Aufhebungsvertrag bei früherem Auszug sinnvoll?

Diskutiere Aufhebungsvertrag bei früherem Auszug sinnvoll? im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo, wir haben ein Haus gekauft und dem aktuellen Mieter wegen Eigenbedarf gekündigt. Obwohl die Eigenbedarfskündigung vorher geprüft wurde...

elknipso

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Hallo,

wir haben ein Haus gekauft und dem aktuellen Mieter wegen Eigenbedarf gekündigt.
Obwohl die Eigenbedarfskündigung vorher geprüft wurde, formal passt und keine Härtegründe beim aktuellen Mieter vorliegen haben wir uns auf einen finanziellen Anreiz mit dem Mieter geeinigt wenn dieser früher auszieht, um zeitliche Verzögerungen durch einen Widerspruch des Mieters zu vermeiden.

Nun stelle ich mir die Frage ob es sinnvoll ist diese Vereinbarung inkl. Nennung der Prämie für den Auszug in einen Aufhebungsvertrag zu gießen und mir vom Mieter bei vollständigem Auszug, bevor das Geld fließt, unterschreiben zu lassen oder ist dies aus irgendeinem Grund nicht sinnvoll?

Und dann wäre die zweite Frage ob ich ein Risiko eingehe wenn der Mieter den Aufhebungsvertrag nicht unterschreiben möchte. Er also auszieht wie vereinbart, Wohnung leer räumt und mir alle Schlüssel übergibt, aber den Aufhebungsvertrag nicht unterschreiben will?
 
Andres

Andres

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Nun stelle ich mir die Frage ob es sinnvoll ist diese Vereinbarung inkl. Nennung der Prämie für den Auszug in einen Aufhebungsvertrag zu gießen und mir vom Mieter bei vollständigem Auszug, bevor das Geld fließt, unterschreiben zu lassen oder ist dies aus irgendeinem Grund nicht sinnvoll?
Es wäre in dem Moment sinnvoll gewesen, in dem man sich einig war, und ist es weiterhin. Noch sinnvoller wäre es allerdings gewesen, seine Worte sorgfältig abzuwägen, denn sicher war es nicht deine Absicht, dem Mieter eine Prämie für den Auszug zu zahlen (was interessiert es dich, wo der Mieter wohnt?), bestenfalls für die Rückgabe der Mietsache (d.h. dafür, dass er dich von der Notwendigkeit einer Räumungsklage befreit) und noch besser für die Aufhebung des Mietverhältnisses (d.h. dafür, dass er dich zusätzlich noch weitgehend von Verfahrensrisiken befreit). Nun ist das Kind schon praktisch in den Brunnen gefallen, aber es schadet auch nicht, die Vereinbarung jetzt sauber schriftlich festzuhalten.

Und dann wäre die zweite Frage ob ich ein Risiko eingehe wenn der Mieter den Aufhebungsvertrag nicht unterschreiben möchte. Er also auszieht wie vereinbart, Wohnung leer räumt und mir alle Schlüssel übergibt, aber den Aufhebungsvertrag nicht unterschreiben will?
Natürlich besteht dann ein gewisses Restrisiko: Ihr mögt die Aufhebung mündlich vereinbart haben (was zulässig ist!), aber das kannst du eben nicht nachweisen. Wie wahrscheinlich das im konkreten Fall zu einem Problem wird, musst du selbst beurteilen. Wenn der Mieter plötzlich mit Verweis auf den noch bestehenden Mietvertrag die Schlüssel wiederhaben will, bleibt es dann eben bei der bereits ausgesprochenen Kündigung samt laufender Mietzahlung.
 

elknipso

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Entschuldige meine unpräzise Ausdrucksweise in diesem Fall.
Selbstverständlich ist die Rückgabe der vollständig geräumten Mietsache die Voraussetzung für die Zahlung der Prämie. Sprich dafür, dass ich keine Räumungsklage einreichen muss.

Ich werde bei den Vorlagen im Internet darauf achten, dass auch der Punkt mit der Aufhebung des Mietverhältnisses darin beachtet findet, wenn nicht ergänze ich es entsprechend.

Das Kind ist noch nicht im Brunnen :). Bisher habe ich schriftlich vom Mieter den Vorschlag, wenn als Anreiz die Summe x gezahlt wird ist er Ende Juli raus. Meine Zusage und die Detailabstimmung erfolgte telefonisch, wobei ich mich daran halte was ich jemanden zusagen. Selbstverständlich auch wenn dies "nur" mündlich erfolgt.

Generell hat der Mieter bisher einen guten Eindruck gemacht, und ich persönlich glaube auch nicht, dass er es wirklich auf eine Räumungsklage hätte ankommen lassen. Aber das Risiko mit dem damit verbundenen zeitlichen Aufwand möchte ich nicht eingehen, daher das Angebot und die Einigung mit der Prämie.
 

Ferdl

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Bisher habe ich schriftlich vom Mieter den Vorschlag, wenn als Anreiz die Summe x gezahlt wird ist er Ende Juli raus.
So naiv wie ich bin, würde ich diesen Vorschlag schriftlich zustimmen,in dem Sinne, hiermit stimme ich Ihrem Vorschlag vom xx wie am yy besprochen, zu. Das besprochene Verschriftlicht, mfg, Ihr Vermieter.

Wer sich daran nicht hält, hält sich auch an keinen anderen Vertrag.
Ist aber vermutlich zu einfach gedacht, oder was meinen die Rechtsexperten?

Wichtig dabei, das es die Kohle erst nach Rückgabe der Wohnung gibt.
 

elknipso

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Wäre ich ein Volljurist mit Schwerpunkt Mietrecht würde ich nicht hier im Forum um Rat fragen.
 
immobiliensammler

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Wäre ich ein Volljurist mit Schwerpunkt Mietrecht würde ich nicht hier im Forum um Rat fragen.

Du machst aber gleich zwei Fehler in einem Satz:

ch werde bei den Vorlagen im Internet darauf achten, dass auch der Punkt mit der Aufhebung des Mietverhältnisses darin beachtet findet, wenn nicht ergänze ich es entsprechend.

A) Ich nehme wenn ich mich selbst nicht auskenne bestimmt keine ungeprüften Vorlagen aus dem Internet
B) Die freihändigen Ergänzungen eines Laien haben selten etwas Gutes bewirkt, selbst wenn die Vorlage/der Vertrag vorher super ausgearbeitet war!
 

elknipso

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Ich verstehe auf was Du hinaus möchtest.
Was ist denn eine gute Anlaufstelle für eine saubere Vorlage, bietet Haus und Grund sowas an, oder hast Du eine Empfehlung für eine gute Vorlage?
 
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