§5 EStG, Bilanzierungszeitpunkt

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Ferdl

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Eine fachfremde Frage, zum Zeitpunkt der Bilanzierung.
Es geht um den Verkauf einer Maschine, Käufer und Verkäufer sind Bilanzpflichtig jedoch keine Kaufleute.
Der Kaufvertrag soll im laufenden Wirtschaftsjahr geschlossen werden, vereinbart und tatsächlich so gehandhabter Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten sowie Kaufpreisfälligkeit sollen im nächsten Wirtschaftsjahr sein.
Nun stellt sich die Frage in welchem Wirtschaftsjahr das ganze Bilanziert wird.
Nach meinem Verständnis als Steuerdoofi, in dem Jahr wo der Besitzübergang erfolgt.
Jedoch, nach diesem Leitsatz bin ich mir da nicht mehr so sicher:
"In der Handels- und Steuerbilanz sind Forderungen auszuweisen, deren wesentliche wirtschaftliche Ursachen für die Entstehung im abgelaufenen Geschäftsjahr gesetzt worden sind, wenn mit dem Anspruch fest zu rechnen ist."
Demnach wäre das Jahr des Vertrages vermutlich ausschlaggebend.

Mag mich da jemand Aufschlauen?
 

Ferdl

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Äh, ja, ich weiß nur nicht ob ich dass verstanden habe, nach dieser Quelle ist das ganz anders.
Oder ich bin zu doof das zu begreifen.
 

taxpert

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Leider lässt sich die Seite nicht aufrufen (liegt nicht am link!).

BFH vom 08.12.1982 schrieb:
Ansprüche und Verbindlichkeiten aus schwebenden Geschäften werden nicht bilanziert, solange und soweit sie einander ausgleichend gegenüberstehen, auch wenn sie am Bilanzstichtag bereits rechtlich entstanden sind. Aktivierungen und Passivierungen unterbleiben, solange das Gleichgewicht solcher Vertragsbeziehungen nicht durch schuldrechtliche Vorleistungen und Erfüllungsrückstände gestört ist (vgl. BFH-Urteile vom 26.5.1976 I R 80/74 und vom 26.6.1980 IV R 35/74).

Bisher bestehen ja nur die Verpflichtungsgeschäfte. die Erfüllungsgeschäfte liegen in der Zukunft und können daher noch "ausfallen" (z.B. Gefahr des zufälligen Untergangs des veräußerten WG oder sonstige Leistungsstörungen auf beiden Seiten). Da vorsichtig zu bewerten ist, §252 Abs.1 Nr.4 HGB, sind Gewinn erst im Zeitpunkt der Realisation zu erfassen. Die Realisation geschieht hier jedoch nicht im Zeitpunkt des Verpflichtungs- sondern des Erfüllungsgeschäftes. Wie wolltest Du denn sonst die Gewinnrealisation innerhalb der Bilanz darstellen? Der Gegenpart zur Aktivierung der Forderung, der Buchwertabgang, liegt ja noch nicht vor.

taxpert
 

Ferdl

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Dank dir für die ausführliche Erklärung. So ungefähr hatte ich mir das auch so gedacht.
Irritiert hatte mich dieses:

Bundesfinanzhof Urt. v. 03.08.2005, Az.: I R 94/03
Amtlicher Leitsatz
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind u.a. zu aktivieren, wenn die für die Entstehung wesentlichen wirtschaftlichen Ursachen gesetzt worden sind und der Kaufmann mit der künftigen rechtlichen Entstehung des Anspruchs fest rechnen kann.

Dort ging es so wie ich es verstehe jedoch um Dienstleistung und nicht um ein WG und es sind Kaufleute, dies macht dann wohl den Unterschied?
 

taxpert

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Nein, der Sachverhalt ist komplett anders als bei Euch!

Das wäre etwa vergleichbar bezogen auf deinen Sachverhalt als wenn ihr die Maschine bereits geliefert habt, aber es wurde noch keine Rechnung geschrieben!

taxpert
 
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