Abrechnung eigener Zähler (WWZ, KWZ, WMZ)

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Landmann, 03.04.2013.

  1. #1 Landmann, 03.04.2013
    Landmann

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    Moin Moin in die Runde,

    meine Eltern haben jahrelang das Thema "Heizungsabrechnung" komplett in die Hände der Firma Techem gelegt (Kostenabrechnung und Zählermieten). Da ich mich meinen Mietern in puncto Verringerung der NK verpflichtet fühle, habe ich angefangen diesen teuren Umstand zu ändern. Als erstes wurde die Heizungskostenabrechnung an eine andere Firma vergeben (statt 430€ nur 200€/Jahr und eine bessere Leistung!). Die Zähler (WWZ, KWZ, WMZ) waren leider noch vertraglich an Techem gebunden, diese sind alle gekündigt und laufen nun nach und nach aus.

    Wenn ich mir die Mietpreise für die Zähler anschaue, fällt mir ziemlich schnell die enorme Preisdifferenz zwischen den gemieteten und den gekauften Zählern auf. Als Beispiel ein WMZ:

    Der „TECHEM COMPACT V Vario S Qn 1,5 WÄRMEMENGENZÄHLER“ kostet inkl. Versand pro Stück ca. 100€. Miete ich mir diesen, zahle ich in 5 Jahren 305€. Da wir 15 WMZ haben, wäre eine Ersparnis von 3075€ in 5 Jahren möglich!
    Gut, bei den gemieteten Zählern trage ich nicht das Ausfallrisiko und habe keine Zinsverluste. Das Ausfallrisiko ist nicht so hoch, wir hatten in 19 Jahren bei 38 Zählern gerade mal 4 Ausfälle.

    Mir ist bekannt, dass ich nur die Kosten für gemietete Zähler in der NK-Abrechnung auf die Mieter umlegen darf. Eine Abschreibung (Anschaffungskosten / Nutzungsdauer) ist nicht zulässig. Gibt es eine Möglichkeit die Kosten gekaufter Zähler rechtssicher auf die Mieter umzulegen? Z.B. durch eine zusätzliche (miet-)vertragliche Vereinbarung, dass die Mieter diesen Umstand kennen, aber breit sind, die Abschreibung monatlich zu zahlen. So eine Regelung wäre auch im Sinne des Mieters, da deutlich günstiger. Eine Verrechnung mit der Nettomiete ist für mich keine Lösung!

    Wir haben ein gutes Verhältnis zu allen Mietern und hatten in 19 Jahren (mit ca. 80-100 Mietern) nicht eine Beanstandung oder Nachfrage zur NK-Abrechnung. Was passiert, wenn ich einfach die nicht zulässige Abschreibungsvariante einführe, und es würde sich dann doch mal ein Mieter beschweren? Was wäre der schlechteste Fall?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Pharao, 03.04.2013
    Zuletzt bearbeitet: 03.04.2013
    Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi Landmann,

    deine Rechnung mag zwar stimmen, aber das trifft wohl überall zu. Mietest du dir ein Auto, kannst du die gleiche Rechnung zum Neuwagen aufstellen.

    Meines Wissens nein. Deswegen ist ja Mieten eine gute Lösung für den Vermieter.

    Und warum sollte sich ein Mieter darauf einlassen ? Zumal man hier auch Aufpassen muss, das es nicht in irgendeinem Gesetzestext mal wieder dazu heißt (wie so oft): "Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam"

    Im übrigen wäre es noch viel günstiger, wenn es garkeine Wasserzähler gäbe ..... nur das wollen die Mieter ja i.d.R. auch nicht, man könnte ja zuviel dann bezahlen, weil man ja angeblich nicht soviel Wasser verbraucht hat wie andere Mieter im Haus.

    Naja, dann ist eben diese Abrechnung nicht richtig und wenn`s einem Mieter auffällt kann er dagegen vorgehen. Und wenn der Mieter geschwätzig ist, dann melden sich bald alle anderen Mieter auch noch.
     
  4. Syker

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    Hallo zusammen


    Klar ist mieten eine einfache Lösung,
    aber warum sollte die Umlage des Kaufpreises nicht zulässig sein?

    In der BetrKV heißt es:

    VG Syker
     
  5. #4 Landmann, 03.04.2013
    Landmann

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    Aber das ist doch das Paradoxe, es wäre ja zum Vorteil des Mieters! 60-70% weniger Kosten!
     
  6. #5 Einhorn, 03.04.2013
    Einhorn

    Einhorn Gast

    vielleicht den Mietern vorschlagen, daß jeder, der möcht, einen eigenen Zähler kauft, um Geld zu sparen...

    wer nicht mitzieht zahlt halt weiter miete
     
  7. #6 immodream, 03.04.2013
    immodream

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    Hallo Landmann,
    ich lege seit Jahren den Kaufpreis für die geeichten Wasseruhren um.
    Die Kosten für den Austausch der Wasseruhren liegen ja durch bereits gezahlte Rechnungen oder Kostenvoranschläge der Sanitärfirma vor.
    Die Eichung für eine Kaltwasseruhr ist ja z. b. 72 Monate gültig.
    Nach dem Auszug des Mieters erhält der Mieter eine Endabrechnung.
    Hier wird eine alte Rechnung oder Kostenvoranschlagkopie für den Austausch der Wasseruhr beigefügt.Die Wohndauer des ehemaligen Mieters wird in Monaten auf der Rechnung beigefügt und die Kosten anteilg zur Wohndauer umgerechnet .
    Das hat in den letzten Jahren bis auf einen Fall hundertfach gut funktioniert.
    Und bei dem einen Fall hat der Richter der Anwältin und ehemaligen Mieterin die korrekte Vorgehensweise erklärt.
    Also 100 % Erfolgsquote .
    Grüße
    Immodream
     
  8. #7 Landmann, 03.04.2013
    Landmann

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    Sie rechnen die Kosten also separat ab? Sie werden nicht über die Heizkostenabrechnung umgelegt? Aber der Mieter zahlt seinen Anteil monatlich oder erst beim Auszug? So ganz habe ich das aus Ihrem Beitrag nicht herauslesen können.

    Aber warum steht Ihre Vorgehensweise nicht gegen das "Umlageverbot" von eigenen Zählern? Wie hat der Richter das begründet?
     
  9. #8 immodream, 04.04.2013
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    Hallo Landsmann,
    der Mieter zahlt die Kosten erst nach seinem Auszug.
    Die Kosten für die Anmietung oder Eichung sind laut Betriebskostenverordnung auf den Mieter umlegbar.
    Grüße
    Immodream
     
  10. #9 Landmann, 04.04.2013
    Landmann

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    Warum das? Warum keine Umlage jährlich in der Betriebskostenabrechnung?

    Habe gestern noch etwas gestöbert... Ja, "Eichtausch" ist das Stichwort! Wird hier recht gut erläutert:
    Eichung von Verbrauchszählern für Wasser und Wärme

    Zähleraustausch in Eigenregie oder durch eine Servicefirma

    1. Der Vermieter tauscht die Zähler selbst aus
    Normalerweise darf der Vermieter die Kosten für die Anschaffung und die Erstinstallation von Verbrauchszählern nicht als Betriebskosten auf die Mieter umlegen. Das ist weder nach § 7 Abs. 2 HeizkV noch nach § 2 BetrKV zulässig (AG Bochum, Urteil v. 15.6.1999 – 40 C 369/98; AG Nürnberg, Urteil v. 11.7.1990 – 27 C 4081/90, WuM 1990, 524). Auch wenn vor Ablauf der Eichgültigkeit ein funktionsuntüchtigen Zähler ersetzt wird, handelt es sich dabei um eine nicht umlagefähige Instandhaltungsmaßnahme (AG Hamburg, Urteil v. 25.1.1994 – 47 C 170/93, WuM 1994, 695).

    Allerdings gilt das nicht für den Austausch von Messgeräten nach Ablauf der Eichfrist. Die Kosten eines Eichaustausches sind immer umlagefähig. Es ist nämlich einfacher und auch billiger, wenn man den alten Zähler entsorgt und einen generalüberholten oder neuen Zähler einbaut. Ist bei Ablauf der Eichperiode der Austausch kostengünstiger als das Nacheichen einschließlich der Kosten für den Ein- und Ausbau eines Ersatzgeräts, sind die Austauschkosten umlagefähig (LG Berlin, Urteil v. 8.2.2007 – 67 S 239/06, GE 2007, 1123 = MM 2007, 181; AG Koblenz, Urteil v. 28.5.1996 – 42 C 970/96, DWW 1996, 252). Das ist bei den heutigen Zählerpreisen allgemein der Fall (siehe auch Amtliche Begründung zu § 2 BetrKV, BR-Drucks. 568/03 v. 15.8.2003).

    2. Der Vermieter schließt einen Eichservicevertrag ab
    Wem der eigenverantwortliche Zähleraustausch zu viel ist, kann es sich einfacher machen, indem man einen so genannten Wartungs- und Eichservicevertrag abschließt. Die am Markt tätigen Messdienstfirmen bieten derartige Verträge an. Diese kümmern sich um alles und tauschen turnusmäßig die abgelaufenen Zähler rechtzeitig gegen neue Geräte aus. Der Vertrag umfasst i.d.R. auch eine Garantie über die komplette Dauer der Eichgültigkeit. Fällt ein Zähler wegen eines Material- oder Herstellungsfehlers einmal aus, erhält man kostenlosen Ersatz oder Reparatur.


    Das ist richtig klasse. Nun lassen sich jede Menge Betriebskosten sparen! :-)
     
  11. benjoe

    benjoe Benutzer

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    Hallo Landmann,

    bei den Infos zur Umlage von gekauften Zählern, die du vermutlich gelesen hast, ist wahrscheinlich die erstmalige (wo es vorher keine gab) Anschaffung von Wasserzählern gemeint. Die erstmalige Ausstattung mit Messeinrichtungen ist eine Modernisierung (Stichwort: Energiekosteneinsparung) und somit als Modernisierungsmieterhöhung auf die Mieter umlegbar.

    Der Austausch/Erneuerung der Zählwerke ist, wie zuletzt geschrieben, wird als umlagefähige Betriebskostenposition anerkannt.

    Schönen Abend
     
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