absurde HK-Schätzung - Haftung?

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von MX40, 12.01.2010.

  1. MX40

    MX40 Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen!! :wink

    Bin neu hier und hoffe, das es hier jemanden gibt, der mir folgendes erklären kann:
    Mein Heizkosten für 2008 haben sich, obwohl ich weniger geheitzt habe, im Vergleich zu 2007 quasi verdoppelt. OK, Köln ist keine billige Stadt - aber soviel?
    Da mir das merwürdig vorkam, habe ich ältere Abrechnungen für meine und die anderen Wohnungen gefordert und nach vielen Telefonaten von meinem Vermieter bekommen.
    Nun ist mir folgendes aufgefallen:
    Eine Wohnung wird seit Jahren nur geschätzt!!!
    Der geschätze Verbrauch liegt nur bei ca. 10% der Vormieterwerte, die Wohnung ist ca. 90qm groß und wird von Vater, Mutter und Kind bewohnt.
    Die Familie wohnt seit Anfang 2006 im Haus, vorher hat dort ein Ehepaar gewohnt.
    Obwohl die restlichen Mieter immer weniger heizen (kann ich an den Einzelabrechnungen sehen), steigt der Ölverbrauch, und obwohl die Familie sehr gut heizt bekommt sie Geld zurück...ich soll jetzt 800 Euro nachzahlen.
    Wie das Spiel läuft ist mir mittlerweile klar...

    Meine Frage:
    Wer ist für die falsche, nein, absurde Schätzung verantwortlich?
    Muss dmein Vermieter die Daten (also Ölverbrauch im Vergleich zu Heizstrichen, usw.) nachrechnen?
    Die Abrechnung erfolgt vollständig über den Messdienst.
    Wie geht man hier am besten vor?


    Danke im voraus
    MX40


    P.S.
    Die Wohnungen haben Durchlauferhitzer im Bad und Untertischgeräte in der Küche - das Öl wird also vollständig nur für die Heizung benötigt.
     
  2. AdMan

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  3. #2 Kitzblitz, 12.01.2010
    Kitzblitz

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    Wer ist für die falsche, nein, absurde Schätzung verantwortlich?

    Wahrscheinlich der Vermieter.


    Muss mein Vermieter die Daten (also Ölverbrauch im Vergleich zu Heizstrichen, usw.) nachrechnen?

    Du meinst die vom Messdienst ? - Nein, kann er aber. Wenn er aber selbst die Heizkostenabrechnung manipuliert, macht eine Prüfung allerdings wenig Sinn.


    Die Abrechnung erfolgt vollständig über den Messdienst.

    Das kann zumindest für die mit 10% vom Verbrauch des Vormieters geschätzte Wohnung nicht zutreffen. Die Wärmemessdienste können eine haltbare Abrechnung nur dann machen, wenn alle Heizkörper messtechnisch erfasst sind.

    Wie läuft so eine Abrechnung richtig ab ?

    Der Messdienst nimmt 1 x jährlich (immer zum ungefähr gleichen Zeitpunkt) die Messdaten der Verdunstungsröhrchen (oder was auch immer) auf. Unter Berücksichtigung der Heizflächen (gehen mit Faktoren ein) wird so der Verbrauchsanteil je Wohnung ermittelt.

    Der Hauseigentümer oder Verwalter meldet dem Messdienst die im Beobachtungszeitraum angefallenen Gesamtheizkosten für den Brennstoff zzgl. Schornsteinfeger und Heizungswartungen.

    Die Messdienstkosten rechnet der Messdienstleister selbst hinzu.

    Die Gesamtheizkosten werden dann vom Wärmemessdienst entsprechend der gemessenen Verteilung und unter Berücksichtigung des Verteilerschlüssels (z.B. 30% werden über die Netto-Wohnflächen verteilt) auf die einzelnen Wohnungen aufgeteilt. Für jede Wohnung wird ein eigenes Datenblatt erstellt, auf denen der Wohnungsnutzer seinen Heizkostenanteil ablesen kann. Gleichzeitig werden Verteilerschlüssel und Gesamtkostenzusammensetzung dargelegt.

    Das wäre der für alle Beteiligten nachvollziehbare Idealfall, der bei euch offenbar nicht praktiziert wird.

    Euer Vermieter macht möglicherweise die Heizkostenverteilung selbst, indem er mehr oder weniger auf die Messdaten des Messdienstleisters zurückgreift. Dabei scheinen ihm gravierende Fehler zu unterlaufen.


    Wie geht man hier am besten vor?

    Wenn die Nebenkostenabrechnung offensichtlich fehlerhaft und nicht nachvollziehbar ist, kannst du sie zurückweisen und eine korrigierte Abrechnung verlangen. Gut wäre, wenn sich dann alle Mieter so verhalten würden.


    Unabhängig vom Abrechenverfahren möchte ich darauf hinweisen, dass Heizöl in 2008 zeitweise sauteuer war. Wenn in der Hochpreisphase getankt worden ist, lag der Literpreis um ca. 1,00 EUR, während er sich zu normalen Zeiten zwischen 0,35 und 0,60 EUR/Liter bewegt. Das solltest also auch prüfen, wann getankt worden ist.
     
  4. MX40

    MX40 Neuer Benutzer

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    Hallo Kitzbitz!
    Danke für die ausführliche Antwort.

    Unser Vermieter hat keine Schätzung abgegeben.
    Muss er denn den Verbrauch schätzen, wenn der Ablesetermin x-mal platzt oder übernimmt der Messdienst diese Aufgabe?
     
  5. #4 Kitzblitz, 12.01.2010
    Kitzblitz

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    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Wärmemessdienstleister sich so verschätzen kann, dass letztendlich nur 1/10 der Heizkosten des Vormieters dabei herauskommen.

    Der Messdienstleister muss die Schätzung der Stände der Verdunsterröhrchen (üblicherweise orientiert sich diese an den Werten aus der Vergangenheit und interpoliert diese anhand der Klimadaten oder den Entwicklungen der anderen Wohnungen) vornehmen, denn sonst kann er die Abrechnung für das komplette Haus nicht machen.

    Warum lässt denn der Wohnungsnutzer die Ablesung nicht zu ?

    Die Kosten für die vergeblichen Anfahrten muss der betreffende Mieter eigentlich auch übernehmen. Prüfe mal, ob die eventuell auf alle Wohnungen umgelegt worden sind.
     
  6. MX40

    MX40 Neuer Benutzer

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    Ist aber definitiv der Fall, ich sehe es ja in der Übersicht für den Vermieter.



    Er kann es wohl auch so..abschätzen...



    Das ist der kleine Haken: ich kann mich sehr gut daran erinnern, dass mindestens der Termin Ende 2008 geklappt hat. Ich war im Treppenhaus (musste für den Ablesetermin früher von der Arbeit) als sich der Ableser freundlich von der Familie verabschiedete...laut Abrechnung musste aber wieder geschätzt werden...



    Laut den Abrechnungen hat sich HK-Verbrauchsrechnung stetig verteuert, eine gesonderte Anfahrt bzw. mehrere werden nicht aufgeführt.
    2005: 180,- Euro
    2006: 196,- Euro
    2007: 219,- Euro
    2008: 212,- Euro
     
  7. #6 Kitzblitz, 12.01.2010
    Kitzblitz

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    Die Kostensteigerung des Wärmemessdienstleisters hält sich in den üblichen Grenzen. Wären dort Kosten für zusätzliche Anfahrten enthalten, kämen jeweils ca. 50 EUR dazu - solche Sprünge gab es aber nicht lt. deiner Aufstellung.

    Die HK-Abrechnung beinhaltet einen grundsätzlichen und offensichtlichen Fehler. Deshalb würde ich sie zurückweisen und eine glaubhafte Abrechnung verlangen. Eine Schätzung, die nur ca. 1/10 des zu erwartenden Verbrauches ergibt, darf wohl angezweifelt werden. Schwankungen von 30 bis 40 % sind durch unterschiedliches Heizverhalten schon mal drin - aber 90 % können nicht stimmen. Zumal noch ein Kind dazugekommen ist, dessen Kinderzimmer sicher auch ständig geheitzt werden muss.

    Es ist Sache des Vermieters, dir eine glaubhafte und nachvollziehbare Abrechnung der Heizkosten vorzulegen. Demzufolge muss auch er sich mit dem Wärmemessdienst auseinandersetzen.
     
Thema: absurde HK-Schätzung - Haftung?
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