Abwasserschaden, Wer zahlt Unterbringung?

Dieses Thema im Forum "Versicherungsschäden" wurde erstellt von Hopp, 12.08.2011.

  1. Hopp

    Hopp Neuer Benutzer

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    Hallo!

    Ich bin neu hier, und hab eine dringende Frage. Normalerweise les ich erst mal quer in neuen Foren, aber heute muss es echt schnell gehen.

    Wir sind vor 2 Wochen in eine Wohnung gezogen. In dieser Wohnung gab es vor 4 Wochen (noch zu Zeiten unserer Vormieter) einen Wasserschaden. Dieser wurde nicht fachgerecht behoben, wir wussten von all dem nichts. Dass die Wände leicht feucht sind, haben wir gemeldet, reagiert wurde nicht drauf.

    4 Tage nach Einzug bemerkten wir Wasserflecke an den frisch gestrichenen Wänden. Wir habend as sofort gemeldet. Jetzt ist es so, das bei diesem Abwasserschaden (ein verstopftes Abflussrohr) das ganze Wasser unter das Haus gelaufen ist (kein Keller), und wir für 4 bis 6 Wochen diese Wohnung verlassen müssen. Die Bautrockner laufen in dieser Zeit, außerdem müssen alle Böden und Tapeten neu gemacht werden.

    Die Wohngebäude-Versicherung unseres Vermieters zahlt IHM seinen Mietausfall, uns aber keine Ersatzunterkunft. Das sei unser Problem, wurde uns heute mitgeteilt. Unsere Hausratversicheurng würde das zahlen. NUn ja, nur haben wir noch keine Hausratversicherung, wir haben hie 4 Angebote auf dem Tisch liegen, aber noch nicht abgeschlossen (wer hätte gedacht, dass wir die 10 Tage nach Einzug brauchen?).

    Fakt ist, wir dürfen die Miete mindern (bzw. bekommen die Miete zurück bezahlt), und sollen uns dafür eine Ersatzunterkunft nehmen. Die Ersatzunterkunft, die wir gefunden haben (eigene Recherche), ist hässlich, klein und nicht adäquat für eine 3köpfige Familie mit Kleinkind. Wir sind hier in einer Urlaubsregion mitten in der Ferienzeit, und wirklich ALLE anderen Ferienwohnungen waren belegt).

    Meine Fragen:
    Muss ich diese Wohnung jetzt wirklich selbst zahlen? Ich kann als allerletztes was dafür, was hier grade abgeht, und werde aus meiner schönen, hellen, ebenerdigen Gartenwohnung geschmissen, und soll viel Geld in eine hässliche, kleine, nur teilmöblierte Es-Oma-Unterkunft stecken (nix gegen Omas, aber es riecht dort sogar danach). Uns die Kosten bleiben echt an mir hängen?

    Zweite Frage: Hab ich irgendein außerordentliches Kündigungsrecht? Ja, das ist irrational, aber so wie mein Vermieter sich grade anstellt, die halbe Verwandtschaft trampelt mir ungefragt in der Wohnung rum, möchte ich hier einfach nur noch weg. NOch nie hatte ich einen so schlechten Start wie hier.

    Dritte Frage: Gibt es eine Möglichkeit, die Haftpflicht meiner Vormieter für irgendeinen Schaden zu belangen?

    Danke!

    Viele Grüße
    Hopp
     
  2. AdMan

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  3. #2 Martens, 12.08.2011
    Martens

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    moin,

    Du hast einen gültigen Vertrag über eine Wohnung, also schuldet Dir der Vermieter auch eine solche.

    Da die Wohnung komplett zu räumen ist, gibt es eine Minderung um 100%, das ist ja offenbar unstreitig.

    Weiterhin schuldet Dir der Vermieter eine angemessene(!) Unterkunft für die Zeit, in der Du Deine Wohnung nicht nutzen kannst. Du hast einen Anspruch, wirst ihn aber ggfs. gerichtlich durchsetzen müssen.

    Über ein außerordentliches Kündigungsrecht in solchen Fällen ist mir nichts bekannt.

    Der vorherige Mieter spielt überhaupt keine Rolle, Du hast einen Vertrag mit dem Vermieter, der ist Dein Ansprechpartner bzw. Gegner.

    Viel Erfolg,
    Christian Martens
     
  4. #3 Unregistriert, 12.08.2011
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    Unregistriert Gast

    nass

    @ Märtens stimmt ganz und gar nicht
    100Prozent Mietminderung ist Falschberatung.
    Nicht alle Wände sind nass.
     
  5. #4 Ingerose, 12.08.2011
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    fristlos kündigen

    Wenn eine Mietsache derart desolat ist, dass man nicht mehr darin wohnen kann, somit kann man fristlos kündigen.
    Allerdings muß man schriftlich haben, dass der Schaden nicht behoben werden kann ,so lange man drinnen wohnt.
     
  6. Hopp

    Hopp Neuer Benutzer

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    Doch, ALLE Wände sind nass. Alle. Das Wasser steht auf Bodenplatte und zieht durch den Kapillareffekt an ALLEN WÄnden hoch.

    Die 100%ige Mietminderung ist unstrittig.

    Man kann noch hier wohnen, uns wurde mitgeteilt, dass uns niemand zwingt, für die Bautrockner-Phase auszuziehen, es würden halt nur überall Schläuche liegen und die Bautrockner 24/7 laufen, und danach beim Boden legen müssten wir dann eben jeweils nur in 1 Zimmer leben....;-) mitsamt unserem Krempel....

    Natürlich geht das theoretisch, aber praktisch wohl kaum. Ich finds unzumutbar, die Versicherung findet, das sei alles eine Frage der Definition.
     
  7. #6 Unregistriert, 13.08.2011
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    <Ingerose, hier liegst du leider daneben!
    Beide Vertragsparteien können in einem Mietverhältnis grundsätzlich dann fristlos kündigen, wenn der jeweils andere den Mietvertrag schwerwiegend verletzt hat. Die Vertragsverletzung muss so grob sein, dass dem anderen die Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht mehr zuzumuten ist. Beispiel: Der Vermieter wird der Mieterin gegenüber handgreiflich oder der Mieter beleidigt den Vermieter schwer.
    Die gesetzlichen Regelungen enthält § 543 BGB. Danach können sowohl Mieter als auch Vermieter den Mietvertrag außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ihnen eine Fortsetzung des Mietvertrages nicht zugemutet werden kann.

    Der Mieter kann außerdem fristlos kündigen, wenn ihm die Wohnung nicht rechtzeitig übergeben wird oder wenn der Vermieter sie ihm später vorenthält. Beispiel: Der Mieter will am 01. September einziehen aber der Vormieter ist noch nicht ausgezogen. Der Mieter ist in Urlaub, währenddessen beginnt der Vermieter mit Bauarbeiten im Treppenhaus. Nach Rückkehr aus dem Urlaub kann der Mieter seine Wohnung nicht betreten.
    Kündigung wegen erheblicher Gesundheitsgefährdung
    Der Mieter kann außerdem fristlos kündigen, wenn die Benutzung der Wohnung seine Gesundheit erheblich gefährdet. Dieses Problem tritt häufig bei Schimmel in der Mietwohnung auf. Von einer voreiligen Kündigung seitens des Mieters ist jedoch abzuraten. Es sollte jedenfalls festgestellt werden, ob nicht durch falsches Lüftungsverhalten der Schimmel erst entstanden ist.

    Nach dem BGH-Urteil vom 28.04.2007 - AZ: VIII ZR 182/06 ist der Mieter im Regelfall verpflichtet, dem Vermieter vor Ausspruch der Kündigung die angemessene Möglichkeit zur Beseitigung des Schimmels zu geben. So heißt es im Urteil: "Die außerordentliche fristlose Kündigung eines Mietverhältnisses über Wohnraum wegen erheblicher Gesundheitsgefährdung nach § 543 Abs. 1 BGB, § 569 Abs. 1 BGB ist grundsätzlich erst zulässig, wenn der Mieter dem Vermieter zuvor gemäß § 543 Abs. 3 Satz 1 BGB eine angemessene Abhilfefrist gesetzt oder eine Abmahnung erteilt hat.".

    In der Regel muss der Mieter daher dem Vermieter also vorher eine Mängelanzeige zusenden oder den Vermieter abmahnen. Dem Vermieter ist die Möglichkeit zur Beseitigung des Mangels einzuräumen. Da es sich bei einem Mietvertrag in der Regel um ein langfristig angelegtes Vertragsverhältnis handelt, sind die Voraussetzungen für eine außerordentliche Kündigung auch streng zu berücksichtigen.
     
  8. #7 Ingerose, 13.08.2011
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    also wer zahlt nun die Unterbringung

    Also die Frage war, wer zahlt die zwischenzeitliche Unterbringung der Mieter.
    Wer zahlt den zwischenzeitlichen Umzug der Mieter in eine andere Wohnung, und wer zahlt dann nach Schadensbehebung den Zurückzug in diese derzeit unbewohnbare Wohnung.

    Umzüge sind ja auch nicht gerade gut für die Möbel. Muss man solche Umzüge mitmachen oder wäre es nicht besser im Wege der

    SCHADENSMINDERUNGSPFLICHT,

    eine andere Wohnung anzumieten und die desolate fristlos zu kündigen.
    Beide Mietparteien haben eine Schadensminderungspflicht, das heißt bestrebt zu sein, den Schaden so gering wie möglich zu halten.

    Anmerkung was ist wenn das Gebäude wegen Brand, einen derartig großen Wasserschaden hat, dass es grundsaniert werden muss.

    Unregistriert google mal, bevor hier Halbwahrheiten verbreitet werden
    Ingerose
     
  9. #8 Ingerose, 13.08.2011
    Zuletzt bearbeitet: 13.08.2011
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    Nässe

    Nässe in den Wänden und in den Böden, ist schlimmer als Schimmel.
    Nässe geht auf die Glieder und auf die Lunge. In einer Dauerfeuchten Wohnung, da kann niemand gesund wohnen. Es wurde ja auch angeboten, eine Bleibe für die Zeit der Trockenlegung zu suchen.
    Wo steht, dass der Mieter dies machen muss, er kann doch wohl eine Wohnung suchen in der er dauerhaft wohnen kann, und dafür diese unbewohnbare Wohnung kündigen.
    Somit wäre ein zweiter Umzug gespart. Ansonsten müsste er ja wegziehen bis die Wohnung in Ordnung gebracht ist und dann wieder zurückziehen.
    Dass der Vermieter von dem Schaden weiß, kann man erkennen, wenn man lesen gelernt hat. Dem Vermieter ist der Schaden bekannt.

    Ersatzwohnung bezahlt die Versicherung nicht, wäre der Schaden nicht geschehen, dann müsstest Du für diese angemietete Wohnung Miete bezahlen. Aber 100% Minderung, heißt keine Miete bezahlen. Somit kann man sich denken, dass man nicht noch eine Wohnung kostenlos erhält.
    Keinem Mieter ist zuzumuten auf einer Baustelle zu leben.
    Ich würde kündigen, frißtlos und auch ersatzweise ordentlich. Wenn die fristlose nicht durchgeht, dann die ordentliche Kündigung. Eine ordentliche Kündigung sind 3 Monate Kündigungsfrist, so lange kann es ja sowieso dauern bis die Wohnung wieder bewohnbar ist und so lange musst Du dort keine Miete bezahlen.
    Ingerose
     
  10. #9 Martens, 13.08.2011
    Martens

    Martens
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    Korrektur!

    Stimmt, da habe ich mich vertan, beides geht nicht.
    Wenn also 100% Mietminderung, dann muß der Mieter die Ersatzwohnung / Pension / wasauchimmer selbst zahlen.

    Ein kompletter Umzug ist mMn nicht nötig, man fährt ja auch vier Wochen in Urlaub, ohne den Umzugswagen zu bemühen. Die Ersatzwohnung müßte dann natürlich eingerichtet sein.

    Wir haben mal einen ähnlichen Fall gehabt, da wurde 14 Tage getrocknet (überall lagen dicke Schläuche und die dröhnenden Kisten standen herum). Die Mieter sind ein paar Tage zu Freunden gezogen und haben ansonsten die Geräte nachts ausgeschaltet. Es war Hochsommer und die Wohnung hatte tagsüber knapp 40° C. Nachts wurde es nicht viel kühler...

    Die Mieter haben diese Variante einem Umzug vorgezogen.
    Nach drei Wochen war die Sache inkl. Malern vorbei.

    Trotzdem ist soetwas natürlich sehr unangenehm und belastend für die Bewohner.

    Christian Martens
     
  11. #10 Ingerose, 14.08.2011
    Ingerose

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    Wasser

    Hatte auch schon so einen Schaden, da ist die Wasserleitung die im Bereich der Zuständigkeit der Stadt war geplatzt. Der Druck war seitens der Stadt zu hoch eingestellt.
    Mein Sohn wohnt in dieser damals überfluteten Wohnung. Es wurde uns ein Gebäudetrockner bezahlt sowie der Stromverbrauch des Trockners. Fußboden wurde nicht entfernt.
     
Thema: Abwasserschaden, Wer zahlt Unterbringung?
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