Anwaltskosten mit der Miete verrechnen?

Dieses Thema im Forum "Mietminderung" wurde erstellt von galaxy, 25.08.2013.

  1. #1 galaxy, 25.08.2013
    Zuletzt bearbeitet: 18.06.2014
    galaxy

    galaxy Benutzer

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    Hallo,

    Unser Mieter kürzt seit einem Jahr wegen diverser "Mängel" die Miete, nach unserer Meinung jedoch zu Unrecht. Die Mängel sind entweder nicht vorhanden oder entsprechen dem Zustand bei Anmietung (vor 37 Jahren). Er hat für alle Behauptungen "Zeugen", meistens seinen Sohn.

    Zudem hat er seinem Anwalt gegenüber einfach behauptet, mein Mann hätte ihn an der Wohnungstür bedroht und ihn auf der Straße verfolgt. Der Anwalt schreibt eine Unterlassungsaufforderung und macht seine Kosten geltend. Die haben wir natürlich nicht gezahlt, da vollkommen unberechtigt. Der Mieter hat die Anwaltskosten als Schadensersatz von der Miete abgezogen. Er hat angebliche Zeugen für seinen "Vorfall".

    Darf der Mieter einfach seine Anwaltskosten von der Miete abziehen, ohne zuvor seinen Anspruch gerichtlich feststellen zu lassen?

    Wie kann man so einen Mieter, mit dem kein Auskommen möglich ist, am besten los werden?
    Kündigung ist erfolgt (wegen Zahlungsverzug, 2 Monatsmieten Rückstand), Räumungsklage läuft. Ich kann jedoch nicht abschätzen, wie das Gericht die Sachlage beurteilt. Wie gesagt, der Sohn des Mieters "bezeugt" alles.
     
  2. AdMan

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  3. Pitty

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    Ich würde sagen, dass die Räumungsklage wegen ausstehender Miete rechtens ist. Recht haben und Recht Kriegen sind in Deutschland immer noch zwei verschiedene Paar Schuhe.

    Los werden kannst Du Ihn nur durch fehlende Miete.
     
  4. #3 Pharao, 25.08.2013
    Zuletzt bearbeitet: 25.08.2013
    Pharao

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    Hi,

    meiner Meinung nach eindeutig: nein


    Ich hoffe das ihr hier auch zusätzlich ordentlich gekündigt habt ?!

    Denn eine reine fristliose Kündigung kann der Mieter heilen, indem er seine Rückstände begleicht. Und das geht meines Wissen noch bis 2 Monate nachdem ihm eine Räumungsklage zugestellt worden ist.
     
  5. #4 galaxy, 25.08.2013
    Zuletzt bearbeitet: 25.08.2013
    galaxy

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    Hallo,

    die fristlose Kündigung , sowie die hilfsweise ordentliche Kündigung, wurden bereits letzten November ausgesprochen. Direkter Widerspruch vom Anwalt des Mieters. Alle Mietminderungen und Aufrechnungen seien berechtigt. Sofort Räumungsklage erhoben. Der Mieter hat die Rückstände nicht nachgezahlt sondern kürzt die Miete weiter, so dass der Rückstand bald 3 Monatsmieten beträgt.
    Die Klage bei Gericht wird immer umfangreicher. Das Gericht hat sich aber bisher zu der Räumungsklage noch nicht geäußert, sondern versucht erst, den Teil der Klage wegen der Rückstände aus der Betriebskostenabrechnung zu klären (dazu habe ich einen weiteren Beitrag verfasst, Titel Wohnfläche in der Betriebskostenabrechnung).
    Es wurden auf Anraten unseres Anwalts weitere Kündigungen ausgesprochen. Diese wurden jeweils wieder vom Anwalt des Mieters zurückgewiesen und wir sollen für die unberechtigt ausgesprochenen Kündigungen Schadensersatz bezahlen. Die Verrechnung desselben mit der Miete wurde auch angekündingt, aber bisher nicht vorgenommen.
     
  6. Pitty

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    Was sagt das Gericht zu der langen Bearbeitungszeit?
     
  7. Berny

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    Es wird sagen, dass noch viel Arbeitsvorrat abzuarbeiten ist.:verrueckt009:
     
  8. galaxy

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    Wir hatten bereits im Januar den Gütetermin, es lief bereits die Klage zur BK-Nachzahlung. Wir haben den Fehler gemacht, die Räumungsklage mit der anderen Klage zusammenzulegen. Seit Januar "bearbeitet" das Gericht nur den Punkt der BK-Abrechnung. Es geht um die Wohnfläche, die angeblich falsch ist. Das Gericht hat eine einvernehmliche Einigung angestrebt, aber ohne Erfolg. Jetzt ist ein Gutachter beauftragt, um die tatsächliche Wohnfläche zu ermitteln. Erst wenn dieser Punkt geklärt ist, wird das Gericht die weiteren Punkte der Klage, einen nach dem anderen, bearbeiten. Nach Aussage unseres Anwalts kann das unter Umständen noch ein oder zwei Jahre Dauern, wenn für jeden behaupteten Mangel ein Gutachten eingeholt werden muß.

    Ich weiß, dass ich hier im Forum keine Rechtsberatung erwarten darf, dafür haben wir unseren Anwalt.
    Ich wollte nur mal hören, ob andere Mitglieder schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben und wie diese ausgegangen sind. Es ist unsere erste Räumungsklage, daher haben wir noch keine Erfahrung, wie so etwas ausgeht.

    Noch sind wie zuversichtlich, dass wir unser Recht bekommen, aber man weiß ja nie, wie das Gericht am Ende entscheidet.
     
  9. Berny

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    Ich denke, das hatten wir schon. Oder ist es ein vom Gericht beauftragter (Ober-)Gutachter?
     
  10. galaxy

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    Das erste Gutachten war ein Privatgutachten zur Wertermittlung. Das Vermessen der Hauses war nur eine Teilaufgabe. Der Mieter erkennt das Gutachten nicht an, lässt uns aber nicht in die Wohnung zu Selbermessen (würde er auch nicht anerkennen). Das Gericht hat einen vereidigten Sachverständigen zur Vermessung beauftragt.

    Natürlich befürchtet der Mieter, diesen Teil des Prozesses zu verlieren und die Kosten für das Gutachten zahlen zu müssen. Deshalb versucht er, das Verfahren mit allen Mitteln zu verzögern oder das Gericht anzugreifen.
     
  11. #10 Pharao, 26.08.2013
    Zuletzt bearbeitet: 26.08.2013
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    Hi,

    also a) erstmal die Frage, ist die Wohnfläche falsch ? Und vielleicht bei der nächsten Vermietung lieber keine m2 mehr im Mietvertrag angeben, denn dann ergibt sich da nicht dieses Problem und b) nachräglich kann man wohl nicht die Räumungsklage unabhängig von der BK-Abrechnung noch einreichen, oder ?

    Kann mir jetzt nicht vorstellen, das sich das positiv beim Gericht für den Mieter auswirkt .....

    Aber gerade deswegen müsste es doch dann eine Möglichkeit für eine Einigung geben, oder nicht ? Was mich hier aber etwas wundert, warum nur einen Teil ? Ist die Sachlage doch nicht so eindeutig ?
     
  12. #11 Papabär, 26.08.2013
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    Hier wurden offenbar mehrere verschiedene Sachverhalte in ein einzelnes Verfahren "gepresst" - möglicherweise um Anwalts- und Gerichtskosten zu sparen.

    Erkundige Dich bei Deinem Anwalt, ob - bzw. inwieweit das Verfahren jetzt noch gesplittet werden kann. Falls es möglich ist, musst Du natürlich mit entsprechend höheren Verfahrenskosten rechnen.
     
  13. galaxy

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    Es lief bereits das Verfahren zur BK-Abrechnung. Unser Anwalt hat die Räumungsklage im Wege der Klageerweiterung angehängt, weil der Gütetermin schon feststand, und der Anwalt die Räumungsklage praktischerweise an diesem Termin miterledigen wollte. Es ist aber zu keinem Vergleich gekommen.

    Mit diesem Mieter kann man sich auf gar nichts einigen. Er hat recht, und damit basta, nachgeben gibt es bei ihm nicht. Er spricht nicht mit uns (wegen der angeblichen Bedrohung) und er läßt uns nicht in die Wohnung, auch nicht bei gemeldeten Mängeln. Da wird einfach nur etwas behauptet und die Miete gekürzt. Diese ganzen Spielchen hat er auch bei dem vorigen Eigentümer abgezogen. Er hat wohl damit gerechnet, dass wir uns ebenso wie der Vorvermieter auf ein langes schriftliches Hin und Her einlassen.

    Es gibt keine vertraglich vereinbarte Wohnfläche. Der vorige Eigentümer hat nach einer falschen, kleineren Wohnfläche abgerechnet, weil er es nicht besser wußte. Erst durch eine Neuvermessung vor wenigen Jahren wurde die tatsächliche Wohnfläche ermittelt.
    Danach haben wir die BK-Abrechnung erstellt. Der Mieter meint jedoch, wir müssen weiter nach der falschen Wohnfläche abrechnen, weil das früher auch so war. Das Gericht ist anderer Meinung, und die will der Mieter nicht akzeptieren.
     
  14. #13 Papabär, 26.08.2013
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    Das habt ihr doch bestimmt protokolliert - ggf. sogar einen Handwerker als Zeugen? Wenn der Mieter seiner Mitwirkungspflicht nicht nachkommt, dann sollte das für Deinen RA doch ein gefundenes Fressen sein.



    Sich mit dem Mieter auf einen Vergleich zu einigen, hieße ja entweder, dass die eigene Argumentation Schwachstellen hat - oder das man ein ausgewiesener Menschenfreund ist.

    Nach den bisherigen Informationen sehe ich keinen Grund, warum der Vermieter sich hier auf einen Vergleich einlassen sollte.
     
  15. #14 galaxy, 26.08.2013
    Zuletzt bearbeitet: 27.08.2013
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    Ja, wir haben einen Handwerker als Zeugen. Der Mieter berief sich auf das Unterlassungsschreiben seines Anwalts wegen der angeblichen Bedrohung und meinte sich berechtigt, den Vermieter nicht mehr in die Wohnung zu lassen.

    Angeblich hatte die Heizung Totalausfall. Dumm nur, dass der Gaszähler im Keller Verbrauch anzeigte. Unser Handwerker sollte uns als Zeuge bestätigen, dass der gemeldete Mangel nicht vorhanden war. Der Mieter hat keinen rein gelassen. Er hat dann später angeblich selber auf eigene Kosten die Heizung reparieren lassen.

    Wir waren ja bereit, uns beim Gütetermin auf einen Vergleich einzulassen, um diesen Mieter schnell loszuwerden. Er hat aber vollkommen überzogene Forderungen gestellt, deshalb ist eine Einigung gescheitert.
     
  16. #15 Papabär, 26.08.2013
    Papabär

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    Also ich bin zwar kein Heizungsmonteur, aber ich weiß wie großzügig Mieter mit dem Begriff "Totalausfall" umgehen. Und wenn die Therme zwar lief, aber das erhitzte Wasser nicht in den Heizkreislauf gelangt ist (z.B. weil die Umwälzpumpe hinüber war), dann wäre es trotzt Gasverbrauch ein Mangel.


    Hm, ... eine Reparatur hattest Du ihm wohl nicht auf die Liste geschrieben, oder? Wenn Du von vorneherein so an die Sache herangegangen bist, dann kann ich aber Deinen Mieter auch ein Stück weit verstehen.

    Und soweit er mit seiner Weigerungshaltung keine Mängelbeseitigung verhindert hat, fällt die genannte Steilvorlage natürlich in sich zusammen.

    Was hat denn sein Handwerker als Schadensursache angegeben?
     
  17. Pharao

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    Hi,

    also wenn ihr nicht täglich ablest, dann lässt sich aus dem Verbrauch kein eindeutiger Rückschluß ziehen, ob die Heizung evtl. doch mal stundenweise oder tageweise ausgefallen ist.
     
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