Aufgequollenes Holz in Küche -> Mieter reißt Holzfront ab, wer muss zahlen?

Diskutiere Aufgequollenes Holz in Küche -> Mieter reißt Holzfront ab, wer muss zahlen? im Kleinreparaturen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, ich bin ein junger unerfahrener Vermieter und suche Rat. Hilfe!! :) Sachverhalt: Wohnung ist mit hochwertiger Küche...

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Bleibe ich auf den Kosten sitzen?

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  2. Nein

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  3. Auf der Rechnung von Siemens nicht, auf dem Tausch der Holzteile ja

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  1. ckr245

    ckr245 Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich bin ein junger unerfahrener Vermieter und suche Rat. Hilfe!! :)

    Sachverhalt:

    Wohnung ist mit hochwertiger Küche ausgestattet, ca. 5 Jahre alt.
    Der Mieter wohnt dort seit 12 Monaten und beklagt sich, dass die Spülmaschine nicht benutzbar sei.

    Der Mieter hat vor der Meldung bereits ohne Rücksprache einen Techniker von Siemens gerufen, der verbogene Scharniere bei der Spülmaschine und eine verbogene Metalltür festgestellt und ausgetauscht hat. Rechnung 400 €. Der Techniker hat dokumentiert, dass er das auf Wunsch des Mieters getauscht hat, obwohl er abgeraten hat da das Problem damit nicht behoben ist.

    Vor Ort zeigte sich folgendes Bild:
    Die Spülmaschine grenzt an die Kühl/Gefrierkombination.
    Der Korpus des Kühlschrankes ist unten an die Spülmaschine angrenzend wegen Feuchtigkeit aufgequollen. Ich vermute der Mieter hat die Tür aufgelassen, so dass das Gefrierfach abgetaut ist, und die Feuchtigkeit in das Holz eingedrungen ist.
    Dieses aufgequollene Holz sorgt dafür, dass die angrenzende Holzfront der Spülmaschine verkantet.
    Der Mieter hat scheinbar so stark an der Spülmaschinentür gezogen, dass die Holzfront von der Spülmaschinen-Metalltür abgerissen ist und er die Spülmaschinen-Metallteile verbogen hat. Um das Problem zu lösen müssen de Holzeile ausgetauscht werden.

    Der Kostenvoranschlag der Küchenfirma zum Austausch des Kühlschrank Korpus und der Holzfront der Spülmaschone beläuft sich auf 400 € Material zzgl. ca. 200 € Montage.

    Frage:
    Wer muss den Schaden bezahlen? Das aufgequollene Holz ist meines Erachtens kein Sachmangel.
    Könnte es dennoch sein, dass die Feuchtigkeit mit einem Stromausfall des Kühlschrank o.ä. begründet werden kann, so dass ich nachher auf den Kosten sitzen bleibe?

    Bitte um Rat!

    lg
    Christian
     

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  3. #2 Sweeney, 20.10.2017
    Zuletzt bearbeitet: 20.10.2017
    Sweeney

    Sweeney Erfahrener Benutzer

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    Ich gehe von einem fiktiven Fall aus und werde mögliche Ansprüche des Mieters und Vermieters jeweils separat abhandeln. Eine verbindliche Rechtsauskunft ist dies jedoch nicht.

    Anspruch des Mieters auf Erstattung der Reparaturkosten:

    Beseitigt der Mieter eigenmächtig einen Mangel der Mietsache, ohne dass der Vermieter mit der Mangelbeseitigung in Verzug ist (§ 536a Abs. 2 Nr. 1 BGB) oder die umgehende Beseitigung des Mangels zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig ist (§ 536a Abs. 2 Nr. 2 BGB), so kann er die Aufwendungen zur Mangelbeseitigung weder nach § 539 Abs. 1 BGB noch als Schadensersatz gemäß § 536a Abs. 1 BGB vom Vermieter ersetzt verlangen.
    BGH, 16.01.2008 - VIII ZR 222/06

    Der hier vorliegende Fall dürfte nach den bisherigen Informationen ähnlich gelagert sein. Der Mieter beauftragte ohne vorherige Rücksprache eigenmächhtig Handwerker um den Mangel zu beheben. Der Vermieter befand sich mit der Mangelbeseitigung nicht in Verzug. Weiterhin ist ein Notfall ebenfalls nicht erkennbar, dessen umgehende Behebung erforderlich wäre.

    Folglich dürfte der Mieter hier keinen Anspruch gegen den Vermieter geltend machen können.


    Anspruch des Vermieters auf Erstattung der Reparaturkosten für die beschädigten Holzteile der Küche:


    Im Zivilverfahren gilt allgemein der Grundsatz, dass der Kläger, der vor Gericht Schadenersatz verlangt, die Verursachung des Schadens durch den Beklagten beweisen muss. In diesem Fall müsste der Vermieter nachweisen, dass der Mieter einen Schaden durch nicht ordnungsgemäße Nutzung herbeiführte.

    Bislang kann ich lediglich Mutmaßungen des Vermieters erkennen, die darauf abstellen der Mieter habe durch das Abtauen des Kühlschranks einen Wasserschaden an der Kücheneinrichtung ausgelöst. Als substantiierter Vortrag wird dies kaum ausreichen.

    Zusätzlich darf die Frage gestellt werden, warum das Abtauen eines Kühlschranks eine vertragswidrige Nutzung der Mietsache darstellen solle. Hier müsste der Vermieter schon sehr kreativ werden und möglicherweise argumentieren, der Mieter habe seine Obhutspflicht verletzt durch fehlende Trockungsvorkehrungen (Auslegen von Handtüchern) beim Abtauen des Kühlschranks. Ich halte eine solche Argumentation jedoch für extrem vage und es bleibt zweifelhaft, welche Vorkehrungsmaßnahmen von einem Mieter tatsächlich erwartet werden können.

    Vielmehr scheint mir die Konstruktion ungeeignet für die normale Nutzung, zu der regelmäßig das Abtauen des Kühlschranks gehören dürfte. Eine Kücheneinrichtung, die aufquillt beim Kontakt mit Kondenswasser ist schlichtweg ungeeignet.

    Selbst ein Sachverständiger wird wahrscheinlich kaum klären können, ob der Mieter die notwendigen Vorkehrungsmaßnahmen getroffen hat. Zusätzlich wäre hier eine Kosten-Nutzen-Analyse aufzustellen, die den Reparaturkosten gegenüberstünde.

    Abschließend gehe ich somit davon aus, dass der Mieter auf seiner Rechnung sitzen bliebe, und der Vermieter die Kosten für die Reparatur der Kücheneinrichtung trüge.
     
    immobiliensammler und Immofan gefällt das.
  4. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    Deine Vermutung entspricht wahrscheinlich den Tatsachen. Den ähnlichen Fall hatte ich in einer meiner Mietwohnungen erlebt. Ein M öffnete die Kühlschranktüre um abzutauen, das Wasser sammelte sich auf dem Fussboden und beschädigte die Fussbodenleisten. (durch Nässe aufgequollen). M hatte sein Versehen zugegeben und es wurde gemeinsam der Schaden behoben.

    Weshalb ist aufgequollenes Holz kein Sachmangel? Ich sehe das als Schaden der behoben werden muss.
    Wenn der M sein Verschulden nicht zugibt kann es durchaus sein dass er sich auf "Stromausfall" beruft, und
    es sind Deine Kosten.
     
  5. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Wenn die SpüMa sich einwandfrei öffnen und schließen lassen würde, wäre das m.E. kein Sachmangel - sondern nur ein optischer Mangel.
    Die Sache (Küche) wäre bestimmungsgemäß benutzbar.
    Wenn allerdings das Holz so weit weggefault ist dass die Arbeitsplatte stellenweise absinkt und das Nudelholz von alleine über den Teig rollt (aber immer nur in eine Richtung), sähe das schon wieder anders aus.
     
  6. #5 Papabär, 20.10.2017
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Durch das aufgequollene Holz wird doch ganz offensichtlich eine wesentliche Funktion der Spülmaschine beeinträchtigt. Von daher halte ich dies sehr wohl für einen Sachmangel.

    Nach der Beschreibung halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass die Ursache sogar dem Vormieter zuzuschreiben gewesen wäre.
     
Thema: Aufgequollenes Holz in Küche -> Mieter reißt Holzfront ab, wer muss zahlen?
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