Abzüge durch Förderbeiträge bei der Modernisierungsumlage - aber wie?

Dieses Thema im Forum "Modernisierung und Sanierung" wurde erstellt von Esme, 02.05.2014.

  1. Esme

    Esme Gast

    Hallo,

    ich passe hier wahrscheinlich nicht rein, hoffentlich kann mir trotzdem jemand bei meinem Anliegen helfen.
    Ich schreibe gerade meine Abschlussarbeit über die Entwicklung eines Förderinstruments zur energetischen Sanierung. Da ich nicht vom Fach bin, was die Umlage von Kosten angeht, bin ich etwas verwirrt und wollte jemanden Fragen, der in der Praxis damit zu tun hat.
    Ich würde gerne wissen, wie ich Zuschüsse der Stadt und der KfW bei der Miete umlegen muss.

    Ein fiktives Beispiel:
    Gesamtkosten einer energetischen Sanierung - 200 €/m²
    Förderung durch die Stadt XY: 40 €/m²
    Darlehen KfW 200 €/m² - Tilgungszuschuss: 2%
    Zinsverbilligung gegenüber der marktüblichen Zins: 1%

    Berechnung der Umlage, wie ich es bisher verstanden hatte:
    200 €/m² - 200 €/m² * 0,02 = 196 €/m² Abzug des Tilgungszuschusses
    196 €/m² - 40 €/m² = 166 €/m² Abzug Förderung Stadt
    166 €/m² * 0,11 = 18,26 €/m² - 18,26 €/m² * 0,01 = 18,07 €/m² jährliche Umlage auf die Miete

    Die genaue Unklarheit liegt bei mir jetzt bei der Einberechnung des Tilgungszuschusses. Die Einberechnung in dieser Rechnung habe ich aus diesem Forum und auch in einer Studie so vorgefunden.
    Jetzt habe ich aber ein Fachbuch mit dem Titel "Renovieren und Modernisieren für Vermieter" in der Hand und in diesem wird der Zuschuss von der Umlage von 11 % abgezogen und nicht von den Gesamtkosten. Es können somit noch weniger Kosten auf die Miete umgelegt werden, was von Nachteil für den Vermieter ist.
    Gibt es ein offizielles Dokument/Gesetz/etc., das vorgibt, wie eine Förderung verrechnet wird?

    Wäre super, wenn mir jemand weiter helfen könnte :-)
     
  2. AdMan

    Schau mal hier in diesem Ratgeber. Dort findet man viele Antworten!

    Registrieren bzw. einloggen, um diese und auch andere Anzeigen zu deaktivieren
  3. Andres

    Andres
    Super-Moderator

    Dabei seit:
    04.09.2013
    Beiträge:
    6.713
    Zustimmungen:
    1.253
    Es ist dein Beispiel und ich kenne die Rahmenbedingungen deiner Arbeit nicht, aber da du nach der Praxis fragst: Die Sache ist kompliziert genug und ich muss nicht auch noch mit Quadratmeterpreisen rechnen. Lieber würde ich mit Absolutbeträgen rechnen.

    Die Umlage der Gesamtkosten auf die einzelnen Einheiten muss ohnehin nicht zwingend nach Wohnfläche erfolgen. Vielleicht liest du dir zur Einführung einfach mal § 559 - 559b BGB durch.


    So, zur Rechnung:

    196 - 40 = 166? Nicht auf meinem Taschenrechner ...

    Auch sonst sieht das nicht richtig aus. Da das Beispiel fiktiv ist, lassen sich die Förderbedingungen der KfW und der "Stadt" wohl schwer nachprüfen, aber die KfW wird kaum ein Darlehen über die volle Bausumme gewähren, wenn man von anderer Stelle noch eine Barförderung bekommt. Und vor allem wird die KfW 2 % Förderung nicht auch noch für die 40 € auszahlen.

    Also wird das eher umgekehrt laufen:
    200 € Gesamtkosten - 40 € Förderung = 160 €
    160 € abzgl. 2 % Tilgungskostenzuschuss = 156,80 € bei Vollfinanzierung - durch den Einsatz von Eigenkapital wäre es weniger!


    Das ist zunächst einmal mathematisch falsch und ich bin sehr sicher, dass das auch dann auffällt, wenn wer-auch-immer-deine-Arbeit-bewertet seinen Job eher oberflächlich macht. Oben hast du es genau richtig gemacht: Rechts und links des Gleichheitszeichens muss das gleiche stehen und die einzelnen Schritte der Rechnung (hier sind es 2) trennt man in mehrere Zeilen.

    Dann hast du den Abzug der Zinsverbilligung falsch durchgeführt. Es wird nicht 1 % der Erhöhung abgezogen, sondern 1 % der Darlehenssumme. Also einfach mal mit den Zahlen von oben - nochmal zur Erinnerung: bei Vollfinanzierung!
    Darlehen 156,80 €
    Zinsvorteil 1 % p.a., d.h. 1,568 €
    ... und dieser Betrag wird von den 11 % der Gesamtkosten abgezogen.


    [ ] In Mathe war ich nie gut.

    Nimm mir den Sarkasmus bitte nicht übel. 2 % von 11 % sind das gleiche wie 11 % von 2 % und das ist (von den Prozenten abgesehen) Grundschulwissen. Zu deiner Verteidigung: Bei deiner Rechnung wäre das nicht so (liegt an der imho fehlerhaften Berechnung des KfW-Zuschusses) und durch die etwas unübersichliche Darstellung ist dieser Sachverhalt auch schwer erkennbar.


    Vorschlag: Lies meinen Beitrag nochmal in Ruhe durch und dann baust du dein Beispiel neu auf. Ich meckere dann gerne nochmal daran herum :tongue:


    Da ich die Zielsetzung deiner Arbeit nicht kenne, noch zwei weitere praktische Hinweise:

    Oben habe ich schon den Eigenkapitalanteil erwähnt. Da Finanzierungskosten nicht auf den Mieter umlegbar sind, ist eine Vollfinanzierung nicht unbedingt sinnvoll und auch wenig realistisch.

    Außerdem sollte man bedenken, dass der Erhöhungsbetrag am Markt auch durchsetzbar sein muss - sonst zieht der Mieter einfach aus und man findet keinen neuen Mieter zu diesem Preis. Das hat schon einige schöne Kalkulationen zerstört. Man sollte auch bedenken, dass man bei Modernisierungserhöhungen zwar nicht an den Mietspiegel gebunden ist, bei weiteren Erhöhungen aber schon. Der reale Vorteil einer Modernisierungserhöhung kann ziemlich schrumpfen, wenn man anschließend für viele Jahre überhaupt keine Erhöhung mehr durchführen kann.
     
  4. Esme

    Esme Gast

    Uups... Tut mir Leid für die Darstellung, ich sollte einfach nicht so spät Beiträge zu schreiben.

    "Es ist dein Beispiel und ich kenne die Rahmenbedingungen deiner Arbeit nicht, aber da du nach der Praxis fragst: Die Sache ist kompliziert genug und ich muss nicht auch noch mit Quadratmeterpreisen rechnen. Lieber würde ich mit Absolutbeträgen rechnen."

    Ich kann da leider nichts dran ändern. In dieser Art von wissenschaftlicher Arbeit ist es nun einmal üblich mit m² Preisen zu arbeiten.

    "196 - 40 = 166? Nicht auf meinem Taschenrechner ...

    Auch sonst sieht das nicht richtig aus. Da das Beispiel fiktiv ist, lassen sich die Förderbedingungen der KfW und der "Stadt" wohl schwer nachprüfen, aber die KfW wird kaum ein Darlehen über die volle Bausumme gewähren, wenn man von anderer Stelle noch eine Barförderung bekommt. Und vor allem wird die KfW 2 % Förderung nicht auch noch für die 40 € auszahlen.

    Also wird das eher umgekehrt laufen:
    200 € Gesamtkosten - 40 € Förderung = 160 €
    160 € abzgl. 2 % Tilgungskostenzuschuss = 156,80 € bei Vollfinanzierung - durch den Einsatz von Eigenkapital wäre es weniger!"

    OK, das ist echt peinlich ;-) So schlecht bin ich in Mathe eigentlich nicht. Es lag definitiv an der Uhrzeit.
    Danke, so macht das natürlich viel mehr Sinn.
    Mit der Förderung der Stadt ist zum Beispiel gemeint, dass die Sanierung von bestimmten Wärmeschutzmaßnahmen bezuschusst wird. Einige von mir untersuchte Stadt gibt die Förderung in €/m²-Wohnfläche an.

    "Das ist zunächst einmal mathematisch falsch und ich bin sehr sicher, dass das auch dann auffällt, wenn wer-auch-immer-deine-Arbeit-bewertet seinen Job eher oberflächlich macht. Oben hast du es genau richtig gemacht: Rechts und links des Gleichheitszeichens muss das gleiche stehen und die einzelnen Schritte der Rechnung (hier sind es 2) trennt man in mehrere Zeilen.

    Dann hast du den Abzug der Zinsverbilligung falsch durchgeführt. Es wird nicht 1 % der Erhöhung abgezogen, sondern 1 % der Darlehenssumme. Also einfach mal mit den Zahlen von oben - nochmal zur Erinnerung: bei Vollfinanzierung!
    Darlehen 156,80 €
    Zinsvorteil 1 % p.a., d.h. 1,568 €
    ... und dieser Betrag wird von den 11 % der Gesamtkosten abgezogen."

    Es ging mir hier auch nicht, um die mathematische Korrektheit, sondern nur darum, wie der Zinsvorteil verrechnet wird. In einer Arbeit würde ich das nie so machen. dort ist alles wesentlich gesitteter gestaltet ;-)


    Nochmal Sorry für den verwirrenden Beitrag und vielen Dank für deine Erklärung und Tipps. :-)
    So wie du es erklärt hast, macht es Sinn und ist nachvollziehbar. Vor lauter Wald sieht man manchmal einfach die Bäume nicht mehr.

    Im Moment ist damit meine Frage geklärt. Danke!
     
Thema: Abzüge durch Förderbeiträge bei der Modernisierungsumlage - aber wie?
Besucher kamen mit folgenden Suchen
  1. modernisierungsumlage abzug der Förderung

Die Seite wird geladen...

Abzüge durch Förderbeiträge bei der Modernisierungsumlage - aber wie? - Ähnliche Themen

  1. Neuling / Wie viel Geld abzüglich des Hausgeldes?

    Neuling / Wie viel Geld abzüglich des Hausgeldes?: Hallo Zusammen, ich bin neu auf dem Gebiet und möchte mir eine Wohnung zulegen und diese vermieten. Die Eckedaten: Ort - Kiel (Studentenstadt)...
  2. 11% Modernisierungsumlage trotz staatlicher Förderung durch KfW-Kredit

    11% Modernisierungsumlage trotz staatlicher Förderung durch KfW-Kredit: Hallo Vermieter-Forum, ich habe eine Frage bezüglich der 11% Modernisierungsumlage auf Mieter. Ich habe einen Kredit über 50.000 € zu 1% von der...
  3. Modernisierungsumlage wegen Einbau von Funkthermostaten für Fußbodenheizung?

    Modernisierungsumlage wegen Einbau von Funkthermostaten für Fußbodenheizung?: Die Fußbodenheizung in meiner vemieteten Wohnung ist mit einer sehr simplen Regelung ausgestattet: Es gibt pro Kreislauf je ein Handventil (eine...