andere Markisenart - ist das bauliche Änderung?

Diskutiere andere Markisenart - ist das bauliche Änderung? im WEG - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, ich bräuchte mal wieder Rat.... Als ich vor ca. 15 Jahren eine ETW gekauft habe, hatten alle 3 Balkone eine Markise (allerdings...

Constanze S.

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Hallo,

ich bräuchte mal wieder Rat....

Als ich vor ca. 15 Jahren eine ETW gekauft habe, hatten alle 3 Balkone eine Markise (allerdings unterschiedliche: ganz oben Kassette, elektrisch, an der hinteren Wand bfestigt, bei mir mit Kurbel, ca. in der Mitte der oberen Balkondecke mit Bolzen befestigt und ganz unten an der hinteren Wand mit Kurbel.)
Als die Markise auf meinem Balkon kaputt ging, hatte der damalige Mieter kein Interesse an einer neuen Markise und wir haben diese nur entfernt ohne sie zu erneuern. Der Zustand war jetzt ein paar Jahre so.
Ich habe jetzt neue Mieter drin und die haben sich eine Klemm-Markise angebracht (ohne Rücksprache mit mir).
Einer der Eigentümer findet, dass das eine bauliche Änderung wäre und hat mich zum Rückbau aufgefordert.

Ich frage mich nun, ob das wirklich eine bauliche Änderung ist, da ja schon immer Markisen dran waren und der obere und der untere Balkon immer noch welche haben.....

Grüße und schon mal vielen Dank
Constanze
 

Hutchinson Hatch

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Hat er Dich schon schriftlich aufgefordert? Was sagt die WEG dazu?

EDIT: Im Einzelfall wird es darauf hinauslaufen, dass das eventuell vor Gericht entschieden werden muss. Es gibt meines Wissens keine einheitliche Rechtssprechung, ob eine alternative Markise bereits eine bauliche Veränderung darstellt.
 

ehrenwertes Haus

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Die technische Ausführung der Markisen ist vermutlich nicht der Punkt, der dem anderen Eigentümer aufstößt.

Ich vermute die Ursache der Diskussion eher in einer anderen Farbgebung als die restlichen (ursprünglichen) Markisen am Haus.
Wenn meine Vermutung zutrifft, ist das einheitliche Erscheinungsbild des Gebäudes verändert worden.
Den Unterschied el. Markise, mit Kurbel oder Kettenzug ist aus der Ferne schwer bis gar nicht erkennbar.
Unterschiedliche Farben/Muster und Volantformen sieht jeder Laie sofort.
 

Constanze S.

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Nabend,

die Farben/Muster können es nicht sein, da oben und unten auch unterschiedliche Farben/Muster angebracht wurden.
Aber mein Mieter hat die Klemmstangen vorne am Balkongeländer angebracht. Die obere und untere sind an der hinteren Wand befestigt.

Zählen eigentlich auch Markisen, die nicht mit dem Gebäude fest verbunden sind, zu einer baulichen Änderung? Wenn Mieter einen großen Sonnenschirm hinstellen, sieht es ja auch anders aus.

Und ja, ich wurde schriftlich zum Rückbau aufgefordert.
 

ehrenwertes Haus

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Aber mein Mieter hat die Klemmstangen vorne am Balkongeländer angebracht. Die obere und untere sind an der hinteren Wand befestigt.
Klingt für mich eher nach Sonnensegel als Markise und wäre damit nicht einfahrbar.
 

Constanze S.

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Das ist so eine Klemm-Markise mit Teleskopstangen (vermutlich aus dem Baumarkt). Die läßt sich mit einer Kurbel ausfahren und reicht damit etwas über das Balkongeländer hinaus.
Ich denke, die haben sie so weit vorne angebracht, um bei tiefstehender Sonne immer noch Schatten zu haben.
 

Heinrich1

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Einer der Eigentümer findet, dass das eine bauliche Änderung wäre und hat mich zum Rückbau aufgefordert.
Unabhängig davon um welche Art und Farbe von Markise hier geht, kann einer der Miteigentümer dich zu allem möglichen "auffordern" - hier fehlt jedoch die rechtliche Grundlage.
 

dots

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Und wenn man erst mal mit dem "Gegner" spricht (auch wenn man das nicht muss), und auslotet, ob Kompromisse möglich sind, mit denen alle in Ruhe und Frieden glücklich werden könnten?

Vielleicht stört ihn ja nur ein kleines, leicht zu änderndes Detail?
 

Andres

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Irgendwie ... geht es hier um die falschen Fragen. Kern des Problems ist die Frage, ob die Markise Gemeinschaftseigentum, Sondereigentum oder gar nicht Eigentum der WEG ist. Bei der aktuellen Markise mag das nicht so einfach zu beantworten sein, aber ...
Als die Markise auf meinem Balkon kaputt ging, hatte der damalige Mieter kein Interesse an einer neuen Markise und wir haben diese nur entfernt ohne sie zu erneuern.
... bis es konkrete Anhaltspunkte für eine andere Bewertung gibt, würde ich davon ausgehen, dass bereits das ein unzulässiger Eingriff ins Gemeinschaftseigentum war. Waren die vorhandenen Markisen Ausstattung des Bauträgers oder sind von der WEG angeschafft worden (die uneinheitliche Bauform ist für keines von beidem ein Hindernis), sind die Markisen noch nicht einmal sondereigentumsfähig. So z.B. in OLG Frankfurt a.M., Az. 20 W 205/05 und anderen Entscheidungen.

Glück im Unglück: Die Ansprüche aus diesem Eingriff unterliegen der Verjährung. Wenn der Rückbau spätestens 2017 erfolgt ist, ist die Sache durch.


Es gibt meines Wissens keine einheitliche Rechtssprechung, ob eine alternative Markise bereits eine bauliche Veränderung darstellt.
Das ist zwar richtig, aber auch nicht unbedingt Kern des Problems. Es geht ja nicht darum, dass @Constanze S. von der Gemeinschaft die Erlaubnis zum Anbau einer Markise verlangt hätte und nun entschieden werden muss, ob das noch Bestandteil ordnungsmäßiger Verwaltung und Benutzung ist und damit per Beschluss geregelt werden kann oder ob das bereits eine bauliche Veränderung ist und damit nur noch per Vereinbarung geht und dann noch als "Bonusrunde" ob vielleicht ein Anspruch auf diese Vereinbarung besteht.

Hier geht es darum, dass gar nicht gefragt worden ist, weder für den Rückbau noch für die Herstellung des aktuellen Zustands.

Für den Moment würde ich davon ausgehen, dass die Klemmmarkise überhaupt nicht der Zuständigkeit der WEG unterliegt, aber darüber mag man je nach genauer Ausführung geteilter Meinung sein.


die Farben/Muster können es nicht sein, da oben und unten auch unterschiedliche Farben/Muster angebracht wurden.
Das ist keine tragfähige Begründung. Davon abgesehen vermute ich, dass der Hinweis von @ehrenwertes Haus mehr menschlicher als rechtlicher Natur war: Der Eigentümer könnte sich an der Optik stören und das dürfte der Anlass für die Beschwerde sein.
 

ehrenwertes Haus

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Davon abgesehen vermute ich, dass der Hinweis von @ehrenwertes Haus mehr menschlicher als rechtlicher Natur war: Der Eigentümer könnte sich an der Optik stören und das dürfte der Anlass für die Beschwerde sein.
Ja und nein.

Mein Gedanke geht über die reine menschliche Natur hinaus. Wie fast immer bei zwischenmenschlichen Problemen, ist die einfachste Lösung im persönlichen Gespräch zu finden.

Es kann Vereinbarungen innerhalb diese WEG geben, die nur bestimmte Ausführungen nach Farbe, Form, Abmessungen usw. zulassen, unabhängig von der Eigentumsfrage, um ein weitgehend einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Ein weiterer Punkt, der mich persönlich stören würde, vielleicht aucht den anderen Eigentümer: vom Mieter selbst angebracht.
Wer haftet, falls das Ding einen ungeplanten Abgang macht für Sach- und Personenschäden?
Sind wirklich alle Montage- und Sicherheitsvorschriften eingehalten worden?

Nicht alle Markisen dürfen von Laien angebracht werden, obwohl sie frei verkäuflich in allen Maßen zu erhalten sind.
Werden diese Gernzwerte überschritten, kann der Versicherungsschutz für Schäden an und durch diese Markisen erlöschen. Max. Höhe wo die Markise montiert wird, Vorgaben mit Breite, Ausladung und Gesamtfläche.
 

Constanze S.

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Guten Morgen,

zunächst erst einmal vielen Dank für die zahlreichen Kommentare.

Ein friedliches Gespräch wurde mit dem "Gegner" gesucht. Nur leider ohne Erfolg...
(es geht wohl auch eher um einen Rache-Akt seinerseits, da ich vor ca. 1 Jahr nicht damit einverstanden war, dass wir auf einer Eigentümer-Versammlung einstimmig eine Erneuerung des Dachfensters seiner Wohnung beschlossen hatten und er statt dessen eigenmächtig -ohne Absprache- eine Vergrößerung seines Dachfensters auf unsere Kosten angefragt hat.)

Aber meine Frage war auch eher, ob man das (bereits vor Jahren genehmigte) Recht verwirkt eine Markise anzubauen, wenn man diese eine Zeitlang nicht montiert hatte.
Und ob Klemm-Markisen mit Teleskopstangen, die ohne feste Verbindung mit dem Gebäuse angebaut werden, tatsächlich eine bauliche Veränderung darstellen, da sie ja jederzeit ohne Rückstände demontiert werden können.

lg
Constanze
 

Hutchinson Hatch

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Ok, wenn die zwischenmenschliche Kommunikation ausgereizt scheint, bleibt nur die rechtliche Klärung. Alleine wie du hier im Forum siehst, scheint der Fall nicht ganz so eindeutig zu sein. Folgende Optionen stehen zur Auswahl:

1) Aussitzen bis zur Klage
2) Mieter zum Rückbau auffordern
3) selbst mit Anwalt aktiv gegen die eventuell unberechtigte Forderung zum Rückbau vorgehen
 
Thema:

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