Abruptes beenden einer Eigentümerversammlung durch den Verwalter

Dieses Thema im Forum "Eigentümerversammlung" wurde erstellt von Hippo, 15.01.2015.

  1. Hippo

    Hippo Gast

    Hallo,

    bin eher Otto Normalverbraucher und bin seit der letzten ETV etwas verwirrt.
    Also die Mehrheit der Eigentümer ist dafür dem Verwalter zu kündigen, da wir überhaupt nicht mehr zufrieden sind. In der Vorletzten Versammlung waren wir nicht beschlussfähig (zu wenige), dieses mal war die Mehrheit anwesend, nur der Verwalter war irgendwie auf Krawall gebürstet. Er griff Einzelne Eigentümer persönlich an, schaukelte die Stimmung bis zum äußersten hoch, konnte wichtige Dokumente nicht Vorlegen wurde zunehmend laut und frech. Als dann einige Eigentümer das Wort "Kündigung" erwähnte, meinte er nur er verlange dann Schadensersatz und zwar für den Rest der Laufzeit(3J.) und zwar das Doppelt des Monatsbetrages.
    Als dann noch ein Eigentümer die Probleme mit dem von ihm empfohlenen Handwerker ansprach,eskalierte die Situation.
    Er meinte er hätte seine Zeit nicht gestohlen, stand auf und ging mit seinen zwei Mitstreitern (Eigentümer) nach ca. 70 Minuten.
    Es kam nicht einmal zur Entlastungsabstimmung oder ähnliches.
    Nun wissen wir alle nicht wir uns verhalten sollen,bzw. das alles deuten sollen, das Vertrauensverhältnis ist auf jeden Fall gestört!

    Für Tipps wären wir sehr dankbar Hippo
     
  2. AdMan

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  3. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo hippo,

    Bezüglich des Schadensersatzanspruches des Verwalters kann ich dich schon mal etwas beruhigen.
    Es kann immer nur der wirklich entstandene Schaden geltend gemacht werden. Das bedeutet also auf keinen Fall mehr als die vereinbarte Vergütung.
    Dabei muss sich der Verwalter m.E. auch eingesparte Kosten gegen rechnen lassen, sodass der Schadensersatzanspruch sogar noch geringer wird.
    Abweichend könnte allerdings eine "pauschale" Entschädigung im Verwaltervertrag vereinbart sein, die anstelle des Schadensersatzes tritt.

    Das keine Entlastung vorgenommen wurde ist m.E. sogar ein Vorteil für die WEG. Abgesehen davon kann wohl ein professioneller Verwalter nicht vollumfänglich entlasten werden, und haftet trotz Entlastung für bestimmte Dinge.

    VG Syker
     
  4. #3 BHShuber, 15.01.2015
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    da werden Erinnerungen wach.

    So, nun hat der Verwalter mit seinem Verhalten einen gravierenden Verstoß gegen seinen Verwaltervertrag und jeglichem Grundsatz ordentlicher Verwaltung begangen, d. h. er sollte von der Eigentümergemeinschaft in jedem Fall Abberufen werden!

    Einer der Eigentümer oder mehrere, können eine außerordentliche Versammlung auf ohne den Verwalter einberufen, sei es auch nur um den Beschluss der Kündigung und Abberufung zu fassen § 26 Abs. 1 WEG

    Mit Abberufung endet nicht automatisch der Verwaltervertrag, Achtung, dieser muss trotzdem gekündigt werden aus wichtigem Grund, den der Verwalter geliefert hat, zudem muss die Kündigung und die Abberufung beschlossen werden, eine einfache Mehrheit genügt.

    Abgesehen davon, kann der Verwalter auch per Gerichtsbeschluss abberufen werden, das Begehren eines Eigentümer reicht aus, um sich unter Umständen direkt mit seinem Abberufungsantrag an das Gericht zu wenden.

    Es sollten sich der Beirat und Eigentümer zusammen tun und einen Anwalt für WEG Recht konsultieren, der dann entsprechende Schritte einleiten kann.

    Gruß

    BHShuber
     
  5. #4 PHinske, 15.01.2015
    PHinske

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    Wenn man mehr als ein Viertel der Eigentümer zusammen bekommt, können diese Personen unter Fristsetzung schriftlich die Einberufung einer außerordentlichen Versammlung vom Verwalter verlangen. (§ 24 Abs. 2 WEG)
    Hierbei müssten die noch offenen TOPS aus der abgebrochenen Versammlung aufgeführt werden sowie notwendige neue.
    ZB eben die Abberufung, Kündigung des evtl. bestehenden Vertrags, Wahl eines Verwalters.

    Kommt der Verwalter dem Verlangen nicht nach, kann der Vorsitzende des Beirats oder sein Vertreter wirksam eine Versammlung einberufen.

    Einschalten eines Anwalts würde in jedem Fall erst mal Geld kosten.
    Halte ich in diesem Stadium für nicht notwendig.

    MfG PHinske
     
  6. Andres

    Andres
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    Können vielleicht schon, dürfen aber nicht. Der Verwalter hat sich nicht pflichtwidrig geweigert, die Versammlung einzuberufen (§ 24 Abs. 3 WEG). Selbst wenn das so gewesen wäre, dürfte nicht irgendein Eigentümer die Versammlung einberufen, sondern nur der Vorsitzende des Beirats oder sein Stellvertreter.

    Wenn ich hier von "Mitstreitern" lese, wird es kaum möglich sein, eine Beschlussfassung im Umlaufverfahren durchzuführen, weil dafür Allstimmigkeit erforderlich wäre. Um eine weitere Versammlung zu erzwingen, sollte das zunächst von mehr als einem Viertel der Eigentümer verlangt werden. Wenn sich der Verwalter dann weigert, kann die Versammlung vom Beirat (falls vorhanden) einberufen werden, alternativ kann sich einer der Eigentümer hierzu gerichtlich ermächtigen lassen.
     
  7. #6 Fremdling, 15.01.2015
    Fremdling

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    Andres hat den Weg zur Eigentümerversammlung aufgezeigt. Ihr solltet Euch darüber im Klaren sein, was auf die Liste der Tagesordnungspunkte kommt, ob der alte Verwalter das alles noch leisten kann/will und dass Ihr im Falle eines angestrebten Verwalterwechsels einen neuen Verwalter rechtzeitig für Euch begeistern müsst. Falls Ihr aktuell keinen Beirat habt, solltet Ihr im Zuge der nächsten Versammlung drei geeignete Personen wählen, die mit entsprechendem Engagement ggf. bereits den jetzigen Kraftakt begleiten.

    Viel Erfolg und viel Glück!
     
  8. #7 alibaba, 15.01.2015
    alibaba

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    zwischen

    Eigentümer auf der einen Seite und wahre Eigentümer auf der anderen Seite :D

    liegt meisst nur ein Wort das der "Verfühgungsmacht" über sein Eigentum :D

    Gruss
    alibaba :D
    PS: im Steuerecht öfter anzutreffen :D
     
  9. #8 BHShuber, 15.01.2015
    BHShuber

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    Hallo,

    Quark mit Soße, dir sollte schon klar sein, dass es eine Verfühgungsmacht nicht gibt, eher eine Verfügungsmacht, was auch immer du damit sagen möchtest!

    Gruß

    BHShuber
     
  10. #9 alibaba, 15.01.2015
    alibaba

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    da hab ich ein "h" zuviel gekauft ... danke

    Verfügungsmacht vereinfacht dargelegt :zwinkernd001:

    den WohnEinheitenBesitzer gehört zwar die Wohneinheit ,haben aber keine Macht

    bzw. machtlos im einzelnen über das Haus als Miteigentümer zu bestimmen ,

    das ist der feine aber gewaltige

    unterschied ob man eine Verfügungsmacht besitzt , ich besitze eine Verfügungsmacht

    zu 100 % über mein Eigentum ,wenn meine Frau mit ja sagt :zwinkernd001::D

    Gruss
    alibaba :smile007:
     
  11. #10 BHShuber, 16.01.2015
    BHShuber

    BHShuber Erfahrener Benutzer

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    Hallo,

    dein Gequake verschließt sich sinnesinhaltlich immer noch was du aussagen möchtest, von was du da redest ist Sondernutzungrecht des Sondereigentums.

    Schon mal was von Teilungserklärung und Gemeinschaftsordnung gehört, WEG-Gesetzgebung, das ist dir alles unbekannt, oder?


    Mit Verlaub, wenn denkst du interessiert das, ist das hilfreich für die Frage des Users?

    Gruß

    BHShuber
     
  12. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo BHShuber,

    Bei Ali muss man zwischen den Zeilen lesen ... Oder ihn Ignorieren.

    Im Grund meint Ali das richtige, nur das im Text zu vermitteln ist nicht so seine Stärke

    VG Syker
     
  13. #12 BHShuber, 16.01.2015
    BHShuber

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    Hallo Syker,

    danke für den Hinweis, ich vergaß, dass es eine Ignorierfuktion gibt.

    Gruß

    BHShuber
     
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