Aus kleinem Schaden mach großen Schaden - und schon greift Kleinreparatur nicht mehr?

Dieses Thema im Forum "Kleinreparaturen" wurde erstellt von Frieder, 10.12.2013.

  1. #1 Frieder, 10.12.2013
    Frieder

    Frieder Neuer Benutzer

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    Hallo,
    hat jemand schon irgendwelche Erfahrungen damit gemacht?
    Konkret: Wasserhahn defekt, Schaden unter 100 Euro (wie im Mietvertrag), da nur Kartuschenwechsel nötig. Handwerker und Material kosten ca. 80 Euro.
    Also will der findige Mieter, der um die Regelung weiß, auch einen weiteren Wasserhahn defekt wissen. Und tatsächlich auch ein weiterer ist defekt. Macht 160 Euro.
    Vermieter zahlt alles und der Mieter nichts.

    Ist er damit fein raus?

    Gruß Frieder
     
  2. AdMan

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  3. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi Frieder,

    les dir mal die Kleinreparaturregel genau durch ! Da müsste für die 100€ Regelung sowas steht wie zB "für jeden sachlich abgegrenzten Schaden".

    Beachten muss man dann nur noch als Vermieter, das die Gesamtkosten aller Schäden pro Jahr höchsten x % bzw x Euro ausmachen dürfen. Das steht dann aber auch im Mietvertrag.
     
  4. #3 Frieder, 11.12.2013
    Frieder

    Frieder Neuer Benutzer

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    Hallo Pharao,
    tatsächlich steht im MV "je Einzelfall 100 Euro". Nach Rücksprache mit dem örtlichen HausundGrund-Verein sind die Wasserhähne als getrennte Schäden zu bewerten. Und beide Schäden belaufen sich auf je unter 100 Euro. Somit scheine ich auf der sicheren Seite zu sein.

    Generell finde ich das Problem dennoch diskussionswürdig. Wie verfährt man, wenn ein Mieter um die Kleinreparaturregel zu umgehen, einer Mietsache erheblichen Schaden zufügt? Gutachter bestellen? Wer zahlt diesen? Ich erwarte natürlich keine juristisch klare Antwort, aber vielleicht gibt es bereits Erfahrungen damit.

    Gruß,
    Frieder
     
  5. Andres

    Andres
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    Man verfährt gar nicht. Wenn der Mieter etwas kaputt macht, beseitige nicht ich den Schaden sondern er. Also: Der Mieter kommt zu mir und sagt: "Da ist XY kaputt." Wenn ich zu der Überzeugung komme, dass der Mieter das (mehr oder weniger) vorsätzlich kaputt gemacht hat, sichere ich Beweise (Fotos, defekte Teile, ...) und machen dann bis zur Rückgabe der Mietsache genau gar nichts mehr.

    Wenn der Mieter was will, soll er das einklagen. Und in deinem Beispiel würde ich dann einen versuchten Betrug zur Anzeige bringen ...


    Merke: Wer bestellt, zahlt. Solche Geschütze fährt man also erst dann auf, wenn es unbedingt möglich ist, und man eine Chance sieht, die Kosten an den Mieter weiterzugeben - also z.B. im Rahmen der o.g. Klage.


    Soweit mal meine grundsätzliche Vorgehensweise. Variationen sind natürlich je nach Situation möglich.
     
  6. #5 Papabär, 11.12.2013
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Wir sind - bis auf Ausnahmen - davon abgekommen, diese Klausel anzuwenden. Die Erfahrung lehrt, das - sobald es sich herumgesprochen hat - kein Schaden mehr in diesen Rahmen fällt. Zwar hatte ich noch keinen Fall von "ergänzendem Zweitschaden" - aber Monteure, die dann mehrere Stunden für ´nen Gummistöpsel (am Kettchen) benötigt haben.

    "War´ne komplizierte Montage ..." lallte der Monteur ... "und Kaffee un´ Kuchen gab´sch a noch!"
    (das ist jetzt dramaturgisch etwas übertrieben ... aber in abgeschwächter Form durchaus schon vorgekommen)
     
  7. #6 immodream, 11.12.2013
    immodream

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    Hallo Frieder,
    ich hab diese Kleinreparaturklausel auch in meinen Mietverträgen.
    Diese Klausel hab ich aber erst in die Mietverträge aufgenommen, nachdem ein Mieter angerufen hatte, das seine Steckdose wackelig wäre und ich gefälligst die Schraube in der Mitte nachziehen sollte.
    Aber bei allen normalen Mietverhältnissen wende ich diese Klausel nicht an und bin sehr kulant. Ich weise den Mieter aber zumindestens auf die Kleinreparaturklausel hin.
    Wenn natürlich ein Mieter versuchen würde , mich regelmäßig mit Kleinreparaturen zu beglücken, würde ich auch die Notbremse ziehen.
    Und wenn bei deinem Mieter wirklich zwei Wasserhähne tropfen, ist das nicht Schuld des Mieters ,sondern für mich eine normale verschleißbedingte Reparatur.
    Außerdem kann ich sowieso nicht ausschließen, das der Handwerker bedingt durch vom Mieter spendierten Kaffee und Kuchen oder nicht vorhandenes Ersatzteil schnell die Kostenobergrenze überschreitet.
    Eigentlich denkt dein Mieter doch mit, indem er gleich auf einen weiteren undichten Wasserhahn hinweist. Dann braucht der Handwerker nicht noch einmal vorbeikommen.
    Grüße
    Immodream
     
  8. Nanne

    Nanne Erfahrener Benutzer

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    ,,und schon greift Kleinreparatur nicht....

    Bei mir hat sich folgende Vorgehensweise sehr bewährt. Mieter meldet Schaden, ich weise ihn darauf hin, daß diesen evtl.seine Haft.begleicht. Ich bestelle den Handwerker,
    nicht der Mieter (so im Gesetz), bei Reparaturarbeiten bin ich dabei - ist auch mein Recht, denn ich als Vermieter muß ja die Arbeit abnehmen und bestätigen, daß diese in
    Ordnung durchgeführt wurde. Ich bezahle die Rechnung und gebe diese an den Mieter
    weiter, mit dem Hinweis, diese seiner Versicherung zukommen zu lassen und mir den Be-
    trag dann zu begleichen. Ich berechne dem Mieter spätestens bei Jahresabrechnung den
    Schadensbetrag.
    Ist dies korrekt? Ich nehme andere Meinungen gerne an.
    lieben Gruß, Nanne
     
  9. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi Nanne,

    ob die Versicherung des Mieter den Schaden bezahlt oder nicht, interessiert mich als Vermieter genauso wie wenn in China ein Sack Reis umfällt. Mich interessiert nur, zählt das unter Kleinreparaturen (ja/nein) und falls "ja", will ich das dann an den Mieter weiterreichen (ja/nein) ?
     
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