Aufteilung Heizkosten / Warmwasserkosten

Dieses Thema im Forum "Heizung" wurde erstellt von Martens, 29.06.2011.

  1. #1 Martens, 29.06.2011
    Martens

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    moin zusammen,

    in einem Objekt mit einer verbundenen Anlage zur Bereitung des warmen Wassers sowie der Beheizung wurden bisher die Kosten der Warmwasserbereitung gemäß den gesetzlichen Vorgaben mit 18% angesetzt.

    Nun steht aktuell in der Heizkostenverordnung zu §9:

    Das bisherige Verfahren ist nicht mehr zulässig, ein Wärmemengenzähler muß her.
    Mir stellt sich die Frage, ob ein Wärmemengenzähler für das warme Wasser reicht, oder ob ich einen zweiten WMZ für das Heizungssystem brauche, um die Kostenaufteilung vornehmen zu können.

    Ich habe Kosten der Beheizung, ich habe Verbräuche und kann diese in kWh umrechnen.
    Ziehe ich aber von den angelieferten kWh den Verbrauch per WMZ ab, verbleiben sämtliche Verluste aus Wirkungsgraden etc. bei den Heizkosten - das kann doch nicht gewollt sein.

    Andererseits sind WMZ für ein Heizsystem (hier DN65) ziemlich teuer in Anschaffung und Betrieb, niemand will unnötige Installationen bezahlen.

    Was tun?
    Christian Martens
     
  2. AdMan

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  3. #2 Berny, 29.06.2011
    Zuletzt bearbeitet: 29.06.2011
    Berny

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    Hallo Christian,

    Du sprichst ein Problem an, welches mir wohl bekannt ist und bei unseren MFH vergangenes Jahr gelöst wurde:
    Es wurden zwei gleiche WMZ (Almess Integral MK-MaXX 2,5) eingebaut, einer in die Heizungsrücklaufleitung, der andere in die Laderücklaufleitung des WW-Speichers.
    Sie kosteten zusammen incl. Einbausatz und Montage knapp 600€ (waren noch andere Arbeiten zu machen).
    Die beiden kW-Anzeigen verglichen, war die Aufteilung in der vorvergangenen Saison 72,98% zu 27,02%, in der vergangenen Saison 81,33% zu 18,67%.
    Anscheinend war der vergangene Winter härter.
    Ob ich die Dinger nach 5-6 Jahren austauschen lassen werde, wage ich, da wir unkomplizierte Mieter haben, zu (noch) bezweifeln. Es gibt ja ausserden auch noch 14 Wasserzwischenzähler...
     
  4. Heizer

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    Und hier beißt sich die Kuh in den Schwanz.

    Auf der einen Seite erklärt das BGH Differenzmessung für Vorverteilung für unzulässig und auf der anderen Seite schreibt die Heizkostenverordnung genau das vor in Bezug auf die WW-Bereitung.

    Falsch ist es nicht einen Hauptwärmemengenzähler einzubauen. Aber wirtschaftlich ist es normalerweise auch nicht. Wobei Du ganz sicher keinen Qn25 für DN 65 benötigst. Der wäre dann erst für große Wohnblöcke mit 100 Wohnungen und mehr nötig. Also müßte reduziert werden. Der Zähler sollte der Heizleistung und nicht der Rohrgröße angepaßt sein.

    Wobei richtigerweise der WMZ dann nur den Strang der statischen Heizung messen sollte, damit eine einwandfreie Vorverteilung möglich ist.


    Die Verluste der Warmwasserbereitung werden aber durch den Wärmemengenzähler mit gemessen. Lediglich das Stück Rohr vom Verteilerbalken bis zum Zähler wird nicht erfaßt. Das kann man aber vernachlässigen.

    Der unterschiedliche Wirkungsgrad der Heizanlage hingegen wird nicht berücksichtigt. Dies kann u.U. zu recht komischen Verteilergebnissen führen. Dies wiederum bewirkt, dass diese Art der Ververteilung genauso eine grobe Schätzung ist wie die Berechnung nach Formel wie früher.
     
  5. Heizer

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    Naja spätestens nach 7-8 Jahren wird die Batterie schlapp machen. Dann wirst Du sie austauschen müssen. Leider hast Du Dich für das teuerste Fabrikat auf dem Markt entschieden.

    Einfache 130mm AP Wärmezähler Qn 2,5 und 1 zölliger Kugelhahn mit Fühleraufnahme M10*1 kosten so um die 100-120€ zuzüglich Einbau. Je nach Sanifritze je Messstelle auch nochmal so um die 100 Glocken. Ein spezieller Einbausatz ist da nicht notwendig.
     
  6. Berny

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    Hi,
    ich hatte aufgrund einer Ausschreibung für 2 WMZ und 14 WZ und Heizungsanlagenwartung 14 Angebote bekommen zw. 2155€ und 4056€... Muss ich mehr sagen?
     
  7. #6 Martens, 30.06.2011
    Martens

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    Tja, wie soll ich sonst ganz praktisch die Kosten anhand der Verbräuche aufteilen, wenn ich nur die Verbräuche der Warmwasserbereitung gemessen habe?
    Ich bin ja zu allem bereit, solange es vom Gesetz gedeckt ist (wie bisher die 18%-Regel) und ich somit unangreifbare Abrechnungen produziere.

    Wenn ich weiß, was ich an Technik benötige, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, dann kann ich schauen, wie ich das wirtschaftlich erledige.

    Uns wurde für eine Objekt mit 10 Wohnungen und rund 2000m² Heizfläche genau das angeboten, ein Zähler Qn25 für DN 65.
    Am Rohrdurchmesser sollte man vielleicht nichts ändern, aber Qn 25 erscheint mir auch etwas hoch gegriffen.
    Wie kann ich die Durchflüsse abschätzen, um einen optimalen Zähler zu finden?

    Aus dem Heizkessel geht eine Leitung in den Warmwasserspeicher und eine Leitung in das Heizsystem. Nach meinem Verständnis muß ich in beide Leitungen WMZ setzen, um eine Vorverteilung durchführen zu können.
    Wenn es andere Lösungen gibt, die die gesetzlichen Vorgaben erfüllen, immer her damit.

    vielen Dank,
    Christian Martens
     
  8. Heizer

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    In der Heizkostenverordnung steht nur was von einem Wärmezähler für die WW-Bereitung. Die Energiemenge, die die Heizanlage produziert hat, kannst Du nach wie vor über die Brennstoffformel in der HKVO errechnen und dann die kWh der WW-Bereitung einfach davon abziehen.


    Wasser enthält eine spezifische Wärmemenge von ca. 24kWh/m³ bei einem delta T von 20K. Oder anders ausgedrückt. Bei einer Heizleistung von 24KW wird je Stunde ein Volumen von 1 m³ Heizwasser benötigt.

    Bei 240KW, was üblicherweise die Leistung einer Heizanlage für ein Wohnhaus mit 20-40 Wohnungen ist, sind es dann maximal 10m³/h.

    Die angegebene Qn ist die Nenngröße. Ein Zähler arbeitet im Bereich von Qn/100 bis Qn*2 innerhalb seiner Betriebsfehlergrenze.

    Für obiges Beispiel mit einem maximalen Volumenstrom von 10m³/h wäre also ein Qn6 die richtige Größe. Dieser misst mindestens bis zu einem Volumenstrom von 12m³/h, kann aber auch weiter überlastet werden.

    Dein Qn 25 hingegen benötigt mindestens 0,25m³/h um überhaupt anzulaufen. Wenn in der Übergangsperiode nur 3-4 Heizkörper in Betrieb sind mit je 50L/h Durchfluss, würde dieser die Wärmemenge garnicht erfassen können.

    Die Heizleitungen sind aus hydraulischen Gründen immer um 2-3 Größen überdimensioniert. Dies vereinfacht den hydraulischen Abgleich und der Heizungsbauer verdient mehr. Ist wirklich so! Kann ja kaum ein Bauherr nachprüfen. Und genau aus dem Grund bieten die Dir auch einen Qn 25 an. Dieser ist nicht nur um Größenordnungen teurer als nötig, sondern auch messtechnisch völlig ungeeignet.

    Wenn Du es richtig machen willst, wirst Du also um eine Rohrreduzierung auf DN 40 oder DN 32 nicht herumkommen.
     
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