Angeblich vereinbarter Ablösebetrag für zurückgelassene Gegenstände

Dieses Thema im Forum "Übergabe Ein- oder Auszug" wurde erstellt von AWG, 29.11.2006.

  1. AWG

    AWG Neuer Benutzer

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    Ich hab ein großes Problem und kann an nix anderes mehr denken und hoffe deshalb dass mir jemand helfen kann.

    Meine ex-Mieter fordern von mir per Brief einen angeblich vereinbarten Betrag iHv XXX,00 EUR für die nach Auszug zurück gelassenen Teppich -bzw. Laminatböden. In dem Brief wird mir eine "äußerst arglistige Täuschung und erpresserische Handlungsweise" unter "vorsätzlicher Einbeziehung Dritter" vorgeworfen. Außerdem, so weiter in dem Brief, erfüllt mein Verhalten den "Tatbestand der ungerechtfertigten Bereicherung an fremdem Eigentum und des Betruges". Mir wird eine Frist von fünf Tagen zur Zahlung des Betrages gesetzt und mit der Erstattung einer Anzeige gedroht falls ich dies nicht tue.

    Nun bin ich ziemlich durcheinander und weiß nicht so recht, wie ich reagieren soll. Zunächst gibt mir dieser unverschämte Brief wohl Recht, mit der Kündigung (wegen andauernden Beleidigungen und Unterstellungen) die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Nun weiß ich aber nicht wie ich reagieren soll.

    Ich habe mit den Mietern zu keiner Zeit einen Preis für die Übernahme der o.g. Gegenstände vereinbart. Kurz vor dem Auszug fragten mich die Mieter, ob sie diese Gegenstände gegen Bezahlung drin lassen können. Ich sagte dazu, dass ich daran kein Interesse habe, da die Wohnung mit Rohfußböden übergeben wurde (belegbar mit Übergabeprotokoll) und ich sie auch so zurück haben möchte. Da wir bei der Erstvermietung ca. 20 Interessenten für die Wohnung hatten (und auch bei der Vermietung an die Nachmieter wieder hatten), war ich auf zusätzliche Werterhöhungen der Wohnung nicht angewiesen, auch war mir das Risiko zu groß, dass die neuen Mieter den Geschmack der Vormieter nicht teilen und nichts dafür bezahlen, sondern von mir das Herausreißen verlangen könnten. Da die Vormieter wohl darauf spekulierten (vermute ich mal), von den Nachmietern noch Geld zu bekommen, ließen sie die o.g. Gegenstände zum Auszugstermin in der Wohnung. Im Abnahmeprotokoll wurde in diesem Zusammenhang nichts festgelegt, erst recht kein Ablösebetrag. Gestritten wurde im Rahmen der Abnahme allerdings über die von den Mietern verweigerten Renovierungsarbeiten der Wände. Dass diese nicht erfolgt waren, wurde im Übergabeprotokoll vermerkt. In anschließenden Telefongesprächen wurde sich darauf verständigt, dass wir die Kaution in voller Höhe auszahlen und nicht um die Renovierungsarbeiten (die wir dann selbst vornahmen) gekürzt werden würde. Im Gegenzug beließen es die Mieter dabei, die o.g. Gegenstände in der Wohnung zu lassen und traten auch nicht an die neuen Mieter zwecks Ablösebetrags heran.
    Als die neuen Mieter mir sagten, dass sie die o.g. Gegenstände nicht herausreißen, sondern gern übernehmen würden und mich nach einem Preis für den Erwerb fragten, vereinbarte ich mit diesen die Übernahme zu einem Preis von 350 EUR. Mit diesem Betrag konnte ich zunächst die selbst getätigten Renovierungsarbeiten decken. Unabhängig davon hatten die Vormieter auch noch Mietrückstände von ca. 310 EUR, so dass ich mit dem Geld wenigstens einen Teil wieder zurück hatte.
    Nun bekam ich besagten Brief mit der völlig aus der Luft gegriffenen Behauptung, dass wir einen Ablösebetrag iHv 350 EUR vereinbart hätten sowie der o.g. ziemlich unverschämten Vorwürfe und Drohungen.

    Ich bin natürlich nicht bereit, den geforderten Betrag zu zahlen, denn ich sehe es nicht ein, zuerst auf den Renovierungsarbeiten sitzen geblieben zu sein, dann auch noch Mietrückstände (trotz unzähliger Mahnungen) nicht mehr zu bekommen und jetzt mich mit derartigen Drohungen einschüchtern zu lassen. Kann ich mich gegen diese Drohungen und Verleumdungen erfolgreich wehren (ggf. wie) bzw. wie soll ich idealerweise auf den Brief reagieren? Reicht es aus, zu argumentieren, dass kein Ablösebetrag vereinbart wurde, oder müsste ich zusätzlich darauf verweisen, dass ich mit dem Verkauf an die Nachmieter von meinem Vermieterpfandrecht Gebrauch gemacht habe?
    Vielen vielen Dank für Eure (hoffentlich schnelle) Hilfe!:-)
     
  2. AdMan

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  3. Dieter

    Dieter Benutzer

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    Hallo AWG,
    dumme Situation.
    Du hast bei der Übergabe mit dem alten Mieter alles richtig gemacht, bis auf die Abmachung am Telefon. Da aber Deine Gegenseite auch nichts schriftliches in der Hand hat, brauchst Du nichts zu befürchten.
    Du kannst Dir natürlich einen Anwalt nehmen und wegen der Beleidigungen vorgehen. Aber was bringt es?
    Mache es wie "Birne Kohl": Sitze es aus.
    Sollte Dir Deine Gegenseite einen Mahnbescheid zusenden, erhebe gelassen Einspruch dagegen. DIE müssen Dir beweisen, dass Sie eine Forderung gegen Dich haben.

    Ich würde auch meinen jetzigen Mieter mit einweihen, nicht dass mein alter Mieter auf Ideen kommt und sich dort eine Ablöse holt.

    Dieter
     
  4. AWG

    AWG Neuer Benutzer

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    Hallo Dieter,
    vielen Dank für deine schnelle und präzise Antwort.

    Inwiefern könnte mir die Abmachung am Telefon schaden? Diese betraf ja meinerseits nur die Auszahlung der Kaution und seitens der Mieter das drin lassen des Teppichs/Laminats. Insofern haben sie damit ja nochmal bekräftigt, keine Zahlungen für die hinterlassenen Gegenstände haben zu wollen.

    Also meinst du, ich sollte auf den Brief gar nicht reagieren? Zum einen hab ich da immer so ein schlechtes Gewissen dabei, auf etwas nicht zu reagieren, was mich ungerechtfertigt für irgendwas beschuldigt und dann natürlich auch nervlich ziemlich belastet. Zum anderen bin ich mir aus den bisherigen Erfahrungen mit den Mietern (die Kündigung erfolgte durch mich nach mehrmaligen - auch schriftlichen - Beleidigungen, Verleumdungen und Anmaßungen) ziemlich sicher, dass die ihre Drohung mit der Anzeige wahr machen, wenn ich innerhalb der Frist nicht zahle und auch nicht antworte. Und davor hab ich doch ganz bissl Angst, denn in dieser Gesellschaft muss man sich nach jeder noch so widersinnigen Anzeige wie ein Verbrecher rechtfertigen und verteidigen obwohl man nichts gemacht hat.
    Andererseits hast du wohl Recht, wenn ich selbst was schreibe, dann laufe ich bestimmt Gefahr, irgendwas reinzuschreiben, was die ex-Mieter später gegen mich verwenden können.
    Was meinst du, sollte ich evtl. ein kurzes Schreiben aufsetzen, indem ich mich bestürzt zeige über diese Forderungen, unwahren Behauptungen und Verleumdungen usw. und den Mietern mitteile, dass es keine Vereinbarung über den Ablösebetrag gibt und sie durch das in der Wohnung belassen das Eigentum an den Gegenständen aufgegeben haben bzw. ich hilfsweise mit den Forderungen aus der nicht getätigten Renovierung bzw. den Mietrückständen aufrechne (wobei ich mir hier auch nicht sicher bin, ob die Klausel in meinem Mietvertrag zu den Renovierungsaarbeiten wirklich wirksam und die von den Mietern vorgenommenen Mietminderungen tatsächlich ungerechtfertigt waren)?

    Auf die Idee sind die wirklich schon gekommen, sie haben bei den neuen Mietern geklingelt und wollten das Geld. Die haben dann aber gesagt, dass sie mit denen nix zu tun haben, sondern das Geld für die Übergabe schon an mich gezahlt haben.
     
  5. Dieter

    Dieter Benutzer

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    Hallo AWG,
    die Abmachung am Telefon existiert nicht. Es gibt keinen Beweis dafür. Dein alter Mieter wird nun behaupten, er hätte Zeugen, die bestätigen, dass Du irgendetwas zugestanden hast.
    Zum aussitzen.
    Wie wird Dein alter Mieter reagieren?
    Hat er Dich schon schriftlich abgemahnt?
    Entweder geht er zum Anwalt oder Er schickt Dir selber einen Mahnbescheid.
    Auf Grund welcher offenen Forderung? Wie bgründet er diese Forderung.
    Eines habe ich gelernt im Vermietergeschäft. Ernst wird es immer erst wenn ein gerichtl. Mahnbescheid kommt.
    Dann muß man reagieren. Vorher kann jeder kommen.
    Warum wollen die Dich anzeigen? Hast Du Dir etwas zu schulden kommen lassen?
    Ich bin kein Rechtsanwalt, aber ich denke wegen eines nicht ausgelösten Teppichbodens nimmt kein Staatsanwalt eine Anzeige entgegen, das ist im Mahnwesen zu suchen und dort gibt es für diese Sachen das Mahnverfahren.
    Also nochmal, wenn ein Mahnbescheid kommt, Einspruch einlegen. Dann muß der Antragsteller seine Forderung vor Gericht begründen. Danach wirst Du angehört und kannst vor Gericht Deine Sicht schildern. Da es keine schriftl. Abmachungen gibt wird das Gericht den Mahnbescheid zurückweisen.
    Ignoriere diese Menschen, keinen Kontakt mehr, Deine Zeit ist zu Schade für so etwas.
    Versetze Dich in die Lage des Exmieters.
    Der Gedanke, dass der Exmieter sich das Geld vom neuen Mieter holt, war naheliegend. Von dem hat er dann aber erfahren, dass Du Geld für die Gegenstände genommen hast. Das ist nun Wasser auf seine Mühlen. Aus seiner Sicht bist Du der Böse. Nun vermutet er auch Betrug. Er wird Dich auch weiter schlecht machen.
    Zur Geschichte mit der Renovierungsklausel kann ich nichts sagen, da es da manchmal auf "die Stellung des Kommas im Vertrag" ankommt. Ich denke, Du wirst ein wenig googlen müssen und dann mit Deinem Vertrag vergleichen. Ob Dein Exmieter sich damit auch so gut auskennt?
    Und noch etwas.
    Wie macht es ein Mietnomade? Er kümmert sich um nichts. Er ist am Telefon nicht erreichbar. Auf Briefe reagiert er nicht. Märchenstunde ist angesagt. Morgen vielleicht. Später, nicht jetzt. Meiner hat nichteinmal die Mahnbescheide geöffnet. Ich bin ihn anders losgeworden.

    Und nochetwas, so ein Forum ist öffentlich. Ich hatte damals immer Bedenken, ob mein Mieter die Tips die ich (in einem anderen Forum) bekam, nicht auch mitliest.

    Dieter
     
  6. #5 fizzgig, 01.12.2006
    fizzgig

    fizzgig Erfahrener Benutzer

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    was mich ein bischen stutzig macht ist das bei übergabe nicht auf den dringelassenen boden eingegangen wurde, warum hast du nicht auf die entfernung bestanden?
     
  7. AWG

    AWG Neuer Benutzer

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    Hallo Dieter,
    vielen Dank dafür, dass du dich derart ausführlich mit meinem Problem beschäftigt hast. Das ist nicht selbstverständlich und ich weiß das zu schätzen.
    Durch deine Schilderungen hab ich das Problem mal aus verschiedenen Sichtweisen betrachtet, bin jetzt etwas entspannter und werde deinem Rat folgen. Mal sehen, wie es weiter geht. Ich würde mich freuen, wenn du mir mit deinem Rat für den Fall der Fälle nochmal zur Verfügung stehen würdest.
    Vielen Dank nochmals und viele Grüße..
     
  8. AWG

    AWG Neuer Benutzer

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    ..wenn du wüsstest was ich mit den Herrschaften schon für Ärger hatte und wie froh ich war dass sie endlich ausgezogen sind..auf zig Mahnungen wg Miete wurde ne reagiert, trotz akzeptierter Kündigung und Ablauf der Mietzeit blieben sie ne zeitlang weiter drin, Renovierungen wurden ne ausgeführt..das Übergabeprotokoll wollten sie auch ewig ne unterschreiben weil ich drauf bestand dass das mit der nicht durchgeführten Renovierung reingeschrieben wird..sollte ich denen jetzt noch ne Frist setzen um auch noch den Rest an Belägen und so zu entfernen damit die noch länger drin bleiben und am Ende das Zeugs nie rausmachen? Vielleicht hast du Recht, im Nachhinein wäre das rechtlich für mich evtl. besser gewesen, aber es erschien mir in der Situation und unter den Umständen doch nicht unbedingt geeignet und deshalb hab ich dazu nix aufgenommen..
     
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