Ab wann ist man Vertragspartner des Grundversorgers?

Diskutiere Ab wann ist man Vertragspartner des Grundversorgers? im Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hallo in die Runde, folgende allgemeine Frage: Ab wann ist man Vertragspartner des Grundversorgers? Hintergrund der Frage ist folgender...

  1. #1 mieter_0839, 12.12.2017
    mieter_0839

    mieter_0839 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2017
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Hallo in die Runde,

    folgende allgemeine Frage: Ab wann ist man Vertragspartner des Grundversorgers?

    Hintergrund der Frage ist folgender konkreter Fall: Wir sind im August 2016 in eine neue Wohnung eingezogen. Weder der Vormieter, nennen wir ihn X, hat sich beim Grundversorger abgemeldet, noch wir haben uns beim Grundversorger angemeldet. Im Mai 2017 warf uns X eine Mahnung des Grundversorgers in den Briefkasten. In der Mahnung ist ausdrücklich X als Vertragspartner erwähnt, kurz darauf wurde der Gasanschluss gesperrt. Die Entsperrung war sehr kompliziert, da wir laut telefonischer Auskunft des Grundversorgers kein Vertragspartner waren. Letztendlich wurde der Gasanschluss aber (nach fünf Wochen ohne Gas) entsperrt und wir haben den Gasanbieter gewechselt.

    Nun hat uns der Grundversorger eine Rechnung über den Verbrauch von August 2016 bis August 2017 (Kündigungsdatum) geschickt. Wir sind der Meinung, dass wir diese Rechnung nicht bezahlen müssen, da wir kein Vertragspartner des Grundversorgers waren. Der Grundversorger sieht das anders.

    Frage: Wer hat (juristisch gesehen) Recht? Hinweis: Wir wissen, dass wir moralisch gesehen zahlen sollten, sind aber nicht bereit das zu tun, da wir uns mit X auch noch wegen anderer Dinge streiten und er uns noch Geld schuldet.

    Grüße
     
  2. Anzeige

  3. #2 immobiliensammler, 12.12.2017
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    17.09.2015
    Beiträge:
    4.880
    Zustimmungen:
    3.013
    Ort:
    bei Nürnberg
    Bin zwar kein Jurist aber so kenne ich es (aus der Praxis):
    Kunde ist der, der den Strom entnimmt, sobald also der Zähler zu laufen beginnt ist man "Strombezieher".

    Hintergrund aus meiner Anfängerzeit (so wird es bei Euch wohl auch gelaufen sein):
    Ich habe eine Wohnung übergeben und es - am Anfang ist man noch gutgläubig - versäumt, den Netzbetreiber sofort zu informieren, da der Mieter zugesagt hatte, sich anzumelden. Nach eineinhalb Jahren kam dann eine reguläre Rechnung über rund 2.000 Euro, ich habe beim Stromversorger angerufen, Ergebnis war, dass sich der Mieter natürlich nicht angemeldet hatte. Ich habe dann vereinbart, dass ich eine Kopie des Mietvertrages und des Übergabeprotokolls schicke, damit war ich dann raus, bekam noch einen Zweizeiler, dass sich die Rechnung für mich erledigt hätte. Dann bekam wohl der Mieter die Rechnung, hat diese nicht bezahlt (zwei Monate später waren die Sperrkappen drauf), der Mieter ist über Nacht ausgezogen und ich nehme an, dass es in der neuen Wohnung wohl wieder so laufen wird).

    Da ich annehme, dass der Stromversorger auch eine Rechtsabteilung besitzt bzw. das dort Tagesgeschäft ist nehme ich an, dass man mich schon in Haftung genommen hätte - vor allem wenn der Mieter nicht zahlt - so es eine Möglichkeit gegeben hätte. Da ich aber den Tag der Übergabe an den Mieter nachweisen konnte (wir hatten Gott sei Dank im Übergabeprotokoll den Stromzählerstand festgehalten) gab es keine Diskussion, dass der Strom erst danach entnommen wurde.
     
  4. #3 sara, 12.12.2017
    Zuletzt bearbeitet: 12.12.2017
    sara

    sara Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    04.03.2013
    Beiträge:
    2.536
    Zustimmungen:
    718
    Ort:
    NRW
    ...und dachten das Gas bezahlt jemand anderer???
    Also sich um nichts zu kümmern und nun denken dein Verbrauch eines Jahres würde dir geschenkt, da muss man schon richtig blau sein ??? Dein Vorgänger kann seinen Auszug zum Aug. 2016 ganz bestimmt nachweisen und der Vermieter deinen Einzug!
    Der Vormieter ist damit aus der Nr. raus.
    Aber du kannst auch gerne noch zusätzliche Kosten produzieren....
     
    dots und Berny gefällt das.
  5. Tino

    Tino Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    03.11.2017
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Das ist absolut einfach zu erklären. Es gibt eine gesetzliche Grundlage im Grundversorgungsgesetz. Die besagt 6 Wochen Meldefrist für alle beteiligten, Ausziehender, Einziehenden und den Eigentümer. Keiner ist dem nachgekommen und somit hat keiner das Recht sich zu wehren oder besser gesagt vor einem Vertrag zu drücken. Die Grundversorgung beginnt per konkludentem Vertrag in dem Moment der Schlüsselübergabe, völlig unwichtig ist der Mietvertrag und auch wann man wirklich umzieht. Einzig die Tatsache das man als Schlüsselinhaber die Möglichkeit hat etwas zu verbrauchen zählt, auch wenn es nur die Grundgebühr wäre weil alles ausgeschaltet ist. Stellt es euch vor wie beim Auto: solange es da steht muss man Steuer und Versicherung Löhnen weil man die Möglichkeit hat es zu nutzen...... Die Mahnung von X ist nicht euer Problem solange er nicht exakt vorrechnet was davon er und was ihr verbraucht habt


    Gesendet von iPhone mit Tapatalk Pro
     
  6. Berny

    Berny Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    26.09.2010
    Beiträge:
    9.795
    Zustimmungen:
    896
    Wir machen uns das gaanz einfach: Ein Mieterwechsel wird von uns dem Grundversorger per Fax noch am gleichen Tag angezeigt, Zählerstand lt. ÜP.
     
    dots gefällt das.
  7. Tino

    Tino Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    03.11.2017
    Beiträge:
    14
    Zustimmungen:
    0
    Und das ist auch völlig korrekt. Ich bin zwar der Meinung man sollte dem neuen Mieter die Chance geben sich selbst zu kümmern und ihm 4 Wochen zu geben um die verbleibenden 2 Wochen notfalls selbst einzugreifen um eigene Interessen zu wahren. Aber prinzipiell ist es völlig ok.


    Gesendet von iPhone mit Tapatalk Pro
     
  8. #7 immobiliensammler, 12.12.2017
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    17.09.2015
    Beiträge:
    4.880
    Zustimmungen:
    3.013
    Ort:
    bei Nürnberg
    Ersetze Grundversorger durch Netzbetreiber, ansonsten völlig korrekt!
     
  9. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    10.100
    Zustimmungen:
    4.365
    Der Grundversorger. Wer hätte das gedacht ...?

    Spätestens durch die tatsächliche Entnahme aus dem Versorgungsnetz ist konkludent ein Versorgungsvertrag zwischen dem Grundversorger und euch geschlossen worden. Dass der Grundversorger von diesem Vertragsverhältnis selbst nichts wusste (ja sowas aber auch :91:) und in der Folge den gesamten Schriftverkehr weiter an X adressiert hat, ändert nichts an dessen Bestehen.


    Verstehe ich das richtig: Weil X euch noch Geld schuldet, wollt ihr dem Grundversorger nicht das Gas bezahlen, das er euch unstrittig geliefert hat? Muss man auch erst mal drauf kommen.

    Und wenn wir schon moralisch werden: An eurer Stelle wäre ich dankbar, dass euch der Vorsatz zum Betrug kaum nachzuweisen sein wird.


    Es gibt kein Grundversorgungsgesetz. Zumindest in Deutschland.


    Ich werfe mal die existierenden EnWG und GasGVV in den Ring und frage hoffnungsvoll nach einer Rechtsgrundlage für diese Behauptung. Als kleine Gegenthese mache ich darauf aufmerksam, dass die Kündigungsfrist für den Versorgungsvertrag 2 Wochen beträgt - also vor dem Auszug.


    Ob das wirklich so ist, diskutieren wir mal lieber nicht. Es ist hier zum Glück auch gar nicht Thema, weil ja unstrittig tatsächlich Gas bezogen wurde. Ganz im Gegenteil hätte in diesem Punkt die Chance bestanden, die Sperrung ohne großes Gedöns abzuwenden. Aber dann hätte man ja nicht mehr kostenlos Gas bezogen ...


    Und selbst wenn er das tut, besteht mit X noch kein Vertragsverhältnis.
     
    sara, dots und immobiliensammler gefällt das.
  10. #9 mieter_0839, 12.12.2017
    mieter_0839

    mieter_0839 Neuer Benutzer

    Dabei seit:
    12.12.2017
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Vielen Dank für die zahlreichen schnellen Antworten.
     
Thema: Ab wann ist man Vertragspartner des Grundversorgers?
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. stromversorger vertragspartner ist ausgezogen

    ,
  2. vermieter Vertragspartner des Grundversorgers

Die Seite wird geladen...

Ab wann ist man Vertragspartner des Grundversorgers? - Ähnliche Themen

  1. Wann verjähren Ansprüche wegen eines behobenen Mangels?

    Wann verjähren Ansprüche wegen eines behobenen Mangels?: Der Titel ist eigentlich schon die ganze Frage. Anfang Juni 2018 ist die Gasversorgung ausgefallen - und ja, es hat damals tatsächlich knapp 3...
  2. Finanzamt lehnt AfA aufgrund von Schenkung ab

    Finanzamt lehnt AfA aufgrund von Schenkung ab: Guten Tag, folgendes Problem: Ich habe von meinem Opa ein Haus im Rohbau 2015 als Schenkung erhalten. In diesem Schenkungsvertrag hat sich mein...
  3. Wer kann Miete wann einklagen?

    Wer kann Miete wann einklagen?: Ich bin durch eine Diskussion in einem anderen Thread auf folgendes Problem gestoßen: Wie kann fehlende Miete im Zeitraum zwischen Übergang...
  4. Mieter haut ab. Mahnbescheid. Einschreiben kommt zurück

    Mieter haut ab. Mahnbescheid. Einschreiben kommt zurück: Hallo. Wir hatten einen mieter der von heut auf morgen abgehaun ist. Die ausstehenden 3 monatsmieten hat er natürlich nicht mehr bezahlt. Er ist...
  5. Ab wann darf man kündigen?

    Ab wann darf man kündigen?: Hallo zusammen, habe ein Haus gekauft mit Finanzierung durch die Bank. Der Notartermin war am 09.04.2019, dort wurde der Kaufvertrag usw....
  1. Diese Seite verwendet Cookies um Inhalte zu personalisieren. Außerdem werden auch Cookies von Diensten Dritter gesetzt. Mit dem weiteren Aufenthalt akzeptierst du diesen Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden