Abstimmungsverfahren in WEG-Versammlungen

Dieses Thema im Forum "Eigentümerversammlung" wurde erstellt von Anselm, 13.05.2015.

  1. Anselm

    Anselm Benutzer

    Dabei seit:
    09.09.2014
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,

    um Rückfragen zu minimieren, etwas ausführlich.

    Unsere Teilungserklärung von 1968 enthält zum Thema "Versammlung der Wohnungs/Teileigentümer" Folgendes:

    Zur Beschlußfassung ist die einfache Mehrheit der anwesenden oder vertretenen Stimmanteile ausreichend. ... Die Stimmanteile der einzelnen Wohnungs/Teileigentümer errechnen sich nach Teil III Spalte c dieser Satzung. Die Abstimmung erfolgt durch Zuruf oder durch Handaufheben.

    "Spalte c" ist Bestandteil einer Tabelle des Abschnitts "Verteilerschlüssel zur Kostenverteilung der Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie der Heizungs-Warmwasserkosten" mit der Überschrift "Stimmanteile" und den Spalten "Lfd. Nr.", "a: Betriebs-, Instandsetzungs- und Reparaturkosten" [%], "b: Heizungs- und Warmwasserkosten" [%] und "Stimmanteile" [ganzzahliger Wert, Berechnung unbekannt].

    Die Unterschiede der Abstimmungsprinzipien sind meines Wissens:

    • Beim Wertprinzip richtet sich das Stimmgewicht nach den Miteigentumsanteilen (entspricht unserer Teilungserklärung).
    • Beim Kopfprinzip hat jeder Eigentümer, auch mehrerer Wohnungen, eine Stimme.
    • Beim Objektprinzip hat jeder Eigentümer pro Wohnung eine Stimme.
    Die Verwaltung hat bisher den Einladungen zu den Versammlungen Stimmzettel mit eingedruckten Stimmanteilen beigefügt. Nun teilte sie mit, dass die Stimmzettel nicht mehr versandt, sondern bei Bedarf in der Versammlung ausgehändigt würden. Nachdem sie ja schlecht in der Versammlung individuell vorbereitete Stimmzettel gezielt den jeweiligen Eigentümern ausgeben kann, habe ich der Verwaltung per E-Mail mitgeteilt, dass ich befürchte, dass vom Wertprinzip auf das Kopfprinzip umgestellt wird. Es kam keine Antwort.

    Üblich ist, dass per Handaufheben abgestimmt wird, und bei unklaren Mehrheiten mit Stimmzetteln; gezählt wurden bisher die Stimmanteile.

    Nun die Fragen:

    • Kann man bei Abstimmung nach Stimmanteilen überhaupt durch Zuruf oder durch Handaufheben abstimmen? Mir ist die Teilungserklärung diesbezüglich unverständlich.
    • Kann man - wie bei der gestrigen Versammlung wieder geschehen - durch die Frage (nicht Abstimmung) zu Versammlungsbeginn, "Sie sind doch einverstanden, dass wir durch Handaufheben abstimmen?", das durch die Teilungserklärung vorgeschriebene Abstimmungsprinzip jeweils außer Kraft setzen?
    Ich hätte in der Versammlung gefragt, wenn schriftliche Abstimmung erforderlich gewesen wäre. Das war aber nicht der Fall. Und wir hatten sehr zeitraubende andere Themen.

    Für Aufklärung vielen Dank im Voraus.

    Anselm
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.254
    Diese Formulierung gibt im Fall, dass eine Einheit mehr als einem Eigentümer gehört, jedem Teileigentümer eine Stimme. Sind also beide Ehepartner Eigentümer der gemeinsamen Wohnung hätten sie plötzlich zwei Stimmen. Da ihr weder Kopf- noch Objektprinzip habt, müssen wir uns darüber aber zum Glück nicht unterhalten.


    Eine sinnvolle Maßnahmen, um Manipulationen vorzubeugen. Da du außerhalb der Versammlung mit dem Stimmzettel wenig anfangen kannst, sehe ich da kein echtes Problem.


    Warum kann sie nicht?


    Wenn man Antworten will, sollte man Fragen stellen.


    Warum sollte man das nicht können? Der Verwalter hat eine Liste der MEA und errechnet so das Abstimmungsergebnis. Wenn er gut vorbereitet ist, hat er vorher durchgerechnet, ab wie vielen Stimmen die erforderlichen Mehrheiten sicher gegeben bzw. nicht gegeben sind. Dann muss er nur rechnen, wenn es knapp wird.


    Was wird denn da außer Kraft gesetzt? Die TE sieht eine Wahlmöglichkeit vor. Wem dieser Modus nicht passt, der braucht es nur zu sagen.


    Eure TE sieht keine schriftliche Abstimmung vor.


    Kann ich mir vorstellen.
     
  4. #3 Martens, 13.05.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    moin Anselm,

    ich sehe hier auch kein Problem.

    Bei Versammlungen mit solchem Abstimmungsmodus rechne ich nur dann, wenn es "optisch" knapp wird oder es jemand verlangt. Man sieht an der Anzahl der hochgestreckten Hände doch bereits, wo die Mehrheiten liegen...

    Christian Martens
     
  5. Anselm

    Anselm Benutzer

    Dabei seit:
    09.09.2014
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    Danke für die Antworten.

    Mit meinen Worten, ob ich's richtig verstanden habe: Du hättest keine Bedenken, die Stimmzettel weiter mit der Einladung zu verschicken.

    Bei der Größe der WEG wäre es aufwändig.

    So sehe ich das auch. Das Problem, das mich ins Forum getrieben hat, ist, wenn man auf Fragen keine Antworten erhält.

    Also enthalten die Stimmzettel nur noch die Namen der Eigentümer, und der Verwalter entnimmt der Liste die MEA? Da scheint mir das bisherige Verfahren einfacher. Aber das ist Sache des Verwalters; mir geht es darum, dass das Abstimmungsprinzip nicht geändert wird.

    Die Wahlmöglichkeit kann ich der Formulierung nicht entnehmen. Zwischen was kann man wählen? Doch nur zwischen Zuruf oder Handaufheben, nicht etwa das Stimmprinzip.

    Das ist mir nochj gar nicht aufgefallen. :)

    Am Ende meiner Mail an die Verwaltung habe ich geschrieben: "Im Prinzip genügt es, wenn Sie mir kurz bestätigen, dass weiterhin gemäß Teilungserklärung abgestimmt wird, dass durch die geringfügige Anpassung nur die Vorgehensweise und nicht die Gewichtung geändert wird." Wenn das keine Antwort wert ist, ist es halt schade.

    Gruß, Anselm
     
  6. Anselm

    Anselm Benutzer

    Dabei seit:
    09.09.2014
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Christian,

    Je nach Abstimmungsprinzip, Größe der WEG (siehe Signatur) und Vollmachten kann das ja auch etwas problematisch werden. Bei unserem Wertprinzip stehen die hochgestreckten Hände für sehr unterschiedliche MEA.

    Gruß, Anselm
     
  7. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

    Dabei seit:
    26.02.2010
    Beiträge:
    1.300
    Zustimmungen:
    93
    Ich kann mir vorstellen, dass auf Antrag eines Eigentümer das Abstimmverfahren auf "geheime Wahl" demnach schriftlich, sehr wohl gegen die Teilungserklärung entschieden werden kann (gibt bestimmt Urteile seit 1968 wo das geregelt wurde). Wobei der Begriff "geheime Wahl " in diesem Zusammenhang nicht stimmt, da ja der Verwalter wissen muss wer wie abgestimmt hat um die MEA Teile umzurechnen.
     
  8. Anselm

    Anselm Benutzer

    Dabei seit:
    09.09.2014
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    Wahl des Abstimmverfahrens durch Handaufheben oder geheim ja. Aber doch nicht Wahl der Stimmgewichtung entgegen TE?
     
  9. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.254
    Nein, ich hätte eher Bedenken, Stimmzettel mit der Einladung zu verschicken als sie in der Versammlung auszuhändigen. Insgesamt verstehe ich aber nicht, wie man sich einerseits über solche Banalitäten den Kopf zerbricht, um sich andererseits über zeitraubende Diskussionen auf der Versammlung beschwert.


    Ach? Die Stimmkarten vorzubereiten ist ganz genau gleich aufwändig, egal ob sie danach in einen Briefumschlag oder direkt in die Hand eines Eigentümers wandern. Die Karten dann am Eingang der Versammlung auszuteilen, verursacht auch keinen Mehraufwand - man muss ja ohnehin feststellen, wer anwesend ist. Wenn man über ein Mindestmaß an organisatorischem Talent verfügt (was ein Verwalter von 110 Einheiten tun sollte), geht das alles völlig aufwandsneutral.

    Also, natürlich nur, wenn man keine seltsamen Anfragen von Eigentümern beantworten muss ...


    Du hast keine Frage gestellt. Du hast der Verwaltung deine Bedenken mitgeteilt.


    Oder es gibt die gleichen Zettel wie bisher, nur werden sie erst bei der Versammlung ausgegeben.


    Woher sollen wir hier im Forum wissen, was im Kopf des Verwalters vorgeht? Dir bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten, was in der Versammlung passiert. Wenn er plötzlich nach Kopfprinzip abstimmen lässt, muss man das eben anfechten - wie jeden anderen der unzähligen Fehler auch, an die du im Moment nicht denkst.


    Nochmal: Bisher bist du der einzige, der eine Veränderung des Stimmprinzips ins Spiel bringt. Wie auch immer, genau diese Wahlmöglichkeit meine ich.


    Stimmt. Andererseits wird die Verwaltung nicht für's Händchenhalten bezahlt und deine Frage ist hart an der Grenze zur rhetorischen Frage. Was sind denn das für Optionen? Glaubst du ernsthaft, dass dir der Verwalter bestätigen würde, dass er plant, gegen die TE zu verstoßen? Warum sollte er dir dann das Gegenteil bestätigen?
     
  10. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.403
    Zustimmungen:
    1.425
    Ort:
    Mark Brandenburg
    Auch wenn ich davon ausgehe, das du es weist und kennst: Vorsicht. Manche hochgereckte Hand hat mehr Gewicht als die andere. Ich bin da in einer WEG, da kann ich mit meinen und den von mir vertretenen Stimmen die Versammlung mit der HV alleine durchführen. Wenn ich zustimme ist der TOP angenommen, wenn ich nein stimme, dann ist der abgelehnt.

    Sehr schön bei Jagdgenossenschaften zu beobachten, dort Abstimmung ipso jure nach Kopf und Fläche. Wenn sich der Vorsitzende der Agrargenossenschaft und die 2-3 größten Bauern einig sind geht da gar nichts, weil zusammen über 50% der Gesamtfläche vertreten wird.

    @Anselm: so wahnsinnig groß ist die WEG nicht. Ich bin in größerer (und kleinerer) involviert. Einige gehen durchaus in die 4stelligen ET/Einheitenzahlen. Verwalter die das souverän über die Bühne bringen - Hut ab!
     
  11. #10 Martens, 13.05.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    Ich weiß in solchen Fällen um das Gewicht des einen Fingers oder der einen Hand :)
    Mit 110 Einheiten habe ich das zwar noch nicht gemacht, aber mit mehreren Mitarbeitern in der Versammlung geht auch das.

    Christian Martens
     
  12. #11 Martens, 13.05.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    Danke, Danke und nochmals: Danke!

    :)
    Christian Martens
     
  13. #12 Martens, 13.05.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    Als Verwalter sollte man auch damit umgehen können.
    Ich frage nach den Stimmen für einen Beschluß, dann nach den Stimmen dagegen. Wenn das optisch (und unter Berücksichtigung von Großeigentümern oder Vollmachtsinhabern) nicht eindeutig aussieht, wird halt gezählt und gerechnet.

    Meist werden die Beschlüsse mit so deutlicher Mehrheit getroffen, daß das erkennbar ist und man sich das Gerechne spart.
    Danach wird der Beschluß laut verkündet und wenn keiner meutert ebenso protokolliert und das war es dann.

    Christian Martens
     
  14. Anselm

    Anselm Benutzer

    Dabei seit:
    09.09.2014
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    Wenn ich nicht Laie und verunsichert wäre, hätte ich hier nicht - höflich - gefragt. Wem das nicht gefällt, der kann mich einfach ignorieren. Den Ton der letzten Antworten finde ich unangemessen. Ich habe trotzdem dazugelernt; danke dafür.
     
  15. #14 Martens, 14.05.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    moin Anselm,

    bitte nicht beleidigt sein, Dir ist auf Deine Frage auch höflich geantwortet worden, ich sehe hier kein Problem.

    Es ist eben so, daß Eigentümer immer wieder Fragen an den Verwalter stellen, die sie sich selbst beantworten können sollten und nicht immer ist bei der Verwaltung die Zeit oder auch die Muße da, auf diese Fragen ganz ruhig und charmant einzugehen. Natürlich tun wir das grundsätzlich schon und der Kollege im vorliegenden Fall wird das grundsätzlich auch tun, nur ist DAS eben nicht die eigentliche Aufgabe eines WEG-Verwalters.

    Rechtsberatung im Einzelfall oder das grundsätzliche Aufschlauen von Eigentümern gehört nicht zum üblicherweise vereinbarten (und schon gar nicht mit der vereinbarten Vergütung abgegoltenen) Leistungsumfang einer WEG-Verwaltung, solche Dienstleistungen müßten separat berechnet werden und das wird von Eigentümerseite "gerne" übersehen.

    Christian Martens
     
  16. Anselm

    Anselm Benutzer

    Dabei seit:
    09.09.2014
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Christian,

    Von Beleidigtsein kann keine Rede sein. Aber ich diskutiere lieber nicht als in diesem Stil:

    ... wie man sich einerseits über solche Banalitäten den Kopf zerbricht ...
    ... andererseits über zeitraubende Diskussionen auf der Versammlung beschwert [habe ich das?] ...
    ... natürlich nur, wenn man keine seltsamen Anfragen von Eigentümern beantworten muss ...
    ... wird die Verwaltung nicht für's Händchenhalten bezahlt ...
    ... deine Frage ist hart an der Grenze zur rhetorischen Frage ...

    Vielleicht bin ich ein besonders unterbelichtetes Exemplar von Eigentümer, aber ich habe eine Kopie meiner Mail an die Verwaltung an den Vorsitzenden des Verwaltungsbeirats gesandt, und der hat mir geantwortet: "Das haben Sie gut beschrieben, ich hoffe, die [Verwaltung] antwortet bzw. handhabt die Situationen ebenso klar." Ganz daneben lag ich vermutlich nicht.

    Ich habe weder um Rechtsberatung noch um "Aufschlauen", sondern in Zusammenhang mit einer veränderten Vorgehensweise um eine Auskunft gebeten. Es gehört zu den selbstverständlichen Gepflogenheiten im Geschäftsleben, auf Anfragen zu reagieren. Kurz genügt oft; keine Reaktion stellt immer eine Brüskierung dar. Gute Geschäftsleute, auch Verwalter, wissen das. (Die Vorgängerin des jetzigen Verwaltungsangestellten übrigens auch.)

    Gruß, Anselm
     
  17. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.403
    Zustimmungen:
    1.425
    Ort:
    Mark Brandenburg
    @Anselm: Aus meiner Erfahrung heraus ist es für die Verwaltungen so, dass der eine ET der kleinen 2-Raum-Whg., möglichst pensionierter Studienrat, mehr (knappe) Zeit kostet als der ET von einer größeren 2-3stelligen Anzahl von Whg. in der gleichen Anlage. Mit wem man sich da auf Augenhöhe unterhalten kann und mit wem man Geld verdient dürfte dir klar sein.

    Nach dem Kauf meiner ersten ETW kam bei mir: Ups! und dann wurde mal bei Amazon nach einschlägiger Literatur geguckt, ein Verwalterhandbuch kann man auch "rückwärts lesen", dazu noch ein Grundlagenwerk Vermieterwissen und schon kann man ganz gezielt fundierte Fragen an den Verwalter stellen und die werden auch viel schneller und präziser beantwortet! Bis dahin kann man die TE auch schon fast auswendig.
     
  18. Anselm

    Anselm Benutzer

    Dabei seit:
    09.09.2014
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    @Duncan: Der "pensionierte Studienrat" liegt nicht ganz weit daneben, aber mache ich einen so uninformierten Eindruck? Ich kenne unsere Teilungserklärung, ich habe eine Reihe einschlägiger Bücher, ich bin Mitglied eines Wohnungs- und Grundeigentümervereins, ich habe Google - meine konkrete Frage hätte mir aber nur der Verwalter (kurz und knapp) beantworten können. Verwaltungen können sich ihre WEGs aussuchen; wenn sie lieber Wohnungen zwei- bis dreistelliger Anzahl eines einzigen Eigentümers betreuen, sollen sie sich den aussuchen; niemand zwingt sie, während Eigentümer die bestehende Verwaltung "übernehmen" müssen. - Ich liebe Augenhöhe, besonders mit Angestellten von WEG-Verwaltungen. Wenn die nicht bereit sind, eine aus deren Sicht sicher simple Frage zu beantworten, werde ich mich dem momentanen Trend zum Verwalterwechsel sicher nicht entgegenstellen.

    Gruß, Anselm
     
  19. #18 Martens, 14.05.2015
    Martens

    Martens
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    05.04.2006
    Beiträge:
    2.909
    Zustimmungen:
    157
    Ort:
    Berlin
    moin Anselm,

    Da hast Du Dir aus den verschiedenen Beiträgen aber was zusammengesucht... kann man so machen, hilft aber nicht weiter.

    vermutlich nicht :)
    Wie aber auch Deine Zitate aus unseren Antworten zeigen, verfügst Du über die Fähigkeit, mit viel Akribie etwas anzuhäufen, das Deine Frage nicht beantwortet dafür aber neue Fragen aufwirft. Dies kann für Deinen Gesprächspartner schon mal anstrengend werden, gerade dann, wenn Du eben kein "unterbelichtetes Exemplar" bist.

    Was stand denn nun in Deiner email? Eine Frage, eine Bitte nach Auskunft oder doch nur eine Mitteilung?

    Das ergibt sich aus den uns bisher mitgeteilten Informationnen jedoch nicht. Du schreibst ursprünglich nur davon, daß Du etwas mitgeteilt hättest.

    Egal. Es ist in der Sache hoffentlich deutlich geworden, daß Deine Befürchtungen, mit der veränderten Vorgehensweise bei der Ausgabe von Abstimmungszetteln würde eine Umstellung des Abstimmungsmodus durchgeführt werden, nach bisheriger Faktenlage unbegründet sind.

    Christian Martens
     
  20. Anselm

    Anselm Benutzer

    Dabei seit:
    09.09.2014
    Beiträge:
    44
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Christian,

    Nein, aus einem.

    Ich habe in meiner Diskussionseröffnung zwei Fragen gestellt - und nicht geahnt, welchen Verlauf die Diskussion nimmt, wie viele Aspekte sich auftun, mit denen ich gar nicht gerechnet habe. Zwei Fragen, zwei Antworten, so naiv habe ich mir das vorgestellt.

    Siehe unten.

    Stimmt, das habe ich hier so unpräzise formuliert.

    Ganz transparent ist mir die Vorgehensweise bei den Abstimmungen noch nicht. Aber im Forum kann diese Transparenz natürlich nicht hergestellt, können nur allgemeine Fragen beantwortet werden.

    Nachfolgend noch meine Mail. Gruß, Anselm

    Sehr geehrte Frau X, sehr geehrter Herr Y,

    vielen Dank für die Einladung zur Eigentümerversammlung am kommenden Dienstag. Um eine möglicherweise komplizierte und zeitraubende Diskussion während der Versammlung zu vermeiden, frage ich vorab und bitte Sie um rechtzeitige Antwort.

    In der Einladung schreiben Sie: „Anwesenheitskarte, Stimmkarte und Stimmzettel liegen der Einladung nicht bei, da wir unsere Abläufe geringfügig angepasst haben. ... Sofern eine schriftliche Abstimmung erforderlich ist erhalten Sie in der WE-Versammlung einen Stimmzettel.“

    Nach § 25 Abs. 2 Wohnungseigentumsgesetz hat jeder Eigentümer (auch mehrerer Wohnungen) eine Stimme. In der Regel wird das Stimmgewicht aber in der Teilungserklärung abweichend geregelt. (Quelle: Wikipedia) Unsere Teilungserklärung sieht in § 16 Punkt 9 vor: "Die Stimmanteile der einzelnen Wohnungs/Teileigentümer errechnen sich nach Teil III Spalte c". Diese Stimmanteile waren bisher in die der Einladung beigefügten Stimmzettel eingedruckt. Mir ist nicht klar, und das ist meine Frage, wie Sie gemäß unserer Teilungserklärung abstimmen lassen wollen, wenn Sie bei Bedarf die Stimmzettel erst während der Versammlung ausgeben. Sie müssten jedem anwesenden Eigentümer meines Erachtens seinen wie bisher individuell vorbereiteten Stimmzettel gezielt aushändigen.

    Ihnen muss ich das bestimmt nicht erklären, aber der Vollständigkeit halber:

    Beim Wertprinzip richtet sich das Stimmgewicht nach den Miteigentumsanteilen (entspricht unserer Teilungserklärung).
    Beim Kopfprinzip hat jeder Eigentümer, auch mehrerer Wohnungen, eine Stimme.
    Beim Objektprinzip hat jeder Eigentümer pro Wohnung eine Stimme.

    Es versteht sich, dass die drei Prinzipien stark unterschiedliche Abstimmungsergebnisse hervorrufen können und die Anwendung eines falschen Abstimmungsprinzips Beschlüsse anfechtbar macht.

    Im Prinzip genügt es, wenn Sie mir kurz bestätigen, dass weiterhin gemäß Teilungserklärung abgestimmt wird, dass durch die geringfügige Anpassung nur die Vorgehensweise und nicht die Gewichtung geändert wird.

    Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße

    Anselm Z

    Quellen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wohnungseigentümerversammlung#Stimmgewicht
    Die Eigentümerversammlung - 3. Die Beschlussfassung 2. Teil: Das Stimmrecht
     
  21. Duncan

    Duncan
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    19.01.2014
    Beiträge:
    4.403
    Zustimmungen:
    1.425
    Ort:
    Mark Brandenburg
    na, gehen wir doch mal das wesentliche durch
    Super Intention und ein Dankeschön an der richtigen Stelle schadet nie. :148:

    Damit ist eigentlich alles erklärt. Du erhältst den Stimmzettel dann wenn du ihn brauchst und nicht Wochen vorab um ihn zu vergessen, ins Altpapier zu geben, zu verbrennen, satanische Rituale abzuhalten,....
    Ja, genau das musst du dem Verwalter nicht erklären, das weiß und beachtet er. Warum tust du es trotzdem? :smile020:
    Egal ob du ein Kreuz machst, Hand/Finger hebst oder quer durch den Raum brüllst, der Verwalter registriert wie du abgestimmt hast und gewichtet (ggf.überschlägig) deine Stimme entsprechend deinen MEA, genau wie von jedem anderen Eigentümer/Bevollmächtigten auch.
    Daraus ergibt sich das in der Praxis das Ergebnis:
    Bei einstimmigen Entscheidungen: klar, ohne Taschenrechner,
    Fast einstimmig, nur der Querulant vom Dienst stimmt mit 0,001% entgegengesetzt oder enthält sich: klar, ohne TR
    Die Großeigentümer X,Y,Q,R,S,T haben so und so gestimmt, damit ist eine einfache/qualifizierte Mehrheit gegeben: fertig
    ET X,Y,S haben dafür gestimmt, Q,R,T dagegen: also fangen wir an zu rechnen, wenn es knapp wird, wird jeder einzelne ET aufgedrüselt bis auf den kleinsten MEA.

    Dafür brauchst du keinen Stimmzettel schon 2 Wochen zuvor. Die Anwesenheit wird eh vor Ort mittels Unterschrift dokumentiert, da braucht man keine Karte mitschicken.
    Also eigentlich siehst du das dein Verwalter kompliziert gestaltete Vorgänge in zulässiger Weise vereinfacht und Porto spart.
    Was willlst du mehr
     
Thema: Abstimmungsverfahren in WEG-Versammlungen
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. weg abstimmverfahren

    ,
  2. Stimmanteil nach kopf oder miteigentumsanteil

    ,
  3. Abstimmungformular ETW Versammlung

    ,
  4. vereinfachtes abstimmungsverfahren jagdgenossenschaft,
  5. weg teilungserklärung stimmanteile
Die Seite wird geladen...

Abstimmungsverfahren in WEG-Versammlungen - Ähnliche Themen

  1. Verwalterwahl: Nachbesserung der Angebote während der Versammlung?

    Verwalterwahl: Nachbesserung der Angebote während der Versammlung?: Situation: In einer Eigentümerversammlung ist über die Verlängerung der Bestellung des bestehenden Verwalters oder die Wahl eines neuen Verwalters...
  2. plötzlich Versammlung an weit entferntem Ort (Hauptsitz der Verwaltung)

    plötzlich Versammlung an weit entferntem Ort (Hauptsitz der Verwaltung): Ich hatte extra ein Objekt an meinem Wohnort ausgesucht, um derartigen Problemen vorzubeugen. Bislang fanden die Eigentümerversammlungen auch...
  3. ET-Versammlung ohne Einladung gültig bei Anwesenheit aller ET?

    ET-Versammlung ohne Einladung gültig bei Anwesenheit aller ET?: Angenommen ein Wohngebäude hat wenige Eigentümer (z.B. nur 5). Zur Eigentümer-Versammlung verabredet man sich telefonisch aber ohne explizit...
  4. Stimmrechte im Auge behalten in der Versammlung?

    Stimmrechte im Auge behalten in der Versammlung?: Mich würde mal interessieren, wie man als Miteigentümer am besten das Abstimmungsergebnis festhalten kann. In einer größeren WEG mit 50...