Anzahlung 50% bei Parkettlegern üblich?

Diskutiere Anzahlung 50% bei Parkettlegern üblich? im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Hallo zusammen, sind Anzahlungen in dieser Höhe bei Auftragserteilung bei Parkettlegern üblich? Hab noch nie Anzahlungen bei Handwerkern...

  1. #1 Ich-bin-es, 12.01.2021
    Ich-bin-es

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    Hallo zusammen,

    sind Anzahlungen in dieser Höhe bei Auftragserteilung bei Parkettlegern üblich?

    Hab noch nie Anzahlungen bei Handwerkern geleistet und bin was befremdet.

    Gruß
    Ich-bin-es
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 12.01.2021
    ehrenwertes Haus

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    Anzahlungen/Abschlagszahlungen/Vorauszahlungen bei größeren Aufträgen, Neukunden, aus Erfahrung Kunden mit suboptimaler Zahlungsmoral, ... sind üblich.
    Nicht nur bei Handwerkern, sondern in allen Bereichen, in denen ein Auftragnehmer in finanzielle Vorleistung gehen muss.

    Schau mal in die VOB Teil B §16. Abschlagszahlungen sind dort ausführlich beschrieben.
     
  4. #3 BiG Rock 95, 12.01.2021
    BiG Rock 95

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    Nein ich bezahle das üblicherweise nicht.
    Die 50% würde ich mindestens verhandeln und Vorsicht bei nicht einheimischen Firmen bzw. nicht langjährig bodenständigen Anbietern!
    Das Geld kann schnell weg sein.
     
  5. Ferdl

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    Früher mal waren 1/3 bei Auftrag, 1/3 bei Anlieferung bzw. Teilfertigstellung und 1/3 nach Fertigstellung üblich.
    Davon hat man in den letzten 40 Jahren Stück für Stück Abstand genommen. Wohl auch, weil das Angebot die Nachfrage überstieg.
    Wie bei Kleidung, kommt alles wieder in Mode was mal gefiel.
    50% bei Auftrag ist jedoch wuchtig, wird bei derzeitiger Auftragslage aber vermutlich kaum Verhandelbar sein.
    Würde ich nur bei hinreichend seriösem Anbieter mit Betriebssitz in D-Land machen.
     
  6. #5 taxpert, 12.01.2021
    taxpert

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    Gegenfrage: Geht es rein um die Verlegetätigkeit oder besorgt der Parkettleger auch das gesamte Material und muss entsprechend in Vorleistung gehen?

    Es gibt mittlerweile auch viele handwerker, die Aufträge nicht mehr ablehnen, sonder schlicht die Angebote in jedweder Art und Weise so gestalten, dass man sie als kunde lieber ablehnt. Ggf. ist das auch darunter einzuordnen. Vielleicht gehörst Du aber auch nur zu einer vom Parkettleger ungeliebten Spezies ((wie etwa Audi-Ingenieure für Instalateure).

    taxpert
     
  7. #6 Ich-bin-es, 12.01.2021
    Ich-bin-es

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    Liebe alle,

    Ich weiß nicht, was mich zu einem unbeliebten Kunden machen könnte, zumal er mich gar nicht kennt. Erstaunlich ist auch, daß er bei der ersten Besichtigung von einem Preis von € 4.000, so ganz grob gerechnet, sprach. Ich fragte noch, komme ich mit € 5.000 hin im worst case hin und er meinte, das wäre aber sehr, sehr großzügig gerechnet und würde dicke reichen. Jetzt liegt sein schriftliches Angebot bei € 7.200. Ja, er muß das Material einkaufen. Ich hatte eigentlich einen sehr guten Eindruck von ihm beim ersten Besuch und war schon sehr geneigt, ihm den Auftrag zu geben, ohne groß weiter zu suchen. Aber 50% finde ich doch sehr happig. Welche Sicherheit gibts für mich? Eigentlich keine. Das ist unausgewogen, auch bei allem Verständnis dafür, daß Handwerker den Einkauf vorfinanzieren müssen. Es hat noch nie irgendein Handwerker irgendeine Anzahlung von mir haben wollen, auch bei weitaus größeren Beträgen nicht.

    Abschlag nach erbrachter Leistung gern, aber 50% bei Auftragserteilung geht bei mir nicht runter.

    Gruß
     
  8. #7 Kunigunde, 12.01.2021
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    Ein Malerbetrieb hat mir auch bei Auftragsannahme vorab eine Abschlagsrechnung in erheblicher Höhe zukommen lassen ohne dass die Arbeiten überhaupt angefangen haben. Das gefiel mir nicht, aber wir konnten uns wie folgt einigen: Anlieferung des Materials (Lagermaterial) gemäß Angebot gegen umgehender Überweisung an den Malerbetrieb sowie kleinschrittige Abschlagszahlungen. Hätte einer von uns beiden nicht geliefert hätte sich der Verlust in Grenzen gehalten.
    Bei Bodenverlegearbeiten haben wir uns das Material selbst preisgünstig (Überhangware) gekauft und nur die Vorarbeiten und Verlegearbeiten durch den Handwerker machen lassen. Dieser hätte dann max. einen Tag kostenlos gearbeitet wäre aber im Ernstfall nicht auf Materialrechnungen sitzen geblieben. Ich finde, dass sind gute Kompromisse für beide Seiten.
    Die meisten Handwerker, auch die schon einige Jahre für uns arbeiten, stellen regelmäßig Abschlagsrechnungen, der größte Teil besteht ja aus Arbeitslöhnen. Generell zahle ich gerne so schnell wie möglich, dafür brauchte ich auch nie lange auf einen Termin warten und die Arbeiten werden immer richtig gut ausgeführt.
     
  9. #8 taxpert, 12.01.2021
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    Exakt die gleiche Sicherheit, die der Handwerker hat, dass Du nach getaner Arbeit brav bezahlst Euch beiden steht der Rechtsweg mit all seinen Unwägbarkeiten offen!

    War auch eher scherzhaft gemeint! Die Audi-Ingenieure bekommen da ja noch nicht einmal ein Angebot!

    Wir haben zwei Jahre lang suchen müssen um einen Fliesenleger zu finden, der unsere beiden Balkone fliest. Die Varianten waren:
    -gar nicht auftauchen
    -auftauchen, Aufmass nehmen und nie wieder melden
    -auftauchen, Angebot abgeben mit Termin am Sanktnimmerleinstag ... aber ohne Garantie!
    -auftauchen, Angebot abgeben, am Termin nicht auftauchen , auf Anruf sagen, dass man jetzt erstmal in Urlaub fährt
    -auftauchen, Angebot abgeben, das so überteuert ist, dass man den Auftrag auf keinen Fall erhält
    -...

    Bei neunzig Prozent der Handwerker hätte ich auch gesagt ...
    Ich unterstelle mal, dass der gute Mann kein wirkliches Interesse an dem Auftrag hat!

    taxpert
     
  10. #9 Goldhamster, 12.01.2021
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    Hallo Taxpert,
    ich denk mal.. einen Balkon zu Fliesen, das ist nicht unbedingt der beliebteste Auftrag in der Branche. Gewährleistung.

    Hamsterli
     
  11. #10 Ich-bin-es, 12.01.2021
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    Nein, die Sicherheiten wären bei 50% Anzahlung sehr ungleich verteilt.

    Ich habe mich nach diesem Angebot nun entschlossen, noch weitere einzuholen. Sonst hätte er den Auftrag gehabt. Wenn ich sehe, was die anderen anbieten, weiß ich auch, ob das ein „ich-will-den-Auftag-nicht-Angebot war. Wobei ich persönlich bei ich habe kein Interesse mir gar nicht die Arbeit machen würde, das alles auszurechen, sondern eher gar kein Angebot abgeben würde.
     
  12. #11 ehrenwertes Haus, 12.01.2021
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    In dem Fall nicht.
    Bei Parkettboden ist regelmäßig der Kostenanteil für das Material weit über den Lohnkosten, wenn man kein Taugt-Nix-Parkett Marke Superbillig nimmt.
    Günstiges Klick-Parkett + Material zur Vorbereitung des Unterbodens beginnt bei ca. 40-50 €/m².
    Parkettleger kostet je nach Region ebenfalls ca. 50-60 €/h.
    Reine Parkettverlegung (nur Verlegung + Zuschneiden, ohne Vorarbeiten, rechtwinklige Räume, Klickparkett), da schafft ein Profi 80-100 m²/Arbeitstag, Fischgräte 60-80 m²/Tag.

    50% Anzahlung deckt nicht mal die Materialkosten vollständig.
    Bei verleimtem (mind. Fugenverleimung) Parkett hilft dem Handwerker auch kein Eigentumsvorbehalt bis die Rechnung(en) vom Kunden bezahlt ist. Ausbau lohnt i.d.R. nicht. Den Mehrwert hat dann u.U. ein Kunde, der seine Rechnung nicht begleichen kann.
     
  13. AJ1900

    AJ1900 Erfahrener Benutzer

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    Mhh, meinst du der Handerker setzt sich mit deinen 3500€ nach Brasilien ab? Wie "ehrenwertes Haus" schon sehr richtig bemerkt hat. dürfte das in der Größenordnung der Materialkosten liegen.
    Wenn du heute jemanden suchts der dir Arbeit und Material vorfinanziert dürfte es als privater Einzelkunde schwer werden. Unabhängig davon ist es aber natürlich richtig sich mehrere Angebote einzuholen, zumal dann wenn man die Firmen eh noch nicht kennt.
     
  14. #13 Aktionär, 12.01.2021
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    Anderes Beispiel:
    Lass Dir eine Photovoltaikanlage aufs Dach setzen, da passiert nichts, solange Du nicht in Vorkasse trittst für die Module. Und diese würden sich im Zweifelsfall relativ leicht wieder demontieren und anderweitig verbauen lassen im Vergleich zu Parkett.

    Und ob es sich um eine Abwehrkondition handelt kannst Du nur abschätzen, wenn Du Dir Vergleichsangebote einholst. Nur ein Angebot einzuholen und dann noch von einem Handwerker mit dem man bisher nicht zusammen gearbeitet hat macht in meinen Augen relativ wenig Sinn.
     
  15. #14 Ich-bin-es, 12.01.2021
    Ich-bin-es

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    Ich denke, es hängt auch mit einem Kulturwandel zusammen. Bin schon was älter, war immer selbstständig, Eltern, Großeltern und Urgroßeltern ebenso Kaufleute und da war das absolut nicht üblich. Aber Verbindlichkeit, Zahlungsmoral, Ansprüche und eine gewisse Kultur im Umgang miteinander haben sich verändert. Bin jetzt in Rente, aber in den letzten Jahren davor hat es schon arg zugenommen, daß man Termine machte, nicht kam, nicht absagte, nicht zahlte ....... da war ein Sprung zu den früheren Jahren. Wen wundert es dann, wenn Handwerker sich drauf einstellen. Kann ich verstehen, finde es aber sehr bedauerlich. Ich mag es nicht. Vermutlich kann man sein Geschäft heute so besser führen und die Kunden akzeptieren es, sonst würde es wohl nicht gemacht. Der Wareneinkauf alleine ist es nicht. Den gabs auch früher und den hat jedes Modekaufhaus. Das wird wohl mehrere Gründe haben, wobei der Kulturwandel eine nicht unbeträchtliche Rolle spielen wird.
     
  16. #15 immodream, 12.01.2021
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    Hallo ich-bin-es,
    ich arbeite fast nur mit Handwerkern zusammen, die ich über Jahrzehnte kenne.
    Gute Arbeit, auch entsprechend hohe Löhne , meine Rechnung zahle ich umgehend ( selbst wenn noch Kleinigkeiten nachgearbeitet werden müssen ) , bekomme auch meistens schnell einen Termin .
    Bisher brauchte ich keine Vorauszahlungen leisten .
    Ich habe aber regelmäßig von diesem Handwerkern gehört, das sie für Kunden gearbeitet haben, die irgendwelche Mängel suchen und dann weder Material oder Löhne zahlen.
    Wenn man dann als Handwerker einen Zaun aufgebaut hat, Fliesen gelegt hat , was will man dann bei Nichtzahlung machen .
    Also wird von solchen unbekannten Kunden zumindestens nach Lieferung des Materials eine entsprechend hohe Anzahlung genommen .
    Bei Aufträgen , die man nicht haben will oder den Kunden irgendwie nicht mag , lehnt man nicht die Aufträge ab, sondern erhöht einfach die Preise.
    Und wenn der Kunde dann trotzdem den Auftrag erteilt, vergibt man einen späten Termin .
    Das können sich zur Zeit alle guten und leider auch viele schlechte Handwerker erlauben .
    Grüße
    Immodream

    PS: Die Kultur, Termine nicht einzuhalten, kennt man doch inzwischen von Mietinteressenten .
    Da kommen teilweise 50 % der Interessenten, für die man sogar einen Exclusivtermin eingelegt hat ,
    nicht .
     
  17. #16 klinkerstein, 12.01.2021
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    Ich habe kürzlich bei einem deutschlandweit tätigen Parkettlegerunternehmen mit B ebenfalls 2/3 Anzahlung geleistet und habe es nicht bereut.
    Beim Handwerker der über einschlägige Onlineportale vermittelt wird, hätte ich aber auch nicht solche Anzahlungen geleistet.
     
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