Badumbau durch Mieter wegen Behinderung

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Lunatic

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Hallo

bisher war ich nur stiller Mitleser in diesem schönen Forum, jetzt habe ich selber mal eine Frage

Ich vermiete eine 3 Zimmerwohnung mit einem kleinen Gärtchen in der seit einigen Jahren ein Rentnerpärchen wohnt. Der Mieter hat inzwischen einen (höheren) Pflegegrad und hat nun angefragt, ob im Bad ein Umbau von Badewanne auf eine bodentiefe Dusche möglich wäre, weil er nicht mehr in die Badewanne reinsteigen kann.
Ich versteh die gesundheitliche Problematik des Mieters, aber eigentlich möchte ich die Wohnung mit Badewanne haben. Denn von der Lage und dem Schnitt her sind die Hauptzielgruppe der Wohnung Familien und hier scheinen die meisten unbedingt eine Badewanne zu wollen. Zudem ist die Wohnung für uns der wahrscheinliche Wohnsitz im Alter, wenn wir so in 10 Jahren in Rente gehen und in die Heimat zurückziehen können und ich möchte unbedingt eine Badewanne haben.
Das Bad ist leider so klein, dass die Option zusätzlich eine Dusche einzubauen ausscheidet.
Das Bad ist jetzt ca. 12 Jahre alt und top in Schuss, bei der letzten Sanierung wurden auch alle Leitungen neu gemacht und neu gefliest, daher sehe ich/erwarte ich da die nächsten Jahre keinen Sanierungsbedarf.

Soweit ich mich eingelesen habe, hat der Mieter wegen dem Pflegegrad ein Recht darauf umzubauen wenn keine wichtigen Gründe dagegensprechen von Vermieterseite, aber ich kann den Rückbau bei Auszug verlangen und die Kaution erhöhen als Sicherheitsleistung?
Wie wickelt man sowas ab?
Auf welche Punkte sollte ich achten?
Wie bestimmt man die Summe für die Kautionserhöhung? V.a. in Hinblick auf Preissteigerungen?
Muss ich ein Bad mit verschiedenen Fließen akzeptieren oder kann ich auf komplett fliesen bestehen?
Wie ist das mit der Haftung wenn der Mieter umbaut?
Kann ich Vorgaben für den Umbau machen? Zb vernünftige Duschabtrennung, damit das Wasser nicht überall im Bad landet. Der Mieter meinte die Pflegekasse zahlt nur eine bodentiefe Dusche mit Duschvorhang.

Was wäre denn Gründe dem Mieter den Badumbau zu verbieten?

Wie sind eure Erfahrung mit dem Thema behinderten gerechter Badumbau.

Dann bin ich mal gespannt auf die Antworten.
 
Andres

Andres

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Soweit ich mich eingelesen habe, hat der Mieter wegen dem Pflegegrad ein Recht darauf umzubauen wenn keine wichtigen Gründe dagegensprechen von Vermieterseite, aber ich kann den Rückbau bei Auszug verlangen und die Kaution erhöhen als Sicherheitsleistung?
Der Anspruch besteht (was leicht kurios ist) unabhängig von eigenen Behinderungen oder dem Pflegegrad. Jeder kann die Erlaubnis zu einem behindertengerechten Umbau fordern. Die Rückbauverpflichtung besteht grundsätzlich, aber man sollte sie unbedingt in der entsprechenden Vereinbarung noch einmal erwähnen. Man muss ja sowieso eine Vereinbarung treffen, weil man die erhöhte Kaution festlegen möchte.

Wie wickelt man sowas ab?
Der Mieter beschreibt die durchgeführten Veränderungen schriftlich, man erinnert an die Rückbauverpflichtung, weist vielleicht noch auf bauliche Besonderheiten hin, sofern es solche gibt, vereinbart die erhöhte Kaution und leistet zwei (oder mehr) Unterschriften.

Wie bestimmt man die Summe für die Kautionserhöhung? V.a. in Hinblick auf Preissteigerungen?
Die Sache ist noch relativ neu (Ende 2020 in der aktuellen Form) und es gibt keine gefestigte Rechtsprechung. Allgemein nimmt man derzeit an, dass die vollen Rückbaukosten (sofern ein Rückbau aufgrund der Art der Maßnahme überhaupt möglich ist) der Kaution zugeschlagen werden dürfen. Hinsichtlich Preissteigerung: Da guckt der Vermieter wohl in die Röhre. Die Gerichte werden das wohl eloquenter formulieren und auf die Verzinsung der Kaution hinweisen, die die Kaution mehrt, ....

Muss ich ein Bad mit verschiedenen Fließen akzeptieren oder kann ich auf komplett fliesen bestehen?
Wenn dem Mieter ein solcher Umbau gestattet wird, kann er m.E. während der Dauer seiner Mietzeit auch gerne in der Villa Kunterbunt leben. Bei Rückgabe halte ich aber ein einheitliches Bild für geschuldet und vermute weiter eine analoge Anwendung der Rechtsprechung bzgl. Farbwahl bei Schönheitsreparaturen: Auch wenn ein exakter Farbton kaum geschuldet sein wird, sind doch extreme Gestaltungen kein ordnungsgemäßer Zustand bei Rückgabe.

Wie ist das mit der Haftung wenn der Mieter umbaut?
Der Mieter haftet für alles, was er oder seine Lakaien anstellen. Das Problem dabei ist: Was mache ich mit einem Mieter, bei dem nichts zu holen ist, und der Handwerker beauftragt hat, bei denen auch nichts zu holen ist? Ich sehe keine Möglichkeit, hier mehr zu tun, als den Mieter auf seine Haftung hinzuweisen.

Kann ich Vorgaben für den Umbau machen? Zb vernünftige Duschabtrennung, damit das Wasser nicht überall im Bad landet. Der Mieter meinte die Pflegekasse zahlt nur eine bodentiefe Dusche mit Duschvorhang.
Ich sehe z.B. für die Festlegung auf eine Duschkabine keine rechtliche Grundlage.

Was wäre denn Gründe dem Mieter den Badumbau zu verbieten?
Auch hier der Hinweis: Das Thema ist relativ neu. Worauf der Mieter sicher keinen Anspruch hat, sind baurechtlich unzulässige Veränderungen. Ich vermute auch die Möglichkeit, Eingriffe in tragende Wände abzulehnen, zumindest soweit Alternativen bestehen. Außerdem dürfen die Gründe für den Umbau zwar grundsätzlich schon bei Anmietung bestanden haben, aber der Vermieter darf darüber nicht getäuscht worden sein.

In der Selbstnutzungsperspektive ~10 Jahre sehe ich jedenfalls keinen ausreichenden Grund, die Zustimmung zu verweigern. Wenn das Mietverhältnis bereits gekündigt wäre (wenn auch womöglich mit langer Frist), mag das anders aussehen.

Käme für den Mieter auch ein Umbau der Badewanne auf ein Modell mit Einstieg in Betracht? Die ist zwar nicht mit einer bodentiefen Dusche vergleichbar, aber der Einstieg ist schon einmal deutlich leichter, als in eine normale Badewanne, und m.W. ist auch das von der Pflegekasse mit den bekannten 4.000 € je Nase bezuschussbar. Grundsätzlich ist es so: Am Anspruch des Mieters auf diese Gestattung kommst du schwer vorbei, daher ist es vielleicht sinnvoll, mit dem Mieter eine für beide Seiten akzeptable Lösung auszuhandeln. Das halte ich für den Weg, auf dem der Vermieter mit der größten Wahrscheinlichkeit noch Einfluss auf die genaue Ausgestaltung nehmen kann.
 

Ferdl

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Der Mieter haftet für alles, was er oder seine Lakaien anstellen.
Wäre es nicht schlauer, den Umbau als Vermieter selbst zu beauftragen und die Kosten an den Mieter weiterzureichen als diesen selbst wurschteln zu lassen?

... Wohnsitz im Alter, wenn wir so in 10 Jahren...
Das Bad ist jetzt ca. 12 Jahre alt...
Muss ich ein Bad mit verschiedenen Fließen akzeptieren oder kann ich auf komplett fliesen bestehen?
Zu der geplanten Eigennutzung ist das Bad 20-25 Jahre alt, die angedachte Nutzungsdauer deinerseits dürfte auch bei 25 Jahren liegen, von daher würde ich mir um die Farbe der Fliesen wenig Gedanken machen, sondern den Rückbau nutzen um während des Leerstands vor der Eigennutzung das Bad komplett neu zu machen. Nur so als Anregung.
 

ehrenwertes Haus

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Der Mieter hat inzwischen einen (höheren) Pflegegrad und hat nun angefragt, ob im Bad ein Umbau von Badewanne auf eine bodentiefe Dusche möglich wäre, weil er nicht mehr in die Badewanne reinsteigen kann.

Hier könnte ein Badewannenlift eine Alternative sein. Das gibt es in verschiedenen Ausführungen.
KK und Pflegekasse übernehmen bei Bedarf die Kosten für Anschaffung und Einbau.

Was wäre denn Gründe dem Mieter den Badumbau zu verbieten?
Mir fallen nur bauliche Gründe ein, die bei dir noch zutrefen könnten, z.B. wenn eine Grundrissänderungen der Wohnung erforderlich ist für einen barrierefreien Umbau.
 

ehrenwertes Haus

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Wäre es nicht schlauer, den Umbau als Vermieter selbst zu beauftragen und die Kosten an den Mieter weiterzureichen als diesen selbst wurschteln zu lassen?
Jein.

Wenn Kostentragung durch gesetzliche KK und/oder Pflegekasse erreicht werden soll, muss deren Kunde den Auftrag erteilen, genau nach den Vorgaben einer Bedarfsanalyse der Kasse. Somit wird ein barrierefreier Umbau mit Kostenübernahme durch KK und Pflegekasse immer individuell auf den Antragsteller zugeschnitten. Nicht selten hat man dann mehrere Umbauten innerhalb weniger Jahre. z.B. erst barrierefreie Dusche, später unterfahrbahrer Waschtisch, ..
Generell werden, soweit mir bekannt, nur in der untersten Preisgruppe von den Kassen übernommen.
Für VM-Wohlwollen oder Mieter übernimmt auf VM lautende Rechnung zahlen die nix.

Eine Kostenumlage auf den Mieter über Modernisierung scheidet nach meinem Verständnis der Kriterien einer Modernisierungsmieterhöhung ebenfalls aus.
Der Gebrauchswert der WOhnung wird nur für einen speziellen Personenkreis erhöht, für andere u.U. verschlechtert (Duskussion um Dusche oder Wanne).

Bei Haftungsfragen rund um die Handwerkerleistungen wäre es besser der VM beauftragt alle Arbeiten.
 

ehrenwertes Haus

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Käme für den Mieter auch ein Umbau der Badewanne auf ein Modell mit Einstieg in Betracht?
Auch hier die Frage nach Wer soll die Umbaukosten tragen.
Diese Badewannen stehen nicht im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen KK, nur Duschen und Ein-/Ausstiegshilfen.

Genau diese Diskussion hatte ich vor ein paar Jahren mit einem Mieter.
Der Mieter meinte, ich müsse alle Kosten für einen barrierefreien Umbau zahlen, die nicht von der Kasse übernommen werden.

Begründung des Mieters: ein Teil der Umbauten sei eine Modernisierung und das Bad ohnehin längst überfällig, wie üblich bei Verträgen über mehrere Generationen.
Meine Sichtweise: Man kann über einheitliche Fliesen und passendes restliches Sanitärzeug reden, natürlich gegen Mieterhöhung.
Und damit war das Thema vom Tisch. Das Bad wurde nicht umgebaut, Selbstbeteiligung und Kostenumlage, Rückbauverpflichtung usw. fand der Mieter ne ganz miese Nr.
 
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Andres

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Eine Kostenumlage auf den Mieter über Modernisierung scheidet nach meinem Verständnis der Kriterien einer Modernisierungsmieterhöhung ebenfalls aus.
Das wäre höchstens noch möglich, wenn die Kosten den gewährten Zuschuss übersteigen, also z.B. bei Umbaukosten von 6.000 € und einem Zuschuss von 4.000 € könnten die verbleibenden 2.000 € noch Basis einer Modernisierungsmieterhöhung sein, falls - und das könnte ein weiteres Problem werden - die nicht bezuschussten Kosten überhaupt noch qualifizierte Modernisierungen darstellen. Das Bad neu zu fliesen, ist keine Modernisierung ...
 
Duncan

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Mein Fall dazu wäre jetzt gut 2einhalb oder 3 Jahre her, mittlerweile ist der Mieter tot. Dort wurde ebenso die Anfrage nach einer bodenebenen Dusche gestellt, die vorhandene in anderem Bad hat eine Eintrittshöhe von maximal 12 cm...
Man ist ja vom Fach, ein Angebot für den Umbau erstellt und auch gleich für den Rückbau, Mitteilung an den Mieter, dass die Kaution sich somit um knapp 4einhalb tausend Euro (Anpassungen am Bodenaufbau und im Untergeschoss notwendig) erhöhen würde, nach Eingang der Kautionszahlung wäre dann auch ein Handwerkertermin zu machen. Und damit erledigten sich weitere Fragen, so wichtig war es dann nicht mehr.
 

Dschei2

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Also wenn der Mieter Hilfe beim Baden/Duschen benötigt, ist evtl. sogar ein Badelifter in der Badewanne besser.

Habe jetzt bei der Schwiegermutter den Fall, dass die Caritas zum Duschen kommen muss, da sie es selber nicht mehr kann.
Badezimmer hat Dusche und Wanne, aber die Dusche ist eben normal-groß, da kann kein Pfleger mit rein um den zu Pflegenden zu waschen. Und außerdem wollen die das nicht, denn da werden sie richtig nass und müssen ja danach weiter zum nächsten Kunden.

Jetzt haben wir Badewannenlifter, der Helfer kann fast rundum den Pflegenden erreichen und wird selber nicht nass.

Wenn mich mein Mieter nach Umbau fragt, würde ich auch versuchen, ihn mit Höhe der Kosten, Höhe der Rückbaukosten, Hinweis, dass ich auf jeden Fall auf Rückbau bestehen werde und Erhöhung der Kaution dementsprechend, den Mieter so zu erschrecken, dass er vom Umbau Abstand nimmt.
 

Lunatic

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Dankeschön für all die Tips und Erfahrungsberichte

Auch hier die Frage nach Wer soll die Umbaukosten tragen.
Diese Badewannen stehen nicht im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen KK, nur Duschen und Ein-/Ausstiegshilfen.

Genau diese Diskussion hatte ich vor ein paar Jahren mit einem Mieter.
Der Mieter meinte, ich müsse alle Kosten für einen barrierefreien Umbau zahlen, die nicht von der Kasse übernommen werden.

Begründung des Mieters: ein Teil der Umbauten sei eine Modernisierung und das Bad ohnehin längst überfällig, wie üblich bei Verträgen über mehrere Generationen.
Meine Sichtweise: Man kann über einheitliche Fliesen und passendes restliches Sanitärzeug reden, natürlich gegen Mieterhöhung.
Und damit war das Thema vom Tisch. Das Bad wurde nicht umgebaut, Selbstbeteiligung und Kostenumlage, Rückbauverpflichtung usw. fand der Mieter ne ganz miese Nr.

So eine Badewanne mit Einstieg hätte ich einen akzeptablen Kompromiss gefunden, aber ja die zahlt die Pflegekasse leider nicht.

Die Kasse scheint laut Infos die die Mieter eingeholt haben wirklich nur eine "Minimalvariante" einer abgesenkten Dusche zu zahlen, keine Abtrennungen nur ein Duschvorhang. Hörte sich für mich nach baue mit Vorsatz eine Variante das ganze Bad zu überschwemmen an. Das gefällt mir garnicht.

Die Varianten mit der Mietanpassung ginge bei mir wahrscheinlich nicht, die Wohnung ist in einem Gebiet mit Mietpreisbremse und die Miete eh in einem guten Bereich.
 

Lunatic

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Mein Fall dazu wäre jetzt gut 2einhalb oder 3 Jahre her, mittlerweile ist der Mieter tot. Dort wurde ebenso die Anfrage nach einer bodenebenen Dusche gestellt, die vorhandene in anderem Bad hat eine Eintrittshöhe von maximal 12 cm...
Man ist ja vom Fach, ein Angebot für den Umbau erstellt und auch gleich für den Rückbau, Mitteilung an den Mieter, dass die Kaution sich somit um knapp 4einhalb tausend Euro (Anpassungen am Bodenaufbau und im Untergeschoss notwendig) erhöhen würde, nach Eingang der Kautionszahlung wäre dann auch ein Handwerkertermin zu machen. Und damit erledigten sich weitere Fragen, so wichtig war es dann nicht mehr.
Ich bin leider nicht vom Fach, ggf werde ich mir einen Handwerker suchen müssen für ein Rückbauangebot passend zu den Umbauplänen des Mieters.
Wobei da halt das Risiko der Preissteigerung bleibt, wenn die Mieter noch lange in der Wohnung bleiben.
Ob man auf die abgeschätze Summe einen Inflationsausgleich draufschlagen darf? V.a. nachdem die Preise wohl in den letzten Monaten explodieren.

Guter Tip, dass die Zahlung der Erhöhung der Kaution komplett vor dem Umbau erfolgen muss.

Ich tendiere erstmal dazu den Mietern zu sagen, dass ich komplett auf Rückbau und Kautionserhöhung bestehen werden, und von paar thausend € ausgehe, mal sehen ob sie das Ganze dann noch weiterverfolgen werden.
 

Lunatic

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Auch hier der Hinweis: Das Thema ist relativ neu. Worauf der Mieter sicher keinen Anspruch hat, sind baurechtlich unzulässige Veränderungen. Ich vermute auch die Möglichkeit, Eingriffe in tragende Wände abzulehnen, zumindest soweit Alternativen bestehen. Außerdem dürfen die Gründe für den Umbau zwar grundsätzlich schon bei Anmietung bestanden haben, aber der Vermieter darf darüber nicht getäuscht worden sein.

Was ist denn mit Eingriffen in den Fußbodenaufbau, ohne geht eine ganz bodengleiche Dusche ja eh nicht, oder?

In der Selbstnutzungsperspektive ~10 Jahre sehe ich jedenfalls keinen ausreichenden Grund, die Zustimmung zu verweigern. Wenn das Mietverhältnis bereits gekündigt wäre (wenn auch womöglich mit langer Frist), mag das anders aussehen.

naja sie kann auch eher kommen, falls sich unsere Jobsituation ändern sollte,
Wäre es nicht schlauer, den Umbau als Vermieter selbst zu beauftragen und die Kosten an den Mieter weiterzureichen als diesen selbst wurschteln zu lassen?

Grundsätzlich ja, aber es scheint aber kompliziert bzw. nicht möglich zu sein mit der Pflegekasse die Kosten durchzureichen. Und dann laden auch alle Kostensteigerungsrisiken komplett bei mir.

Zu der geplanten Eigennutzung ist das Bad 20-25 Jahre alt, die angedachte Nutzungsdauer deinerseits dürfte auch bei 25 Jahren liegen, von daher würde ich mir um die Farbe der Fliesen wenig Gedanken machen, sondern den Rückbau nutzen um während des Leerstands vor der Eigennutzung das Bad komplett neu zu machen. Nur so als Anregung.
Wie oben geschrieben, es kann auch eher sein, wenn wirs schaffen Jobs in der Heimat zu finden (leider eher unwahrscheinlich)
Und man weiß ja auch ne wie lange Mieter bleiben, ggf kann ja auch schon in 1-2 Jahren eine Neuvermietung anstehen. Die Wohnung ist auch sonst nicht barrierefrei.
Ich finde das Bad wie es jetzt ist völlig Ok und würde es für die Eigennutzung nicht ändern. Lebensdauer ist ja auch immer relativ, in unserer aktuellen Mietwohnung ist das Bad wohl 50 Jahre alt und Ok.
 
Duncan

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Die Kasse scheint laut Infos die die Mieter eingeholt haben wirklich nur eine "Minimalvariante" einer abgesenkten Dusche zu zahlen, keine Abtrennungen nur ein Duschvorhang. Hörte sich für mich nach baue mit Vorsatz eine Variante das ganze Bad zu überschwemmen an. Das gefällt mir garnicht.
Hier haben die Kassen aber gar nicht mal die Kosten im Blick, die bezahlen auch einen zertifizierten schwer entflammbaren Hygiene-Duschvorhang für über 150 € und das Aufhängesystem von Hewi dazu. Die sind insgesamt deutlich teurer als die einfacheren ESG-Duschabtrennungen...
Es geht hier darum, dass die zu pflegende Person mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht mehr lange alleine wird duschen können, die Hilfsperson kann einen Vorhang beiseiteschieben und zupacken, geht bei Duschabtrennungen nur sehr eingeschränkt. Mit Vorhang geht es im Zweifel gar mit einem (Dusch-)Rollstuhl unter die Dusche, mit Abtrennung halt nicht so ohne weiteres, wenn das nicht explizit so geplant wurde. Oder die Alltagsvariante Duschstuhl in die Dusche, "Pflegefall" geht mit Rollator in die Dusche und setzt sich auf den Duschstuhl, Hilfsperson nimmt Rollator aus der Dusche, duscht die Person ab und dann alles retour...

Wenn die Pflegekräfte denn nun zu Zweit arbeiten könnten, könnte sich danach auch einer um die Person kümmern und die andere das Badezimmer mit einem einfachen Abzieher wieder auf Stand bringen.
Aber wo in der Industrie Frauen verboten wird Lasten über 25 kg zu heben, im Bau die Grenzen auch so gen 40 und 50 kg (Sackware) gesenkt wurden, darf eine Pflegekraft, zu gefühlten 96 % weiblich, mit irgendwas von 40 bis 95 kg, eine Person deren Unterstützungsbemühungen zumeist kontraproduktiv sind von irgendwas zwischen 45 und 170 kg durch die Gegend wuchten...
 

ehrenwertes Haus

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Was wäre denn Gründe dem Mieter den Badumbau zu verbieten?
Solange deine Mieter nicht auf Duldung klagen, reicht ein einfaches Nein. Eine Begründung ist nicht erforderlich.

Vermutlich wäre es für die Mieter besser sich in nach einer für ihre Bedürfnisse bereits ausgestatten Wohnung umzusehen, wenn ihnen eine ebenerdige Dusche so wichtig ist.
Das muss kein Pflegeheim sein, das kann auch Neubau sein. Es gibt etliche Wohnprojekte, in denen man seine eigene Wohnung hat (so wie jetzt auch), nur dass zustätzlich noch ein Pflegedienst in das Projekt integriert ist. In manchen Wohnprojekten wird dieser Unterstützungsbedarf über Nachbarschaftshilfe geregelt, zu der sich jüngere / fittere Projektteilnehmer verpflichten.

Dafür müsste man sich nach alternativen Wohnprojekten umsehen für Jung und Alt oder mit dem Stichwort Inklusion.
Hinter solchen Wohnprojekten stehen oft kirchliche Träger und soziale Organinationen. Die Mieten liegen oft im üblichem Bereich von vergelichbaren Wohnungen ohne Barrierefreiheit.

Vielleicht kann man den Mietern mit gutem Infomaterial zu alternativen Wohnungen, einer sehr genauen Beschreibung welche Einschränkungen und Belastungen so ein Umbau für die Mieter bedeutet und den finanziellen Auswirkungen (Sonderkaution + Rückbaupflicht) einen Umzug schmackhaft machen.

Ein Umbau des Bads, selbst mit deiner Zustimmung, ist alles andere als eine angenehme und schnelle Aktion. Das kann sich (je nach Aufwand und Überraschungen) über Wochen hinziehen, in denen die Wohnung dauerdreckig ist vom Baustaub + die Einschränkungen überhaupt kein funktionsfähiges Bad in dieser Zeit zu haben.

Oder stellen sich die Mieter den Umbau mit Unterbringung in einer Ersatzwohnung/Pension/Hotel vor?
Wenn ja, auf wessen Kosten?
Den VM sehe ich in solchen Fällen nicht in der Pflicht, denn die Wohnung wird ja nicht wegen einem Mangel/Schaden oder auf Veranlassung vom VM eingeschränkt nutzbar, sondern auf Wunsch und im Auftrag des Mieters.

Vielleicht auch mit Alternativen, wie man solche Probleme früher gelöst hat: mit einer Waschschüssel und einer Sitzmöglichkeit.
Duschen oder Baden ist zwar sehr angenehm, für eine gute Körperhygiene aber nicht zwingend erforderlich und so gar nicht Pflegers liebstes Kind, gerade wegen der körperlichen Belastung für die Pflegekräfte und deren erhöhtem Unfallrisiko bei diesen Tätigkeiten.

Es ist zwar nicht die Aufgabe des VMs seine Mieter in dieser Richtung aufzuklären. Aber wenn es beiden Seiten hilft eine friedliche Lösung zu finden...


Nicht falsch verstehen bitte.
Ich glaube nicht, dass hier ein Vermieter (unsere Forenschwafler ausgenommen) kein Verständnis für Mieter hat, die aus gesundheitlichen Gründen gerne Umbauen (lassen) möchten. Kein Mieter verläßt freiwillig seine Wohnung, solange er sich dort wohl fühlt. Kein VM wird einen Mieter nur aus Altergründen oder Hilfebedarf im Alltag loswerden wollen.
Kleinen Änderungen zuzustimmen ist bestimmt für alle Vermieter hier eine Selbstverständlichkeit, für viele VMs wohl auch ohne die Kosten an den Mieter weiter zu geben.

Aber ein Badumbau, wie von deinen Mietern angefragt, ist keine Kleinigkeit mehr.
Mit vernünftigen Mietern, sollte sich eine einvernehmliche Lösung finden lassen, auch ohne diesen Umbau.
 
dabescht

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So leid es mir täte, ich würde versuchen den Umbau möglichst zu verhindern. Das mag sich jetzt brutal anhören, aber wenn nach einem möglichen Altersheimaufenthalt keine Kohle mehr da ist um den Rückbau zu finanzieren, bist du der Gelackmeierte. Zumal ich keinen Bock drauf hätte dann mit Erbengemeinschaften zu diskutieren warum das ganze Bad in gleichen Fliesen haben soll und nicht nur der Wannenbereich. Und wenn dann noch eine Versicherung irgendwie mit dabei ist, dann wirds auch nicht unbürokratischer.
 
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