Aufbewahrungsfristen

Diskutiere Aufbewahrungsfristen im Hausgeldabrechnung und Wirtschaftsplan Forum im Bereich Wohnungseigentum; Guten Morgen zusammen, bin gerade dabei den Papierkrieg für meine Wohnungen mal auszumisten. Frage mich nun, wie lange man welche Rechnungen...

Roman

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Guten Morgen zusammen,
bin gerade dabei den Papierkrieg für meine Wohnungen mal auszumisten.
Frage mich nun, wie lange man welche Rechnungen aufheben muss.
Handwerkerrechnungen ist klar, 2 Jahre.
Protokolle der Versammlungen alle aufheben, könnte ja mal ein wichtiger Beschluss drinstehen.
Aber wie ist das mit den Wirtschaftsplänen und Hausgeldabrechnungen. Wenn alles erledigt ist, sollten doch eigentlich 5 Jahre reichen. Oder gibt es da auch irgendeine Vorschrift?
Gruß Roman
 
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BHShuber

BHShuber

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Kommt darauf an?

Guten Morgen zusammen,
bin gerade dabei den Papierkrieg für meine Wohnungen mal auszumisten.
Frage mich nun, wie lange man welche Rechnungen aufheben muss.
Handwerkerrechnungen ist klar, 2 Jahre.
Protokolle der Versammlungen alle aufheben, könnte ja mal ein wichtiger Beschluss drinstehen.
Aber wie ist das mit den Wirtschaftsplänen und Hausgeldabrechnungen. Wenn alles erledigt ist, sollten doch eigentlich 5 Jahre reichen. Oder gibt es da auch irgendeine Vorschrift?
Gruß Roman

Hallo,

hier mal allgemein:

allgemein


6 Monate
• Handwerksleistungen, (Gewährleistung schriftlich geben lassen)
• Reisemängel bis 6 Monate nach Urlaubsende reklamieren


2 Jahre
• Kaufverträge -> Mails am besten ausdrucken, da eine Festplatte auch kaputtgehen kann
• Rechnungen (nicht Prozesskosten, nur die Rechnungen) von Anwälten, Notaren, Ärzten


10 Jahre
• die kompletten Unterlagen zu Ihrer Steuererklärung. Hierunter fallen auch die Gehaltsabrechnungen und jede Quittung, die Sie in Ihrer Erklärung angeben.
Falls das Finanzamt Ihre Steuerunterlagen nachprüfen möchte und Sie haben kein Unterlagen mehr, erfolgt eine Schätzung. Das kann teuer werden.

30 Jahre • Urteile, Mahnbescheide, Prozessakten


bis Vertragsende, bzw. Verkauf; nur bzgl. steuerlicher Aspekte 10 Jahre
• Versicherungen
• bei der Autoversicherung nicht vergessen: neben Kaufvertrag, Kraftfahrzeugsteuerbescheid und den Autopapieren auch den Verkaufsvertrag aufbewahren (Beweis, dass bei einem Schadenfall das Auto Ihnen nicht mehr gehört)

privat


lebenslang
• Geburtsurkunde
• Taufschein
• Heiratsurkunde
• Kopien von Reisepass, Personalausweis und Führerschein
• Zeugnisse
• Ausbildungsurkunden
• ärztliche Gutachten
• Sterbeurkunden von Familienangehörigen

• Unterlagen für die Rentenberechnung:

* Arbeitsverträge
* Sozialversicherungsunterlagen (jährlich erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber einen Sozialversicherungsnachweis)
* Gehaltsabrechnungen
* Immatrikulationsbescheinigungen, sozialabgabepflichtige Jobs vom Start der Ausbildung

bis Vertragsende, bzw. Verkauf; nur bzgl. steuerlicher Aspekte 10 Jahre
• Wohnen - Miete: Mietvertrag, Übergabeprotkoll, Nebenkostenabrechnung und alle Rechnungen, die bei Mietende für Kautions- oder Abstandsverhandlungen ausschlaggebend sind. (Küche, Bodenbeläge, etc.)
• Wohnen - Eigentum: Grundbuchauszug, Baurechnungen, Bauzeichnungen und alle Rechnungen, die bei einem Verkauf für die Preisverhandlungen ausschlaggebend sind. (Küche, Heizung, Bodenbeläge, etc.)

Guten Rutsch, BHShuber
 
Andres

Andres

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Und wieder mal wird in vielen Worten die Frage nicht beantwortet - dafür jede Menge Fragen, die niemand gestellt hat.

Es gibt keine allgemeinen Vorschriften, nach denen grundsätzlich alle Dokumente, Schriftsätze, etc. aufzubewahren sind. Vorschriften betreffen also immer spezielle Situationen und praktisch nie Privatleute.

Bleibt die Frage, was sinnvoll ist. Muss jeder selbst wissen, aber: Ich werfe nichts weg. Ist einfach, spart Arbeitszeit und Platz habe ich genug.

Protokolle der Versammlungen alle aufheben, könnte ja mal ein wichtiger Beschluss drinstehen.
Aber wie ist das mit den Wirtschaftsplänen und Hausgeldabrechnungen.

Wenn du Protokolle unbefristet aufbewahrst, wäre das für Wirtschaftspläne und HG-Abrechnungen auch logisch. Beide können in ihrem Bereich die Qualität eines Beschlusses erreichen.
 
BHShuber

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Steuer!!

Und wieder mal wird in vielen Worten die Frage nicht beantwortet - dafür jede Menge Fragen, die niemand gestellt hat.

Es gibt keine allgemeinen Vorschriften, nach denen grundsätzlich alle Dokumente, Schriftsätze, etc. aufzubewahren sind. Vorschriften betreffen also immer spezielle Situationen und praktisch nie Privatleute.

Bleibt die Frage, was sinnvoll ist. Muss jeder selbst wissen, aber: Ich werfe nichts weg. Ist einfach, spart Arbeitszeit und Platz habe ich genug.



Wenn du Protokolle unbefristet aufbewahrst, wäre das für Wirtschaftspläne und HG-Abrechnungen auch logisch. Beide können in ihrem Bereich die Qualität eines Beschlusses erreichen.

Hallo Andreas,

ist es im Grundsatz nicht so, dass alle Unterlagen und Belege die steuerliche Anwendung finden auch von Privatleuten in Bezug auf Wohnungseingentum und Vermietung 10 Jahre aufbewahrt werden müssen?

Beziehe mich hier auf die Aussagen meines Steuerberaters.

Gruß

BHShuber
 
GSR600

GSR600

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Bei der WEG meiner Mutter Ihrer Wohnung hat der Verwalter jetzt per Beschluß alle Unterlagen wie Kontoauszüge, Rechnungen, Abrechnungen usw die älter als 10 Jahre sind, der Vernichtung übergeben, Protokolle und andere Unterlagen wie Teilungserklärung usw, werden nicht vernichtet.
 

tokape

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ist es im Grundsatz nicht so, dass alle Unterlagen und Belege die steuerliche Anwendung finden auch von Privatleuten in Bezug auf Wohnungseingentum und Vermietung 10 Jahre aufbewahrt werden müssen?

Um es genau zu nehmen: 10 Jahre und einen Tag!
 
Andres

Andres

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ist es im Grundsatz nicht so, dass alle Unterlagen und Belege die steuerliche Anwendung finden auch von Privatleuten in Bezug auf Wohnungseingentum und Vermietung 10 Jahre aufbewahrt werden müssen?

Nein. Allgemeine Aufbewahrungspflichten gibt es nur dann, wenn man der Buchführungspflicht unterliegt. Das trifft hauptsächlich auf Kaufleute zu. Darüber muss man sich also erst dann Gedanken machen, wenn man im Handelsregister eingetragen ist oder vom FA zur Buchführung aufgefordert wird.

Beziehe mich hier auf die Aussagen meines Steuerberaters.

... die trotzdem für dich richtig sein können, z.B. weil du mit deinem Gewerbe die Gewinn- oder Umsatzgrenze erreicht hast, ab der dich das FA zur Buchführung auffordert.


Neben gesetzlicher Pflichten gibt es ja dann noch die Aufbewahrung aus Eigeninteresse: Wenn das FA schätzt, geht das für mich in der Regel schlecht aus. Also bewahre ich selbstverständlich alles solange auf, bis die Steuern endgültig festgesetzt sind, auch wenn für mich z.B. § 147 Abs. 3 AO (der dieses Vorgehen vorschreibt) nicht gilt.


Um es genau zu nehmen: 10 Jahre und einen Tag!

Um es ganz genau zu nehmen: Die 10 Jahre beginnen mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem das maßgebliche Ereignis stattgefunden hat. Im Höchstfall sind das also fast 11 Jahre ...
 

Roman

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Hallo zusammen,
erstmal herzlichen Dank für die vielen Antworten und die rege Diskussion.
Also für Privatleute gibt es tatsächlich nur eine einzige Aufbewahrungspflicht, nämlich die für Handwerkerrechnungen mit 2 Jahren.
Mit allen anderen Dokumenten muss jeder für sich entscheiden, wann er sich davon trennt. Wenn man halt meint, das einem durch das nicht vorhandensein keine Nachteile mehr entstehen.
Verträge behält man natürlich bis zur Kündigung, mindestens.
Ich habe mich dazu entschieden, Protokolle unbegrenzt aufzuheben, Hausgeldabrechnungen und Wirtschaftspläne aber nach 10 Jahren dem Reißwolf zu übergeben, Übergabeprotokolle ebenfalls.
Denn ausmisten muss auch mal sein.
Allen einen guten Rutsch
Roman
 

Pharao

6 Monate

• Handwerksleistungen, (Gewährleistung schriftlich geben lassen)
Hi,

also hier hätte ich Einwände:

Die Gewährleistung ist gesetzlich vorgeschriebenen (min 2 Jahre, bei gewerblichen verkäufen an private Endverbraucher), sodass man sich hier nichts extra schriftlich geben lassen muss, es reicht der Kassenbon oder die Rechnung als Beleg. Lediglich in den ersten 6 Monaten ist die Beweislast beim Verkäufer, danach liegt sie beim Käufer.

Auch wird gerne mal die Gewährleistung mit der (freiwilligen) Garantie verwechselt ....
 
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