Aufzug Gefährdungsbeurteilung

Diskutiere Aufzug Gefährdungsbeurteilung im Aufzug Forum im Bereich Betriebs- und Heizkosten; Hi zusammen, mich erreicht gerade ein Schreiben vom TÜV der mir dabei helfen soll eine "Gefährdungsbeurteilung" zu erstellen. Jeder...

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Hi zusammen,

mich erreicht gerade ein Schreiben vom TÜV der mir dabei helfen soll eine "Gefährdungsbeurteilung" zu erstellen.
Jeder Aufzugsbetreiber ist dazu verpflichtet diese nach BetrSichV §3 zu erstellen.

Wenn ich mir das Ganze durchlese, werde ich daraus nicht schlau, was ich zusätzlich zum Jährlichen TÜV Prüfungstermin, der ja sowieso gemacht wird, noch tun muss ?

Könnt ihr mir sagen was Ihr zu dem Thema aktiv macht ?
Um die technische Betriebsfähigkeit zu Bestätigen, dafür hab ich doch schon die TÜV Prüfung des Aufzugs ?

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Ferdl

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Von Aufzügen habe ich keine Ahnung, grundsätzlich geht es aber um die Gefahrenabwehr bei technischem Gerät und Verfahrensabläufe in gewerblicher Nutzung.
Inwieweit ein Aufzug im Mietshaus darunterfällt kann ich nicht beurteilen, im Gewerbebetrieb oder öffentliche Nutzung wäre eine Gefährdungsbeurteilung sicher erforderlich.

Die Gefärdungsbeurteilung hat nur indirekt mit der technischen Überprüfung der Anlage zu tun.
In der Gefährdungsbeurteilung wird ermittelt welche Gefahren, insbesondere für Menschen aber auch für Tiere oder ..., durch die Nutzung bestimmter Geräte oder Verfahrensabläufe entstehen und wie diese Minimiert, Gegenmaßnahmen ergreift, bis hin zur Rettung. Es wird also der gesamte Ablauf betrachtet, was könnte passieren, wenn...

Bei einem Aufzug könnte ich mir vorstellen, was geschieht wenn der Strom ausfällt, der Aufzug stecken bleibt, die Türen nicht schließt etc., wann und wie werden welche Meldeketten ausgelöst.
Das hört sich jetzt wilder an als es ist.
Die Überprüfung der technischen Betriebssicherheit (TÜV) gehört indirekt dazu, als das dokumentiert wird, dass und wann die Prüfung stattfindet, weiter dass Sicherheits- und Betriebsanweisungen für die Benutzer vorhanden sind, die Dokumentation dass die Papiere für das Gerät incl. nötiger Zertifikate, Bescheinigungen und Bedienungsanleitung vorhanden sind.

In Kurzfassung: Gefahren erkennen, diese benennen und beschreiben wie man diese verhindert.

Kann man selber machen, kostet aber Zeit.
PS: wichtiger als die Perfektion, ist das generelle Vorhandensein.
 

RP63VWÜ

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Eine Gefährdungsbeurteilung GB ist immer dann notwendig, wenn "Mittel" anderen als dem Unternehmer/Eigentümer zur Verfügung gestellt werden.
Das kann ganz profan die Leiter sein, die einen sicheren Stand haben muss und geht weiter bis zu komplexen technischen Anlagen.
Verantwortlich ist immer der Unternehmer/Eigentümer, er darf aber selbstverständlich delegieren.

Mich würde (da ich mich beruflich mit GBs beschäftige) das TÜV-Schreiben interessieren!
Kannst Du das mal anonymisiert hier hereinstellen?
 

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@RP63VWÜ
Es geht konkret um ein Angebot des TÜV Süd für eine "Gefährdungsbeurteilung" nach Sicherheitsanalyse Plus.

https://www.tuvsud.com/de-de/branch...ppen-foerdertechnik/sicherheitsanalyse-aufzug

Quasi hilft mir der TÜV bei der Erstellung der Gefährungsbeurteilung.
Lt. Schreiben darf der TÜV diese Beurteilung selbst nicht erstellen, das muss der Eigentümer machen.

Bei mir gehst es lediglich um ein MFG mit einem Aufzug 6 Haltestellen.
Mich wundert, dass das Thema hier noch nie besprochen wurde. Neu ist es scheinbar nicht.

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Ferdl

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Eine Gefährdungsbeurteilung GB ist immer dann notwendig, wenn "Mittel" anderen als dem Unternehmer/Eigentümer zur Verfügung gestellt werden.
Meine, schon leicht eingetrockneten grauen Zellen behaupten hartnäckig, dass die Gefährdungsbeurteilung in den Rechtsbereich der Berufsgenossenschaften fällt.
Daher hätte ich im Bereich Vermietung (nicht gewerblich) mehr als leichte Zweifel dass diese notwendig ist.
Wenn eine der Haltestellen bei einem gewerblichen Mieter ist, dann selbstverständlich Pflicht aber sonst?
Aus Haftungsgründen ist es sicher immer Vorteilhaft so etwas zu haben.
 

RP63VWÜ

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@Ferdl:
Zunächst mal teile ich Deine Ansicht.
In der Regel werde ich aktiv (bei mir geht es nicht um Aufzüge!), wenn die Berufsgenossenschaft bei einem Ortstermin eine Gefährdungsbeurteilung oder eine wiederkehrende Prüfung beim Arbeitgeber anmahnt.

Aber, in § 3 BetrSichV steht:
Für Aufzugsanlagen gilt Satz 1 nur, wenn sie von einem Arbeitgeber im Sinne des § 2 Absatz 3 Satz 1 verwendet werden.
In besagtem § 2 (3) steht dann
(3) Arbeitgeber ist, wer nach § 2 Absatz 3 des Arbeitsschutzgesetzes als solcher bestimmt ist. Dem Arbeitgeber steht gleich,
1. wer, ohne Arbeitgeber zu sein, zu gewerblichen oder wirtschaftlichen Zwecken eine überwachungsbedürftige Anlage verwendet,
Da Vermieten per Definition eine Gewinnerzielungsabsicht voraussetzt, sehe ich hier einen Zusammenhang.
Der Aufzug in der selbst bewohnten dreigeschossigen Villa gehört folglich nicht dazu.

Aber wir haben hier doch sicherlich Vermieter, die in einer WEG eines Hochhauses vermieten.
Die könnten doch berichten …

Und jetzt schaue ich mir den TÜV-Link an.
Update:
Proaktive Werbung, warum auch nicht.
 
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Fremdling

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Meine unmaßgebliche Meinung:
Aufzugshersteller und Technische Überwachungsvereine generieren naturgemäß gern neue Einnahmequellen zur Profitsteigerung; das müssen nicht immer Pflichtdienste sein.
  • Ein großer Aufzugshersteller mit laufenden Service- und Notrufvertrag bot in den letzten Jahren zusätzlich einen €1.000 schweren ‘Gurtpflege-Service‘ für die Transportgurte an, während noch deren lange Haltbarkeit und Wartungsfreiheit(!) gegenüber früheren Stahlseil-Systemen im Netz beworben wurde. Das überraschende erste Angebot nach ca. 7 Jahren Betriebsdauer erklärte allerdings nicht den für den Betreiber wirtschaftlichen Vorteil ggü. dem normalen Verschleiß in Zeit oder Geld. Auch fehlte die sinnige Wiederholungsrate für diese neue Pflege.
  • Die Gefährdungsbeurteilung ist keine neue Vorschrift und m.E. auch nicht intensiviert vorgeschrieben. In der Regel wird der Betreiber im Zuge der TÜV-Prüfungen und Wartungsarbeiten des Herstellers ohnehin auf Nachrüsterfordernisse und Schwächen im System Aufzug hingewiesen, was sich sogar in den TÜV-Protokollen findet (z.B. keine Wohnungsschlüssel-Hinterlegung für Notbefreiungen in Penthauswohnungen mit direktem Zugang aus der Aufzugskabine).
Wenn von dem hier diskutierten Angebot nur einige unbedarfte Betreiber Gebrauch machen, ist bereits das Ziel der Dienstleister erreicht. Wir reagieren hier: Abwarten - Tee trinken!
 
Thema:

Aufzug Gefährdungsbeurteilung

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