde ich nicht kaufen.
     
  10. #9 Papabär, 21.03.2014
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    Hm, ... zwei eigene Privatbrücken?

    ... Stichwort Brückenmaut?
     
  11. Duncan

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    alter Raubritter.

    Es geht ja auch weniger um die Pacht als um die Weiterveräußerung der für dich als Belastung empfundenen Fläche. Für andere könnte diese durchaus interessant sein.


    Doch wäre es. Ein solcher schmaler Streifen ist nicht geeignet ein eigenes Revier zu bilden. Und genau das ist der Knackpunkt der sich auch auf den Wert der Fläche erheblich auswirkt.
     
  12. #11 Papabär, 21.03.2014
    Papabär

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    Hm ... warum hatte ich da bloß ´nen Smiley hingemalt? Ich komm´ bestimmt noch drauf.
     
  13. #12 Klingone, 22.03.2014
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    wo sind die Leidensgenossen?

    Eigentlich kann ich nicht der einzige sein mit dem Problem. In ganz Deutschland sind doch etliche tausend Kilometer Bahnstrecke stillgelegt worden. Aber im Internet ist zu dem Thema nichts zu finden. Der Verkäufer ist zwar nicht mehr die Bahn, aber ich werde dort trotzdem mal fragen, ob es Standardnutzungsmöglichkeiten gibt. Die Landwirte, deren Flächen ja durch diesen Streifen über Kilometer getrennt sind und die sich normalerweise um jeden Quadratmeter duellieren, haben jedenfalls erstaunlich wenig Interesse an der Fläche.
     
  14. #13 kranseier71, 22.03.2014
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    Hallo,

    ich kann dir zwar auch keine Idee liefern aber:

    Um die Fläche nutzen zu können müsste der Landwirt sie einebnen - das lohnt sich schlicht (noch) nicht.
    Zudem besteht bei solchen Flächen ein rel. hohes Risiko das es sich bei dem Erdreich um Sondermüll handelt. Nicht nur Pestizide - auch Öle/Fette und alle anderen denkbaren Chemikalien.
    Wenn auf den Schienen vor x Jahrzehnten mal ein Tankwagen leckgeschlagen ist...
    Damals hat sich niemand um Umweltschutz gekümmert - und ganz bestimmt kein Erdreich ausgetauscht (ausser vielleicht oberflächlich).

    Und wenn der Landwirt die Fläche nicht einebnet - warum sollte er einen für ihn nutzlosen Knick kaufen wenn er weiss, das auch ein anderer Eigentümer ihn nicht einebnen wird? ;)

    Aber das mit dem duellieren war gut und treffend :D

    LG, Karl
     
  15. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    naja, kommt ja erstmal darauf an, wer kauft sowas und warum :?

    Könnte mir zB vorstellen, das man als Immobilienbesitzer die man selber nutzt durchaus interesse an sowas haben hönnte, um zB sein eigenes Grundstück zu vergrößern. D.h. hier geht es nicht um finanzielle Aspekte wie man das am besten vermarkten kann, sondern weil man es eben selber privat nutzen oder gebrauchen könnte. Zudem denke ich auch mal, das solche speziellen Grundstücke vom Preis her nicht so teurer sind, als wenn es nutzbare Fläche wäre.

    Trotzdem, wenn du sowas nicht gebrauchen kannst, dann gibt es nur 3 Möglichkeiten
    • verhandeln, das diese Fläche nicht mitgekauft werden muss,
    • die Fäche mitkaufen und ggf. eben nicht nutzen zu können oder
    • das ganze seinen lassen und sich eine andere Immobilie zulegen.
     
  16. Duncan

    Duncan
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    Der Landwirt könnte sogar ein vitales Interesse haben, dass der Bahndamm nicht eingeebnet wird. Man denke mal an Erosionsschutz. Wenn der auch noch auf fremder Fläche betrieben wird ist das für den Bauern super.

    Zu den Ölen und Fetten, man denke auch daran, dass einige Bahngleise durchaus auch noch die Ära der Dampf- und Dieselloks kennen. Jeder hier hat schon mal einen einige Jahre genutzten Parkplatz gesehen...
     
  17. #16 roblendo, 14.04.2014
    roblendo

    roblendo Neuer Benutzer

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    Hallo,

    du schreibst ja nicht, in welcher Gegend du dich befindest. Falls es so etwas dort noch nicht gibt, mache doch einen Naturlehrpfad draus. Und lasse dir das ganze sponsorn, entweder von der Gemeinde, oder von Privatpersonen, die etwas für die Natur übrig haben. Wenn du dich in der Nähe einer Großstadt befindest, wirst du dort genug Interessenten finden...

    LG,
    Rob
     
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