Ab wann beginnt die Grundsteuerpflicht?

Dieses Thema im Forum "Steuer - Vermietung und Verpachtung" wurde erstellt von Meikel, 17.02.2007.

  1. Meikel

    Meikel Benutzer

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    Hallo Wissende,

    ich werde in ein paar Wochen ein haus kaufen. In den vielen Unterlagen zum Haus findet sich ein Einheitswert- und Grundsteuermessbescheid vom 01. Januar 1967. Das ist diesbezüglich das einzige mir vorliegende Dokument.
    Des Weiteren liegt ein Grundbesitzabgabenbescheid von der Gemeinde für das Jahr 2006 vor. Natürlich noch adressiert an den Vorbesitzer. Der Verkäufer hat Anfang Februar den Besitzübergang zum 01. März 2007 der Gemeinde gemeldet und diese hat mir schon am 14. Februar die Rechnung zugesandt (zwei Wochen vor dem eigentlichen Besitzübergang). Die Daten sind exakt dem Vorjahr entnommen. Die Gemeinde hat einfach nur die Adressen ausgetauscht, das war alles.
    Bin ich denn nun grundsteuerpflichtig, obwohl mir von Seiten des Finanzamtes kein Einheitswert- und Grundsteuermessbescheid zugestellt wurde (und ich bisher auch noch keinen Grunderwerbssteuerbescheid erhalten habe)? Muss ich jetzt schon die Grundsteuer an die Gemeinde überweisen? Darf die Gemeinde einfach die alten Werte übernehmen? Oder muss die Gemeinde warten, bis das Finanzamt einen neuen Einheitswert- und Grundsteuermessbescheid erstellt hat? Ab wann wäre ich grundsteuerpflichtig (ab dem Tag des Besitzübergangs)? Oder bin ich möglicherweise erst ab dem 01. Januar 2008 grundsteuerpflichtig, weil das Finanzamt erst dann einen neuen Einheitswert- und Grundsteuermessbescheid erstellt (zumindest behauptet dies irgendjemand in Wikipedia)?

    In Wikipedia steht unter dem Stichwort „Grundsteuer“:
    „Wenn, z. B. jemand sein Grundstück zum 15. Januar verkauft, ändert das zuständige Finanzamt den Einheitswertbescheid mit Wirkung zum folgenden 1. Januar. Die steuererhebende Kommune darf davon nicht abweichen und wird somit die Grundsteuer für das laufende Jahr vom Alteigentümer fordern und sich erst ab dem folgenden Jahr an den neuen Eigentümer wenden.“ - http://de.wikipedia.org/wiki/Grundsteuer_(Deutschland)


    Ein paar Antworten wären prima :x

    Gruß
    Meikel
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 17.02.2007
    lostcontrol

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    hallo meikel,

    was ist denn als abrechnungszeitraum eingetragen?
    dass die daten exakt die gleichen sind wie im vorjahr ist doch klar - da hat sich ja auch nichts geändert - es ist das gleiche haus und die bewertung durch das finanzamt hat sich auch nicht geändert.

    wenn du gerne einen persönlich adressierten einheits- und grundsteuermessbescheid vom finanzamt haben möchtest, dann ruf da doch einfach an und bitte um die zusendung.
    grundsteuerpflichtig bist du in jedem fall - auch wenn du den bescheid (noch) nicht bekommen hast.

    ja sicher darf die gemeinde die alten werte übernehmen - es ändert sich ja nur der besitzer, aber nicht das haus.

    Ab wann wäre ich grundsteuerpflichtig (ab dem Tag des Besitzübergangs)?[/quote]
    ja, ab dem tag des besitzübergangs.
     
  4. Meikel

    Meikel Benutzer

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    Hallo Lostcontrol,

    Danke für die schnelle Reaktion und die Infos. Damit wird meine „Control“ zumindest nicht „losten“. Die Rechnung ist also soweit okay. Ich war halt ein wenig überrascht, dass schon zwei Wochen vor dem eigentlichen Besitzübergang die Rechnung zugestellt wurde.

    Schade nur, dass das ganze Verfahren zur Berechnung des Einheitswertes für einen Außenstehenden so wenig transparent ist. Aber vielleicht ändert das sich ja auch irgendwann und man nimmt den gegenwärtigen Verkehrs- oder Sachwert als Bezugsgröße.

    Gruß und nachmals Danke
    Meikel
     
  5. #4 lostcontrol, 19.02.2007
    lostcontrol

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    wie der einheitswert berechnet wird, kann man doch nachlesen...
    und: bitte NICHT den sogenannten "verkehrs- oder sachwert" - der ist ja üblicherweise deutlich höher als der einheitswert!!! danke, wir zahlen doch schon mehr als genug steuern, und demnächst geht auch noch die erbschaftssteuer gewaltig hoch!!!
     
  6. Meikel

    Meikel Benutzer

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    Hallo Lostcontrol,

    habe Deinen Rat befolgt und das Berechnungsverfahren studiert. Der Grund für meine hohe Einstufung liegt einzig und allein daran, dass das Haus nach 1964 gebaut wurde. Damit gelten die höchsten Werte im Mietpreisspiegel von 1964 (DM 2,80 pro qm). Das größere Nachbarhaus ist 1954 gebaut und der qm-Preis liegt gemäß dem alten Mietpreisspiegel bei nur DM 1,40 pro qm. Damit ist es größer und trotzdem billiger.
    Dass mein Grundstück nur halb so groß ist, spielt für die Einheitswertsberechnung im Ertragswertverfahren überhaupt keine Rolle. Nach § 82, Abs. 2, Satz 1 BewG wird bis zu einer Grundstücksgröße von 1500 qm kein Zuschlag für bebaute Grundstücke erhoben. Das ich nur eine kleine Garage habe, das Nachbarhaus jedoch über zwei große Garagen verfügt, ist ebenso bedeutungslos. Die zweite Garage wurde erst vor 20 Jahren errichtet und für eine Wertfortschreibung reicht die Wertabweichung nicht aus (§ 22 Abs. 1 BewG). Der mäßige Zustand des Hauses spielt für die Einheitswertberechnung ebenso keine Rolle, es gelten die Annahmen von 1964. Und bei meinem Haus wurden zwei von vier „Kellerräume“ noch als Wohnräume mitgezählt. Das ganze puscht den Wert der Wohnfläche nach oben. Witzig ist, dass ein Neubau mit ähnlichen Verhältnissen gleich bewertet wird wie meine olle Hütte. Ein zehn Jahre älteres Haus hingegen deutlich günstiger wegkommt.
    Lange Rede kurzer Sinn: Die Berechnung ist nicht willkürlich, es gibt ein ganz klares formales Berechungsverfahren. Damit liegt kein Fehler vor, sondern in meinem Fall nur ein ungünstiges Bezugssystem.
    Wenn ich vorschlage, die Grundsteuer nach dem Verkehrswert zu ermitteln, dann müssen natürlich die Steuermesszahlen nach unten korrigiert werden (z. B. könnte aus 2,6 Promille dann 0,05 Promille werden). Ein Berechnungsverfahren, das sich an dem realen Gegenwert orientiert, fände ich zumindest gerechter.
    Ich denke aber, es wird ohnehin ein neues Bewertungsverfahren kommen müssen. Der Bundesgerichtshof das Einheitswertverfahren in Bezug auf die Erhebung von Erbschaftssteuer für verfassungswidrig erklärt und den Gesetzgeber bis Ende nächsten Jahres aufgefordert, Abhilfe zu schaffen.
    Und bis dahin denke ich mir, ich muss dem Nachbar seine Steuervorteile auch gönnen können. :zwinker

    Gruß
    Meikel
     
  7. #6 lostcontrol, 19.02.2007
    lostcontrol

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    meikel - ich kenn das problem.
    und hab auch das berechnungsverfahren nachgeschlagen, nachdem ich einfach nicht glauben konnte, dass der direkte vergleich zwischen zwei häusern, für die ich zuständig bin, so extreme unterschiede in der grundsteuer ausgemacht hat (das 10fache!!!).
    es ist absolut irrwitzig... und für mich nach wie vor unverständlich.
    aber bei mir ist es so, dass es mir beim privathaus zugute kommt und die "irrwitzige" grundsteuer sich auf das mietshaus bezieht. drum find ich das zwar reichlich daneben, werde aber ganz sicher nicht deswegen rummotzen.

    wie sich die erbschaftssteuer dann künftig tatsächlich berechnen wird interessiert mich da schon deutlich mehr - und wenn da die gleichen richtlinien angesetzt werden wie derzeit bei der grundsteuer, dann krieg ich echt die krise, denn dann könnte es sein, dass über generationen gepflegte substanz in fremde hände wandern muss, weil das geld für die erbschaftssteuer einfach nicht flüssig ist (vermutlich bis dahin in den rachen der energiesparmassnahmen gewandert).
     
  8. Meikel

    Meikel Benutzer

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    Hallo lostcontrol,

    so dramatisch sehe ich die Situation nicht, es gibt doch jetzt recht hohe Freibeträge für nahe Angehörige. Das Häuschen der Oma dürfte auch bei einer Neuregelung steuerfrei bleiben.

    Aber es ist auch nicht fair, dass ein Erbe von € 1.000.000 in Wertpapieren einen sehr hohen Steuersatz dem FA überweisen muss, während der Erbe einer Immobilie mit einem Verkehrswert von € 1.000.000 steuerfrei rausgehen kann, wenn ein sehr niedriger Einheitswert angenommen wird. Beide haben quasi das gleiche geerbt, sie werden aber völlig ungleich veranlagt. Und diese Situation hat das Bundesverfassungsgericht für verfassungswidrig erklärt. Andererseits heißt es auch, so lange der Gesetzgeber noch kein neues Gesetz verabschiedet hat, wird nach der alten Regelung verfahren. Und die Frist, dass bis zum Ende des nächsten Jahres eine Neuregelung bestehen soll, die ist sehr dehnbar. Es kann sich also noch ein paar Jahre länger hinziehen.

    Einen steuerlichen Gruß
    Meikel
     
  9. #8 lostcontrol, 21.02.2007
    lostcontrol

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    also ich seh da schon einen unterschied.
    fürs bauen & instandhalten des hauses wurden ja über jahrzehnte schon mehrfach massig steuern bezahlt - bei wertpapieren aber normalerweise nur einmal.
    genau genommen ist von dem euro, den meine omi ins häuschen gesteckt hat (ich übernehm jetzt mal das beispiel) heute nach abzug der diversen steuern (erstmal ganz normale lohnsteuer, dann mehrwertsteuer für handwerker etc., dann über die ganze zeit grundsteuer, dann steuern auf einkünfte aus VuV usw.) maximal noch ein zehntel übriggeblieben.

    und ob das häuschen von omi wirklich steuerfrei vererbt werden kann ist fraglich - für enkel sind die freibeträge ja schon lange nicht mehr so hoch, und nach welchem wert dann letztendlich vererbt wird, ist ja auch so 'ne sache - das hängt ja unter anderem auch davon ab, wieviel einkünfte aus VuV da in den letzten 10 jahren geflossen sind etc.
    ich hab das nach der aktuellen erbschaftssteuer mal ausgerechnet, und müsste - obwohl tochter - da in jedem falle noch SATT steuer zahlen...

    aber jetzt warten wir einfach mal ab, was sich da tun wird.
    im moment wissen wir ja noch nicht mal, wie denn letztendlich die neuregelung aussehen wird - das derzeitige horror-szenario MUSS ja nicht realisiert werden.

    als vererbungswilliger erblasser würde ich mir aber trotzdem überlegen, ob ich nicht doch jetzt schon verschenke - BESSER werden die bedingungen sicher nicht.
     
  10. Mac

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    Eine "Reihenschenkung" wäre hier ein Lösungsansatz.

    D.h. keine direkte Schenkung von Omi O an Enkel E, sondern zuerst Schenkung O an eigene Tochter T, die wiederum als Mutter von E die Schenkung an E weitergibt, damit die jeweils höheren ErbSt-Freibeträge in Anspruch genommen werden können.
     
  11. #10 lostcontrol, 21.02.2007
    lostcontrol

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    jepp, genauso macht das sinn.
    bei mir liegt das problem in dieser form zum glück aber nicht vor (ich hab das beispiel ja nur übernommen).
     
  12. Meikel

    Meikel Benutzer

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    Hallo lostcontrol,

    ich kann Deine Argumentation verstehen, nur die Unterhaltung einer Immobilie trifft ja alle, die Häuslebauer wie die Mieter. Die bezahlten Steuern werden ja entweder direkt auf die Mieter umgelegt (z. B. Grundsteuer) oder sie sind in die Kaltmiete eingerechnet. Somit hat die Omi, die jahrelang das Haus unterhalten hat und dabei auch Steuern zahlen musste, nicht wirklich mehr Aufwendungen gehabt als ein Mieter. Damit eine Steuerbegünstigung zu legitimieren ist mit dem Gleichheitsgrundsatz nur schwer vereinbar.
    Stimme Dir aber voll und ganz zu, dass wir einfach mal abwarten sollten, was sich in den nächsten Jahren so tut. Dann können wir ja uns hier wieder treffen und wild diskutieren.

    Gruß
    Meikel (der Steuergerechte
     
  13. Meikel

    Meikel Benutzer

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    Hallo Mac,

    hier zeigt sich mal wieder, wie wichtig diese Foren sind. So lernt man einiges dazu, wie sich die Steuer ganz legal umgehen lässt. Aber verdoppeln sich damit nicht auch die Notarkosten und die vielen anderen Gebühren? Wobei das wohl das kleinere Übel wäre …

    Gruß
    Meikel
     
Thema: Ab wann beginnt die Grundsteuerpflicht?
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