Absetzbarkeit von Krediten

Dieses Thema im Forum "Steuer - Vermietung und Verpachtung" wurde erstellt von Zimtstern, 02.12.2013.

  1. #1 Zimtstern, 02.12.2013
    Zimtstern

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    Hallo,

    die Situation ist folgende, ich habe eine Wohnung mit dem jetztigen Marktwert von 89.000 Euro geschenkt bekommen. Die Kaltmieteinnahmen belaufen sich auf 450 Euro, sind also 5.400 Euro im Jahr die abzügl. der 2% Abschreibung auf mein Einkommen drauf kommen. Wenn wir mal davon ausgehen ich hätte keine Aufwenungen als Werbungskosten, da keine Reparaturen anstehen etc.
    Die Situation gefällt mir nicht. Falls ich jetzt die Wohnung nicht als geschenk nehme sondern sie mir von der Person, die sie mir schenken möchte, einen Privatkredit von 89.000 aufnehmen würde um die Wohnung zu finanzieren. Wäre es dann möglich die Zinsen abzusetzen? Der Kredit könnte so gebastelt werden dass die o.g. 5400 Euro genau als Sollzins / Jahr rauskommen. Die Zinsen werden natürlich gezahlt aber wieder zurück geschenkt.

    Mach ich da n Denkfehler oder ist es sogar Gesetzwidrig?

    Für Gedankenanstöße, Ideen und Anregungen würder ich nmich freuen.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Vielleicht meinst du das richtige, aber wahrscheinlich eher nicht: Du kannst die Abschreibung des Schenkenden fortführen, d.h. der aktuelle Wert interessiert nicht. Basis der Abschreibung sind die Herstellungs-/Erwerbungskosten, die der Schenkende hatte. Auch kannst du nur die Restlaufzeit der Abschreibung übernehmen, d.h. du schreibst nicht über 50 Jahre ab.

    Für die Schenkung könnte außerdem noch Schenkungssteuer anfallen.


    Das sollte machbar sein. Da kommt ein Zinssatz zwischen 4 und 6 % heraus (abhängig von der Höhe der Abschreibung) und das wird das FA wohl akzeptieren.

    Der Empfänger der Zinsen muss diese versteuern. Das reduziert die Rentabilität deines "Spiels" schon ganz erheblich. Der erzielbare Steuervorteil ist damit begrenzt auf die Differenz zwischen der KaSt und deinem persönlichen Grenzsteuersatz.

    Für die weitere Schenkung fällt dann natürlich wieder Schenkungssteuer an. Die Freibeträge können nur alle 10 Jahre genutzt werden. Abhängig von den Freibeträgen fällt die Schenkungssteuer also nicht sofort an.


    Solange beide Seiten alles brav bei der Steuererklärung angeben, sehe ich hier nichts illegales. Ob sich die Aktion lohnt, hängt von deinem Grenzsteuersatz und vom verfügbaren Freibetrag in der Schenkungssteuer ab.

    In welchem Verhältnis stehst du zum Schenkenden?
     
  4. #3 Aktionär, 02.12.2013
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    Eine andere Möglichkeit wäre die Übetragung im Rahmen der vorweggenommen Erbfolge (wenn das bei Dir persönlich passt / Verwandheitsgrad) und die Eintragung eines entgeltlichen Nießbrauchs.
    Das Ergebnis wäre dann eine monatliche Zahlung bei Dir, die du steuerlich geltend machen kannst und zu versteuernde Einnahmen auf der anderen Seite beim Begünstigten.
    Der Rest ist ebenso Rechnerei wie von Andres beschrieben.
     
  5. #4 Zimtstern, 02.12.2013
    Zimtstern

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    Danke, für die schnellen Antworten!
    Wie ich gerade erfahren habe ist das Absetzen durch die 50-Jahre-Reglung eh durch (BJ.1960).

    Die Schenkung ist von meinen Eltern, die Überlegung kam zustande, da beide Elternteile Rente beziehen und damit einen niedrigeren Einkommenssteuersatz haben.
    Ich bin allerdings völlig unwissend in dieser Materie, ich find es nur ärgerlich 450 Miete zu erhalten und daraus einen Nettogewinn von 190 Euro zu bekommen.
    Verkaufen ist beim momentanen Zinssatz auch blödsinn, kann man gerade mal, wenns gut läuft, die Inflation mit ausgleichen. (Also entweder 2,5 % Rendite durch Mieteinnahmen oder 2,5 % aufm Tagesgeldkonto -na gut 1,5 % beim Tagesgeld ;) -)

    Egal, ich komme vom Thema ab. Ich muss also prüfen, wie hoch die Steuer bei den Zinseinnahmen meiner Eltern wäre. Die Schenkung alle 10 Jahre, bei dem Verwandtschaftsverhältniss, ist doch eher zu vernachlässigen.
    Hab früher auch keine Steuer auf meine Weihnachtsgeschenke bezahlt. :)
     
  6. Andres

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    Das Baujahr hat damit nur indirekt zu tun. Nur wenn deinen Eltern die Wohnung seit 50+ Jahren gehört und sie sie inzwischen vollständig abgeschrieben haben (was das Baujahr grundsätzlich ermöglicht), kannst du die Abschreibung nicht fortführen. Haben deine Eltern die Wohnung erst später gekauft, kannst du noch Abschreiben.


    Dann hat Aktionär das übliche Vorgehen bereits beschrieben: Übertragung gegen Nießbrauch. Dir gehört die Wohnung, deine Eltern haben Anspruch auf die Miete (und müssen sie dann versteuern) und können dir davon soviel überlassen, wie sie wollen. Du könntest dich als Beauftragter deiner Eltern um die Vermietung kümmern.

    Das erzielt den von dir beabsichtigten Effekt: Die Steuerpflicht entsteht bei deinen Eltern.

    Ganz im Gegenteil: Bei diesem Verwandschaftsgrad hast du einen erheblichen Freibetrag von 400.000 €. Das lässt einen erheblichen Gestaltungsspielraum und bedeutet in deinem Fall wahrscheinlich, dass gar keine Schenkungssteuer anfällt.

    In die andere Richtung sind es übrigens nur 20.000 €, also sollte euch möglichst nicht in ein paar Jahren einfallen, dass ihr die Wohnung wieder "zurückschenken" wollt ...
     
  7. #6 sara, 02.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 02.12.2013
    sara

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    schon von Andres ausführlich beantwortet und somit von mir wieder geändert
     
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