Bauleistungsversicherung

Dieses Thema im Forum "Versicherungen" wurde erstellt von mendocinostars, 09.02.2012.

  1. #1 mendocinostars, 09.02.2012
    mendocinostars

    mendocinostars Neuer Benutzer

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    Hallöchen,

    ich bin jetzt zwar von der Kategorie her nicht ganz richtig aber vielleicht könnt ihr mir trotzdem helfen. Ich hatte mit einer Mitauszubildenden für die Berufsschule, Wahlqualifikation Gebäudemanagement, einen Vortrag über Versicherungen rund um das Gebäude vorbereitet. Angeschnitten hatten wir dabei auch die Bauleistungsversicherung. Nach unseren Recherchen hatten wir herausgefunden, dass die Bauleistungsversicherung Versicherungsschutz bietet unter anderem bei Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehlern zum Beispiel bei mangelnder Bauaufsicht.

    Unserer Lehrer bemängelte nun genau das. Er hakte stark nach, was mit der mangelnden Bauaufsicht gemeint ist und es könne ja nicht sein, dass Ausführungsfehler wegen mangelnder Bauaufsicht versichert wären. Wir haben ihm jetzt versprochen das bis kommenden Mittwoch nochmal zu recherchieren und dann zu klären. Leider finde ich zwar zig Internetseiten bei denen die mangelnde Bauaufsicht zwar aufgelistet ist, aber bisher hab ich noch nichts dazu gefunden, wie in diesem Fall die mangelnde Bauaufsicht definiert ist.

    Könntet ihr mich da aufklären? Ich hoffe meine Frage, bzw. mein Sachverhalt ist halbwegs verständlich.

    Beste Grüße
     
  2. AdMan

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  3. nestor

    nestor Neuer Benutzer

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    Hallo Mendocinostars,

    nur so am Rande ist es richtiger von Bauüberwachung oder Bauleitung zu sprechen, Bauaufsicht erfolgt durch die Bauaufsichtsbehörden:smile008:

    soweit ich weiss ist eben der "Pfusch am Bau" bei dieser Versicherung ausgeschlossen, wodrunter ja auch eine mangelde Bauleitung zählen würde.

    Wenn es aber eine Versicherung gibt, schick mir den Link, die würde ich allen meinen Bauherren empfehlen:huepfend002:
     
  4. #3 Kitzblitz, 11.02.2012
    Zuletzt bearbeitet: 11.02.2012
    Kitzblitz

    Kitzblitz Erfahrener Benutzer

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    Hallo "mendocinostars",

    schau' dir doch einfach einmal die Versicherungsbedingungen zur Bauleistungsversicherung einmal genauer an. Der GDV hat die Bedingungen auf seiner Homepage veröffentlicht.

    ABN 2011

    Beachte, dass der GDV die Bedingungen auf Verbandsebene herausgegeben hat. Die Versicherer können in Details von der GDV-Empfehlung abweichen. Also immer schön die Quelle benennen und möglichst für dein Thema bei der GDV-Empfehlung bleiben.

    Die Kernaussage der Bauleistungsversicherung findest du im Abschnitt A, §2, Ziffer 1.

    Der Versicherer leistet Entschädigung für unvorhergesehen eintretende Beschädigungen
    oder Zerstörungen von versicherten Sachen (Sachschaden).
    Unvorhergesehen sind Schäden, die der Versicherungsnehmer, die mitversicherten
    Unternehmen oder deren Repräsentanten weder rechtzeitig vorhergesehen haben
    noch mit dem für die im Betrieb ausgeübte Tätigkeit erforderlichen Fachwissen hätten
    vorhersehen können, wobei nur grobe Fahrlässigkeit schadet und diese den Versicherer
    dazu berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens entsprechenden
    Verhältnis zu kürzen.

    Zu deiner Problemstellung wirst du in Abschnitt A, §2, Ziffer 3 fündig. Dort steht:

    Der Versicherer leistet keine Entschädigung für
    a) Mängel der versicherten Lieferungen und Leistungen sowie sonstiger versicherter
    Sachen; ...

    Mängel gelten also eindeutig nicht versichert.

    Die Bauleistungsversicherung ist in Deutschland (in anderen Ländern ist das anders) in Verbindung mit BGB, VOB und den DIN-Vorschriften eine sinnvolle Abdeckung des für den Auftraggeber und auch für den mitversicherten Auftragnehmer entstehenden Erstellungsrisikos.

    Auch für Fehler des Bauleiters besteht in der Regel eine Deckung - sofern dieser über eine entsprechende Haftpflichtversicherung verfügt (z.B. Architektenhaftpflicht). I.d.R. ist der Bauleiter bei Mängeln immer mit in der Haftung, sofern er diese nicht rechtzeitig erkennt und beseitigen lässt. Hat er keine Versicherung, haftet er mit seinem Vermögen.


    Nochmals zurück zu deinem Problem: Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler.

    Bauleistungen, die vor Schadeneintritt mangelhaft sind, werden nach Verwirklichung einer versicherten Gefahr an diesen Leistungen tatsächlich entschädigt. Jedoch nicht in Höhe der Kosten für die Herstellung einer mangelfreien Ausführung, sondern genau zu den Wiederherstellkosten des mangelhaften Zustandes. Entscheidend dafür ist, dass eine definierte versicherte Gefahr eingetreten ist.

    Führt ein Mangel an der versicherten Sache zu einem Schaden an einer mangelfrei erstellen versicherten Sache, so wird dieser Folgeschaden - auf Wunsch des Versicherungsnehmers - entschädigt. Der Bauleistungsversicherer nimmt Regress beim Verursacher (hier: Unternehmer, der die mangelhafte Leistung erstellt hat und dem Bauleiter). Solche Regresse können sich schon mal 2 bis 3 Jahre hinziehen.

    In den Versicherungsbedingungen findest du hierzu keine für den Laien brauchbaren Ansätze - in Kommentaren bedingt - Internetauftritte von Versicherungsvermittlern sind mit Vorsicht zu genießen, da dort die Aussagen sehr pauschalisiert wieder gegeben werden und teilweise auch Fehler beinhalten.


    Ich vermute mal, dass ihr bei euren Recherchen vielleicht bei den Versicherungsbedingungen etwas verrutscht seid. Es gibt durchaus auch Versichungsformen, in denen genau der Begriff "Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler" steht. Dazu schaut einmal in die Elektronik- und Maschinenversicherungsbedingungen.

    ABE 2011: => Abschnitt A, §2, Ziffer 1 b)
    AMB 2011: => Abschnitt A, §2, Ziffer 1 b)
    ABMG 2011: => Abschnitt A, §2, Ziffer 1 b)

    Doch dort heißt es in allen Bedingungen: Insbesondere wird Entschädigung geleistet für Sachschäden durch .... b) Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler.

    Was bedeutet dies ? - Der Konstruktions-, Material- und Ausführungsfehler selbst gilt auch dort nicht versichert, sondern nur der Folgeschaden. Dies steht nicht so deutlich in den Montage- und Bauleistungsversicherungsbedingungen.

    Die Elektronikversicherung (ABE) und die Maschinenversicherung (AMB) sind übrigens auch für die Versicherung von Gebäuden heranzuziehen.

    Elektronikversicherungen z.B. für: Überwachungsanlagen, Photovoltaikanlagen, Kommunikatinssysteme, Steuerungen, Antennenanlagen, etc.

    Maschinenversicherungen z.b. für: Fahrstühle, Rolltreppen, Klima-, Lüftungs- und Heizungsanlagen, technische Gebäudeausrüstungen (z.B. RWA-Anlagen, automatisierte Hochregallager,...), etc

    Weiterhin solltet ihr auch die Montageversicherung (AMoB 2011) mit in eure Betrachtung einbeziehen. Montageversicherungen kommen immer dann zum Einsatz, wenn wesentliche Bestandteile eines Bauwerkes aus technischen Komponenten besteht (z.B. bei produktionstechnischen Anlagen). Bauleistungs- und Montageversicherungen werden häufig miteinander kombiniert - die Abgrenzung erfolgt über die versicherten Sachen.

    Ich hoffe, dass dir jetzt zu den Technischen Versicherungen alles klar ist, wenn nicht, frag einfach gezielt nach.

    Gruß aus'm Ländle
    Ulrich

    Nachtrag:

    Nur der Vollständigkeit halber kämen aus dem Bereich der sogenannten Technischen Versicherungen auch noch spezielle Deckungen für die Betriebsunterbrechung infolge eines versicherten Sachschadens in Betracht.

    Hierzu schaut einmal auf der Seite des GDV nach unter dem Begriff "AMBUB 2011".
    Damit lassen sich Ausfallschäden sowohl für Erstellungsrisiken als auch für Betriebsrisiken versichern.
    Das sind zugegebenermaßen schon Versicherungsexoten - aber bei bestimmten Gebäuden (Hotels, Veranstaltungshallen, spezielle Produktionsbetriebe, etc.) durchaus sinnvoll.
     
  5. #4 mendocinostars, 13.02.2012
    mendocinostars

    mendocinostars Neuer Benutzer

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    Ich dank euch für eure Antworten. Mal schauen, ob wir das nun am Mittwoch richtig stellen können ;-)

    Beste Grüße
     
Thema: Bauleistungsversicherung
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