Abrechnung der Heizkostenfirma falsch - was tun?

Dieses Thema im Forum "NK - Ankündigungen!" wurde erstellt von bärbsche, 01.12.2015.

  1. #1 bärbsche, 01.12.2015
    bärbsche

    bärbsche Neuer Benutzer

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    Ich habe ein kniffliges Problem: Die HK-Abrechnung 2014 für unsere ETW ist fehlerhaft. Unsere Mieterin hat (wie auch in den Vorjahren) dem Heizungsableser 2014 keinen Zutritt zur Wohnung gestattet. Deshalb hätten die Verbrauchswerte eigentlich geschätzt werden müssen. Leider wurden stattdessen die Verbrauchswerte für Heizkosten, Warmwasser und Kaltwasser von der Ablesefirma mit 'Null' angegeben. Statt wie in den Vorjahren 600.- entstanden dadurch 100.- Heiz/Wasserkosten, da nur die Grundkosten berechnet wurden. Die Abrechnung ging mir über die Hausverwaltung vor 3 Tagen zu, ich habe nun noch knapp 4 Wochen bis Ende Dezember Zeit, der Mieterin die Abrechnung zuzusenden. Die Hausverwaltung ist informiert, geht aber demnächst in Jahresurlaub. Erfahrungen mit der Ablesefirma lassen vermuten, dass ich so bald nichts von dieser hören werde - und mit mir als Eigentümerin reden die sowieso nicht, nur mit der HV. Die Mieterin ist in diesem Jahr ausgezogen (und wird bei einer späteren Nachzahlung nicht mehr greifbar sein) und darüber hinaus Mitglied im Betriebskostenhilfeverein. Deshalb muss ich jetzt korrekt agieren, sonst bleibe ich auf sämtlichen Kosten sitzen. Kann mir jemand einen Tipp geben, wie ich verfahren muss? Kann ich einen Schätzwert in meine Abrechnung eintragen und offenlegen, dass die korrekte Schätzung durch die Firma nachgereicht wird?
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Können kann man so ziemlich alles, das Dürfen ist ein bisschen schwieriger.

    Zunächst einmal würde ich auf den Verwalter Druck machen, dass die Abrechnung umgehend korrigiert wird. Die anderen Eigentümer sind dabei bestimmt auch gerne mit im Boot, denn die (bzw. ihre Mieter) zahlen ja die falsch umgelegten Betriebskosten. Es ist noch genug Zeit, um eine korrekte Abrechnung zu bewirken.

    Wenn der WEG-Verwalter die Abrechnung nicht rechtzeitig fertig hat, trifft den Eigentümer bei der Abrechnung mit seinem Mieter nach überwiegender Meinung kein Verschulden. Allerdings muss der Eigentümer dann auch alles in seiner Macht stehende getan haben, insbesondere darf er selbst nicht die Ursache für die Verzögerung sein und man sollte der Verwaltung auch schon (möglichst mehrfach und nachweisbar) Fristen gesetzt haben. Dafür ist es jetzt allerhöchste Zeit!

    Wenn es mit der korrekten Abrechnung nicht klappt, besteht also noch eine gewisse Chance, dass der Mieter trotzdem zahlen muss. Das wäre nicht der Fall, wenn der Verwalter auch die Mietverwaltung für deine Wohnung macht - dann ist sein Verhalten dir zuzurechnen!


    Nein, das bringt nichts. Entweder ist das Fristversäumnis dir zuzurechnen, dann bringt auch die Schätzung nichts, oder das Fristversäumnis ist dir nicht zuzurechnen, dann musst du nur baldmöglichst die Abrechnung nachreichen, i.A. innerhalb von 3 weiteren Monaten.

    Die einzige Alternative wäre, die Abrechnung unabhängig zu erstellen. Dabei würde die Verbauchswerte (also nicht das Abrechnungsergebnis) geschätzt, z.B. anhand der Vorjahreswerte. Wenn man die entsprechenden Fähigkeiten hat, kann man das selbst machen - andernfalls kann man damit auch jemanden beauftragen, was der sich allerdings vor allem in der letzten Kalenderwoche eines Jahres nicht zu knapp vergüten lassen wird.


    Langfristige Lösung: Die Ursachen dieser späten Abrechnung bekämpfen. Wenn es die schnarchige Hausverwaltung sein sollte: Absägen. Es gibt genügend Konkurrenz.
     
  4. sara

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    Zwar ein wenig anderer Zusammenhang, aber es geht auch um eine zu späte Abrechnung der WEG Verwaltung und die Richter sehen das aber eindeutig zu Lasten des Vermieters.

    http://www.kostenlose-urteile.de/LG...ahrt-nicht-die-Abrechnungsfrist.news21585.htm

    Noch ist es ja nicht zu spät, also der Verwaltung auf die Pelle rücken, wenn's was bringt...
     
  5. Andres

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    Interessant, danke! Stützt aber meine Aussage: Wenn der Vermieter nicht vorsätzlich eine falsche Abrechnung erstellt hätte, hätte er wenigstens noch eine Chance gehabt, dass ihm das Fristversäumnis nicht zugerechnet worden wäre - zur zweiten Frage scheint hier keine Position bezogen worden zu sein.
     
  6. #5 bärbsche, 02.12.2015
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  7. #6 bärbsche, 02.12.2015
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    Lieber Andres,
    vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Die Ablesefirma hat über die HV mittlerweile ein Selbstableseprotokoll der Mieterin vorgelegt, in der bei den Heizkosten lauter Nullwerte angegeben waren. Beim Wasser waren Zählerstände angegeben, die offensichtlich rechnerisch ebenfalls den Verbrauch Null ergaben - schwer vorzustellen bei einer Wohnung, die 12 Monate bewohnt war. Da in den Vorjahren der Verbrauch nur geschätzt werden konnte - der Ableser durfte ja nicht in die Wohnung, ist das schwer einzuschätzen. Für 2015 erwarte ich dann eine umfangreiche Nachzahlung, aber die Mieterin hat nach dem Auszug keine neue Anschrift angegeben. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt, nicht wahr?
    Aber: kann ich von der jetzt fälligen Rückzahlung einen Betrag für 2015 einbehalten?
     
  8. #7 bärbsche, 02.12.2015
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    Lieber Andres, liebe Sara (vielen Dank übrigens für das Urteil!!),..oder alle anderen da draußen
    zu dem Thema habe ich nun noch eine Frage: die Mieterin wollte die NK-Abrechnung per Mail zugestellt haben - ich habe wie beschrieben keine Anschrift, die habe ich zwar mittlerweile von ihr angefordert. Aber: Ist eine Zustellung per Mail theoretisch überhaupt zulässig und gilt als ordnungsgemäß erfolgt? Denn dann hätte ich auch jetzt schon das Problem, dass ich gar nicht weiß, wohin ich die Abrechnung 2014 schicken soll.
     
  9. Andres

    Andres
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    Ich predige hier ja immer wieder, dass man sich auf seine zivilrechtlichen Ansprüche konzentrieren soll. Hier würde ich vielleicht mal eine Ausnahme machen und die Mieterin wegen Betrugs anzeigen.


    Hast du eigentlich keine Kaution? Denn einen fälligen Rückzahlungsbetrag darfst du nicht einbehalten. Dein Fokus sollte daher darauf liegen, auf eine korrekte Abrechnung hinzuwirken. Bei den elektronischen Erfassungsgeräten sollte aktuell noch der letzte Stichtagswert gespeichert sein, den man also noch auslesen könnte. Bei den Wasserzählern wird dann eben geschätzt.


    Grundsätzlich wäre das zulässig, wenn es im Mietvertrag keine einschränkende Vereinbarung hierzu gibt. Problem bei E-Mail ist immer die beweiskräftige Zustellung. Und bei einer Mieterin, die bei den Ablesewerten so dreist betrügt, würde ich bei der Zustellung der Abrechnung nichts anbrennen lassen wollen.
     
  10. Berny

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    Ich hatte neulich ein ähnliches Problem. Beim Gespräch mit dem (örtlichen) Provider kam heraus, dass er mit einem speziellen Programm auch zuverlässig und rechtssicher schätzen kann. Das machte er dann auch, und tags drauf hatte ich die kpl. neue HK-Abrechnung per Email-Anlage :-) ohne Extrakosten.
    Wenn der Mieter Ablesungen verweigert, kann rechtssicher auf frühere Werte (allerdings ohne Aufschlag) zurückgegriffen werden.
     
  11. GSR600

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    Hmm da bin ich wohl verwöhnt, wir zahlen nie was wenn ne HK Abrechnung geändert werden muss. Hab das jedes Jahr bei mehreren Objekten teilweise 2-3 mal bevor alles richtig ist und es an die Mieter gehen kann.
     
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