Anschaffungs- oder Herstellungskosten

Dieses Thema im Forum "Modernisierung und Sanierung" wurde erstellt von Gert Hauswald, 18.04.2016.

  1. #1 Gert Hauswald, 18.04.2016
    Gert Hauswald

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    Hallo zusammen,

    ich hoffe, ich habe keinen ähnlcihen Artikel zu diesem Thema übersehen...
    Ich habe 2014 ein Haus als Alleinerbe von meiner Mutter geerbt.
    Meinem Bruder habe ich den Pflichtteil ausgezahlt.
    2015 habe ich das Haus renoviert.
    Tapeten, Böden, Türen neu.
    2 Badezimmer saniert.
    Das Haus dient als Ferienhaus.

    Das FA hat die Renovierungskosten (ca. 30.000 €) als nachträgliche Herstlungskosten eingestuft, die ich nicht sofort als Instandhaltungskosten absetzen kann.
    Das Haus wurde durch die Massnahmen nicht vergrößert oder in seiner Funktion erweitert / verändert.

    1) Hat das FA Recht?
    2) Zählt die 15% Klausel überhaupt bei Erbschaften?
    3) Über welchen Zeitraum müssten solche Renovierungsmassnahmen abgeschrieben
    werden?
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Nein, jedenfalls wenn es nicht zu einem "teilentgeltlichen Erwerb" kommt, BFH IX R 30/95. Nach deiner Schilderung hast du aber das komplette Haus geerbt und den Bruder ausgezahlt. Ein teilentgeltlicher Erwerb hätte vorgelegen, wenn ihr gemeinsam das Haus geerbt hättet und du ihm seinen Teil abgekauft hättest.

    Das FA ist hier aber (wieder: nach deiner Schilderung) gar nicht von der 15 %-Klausel ausgegangen, denn das wären "anschaffungsnahe Herstellungskosten", nicht "nachträgliche Herstellungskosten".


    Möglich. Kern der Frage ist, ob die Maßnahmen eine "Erweiterung" oder eine "wesentliche Verbesserung" darstellen. Beim Austausch von Oberflächen mag ich das nicht wirklich erkennen, beim Austausch von Türen auch nicht. Bei den Bädern kann es anders aussehen, aber dazu müsste das Ausstattungsniveau schon ganz erheblich angehoben worden sein. Die bloße Anhebung auf eine zeitgemäße Ausstattung fällt nicht in diese Kategorie.

    Das klassische Beispiel für "Erweiterung" ist die Schaffung neuer Flächen. Ein Dachausbau gehört daher meist zu den nachträglichen Herstellungskosten. Einen solchen Fall kann ich hier auch nicht erkennen.


    In der Regel über 50 Jahre. Die Einschätzung des FA ist für dich also massiv nachteilig.
     
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  4. #3 Venceremos!, 18.04.2016
    Venceremos!

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    Eine "wesentliche Verbesserung" liegt nach herrschender Meinung dann vor, wenn der Standard in mindestens drei der vier folgenden Kategorien wesentlich verbessert wurde: 1. Bäder, 2. Fenster, 3. Elektrik, 4. Heizung. Nach deiner Schilderung sind also nur eine, bestenfalls zwei Kategorien von den Sanierungsmaßnahmen betroffen gewesen, so dass du es keinesfalls bei der Entscheidung des Finanzamts beruhen lassen solltest. Leg' Widerspruch ein mit der Begründung, es habe sich nur um Erhaltungsinvestitionen gehandelt, und fordere das Finanzamt auf, eine abweichende Meinung zu begründen. Wenn das Finanzamt hart bleibt geh' zum Steuerberater und lass den die Sache regeln.
     
  5. #4 Gert Hauswald, 19.04.2016
    Gert Hauswald

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    Hallo zusammen,

    zunächst einmal vielen lieben Dank für eure Antworten.
    Die machen mir wirklich Mut!
    Eine wesentliche Verbesserung oder eine Erweiterung liegen wirklich nicht vor.
    Altes Parkett raus, neues rein.
    Alte Türen raus, neue rein.
    Die Badezimmer wurden komplett renoviert; Fliesen ab, altes WC und Dusche raus.
    Neu gefliest, neues WC und neue Dusche.

    Dann werde ich mal gegen die Einschätzung des FA Widerspruch einlegen...
     
  6. Andres

    Andres
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    Ja, das wäre vernünftig. Wir würden uns auch sehr freuen, wenn du uns das Ergebnis mitteilst.
     
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  7. #6 Gert Hauswald, 19.04.2016
    Gert Hauswald

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    Mach ich selbstverständlich...
     
  8. #7 Gert Hauswald, 13.05.2016
    Gert Hauswald

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    Hallo zusammen,

    gestern hat das FA auf meinen Widerspruch geantwortet. Sie haben nun doch zugestimmt, dass es sich bei den angefallenen Renovierungen um Instandsetzungsmaßnahmen handelt. Und die sollten gem. §6 Abs.1 Nr. 1A behandelt werden. (Also Anwendung der 15% Regelung.)
    Heute habe ich mit der Dame vom FA telefoniert. Ging recht fix, und sie hat eingesehen, dass diese 15%-Regelung aufgrund der Erbschaft nicht angewendet werden kann.
    Ich kann also sämtliche Kosten auf einmal ansetzen. Nix mit Abschreibung über viele Jahre.

    Also bleibt mir nur noch ein gaaaaaaaaaaaaaaanz dickes Dankeschön an euch alle.
    Ihr habt mir wirklich sehr geholfen!!!
     
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  9. Pitty

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    Schön, das Du uns den Ausgang mitgeteilt hast, das ging aber fix beim Finanzamt.
     
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  10. #9 JorgStB, 13.05.2016
    JorgStB

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    Hier sei auch noch auf 82b EStDV verwiesen, der sich für Normalsterbliche häufig positiv auswirkt
     
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