Aufteilung Heizgrundkosten b. sukzessivem Wechsel v. Nachtspeicher a. Zentralheizung

Dieses Thema im Forum "Abrechnungs-/Umlagmaßstab" wurde erstellt von FairMieter, 02.12.2014.

  1. #1 FairMieter, 02.12.2014
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    Der Sachverhalt:

    In einem Mietshaus mit fünf nachtspeicherbeheizten Wohnungen wird eine neue Zentralheizung installiert. In den einzelnen Wohnungen wird jeweils bei Mieterwechsel die Nachtspeicherheizung gegen an die Zentralheizung angeschlossene Heizkörper ausgetauscht. Um die Diskussion einfach zu halten sei angenommen, daß alle Wohnungen die gleiche Fläche haben und pro Heizperiode eine weitere Wohnung umgestellt wird. Im ersten Jahr ist also nur eine Wohnung angeschlossen, im zweiten Jahr zwei usw. bis nach fünf Jahren alle Wohnungen Zentralheizung haben. Die Heizungsgrundkosten sollen nach Wohnfläche aufgeteilt werden.

    Die Frage:

    Welche Gesamtwohnfläche ist bei der Verteilung der Heizungsgrundkosten in den fünf Jahren jeweils zugrunde zu legen? Von Anfang an die gesamte Wohnfläche des Hauses oder nur die der jeweils angeschlossenen Wohnungen?

    Ich freue mich auf Eure Kommentare!
     
  2. AdMan

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  3. Andres

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    Meiner Meinung nach müssen nur die jeweils an die Zentralheizung angeschlossenen Wohnungen bei der Berechnung der Gesamtwohnfläche berücksichtigt werden. Für die erste Wohnung ändert sich die Berechnungsgrundlage also mehrfach - das ist normal.

    Da der Umbau kaum mit dem Abrechnungsstichtag zusammenfallen dürfte, wäre die Abrechnung außerdem jedes Jahr aufzuteilen in vor/nach der Erweiterung der zentral beheizten Fläche. Dafür sind Zwischenablesungen erforderlich und aus rein praktischen Gründen würde ich damit dringend zu funkenden HKV oder WMZ außerhalb der Wohnungen raten - sonst kann man gleich den Passierschein A 38 beantragen. :48:
     
  4. #3 FairMieter, 02.12.2014
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    Ich bin nur an dem Aspekt anteilige Wohnfläche interessiert. Nehmen wir also für die weitere Diskussion an, daß Umbau und Abrechnungsstichtag zusammenfallen.

    @ Andreas: Könntest Du Gründe für Deine Meinung angeben? Würdest Du auch bei Deiner Meinung bleiben, wenn das Haus hundert Wohnungen hätte, die erste Wohnung also im ersten Jahr die kompletten Grundkosten einer für hundert Wohnungen dimensionierten Heizungsanlage zu tragen hätte?
     
  5. Andres

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    Auslegung von § 7 Abs. 1 HeizkostenV, vor allem letzter Satz. Dort steht zwar nirgends "von der zentralen Heizungsanlage beheizte Räume", aber das darf man wohl trotzdem so annehmen.


    Im Grundsatz ja, soweit es die Abrechnung betrifft. Der Vermieter müsste sich in diesem Fall aber sicher den Vorwurf der Unwirtschaftlichkeit gefallen lassen. Da du dich aber so sehr auf die Umlage konzentrieren willst, gehört das schon wieder nicht zur Fragestellung. ;)
     
  6. #5 FairMieter, 02.12.2014
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    Im Gegenteil! Das genau ist der Punkt. Je weniger Wohnungen zu Beginn angeschlossen sind umso unwirtschaftlicher ist die Heizung. Diese Unwirtschaftlichkeit kann eben nicht der ersten Wohnung angelastet werden.
     
  7. Andres

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    Über welche Heizkosten pro m² sprechen wir hier? Nur weil die Heizung einen schlechteren Schnitt macht, als wenn sie alle fünf Einheiten beheizt, ist sie nicht gleich unwirtschaftlich im für die Abrechnung relevanten Sinn. Das ist nämlich eigentlich eine ziemlich hohe Hürde - dein Beispiel mit 100 Einheiten ist eben recht extrem.
     
  8. #7 sobriety, 03.12.2014
    sobriety

    sobriety Gast

    In welcher Höhe sollen denn die Kosten liegen?
    Der Energieverbrauch an sich kann bei einem Nutzer ja nicht allzu hoch sein.
    Siehst du hier Wartungskosten, Heizkosten für etwaige Pumpen, Schornsteinfeger, Ablesung der Wärmemengenzähler und dessen Vermietung?
    Letztere würden ja auch zunächst nur für die angeschlossene Wohnung erfolgen.
     
  9. #8 FairMieter, 03.12.2014
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    Bingo. Ich habe zwei Urteile gefunden, in denen ein vergleichbarer Sachverhalt vorliegt, wenn auch in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge: Alle Wohnungen mit Zentralheizung, ein Wohnungsbesitzer baut Heizkörper ab und Nachtspeicher auf. Urteil sagt unzulässig, weil Heizungsanlage dann unwirtschaftlich wird.

    Danke an alle für ihre Beiträge!

    @ Andreas: Extrembeispiele dienen dazu, Effekte deutlich zu machen, deren Auswirkung normalerweise zu klein sind um aufzufallen. Unwirtschaftlichkeit würde ich in dem Fall auch trotz der o.g. Urteile nicht argumentieren wollen sondern Analogie zum Leerstand.

    @ sobriety: Wie schon @ Andreas würde ich eine explizite Kostenargumentation nicht führen wollen. Die wesentliche Unwirtschaftlichkeit sehe ich, um Deine Frage zu beantworten, in Kesselverlusten, weil die Heizung immer nur auf geringer Teillast fährt, ähnlich einem Auto, bei dem man kurze Stadtfahrten mit langen Autobahnfahrten vergleicht.
     
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