Abrechnungsspitze

Dieses Thema im Forum "WEG-Verwaltung" wurde erstellt von Derwahrefratz, 22.10.2013.

  1. #1 Derwahrefratz, 22.10.2013
    Derwahrefratz

    Derwahrefratz Gast

    Hallo,
    ich habe hier ein Problem bei einer Abrechnung.
    Ich habe eine Wohnung gekauft und der Voreigentümer hat seine Hausgelder nicht bezahlt. Ich bin seit Dezember im Grundbuch eingetragen und habe mein Hausgeld im Januar bezahlt.
    Nun ergibt die Abrechnungsspitze ein Guthaben. Der Grundsatz ist ja, dass es demjenigem zusteht, der zur Zeit der Beschlussfassung im Grundbuch steht. Ich habe nun 400 Euro Hausgeldbezahlt und eine Abrechnungsspitze von 800 Euro. Damit würde ich eigentlich Geld zurück bekommen.
    Der Verwalter hat dies jedoch dem altem Eigentümer zugeschlagen, so dass sein offen Hausgelder von 4400 Euro nun um 800 Euro reduziert werden.
    Ist das so korrekt? Ich habe mich schon bei Google umgeschaut, aber diese Konstelation gibt es nicht, sondern immer nur mit Nachforderungen, die hier aber nicht bestehen.
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. #2 Martens, 24.10.2013
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    Der Verwalter hat geschlampt, die Abrechnungsspitze steht hier dem Erwerber zu.

    Fordern, mahnen und ggfs. klagen.

    Christian Martens
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    16.07.2005
    Beiträge:
    3.747
    Zustimmungen:
    61
    Das ist selbstverständlich richtig...
    Eine einklagbare Forderung wird es allerdings nicht geben. Damit wird auch eine Mahnung keinen Sinn machen.
    Vor einem Beschluss über die Abrechnung wird der Wohnungseigentümer den Verwalter lediglich auf den Fehler hinweisen und das Thema dann in der Versammlung ansprechen können. Wird die fehlerhafte Abrechnung beschlossen, bleibt nur die fristgerechte Beschlussanfechtungsklage.
     
  5. #4 Martens, 24.10.2013
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    Die Abrechnungsspitze trifft immer den Eigentümer, der zum Zeitpunkt der Beschlußfassung über diese Abrechnung selbiger ist. Soweit sind wir uns einig.

    Wenn es also eine Abrechnung gibt, die ein Guthaben in der Höhe X ausweist, steht dies dem Eigentümer zu. Dies auch dann, wenn der Voreigentümer als Adressat oder Empfänger auf dem Blatt der Abrechnung genannt ist.

    Ich gehe davon aus, daß es diese Abrechnung gibt, sonst wäre ja die Ausgangsfrage nicht möglich gewesen, oder?

    Gibt es also diese Abrechnung, so hat der Eigentümer einen Anspruch an die WEG(!) auf Auszahlung an ihn. Hat der Verwalter bereits an den Voreigentümer gezahlt, hat die WEG einen Anspruch an den Verwalter wegen Dusseligkeit.

    "Natürlich" möchte die WEG nicht auf den Außenständen des Voreigentümers i.H.v. 4400 Euro sitzen bleiben und dann noch zusätzlich dem jetzigen Eigentümer 800 Euro als rechnerischen Überschuß auszahlen, ich kenne auch solche Diskussionen... nützt aber nix.

    Christian Martens
     
  6. #5 derwahrefratz, 31.10.2013
    derwahrefratz

    derwahrefratz Gast

    Danke für die ersten Antworten.
    Hier gibt es nun die besonderheit, dass der vorherige Verwalter seit 3 Jahren nicht mehr abgerechnet hat.
    Das heißt, da es in allen 3 Jahren der Abrechnung die mir Vorliegen ein Abrechnungsguthaben gibt.
    Die Kosten waren immer durchweg geringer als der Wirtschaftsplan. Damit würde ich für die drei Jahre Gelder erhalten und der alte Eigentümer muss seine lt. WiPlan beschlossenen Hausgelder noch bezahlen...
    Hat jemand zu der hier geäußerten Meinung eventuell ein Urteil oder Literatur, wo man das nachlesen kann.
    Denn ich erhalte Geld, dass die WEG nun erst einmal einklagen muss, bei insolventen Eigentümern und über Kurz oder lang werden die dann noch offenen Beträge wohl über alle Eigentümer verteilt werden, da diese uneinbringbar scheinen.
    Von daher bin ich mir unsicher ob der Gesetzgeber dass so wirklich gewollt hat.
    Die Verwaltung hatte uns nun vorgeschlagen, die noch offenen Hausgelder aus den alten Wirtschaftsplänen um die Abrechnungsspitze zu korrigieren und nur die Differenz wischen gezahltem Hausgeld und KOsten dem jeweiligem Eigentümer in dem Jahr zu belasten.
    So hätte das wohl auch der Anwalt der WEG empfohlen. Denn die Abrechnung nach Soll ist ja nur bei der Rücklage anzuwenden und nicht bei den normalen "Hauskosten".
     
  7. #6 Martens, 31.10.2013
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    da hat sich jemand seinen Humor bewahrt, prima! :)

    so ist es, genau so.

    Eine ganz gute Zusammenfassung findest Du hier: Abrechnungsspitzen (Eigentümerwechsel) da ist auch das zugrundeliegende BGH-Urteil von 1988 genannt.

    Nun, wenn hier drei offene Forderungen gegen Dich bestünden, würden die Miteigentümer sicherlich nicht so vorsichtig mit Dir umgehen, oder? Man würde Dir das Urteil unter die Nase halten und Dir deutlich sagen, Du hast zu zahlen.
    Hier ist es halt andersherum, aber das ist egal.
    Wenn die WEG mehrere Jahre keine Abrechnung genehmigt oder sich einen Verwalter leistet, der mehrere Jahre hintereinander keine Abrechnung vorlegt, ist das deren Problem, nicht Deins.

    Natürlich kannst Du Dir das Wohlwollen der Miteigentümer erkaufen, indem Du nachgibst. Du solltest aber deutlich machen, daß Du im Recht bist und daß Du einen Anspruch hast, den Du freiwillig aufgibst, nur um des lieben Frieden willens.
    Wenn es das dann wert ist... keine Ahnung.

    Oder aber folgendes: Du verzichtest auf die Auszahlung der Abrechnungsspitze, verlangst aber gleichzeitig die Freistellung von späteren Umlagen / Abrechnungsbeträgen für die Kompensation der Ausfälle Deines Voreigentümers. Das sollte man natürlich in einer Vereinbarung mit allen Eigentümern schriftlich fixieren, damit sich später auch alle daran erinnern werden. :D

    Christian Martens
     
Thema: Abrechnungsspitze
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. Auszahlung Abrechnungsspitze

Die Seite wird geladen...

Abrechnungsspitze - Ähnliche Themen

  1. Eigentümerwechsel u. Nebenkostenabrechnung u. Abrechnungsspitze

    Eigentümerwechsel u. Nebenkostenabrechnung u. Abrechnungsspitze: Eine vermietete Wohnung gehört mir seit dem 19.12.14. Jetzt wurde mir die Hausgeldabrechnung zugesandt. Es ergibt sich eine Abrechnungsspitze...
  2. Abrechnungsspitze

    Abrechnungsspitze: Hallo, ich bitte um Hilfe, Informationen und Reaktionen zu folgendem Sachverhalt. Vielleicht hat ja schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und...
  3. Abrechnungsspitze

    Abrechnungsspitze: Hi Leute habe hier ein gewaltiges Problem mit der sog. Abrechnungsspitze: Folgender Fall Wohnung aus der VErsteigerung erworben im Juni gegen...