Beheizungsalternativen der Zukunft?

Dieses Thema im Forum "Bautechnik" wurde erstellt von Fremdling, 19.08.2012.

  1. #1 Fremdling, 19.08.2012
    Fremdling

    Fremdling Erfahrener Benutzer

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    Hallo Leute,

    die Beheizung der Wohnräume könnte in der Zukunft m.E. neue Lösungen fordern. Wir beheizen unsere 48 Wohnungen seit dem Bau in 1956 mittels Heizkessel mit Öl-Brennern. So haben wir routinemäßig nach dem "Ableben" der Brenner/Kessel ca. alle 15 Jahre die Wahl, ob wir so weiter machen oder umrüsten. Neue Wohnungen werden -schon allein aus Kosten- und Platzgründen (Wegfall Erdtank mit Folgekosten)- in unserer Gegend oft mit Gas beheizt oder je nach Lage kommt die Fernheizung durch ein großes Heizkraftwerk infrage. Bei potentieller Nutzung von Erdwärme beschleicht mich ein ungutes Gefühl, weil man hier und da von bösen Folgen der Tiefenbohrung hörte und ich vermute, dass eine Wohnungsanlage unserer Größe so ggf. auch gar nicht sinnvoll betrieben werden kann.

    Kennt jemand bereits heute hilfreiche Diskussionen zu Lösungsansätzen mit alternativen Beheizungsmöglichkeiten, die dem wachsenden Umweltbewusstsein und der Abkehr von fossilen Brennstoffen ebenso Rechnung tragen wie einer auf lange Sicht wirtschaftlichen Vertretbarkeit?

    Ich hoffe, die Fragestellung kommt nicht allzu naiv daher :unsicher038:


     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 19.08.2012
    lostcontrol

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    wie wär's mit blockheizkraftwerken?
    ich weiss ja jetzt nicht wie gross die fraglichen gebäude sind, aber ab einer bestimmten wohnungszahl kann das absolut sinnvoll sein.
     
  4. Syker

    Syker Erfahrener Benutzer

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    Hallo zusammen,

    Da ich doch immer etwas konservativ bin, war dies:
    auch mein erster Gedanke.

    Die Firma L......... bietet ein so genanntes "Zuhause Kraftwerk" an,
    dies sollte wohl vorzugsweise mit Gas betrieben werden,
    dann ist der Schadstoffaustoß geringer.
    Für Ein/Zweifamilienhäuser sind diese Kraftwerke allerdings zu groß.


    VG Syker
     
  5. #4 Martens, 20.08.2012
    Martens

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    ... für die genannten 48 Einheiten ist das Zuhause Kraftwerk von Lichtblick aber genau richtig.

    Dann wären da noch Wärmepumpen sowie die Möglichkeit der Brauchwassererwärmung mittels Solar.

    Während so ein BHKW problemlos in die bestehende Anlage gefieselt werden kann, benötigen Wärmepumpen oder Brauchwassererwärmung mit Solar einigen Umbauaufwand.

    Christian Martens
     
  6. Heizer

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    Zum BHKW:

    Vorteile: Einspeisevergütung für Strom
    Nachteile: höhere Wartungskosten, höhere Abschreibung, großer Pufferspeicher nötig wenn Stromgeführt, Spitzenlastkessel nötig, geringere Betriebssicherheit, höhere Brennstoffkosten die durch die Einspeisevergütung nicht ganz ausgeglichen werden (siehe Energieerhaltungssatz)


    Zur Wärmepumpe:

    Vorteile: ähm? fällt mir gerade keiner ein
    Nachteile: höhere Abschreibung, großer Pufferspeicher nötig, Strom für Entfrostung bei Luftwärmepumpe nötig, kaum noch günstige Wärmepumpentarife verfügbar, geringere maximale Vorlauftemperatur, für WW-Bereiter oft elektrische Zusatzheizung nötig (


    Zum Pelletskessel:

    Vorteile: noch geringere Brennstoffkosten, nachwachsender Brennstoff
    Nachteile: höhere Abschreibung, großer Pufferspeicher nötig, mehr Platzbedarf für Kessel und vor allem Bunker, Feinstaubemmission


    Hackschnitzel:

    Vorteile: noch geringere Brennstoffkosten, nachwachsender Brennstoff in erster Linie Holzabfälle
    Nachteile: noch höhere Abschreibung, großer Pufferspeicher nötig, mehr Platzbedarf für Kessel und vor allem Bunker, Feinstaubemmission


    Solarpufferheizung:

    Vorteile: keine Brennstoffkosten, Null Emmissionen (außer für kleinen Spitzenlastkessel)
    Nachteile: hohe Abschreibung, sehr hoher Platzbedarf für Saisonspeicher, hohe Umbaukosten, kleiner Spitzenlastkessel in harten Wintern nötig, zusätzliche Stromkosten für leistungsstarke Speicherladepumpen



    Fazit: Keine alternative Heizung ist wirklich Umweltfreundlich. Auch nicht eine WP mit teurem Ökostrom.

    Daher rate ich zu einem konventionellem Brennwertkessel. Und mit dem gespartem Geld kaufst Du 40 Fahrräder ;)
     
  7. #6 Fremdling, 20.08.2012
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    Danke!

    Hallo Heizer,

    na dass ist ja mal eine umfassende Antwort. Herzlichen Dank dafür! Das Ergebnis habe ich beinahe geahnt. Und bei unserem Heizungsmann werde ich mich dann mal zum Brennwertkessel schlau machen.

    Dein Hinweis mit den Fahrrädern ist 1a, denn genau das ist mein Hobby und ich kann's Dir ja verraten, denn wir sind ja unter uns... :150:


     
  8. #7 immodream, 20.08.2012
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    Hallo,
    ich habe nach zwanzig Jahren meinen alten Gasheizkessel und die Wärmepumpe für das Warmwasser einfach durch einen Gasbrennwertkessel mit Wärmespeicher ersetzt.
    Bis auf den Einbau des Kunststoffrohres in den alten Kamin waren keine großen Umbauarbeiten nötig.
    Durchschnittliche Gaseinsparung ca. mind. 30 % / Jahr .
    Grüße
    Immodream
     
  9. #8 lostcontrol, 21.08.2012
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    also ich komm da in EFH auch sehr viel günstiger weg in sachen heizkosten, seit ich das ölmonster von 1974 durch ein schickes kleines gasbrennwert-gerät ersetzt hab.
    im EFH. warmwasserbereitung konsequent getrennt (andere diskussion).
     
  10. #9 lostcontrol, 21.08.2012
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    allerdings hab ich da noch im keller das blockheizkraftwerk-projekt am start - die grünen im gemeinderat stehen komplett hinter mir, ausserdem auch die im stadtrat, die aus dem handwerk kommen.
    ich hab platz - rund 150qm mit ca. 5m deckenhöhe - und die haben bedarf vor ort. gehört ja mittlerweile fast alles der stadtverwaltung was nicht uns gehört im umkreis von 50m.
    ich bleib dran. bei sowas muss man ganz offensichtlich zäh bleiben.
    und dem bürgermeister können wir ja eh von haus aus auf die finger gucken.
     
  11. #10 Martens, 21.08.2012
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    Ich kann zu den von Heizer genannten Punkten wenig sagen, da mir hier der Überblick fehlt.

    Nur: das genannte BHKW von Lichtblick ist für den Kunden ein Wärmecontracting, man zahlt also nur die entnommene Wärmemenge.
    Installation, Wartung, Betrieb etc. macht Lichtblick und selbstverständlich wird das Dingens NICHT stromgeführt sondern nach dem aktuellen Wärmebedarf des versorgten Hauses.

    Inwieweit der Betrieb eines BHKW mit um die 100% Wirkungsgrad zu höheren Brennstoffkosten führt und dies mit dem Energieerhaltungssatz begründet wird, möge man mir bitte erklären.

    Christian Martens
     
  12. #11 BarneyGumble2, 21.08.2012
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    Dadurch, dass die Energiegewinnung beim BHKW durch Motoren betrieben wird, welche den Strom erzeugen. Diese Motoren sind auch kein Perpetuum mobile, d.h. auch hier gibt es Energieverlust in Form von Reibung.
    Die BHKW haben daher zwar eine bessere Energiebilanz als normale Gasheizungen, aber ganz kostenlos ist der Strom auch nicht. Ich meine mal einen groben Wert ca. 10-20% Mehrverbrauch gelesen zu haben.

    Zum Energieerhaltungssatz: Man kann alles so oder so rechnen, eine Brennwerttherme hat auf dem Papier auch einen Nutzungsgrad etwa 113 %, dennoch dreht sich bei uns der Gaszähler leider nicht rückwärts.

    Ein BHKW mit einem Gesamtnutzungsgrad von 100 % habe ich bisher noch nicht gesehen. Falls Du eines hast, lass es Dir gleich patentieren:wink5:

    M.W. ist derzeit bei etwa 90 % Gesamtnutzungsgrad schluss.
    Der el. Wirkungsgrad liegt bei knapp 50 %.

    Ohne Frage ist das weit besser als eine normale Gasheizung in Verbindung mit einem herkömmlichen Großkraftwerk zur Erzeugung von Strom, welches in der Regel sehr viel höhere Verluste hat.
     
  13. #12 Martens, 21.08.2012
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    Ich habe nichts von kostenlosem Strom geschrieben, daß die Energieumwandlung verlustbehaftet ist, ist mir klar.
    Ein "Mehrverbrauch" ist unerheblich, wenn er sich in erzeugter Nutzenergie widerspiegelt.
    Es geht beim Wirkungsgrad ja darum, das Verhältnis von erzeugter Nutz-Energie zu eingesetzter Energie darzustellen.

    Es geht nicht darum, es so oder so zu rechnen, ich hätte es gerne mit dem Energieerhaltungssatz begründet, weil das als Referenz genannt wurde. ;)

    Es gibt bekanntlich diverse Definitionen für Wirkungsgrade, deren Zahlenwert man nicht durcheinanderwerfen sollte. Vergleichen kann man immer nur Wirkungsgrade gleicher Definition.
    Die 90% kommen schon hin, ich will hier nicht einzelne Prozentpunkte diskutieren.

    Laut Wikipedia haben gasbetriebene BHKW einen höheren Gesamtwirkungsgrad, als Brennwertkessel...

    Christian Martens
     
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