Anwälte & Co - begründete Kündigungsmöglichkeit ?!

Dieses Thema im Forum "Räumungsklage" wurde erstellt von marleen11, 12.06.2008.

  1. #1 marleen11, 12.06.2008
    marleen11

    marleen11 Neuer Benutzer

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    Erstmal Hallo und guten Morgen,

    seit vier Jahren haben wir eine Erdgeschoßwohnung in unserem 6-Parteien-Haus vermietet.
    Seit Jahr und Tag ist die Mieterin mit ihren Zahlungen mehr oder weniger pünktlich. Irgendwann verlor Sie ihren Job und die Miete wurde vom Amt übernommen. Neue Arbeit fand sie relativ schnell, und somit kamen die Zahlungen des Mietzinses auch wieder von ihr – Haken an der Sache ist: pünktlich waren die Zahlungen nie. Wie dem auch sei, mein Mann und ich haben gute Miene zum bösen Spiel gemacht und das auch hingenommen – wichtig war uns das die Miete überhaupt gezahlt wurde.

    Irgendwann stellte die Mieterin sie Zahlungen ein, bzw. minderte sie Aufgrund einer defekten Panoramatür zu Balkon, die sich nicht mehr schließen ließ. Sie meldete uns den Schaden und wir beauftragten ein Unternehmen sich darum zu kümmern. Da wir dann längere Zeit nichts mehr von der Mieterin hörten gingen wir davon aus, der Schaden sei behoben. Das Unternehmen jedoch hatte sich geweigert, ohne jegliche offizielle Auftragserteilung die Türe zu begutachten, wovon wir erst nichts wussten. Die Mieterin hatte die besagte Firma derart lange bekniet, dass diese wohl doch vor Ort kam und feststellte, der Schaden sei auf einen versuchten Einbruch zurückzuführen. Die Mieterin informierte darauf hin die Polizei, stellte Strafanzeige gegen Unbekannt, setzte aber die Zahlungen gemindert fort bis zur endgültigen Reparatur. Da auch die Nachbarswohnung von versuchtem Einbruch betroffen, und somit auch diese Türe reparaturbedürftig war, hat uns dies eine Stange Geld gekostet – die andere Partei hat jedoch die Miete nicht gemindert.

    Im Laufe der Zeit ist dann die eine oder andere Miete sowie manche Nebenkostennachforderung aufgelaufen. Wir haben uns mit der Mieterin verständigt und sie hat zusätzlich zur monatlichen Miete Abschlagszahlungen geleistet.

    Aber irgendwann hatte mein Mann die Nase voll und hat sich an unseren Anwalt gewendet. Der hat dringend geraten sich von dieser Mieterin zu trennen und wir haben ihm für alles weitere Vollmacht erteilt. Er hat die Mieterin bzgl. der Zahlungen abgemahnt und mit der fristlosen Kündigung gedroht, sollten weitere Mietschulden entstehen oder die Zahlungen verspätet eingehen. Jedoch hat er ihr auch die Möglichkeit eingeräumt ihr Verhalten zu korrigieren.

    Vorgestern rief uns der Lebensgefährte der Mieterin an, warum der Anwalt ihr die fristlose Kündigung schicken würde (mit Frist zur Räumung bis zum 19.06.2008), sie habe keine 2 aufeinander folgenden Mieten auflaufen lassen und auch die vereinbarte Abschlagszahlung geleistet. Lediglich der Mietzins für Monat Juni stehe noch aus. Der Brief unseres Anwalts, datiert 09.06.2008, zugestellt durch Boten, verweise auf die Monate April und Mai 2008, daher die fristlose Kündigung. Einer Verlängerung des Mietverhältnisses nach § 545 BGB über den Zeitpunkt des auf den 19.06.2008 folgenden Tages werde ausdrücklich abgelehnt.

    Fakt ist jedoch, dass die Mieterin zum Zeitpunkt der Briefverfassung unseres Anwalts bereits die Mai-Miete überwiesen hatte. Laut Lebensgefährten unserer Mieterin müsse es sich um ein Missverständnis handeln und somit die fristlose Kündigung hinfällig sein? Mein Mann hat sich offensichtlich bei der Weitergabe der Zahlungseingänge an den Anwalt vertan und dieser wiederum seinen Job gemacht…

    Im Rahmen äußerster anwaltlicher Fürsorge wurde das Mietverhältnis auch fristgemäß gemäß §§ 573 Abs. 2 Ziffer 1., 573 c), 542 BGB zum 30.09.2008 gekündigt. Und auch mit Erhebung der Räumungsklage wurde gedroht, sowie gemäß § 546 a) BGB unbeschadeter weiterer Rechte vom 01.07.2008 an mindestens die Nutzungsentschädigung in Höhe der vereinbarten Miete verlangt. :?

    Ich selbst habe mich mit unserem Anwalt nicht auseinandergesetzt, auch weil die Mieterin sich an die Vereinbarungen hielt und gezahlt hat, aber mein Mann sieht das anders… Ist die fristlose Kündigung jetzt gerechtfertigt oder nicht? Und sollte das wirklich zur Räumungsklage kommen, haben wir da irgendwelche Chancen halbwegs unbeschadet da raus zu kommen? Ich meine, Anwälte sind ja immer ein Fass ohne Boden und was das alles kostet..! Abgesehen davon, dass man ja immer wieder hört es könne mindestens 1 Jahr dauern bis der Mieter, bzw. die Mieterin in diesem Falle, raus ist.

    Irgendwie sehe ich nicht mehr klar, das verwirrt mich alles sehr. Ich bin immer für eine gütliche Einigung und letztendlich zahlt sie ja auch. Die verspäteten Mietzahlungen hängen natürlich mit der Zahlung ihres monatlichen Gehalts zusammen, der Arbeitgeber selbst bestätigte mir persönlich, dass es leider Aufgrund des Saisongeschäfts des Öfteren nur verzögert zur Gehaltsüberweisung kommt. Und diese stimmen immer mit dem Tag der Mietzahlung überein. Könnte sie dies vor Gericht geltend machen und wir dann die „Dummen“ bleiben? :gehtnicht

    Für jegliche Unterstützung sowie Ratschläge wäre ich Euch sehr dankbar.
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 12.06.2008
    lostcontrol

    lostcontrol Erfahrener Benutzer

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    nein, glaub ich nicht.
    denn: kein mensch hält sie davon ab, ihre miete IM VORAUS zu bezahlen, d.h. z.b. schon am 15. des vormonats anstatt erst zum monatsersten. wann sie ihr gehalt bekommt ist für die vertragserfüllung ja völlig irrelevant.

    ansonsten: ich würd mir das gut überlegen die mieterin zu kündigen. schliesslich zahlt sie ja ihre miete, wenn auch unpünktlich.
    neuvermietung ist ja auch immer sehr aufwendig, meist muss man renovieren usw.
    und dann weiss man ja auch nicht sicher, ob der nächste mieter denn überhaupt bezahlt...
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Eine fristlose Kündigung ist zulässig, wenn der Mieter mit der Miete für 2 aufeinanderfolgende Termin mit mehr als einer Miete in Verzug ist. Die fristlose Kündigung wird erst dann unzulässig, wenn die Vermieterforderungen vollständig ausgeglichen sind. Mit der Zahlung der Miete für Mai wurde aber der Zahlungsverzug keineswegs vollständig beseitigt. Die fristlose Kündigung ist nach Zahlung der Miete für Mai auch dann weiter zulässig, wenn der Zahlungsverzug inzwischen weniger als die Miete für einen Monat beträgt.
    M.a.W.: liegt einmal ein Grund für eine fristlose Kündigung vor, bleibt der Grund bis zum vollständigen Ausgleich der Vermieterforderungen erhalten.
     
Thema: Anwälte & Co - begründete Kündigungsmöglichkeit ?!
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