Anteilige Mietforderung des Vormieters

Diskutiere Anteilige Mietforderung des Vormieters im Übergabe Ein- oder Auszug Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo liebe Alle, sicherlich wurde solch ein Fall schon thematisiert, leider habe ich auf die schnelle keinen passenden Beitrag gefunden. Nun zu...

  1. #1 Li-Ma1403, 20.01.2021
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    Li-Ma1403 Neuer Benutzer

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    Hallo liebe Alle,

    sicherlich wurde solch ein Fall schon thematisiert, leider habe ich auf die schnelle keinen passenden Beitrag gefunden. Nun zu meinem Fall:

    Ich habe am 21.12.20 eine Wohnung nach Absprache des Vormieters unrenoviert übernommen (inkl. Schlüsselübergabe). Dass ich für die Renovierung aufkomme wurde schriftlich festgehalten - mehr nicht! (Wohnung war stark renovierungsbedürftig)
    Mietbeginn ist der 01.01.2021.


    Während der Besichtigung bat mir der Vormieter seine Terassenplatten an - diese fand ich nicht schön, daher habe ich sein Angebot auch nicht angenommen.
    Am Tag der Wohnungsübergabe wurde über diese Platten auch kein Wort mehr verloren, also dachte ich "okay, bleiben sie halt drin".

    Nun bekam ich eine Mail mit einer Aufstellung der noch von mir zu zahlenden Kosten.
    Zum einen soll ich für die Platten aufkommen und zum anderen die anteilige Miete für den restlichen Dezember aufkommen.

    Natürlich habe ich mich schon anderweitig schlau gemacht aber irgendwie sind die Meinungen diesbezüglich sehr unterschiedlich.
    Die einen sagen, er bräuchte einen Aufhebungsvertrag, die anderen meinen, dass ich naiv gehandelt hätte und dies klar wäre. Ich habe mich auch bei meinem Mieterschutzbund informiert aber die Dame scheint es auch nicht zu wissen, da sie mir zunächst ein Schreiben zukommen ließ, in dem steht, dass ich OHNE Abmachung nichts zahlen müsse. In einem darauffolgenden Gespräch sagte sie, dass ich die Miete aus Kulanz zahlen solle.

    Meine Meinung war/ist bislang, dass der Vormieter bis zum 31.12.20 mit dem Vermieter einen Vertrag geschlossen hat und somit ohne anderweitige Regelung zahlungspflichtig ist.



    Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen!
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 20.01.2021
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Richtig.

    Mieterbund eben. Deren Rat sollte man nicht überbewerten, denn in die Beratung erfolgt längst nicht immer von Fachleuten.

    Richtig ist, dass du ohne Vereinbarung an den Vormieter nichts zahlen musst.
    Das Vereinbarungen zwischen dem Vormieter und dir getroffen wurden, davon kann man ausgehen. Ohne Absprache hättest du die Wohnung nicht vor Beginn deines Mietvertrags renovieren können.

    Was genau zwischen euch gesprochen und vereinbart wurde, weiß hier niemand. Schriftform ist für solche Dinge nicht erforderlich. Denkbar ist viel, aber was ist davon auch nachweisbar?


    Ihr habt beide eine gewisse Leistung erbracht.
    Dein Vormieter, indem er dir die Wohnung zur Verfügung gestellt hat.
    Du, indem du die Wohnung auf deine Kosten renoviert hast.
    Tendenziell kostet eine Wohnungsrenovierung (Tapezieren, Streichen, Material und Vorarbeiten), wenn das Handwerker übernehmen deutlich mehr als eine halbe MM. Eigenleistung mit ca. 15 € kalkulieren.

    Sind diese Platten wirklich Eigentum des Vormieters?
    Gab bzw. gibt es eine Ablöse- oder Übernahmevereinbarung?
    Dazu kann etwas im Mietvertrag und/oder Übergabeprotokoll stehen. Schau mal unter Ausstattung, Zusatzvereinbarungen, Wohnungsbeschreibung. Manchmel stehen Ablösebedingungen für Sachen vom Vormieter auch in Wohnungsanzeigen. Auch da nochmal nachsehen.

    Angenommen die Platten sind Eigentum des Vormieters.
    Ohne Ablöse- oder Übernahmevereinbarung kannst du auf Entfernen der Platten bestehen. Dann sind sie vom Vormieter zurückgelassener Müll. Formal ist in diesem Fall dein Vermieter für die Beseitigung und Kostenübernahme dafür zuständig.


    ... ich würde das aber gar nicht so kompliziert machen und eigene Kosten mit den Forderungen verrechnen.

    Mach mal einen Gegenrechnung auf, wieviel dich die Renovierung gekostet hat. Deine Arbeitszeit mit 15€/h ansetzten.
    Damit dürfte sich die Forderung nach anteiliger Miete erledigt haben, vermutlich sogar mit einem Plus zu deinen Gunsten.
    Die Platten, die du nicht haben willst... soll sie der Vormieter abholen, sofern das wirklich sein Eigentum ist.
    Oder liegen lassen, ohne Ablöse als Geschenk. Dafür spart er sich Abriss und Entsorgungsaufwand. Abriss und Entsorgungskosten kannst du ebenfalls auch Zeitaufwand schätzen.


    Wahrscheinlicher ist, dass die Platten mit vermietet sind.
    Dann hat dein Vormieter diesbezüglich keinerlei Anspruch auf Zahlungen von dir.
    Schlaumies, die eine Ablöse für mitvermietete Sachen fordern gibt es immer wieder. Diese Leute verstummen sehr schnell, wenn man einen Eigentumsnachweis fordert oder einem was in Richtung Betrug und Anzeige rausrutscht.
     
  4. #3 Li-Ma1403, 20.01.2021
    Li-Ma1403

    Li-Ma1403 Neuer Benutzer

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    Vorab vielen vielen Dank für die schnelle und sehr ausführliche Antwort!


    Die Platten sind tatsächlich von meinem Vormieter angeschafft worden. Hierbei handelt es sich um die bekannten Ikea-Terassenplatten aus Holz. Stört mich jetzt nicht all zu sehr, fand sie halt nicht so bahnbrechend, dass ich dafür Geld gezahlt hätte. Somit kam es halt zu keinem mündlichen und/oder schriftlichen Vertrag/Einigung.

    Ich wurde nur stutzig, als ich auf manchen Seiten las, dass ich ab Tag der Nutzung der von dem Vormieter überlassenen Sache auch zahlen muss, da er diese ja nicht mehr nutzen kann.

    Ich habe dem Vormieter jedenfalls zurückgeschrieben, dass ich aufgrund fehlender Abmachungen (mündl./schriftl.) nichts zahlen werde. Als Antwort kam, dass er sich auf den § 812 BGB beziehen könne und wenn ich nicht zahle, er seinen Rechtsschutz in Anspruch nehmen würde.

    Mit Ihrer Gegenrechnung haben Sie komplett recht - aufgrund des desolaten Zustands der Wohnung habe ich schon weitaus mehr gezahlt als das, was er haben möchte. Fraglich ist, ob die Aufstellung nicht eine komplette Disskusion auslösen würde. Ich gestehe, wenn ich wüsste, dass ich im Recht bin, würde ich mich auf solche Nachrichten gar nicht mehr weiter einlassen. Es gibt Menschen, die sehen nur das was sie sehen wollen und sind meines Erachtens Beratungsresistent.

    Wie würden Sie handeln? Klein beigeben und zahlen oder es drauf ankommen lassen?
     
  5. Ferdl

    Ferdl Erfahrener Benutzer

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    Das war mE nicht so schlau.
    Wie willst du nun die Vereinbarung vorzeitige Nutzungsüberlasssung gegen Renovierung begründen?
    Bezüglich der Terassenplatten könntest du dem Vormieter einen Termin zur Abholung der Platten anbieten, dazu evtl. einen Eigentumsnachweis verlangen.
    Du solltest jedoch auch den Vermieter fragen wem die Platten tatsächlich gehören.

    Wenn du die Platten, egal ob entgeltlich oder unentgeltlich übernimmst, kann dein Vermieter nach Mietende die Entfernung/Entsorgung der Platten von die verlangen.
    Das Zeugs wird Sondermüll (Altholz A IV) mit entsprechenden Entsorgungskosten sein.
     
  6. #5 ehrenwertes Haus, 20.01.2021
    ehrenwertes Haus

    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Das hängt ganz vom persönlichen Häßlichfaktor der Platten, Zeit und Kostenaufwand ab.
    Im Taschengeldbereich lohnt ein Aufstand nicht. Gibt doch angenenehmeren Zeitvertreib.


    Über Taschengeldbereich, Kosten-Nutzen-Rechnung. Mit Streiten aus Prinzip zahlt man immer drauf.

    Mit dem VM reden, ob er die Platten will. Wenn ja, darf der VM über eine Ablöse mit dem Vormieter verhandeln.

    Wenn nein, Entfernen der Platten fordern, klären wo sie vorübergehend gelagert werden können.
    Eine gemeinsame Lösung mit dem VM suchen, mit der ihr beide möglichst wenig Aufwand habt.
    Hauptsache die Platten kommen weg.
    Eigentlich ist dafür dein VM zuständig. Die Platten laufen dann erst Mal unter Müll vom Vormieter.

    Bezüglich der Forderungen deines Vormieters, würde ich mit entspannt zurücklehnen, Entfernen und Abholung fordern.
    Schriftlich, mit Fristsetzung und Ankündigung der Entsorgung nach Fristablauf, nachweisbare Zustellung (Inhalt des Schreibens, nicht eines Briefumschlags unbekannten Inhalts). Auf evtl. Kosten für die Entsorgung hinweisen und ankündigen diese Einzufordern.
    Nicht nur Vormieter haben Anwälte, du hast auch mind. Einen. Das kann man in der Aufregung schon mal vergessen... ;)

    Was nicht geht:
    Dir einen mündlichen Kaufvertrag ohne konkrete Anhaltspunkte dafür unterzujubeln.
    Anhaltspunkte können Zeugen sein aber auch Handeln oder Notizen.
    Alles was du unternimmst, um die ungeliebten Platten möglich schnell los zu werden, stärkt deine Sichtweise "kein Kaufvertrag".

    Je länger du wartest und die Platten evtl auch nutzt, desto eher kann man davon ausgehen, das die Sichtweise deines Vormieters korrekt ist und ein mündlicher Vertrag zustandegekommen sein könnte oder ist.


    Man kann dir nicht raten, was du tun sollst, nur Möglichkeiten aufzeigen.
    Nur du kennst die Gesamtsituation, was für dich eine faire oder zumindest vertretbare Lösung ist.
     
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