Abrechnung des Verwalters nach Beschluss der WEV anfechten

Diskutiere Abrechnung des Verwalters nach Beschluss der WEV anfechten im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, kurz unser Fall, Eigentumswohnung ersteigert. Auf der Wohnung lagen noch einige Tausend Euros an Altlasten für nicht gezahltes Hausgeld und...

  1. #1 Unerfahren, 25.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 26.06.2012
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    Hallo, kurz unser Fall, Eigentumswohnung ersteigert. Auf der Wohnung lagen noch einige Tausend Euros an Altlasten für nicht gezahltes Hausgeld und Anwaltskosten bei der WEG.
    Die WEG hat nach neuer Rechtslage 5% des Verkehrswertes (Gutachten zur Zwangsversteigerung) bevorrechtigt aus dem Versteigerungserlös nach ZVG schon bekommen, reichte aber nicht aus.
    Jetzt will der Verwalter der selber im Gebäude Wohnungen besitzt sich von uns noch den Rest holen. Die anderen WEG-Mitglieder verhalten sich weitgehend uninteressiert beziehungsweise sogar zustimmend.
    Unbeschadet der Rechtslage die uns eigentlich als Ersteigerer davor schützt noch für den Rest Ausstände aufkommen zu müssen hat der Verwalter uns um die 1600€ Rest an Miesen aus der Vorzeit dreist auf die Abrechnung 2011 gesetzt.
    In der Wohnungseigentümerversammlung wurde jetzt die Abrechnung so gebilligt gegen meine Stimme.
    Was nun tun ? Ist eine Anfechtungsklage des Beschlusses beim Amtsgericht notwendig ? Die wäre alleine inetwa mit Gerichts- und Anwaltkosten so teuer wie der Betrag den wir nachzahlen sollen ! Oder lieber den Schwanz einziehen und zahlen ? Gibt es andere rechtliche Möglichkeiten ? Muss überhaupt angefechtet werden oder reicht ein späteres Gerichtsurteil in der Sache für uns aus ? Wenn wir anfechten haben wir ja immer noch kein Urteil in der Sache, also gehts weiter gerichtlich ?
    Wir sind ratlos !

    Grüße ans Forum:

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  3. #2 BarneyGumble2, 25.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 25.06.2012
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    Um den Fall etwas besser beurteilen zu können, wären mehr Informationen nötig.
    Z.B. wann habt Ihr die Wohnung ersteigert? Wann war das Datum der Eigentumsumschreibung im Grundbuch? Was hatte der Voreigentümer genau für Schulden und in welchen Zeiträumen sind die aufgelaufen?

    Ich interessiere mich nur wenig für WEG, aber ich meine mich erinnern zu können, dass die Abrechnung immer der zum Zeitpunkt der Jahresabrechnung jeweilige Eigentümer bekommt und auch mit diesem abzurechnen ist.
    Wenn Ihr also z.B. in 2011 die Wohnung ersteigert habt und der Vorbesitzer vom 01.01.2011 bis zum Ersteigerungstermin (bzw. Datum der Grundbuchumschreibung) 1600€ Schulden beim Hausgeld etc. gemacht hat, könnte es wohl sein, dass Ihr die Summe zahlen müsst und keineswegs "dreist".

    Aber habt Ihr denn schonmal einen FACHanwalt gefragt, der sich damit auskennt was mit so einer ZV auf Euch so zukommen KÖNNTE?
    Oder habt Ihr einfach mal, ohne sich vorher zu informieren, ne Wohnung ersteigert?
     
  4. #3 Unerfahren, 26.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 26.06.2012
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    Hallo barney...,
    die Wohnung wurde zu Beginn des Jahres 2011 ersteigert. Wann die Schulden des Vorbesitzers genau aufgelaufen sind, da haben wir seitens des Verwalters keine freiwillige Transparenz, keinen Überblick trotz Nachfrage erhalten aber jedenfalls weit vor dem jahr 2011. wahrscheinlich in den Jahren 2008/2009.
    Ich habe mich jetzt schon fast entschieden die Anfechtungsklage durchzuziehen.Ist meiner Meinung nach der einzig saubere Weg und ohne Gegenwehr kommt mir der "linke" Verwalter nicht davon.
    Oder gibt es andere Vorschläge ?
    Übrigens gibt es noch einen vergleicbaren Fall in der Wohnanlage. Wir haben uns jetzt erstmal gefunden und ausgetauscht. Ich denke der will auch die Anfechtungsklage durchziehen. Begründung wäre sinngemäß dass keine Rechtsgrundlage besteht um uns die Altlasten auf die Abrechnung zu setzen. Inbesondere ist das ZVG da entscheidend.
    Das ist auf unserer Seite.
    Eventuell bekommt man das ohne einen Anwalt noch hin.Die Anfechtungsklage kann man beim Gericht formulieren lassen und die Begründung müsste man dann innerhalb eines Monats noch nachliefern. Oder eben über Anwalt.

    Grüße
     
  5. #4 BarneyGumble2, 26.06.2012
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    Wenn die Schulden viele Jahre vor Eurem Erwerb aufgelaufen sind und die WEG nicht schon als Schuldner ins Grundbuch eingetragen wurde, sehe ich keinen Grund, weswegen Ihr zahlen solltet!

    Ich würde Euch empfehlen, zusammen mit dem anderen Eigentümer, der in der gleichen Lage ist wie Ihr, zu einem Fachanwalt für WEG Recht zu gehen.
    Schon allein deshalb, dass der Verwalter sieht, dass er nicht alles machen kann.
    Ggf. habt Ihr ja für diesen Fall sogar eine Rechtschutzversicherung?!
     
  6. #5 Unerfahren, 26.06.2012
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    Ja das ist nicht so einfach,
    Eine Rechtsschutzversicherung die das abdeckt gibt es bei beiden nicht und Anwalts + Gerichtskosten dürfte eine stattliche Summe (1500-2000€ !) für die Anfechtungsklage zusammenkommen, zumindest wenn wir keinen Erfolg mit der Anfechtung haben, dann kommen auch noch die Kosten des WEG-Anwalts dazu. Falls wir Erfolg haben müsste die WEG die Kosten tragen, jeder mit seinem Anteil und da sind wir ebenfalls wieder mit im Boot ! Ist doch lustig ?
     
  7. #6 Martens, 26.06.2012
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    Bei einer Zwangsversteigerung wird man im Moment des Zuschlages Eigentümer, anders als beim freien Verkauf. Die Eintragung im Grundbuch kann ohne weitere Wirkung später erfolgen.

    Die Belastung des Erwerbers mit Rückständen des Voreigentümers in einer WEG-Abrechnung widerspricht ordnungsgemäßer Verwaltung. Die einzige Möglichkeit, sich dagegen zu wehren, ist das gerichtliche Beschlußanfechtungsverfahren. Alles andere ist nur heiße Luft.

    Der Antrag auf Beschlußanfechtung muß innerhalb von einem Monat nach der ETV bei Gericht eingehen, dann hat man einen weiteren Monat Zeit, die inhaltliche Begründung nachzureichen.

    Prozesse haben immer das Risiko, daß man auf Kosten sitzenbleibt, allerdings sind sie hier die einzige Möglichkeit, die Sache sauber zu klären.

    Sofern Ihr Erfolg habt, werden die Kosten auf die übrigen(!) Eigentümer nach Köpfen umgelegt, Ihr tragt keine Kosten. Falls doch, siehe oben, Beschlußanfechtungsklage. :)

    Christian Martens
     
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