Beiratsmitglied gibt unterlagen nicht heraus

Diskutiere Beiratsmitglied gibt unterlagen nicht heraus im Verwaltungsbeirat Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo Zusammen, Ich habe mich hier angemeldet weil ich ein Problem habe. Ich habe mich letztes Jahr bei unserer Anlage als Beirat wählen...

Quadro

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Hallo Zusammen,



Ich habe mich hier angemeldet weil ich ein Problem habe. Ich habe mich letztes Jahr bei unserer Anlage als Beirat wählen lassen, wir sind 3 Beiräte. Den einen kenne ich bereits seit vielen Jahren, der andere hat sich ebenfalls neu wählen lassen, ich kenne ihn daher erst kurze Zeit. Nun kam es zur Belegprüfung und das mir noch recht neue Beiratsmitglied hat die Unterlagen einsehen wollen, wegen corona wollte er das alleine machen und wir könnten es nach ihm tun. Er hat die Unterlagen abgeholt und meldet sich seitdem einfach nicht mehr. Er reagiert nicht auf Anrufe, Mails, WhatsApp Nachrichten, auf nichts. Er hat 2x eine Email geschrieben dass er morgen die Unterlagen vorbeibringen wird, hat die Termine dann aber einfach kommentarlos verstreichen lassen.

Ich bin das erste mal Beirat und habe keine Erfahrung damit. Somit habe ich auch keine Idee was er vorhat, warumer sich so verhält.

Was sollten wir in diesem Fall tun? Wie sollten wir uns verhalten?
.üssen wir einen Anwalt einschalten vielleicht? Wir können die Belege nicht prüfen und die Nebenkostenabrechnung kann nicht erstellt werden.

Über einen Rat wäre ich sehr dankbar.

MfG

Georg
 
Andres

Andres

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Er hat die Unterlagen abgeholt und meldet sich seitdem einfach nicht mehr.
Ok, wie lange geht das jetzt schon so? Auch wenn sich am grundsätzlichen Ablauf nicht viel ändert, hat die Antwort doch Auswirkungen, wie intensiv man diesen Ablauf verfolgt.

Ist dir der Umfang der Unterlagen bekannt? Hast du Informationen zur Art der Prüfung, die in der Gemeinschaft üblich ist? Prüft ihr Belege vollständig oder stichprobenartig? Wie groß ist die Gemeinschaft? Sind alles Faktoren, die hineinspielen. Vielleicht traut er sich nur nicht zu sagen, dass ihm die Sache über den Kopf gewachsen ist? Ja, weniger freundliche Erklärungen sind auch denkbar ...

Was sollten wir in diesem Fall tun?
Zunächst einmal den Klassiker "Melden macht frei" befolgen, auch wenn man als Beirat keine Vorgesetzten hat: Zuerst den anderen Beirat und dann den Verwalter neutral über den Sachverhalt informieren. Ein gemeinsames Vorgehen besprechen.

Grundsätzlich würde ich damit beginnen, zur Rückgabe der Unterlagen an den Verwalter bzw. die Übergabe der Unterlagen an den nächsten Beirat schriftlich und unter Fristsetzung aufzufordern. Gerade wenn es um solche "offiziellen" Dinge geht, schlägt nach wie vor nichts den toten Baum. Die Aufforderung erfolgt im besten Fall durch den Verwalter, denn der kann das im Namen der WEG tun - immerhin gehören die Unterlagen der Gemeinschaft! Frist wie immer, wenn einem nichts besseres einfällt: 2 Wochen.

Wenn dann weiterhin tote Hose ist: Erneute Fristsetzung, diesmal beweiskräftig zugestellt, mit der Ankündigung, rechtliche Schritte einzuleiten.

.üssen wir einen Anwalt einschalten vielleicht?
Man kann die Herausgabe auch auf dem Rechtsweg verfolgen, aber das ist erstens eine Sache für den Verwalter und zweitens ohne fälligen Anspruch nicht wirklich sinnvoll. Ob der Verwalter einen Anwalt hinzuzieht, ist seine Sache.

Für den Moment würde ich die Sache mal nicht zu weit eskalieren. Man muss es auch nach dieser Geschichte noch irgendwie miteinander aushalten.

Wir können die Belege nicht prüfen und die Nebenkostenabrechnung kann nicht erstellt werden.
Naja, es ist erst April.
 

Quadro

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Hallo, das geht schon seit Anfang Februar,so. Es soll Stichprobenartig geprüft werden. Es sind über 200 Einheite. Es sind viele Ordner die er hat. Er hat anscheinend selbst eine Hausverwaltung und kennt sich angeblich gut aus. Wir vermuten dass er gerne die Hausverwaltung rausschmeißen und es durch seine machen wollte, er äußert sich oft sehr negativ über die jetzige (die mit Sicherheit nicht die beste Arbeit in der Vergangenheit getan hat). Was könnte er mit diesen Unterlagen anstellen? Was wäre wenn er sie vernichtet? Könnte er irgendwelche Vorteile davon haben? Sind vielleicht naive Fragen, verzeiht mir, ich kenne mich da wirklich noch zu wenig aus.

Vielen dank für die letzte Antwort.
 
Andres

Andres

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das geht schon seit Anfang Februar,so. Es soll Stichprobenartig geprüft werden. Es sind über 200 Einheite.
Ok, das hilft, um die Situation einzuschätzen. Bei 200 Einheiten ist eine vollständige Prüfung in voller Tiefe sowieso kaum möglich (zumindest für 3 ehrenamtliche Beiräte), aber so oder so sind 2 Monate zu viel. Man darf ja nicht vergessen, dass neben der Prüfung durch die anderen Beiräte auch die anderen Eigentümer ein Einsichtsrecht in die Unterlagen haben und auch die Verwaltung bei bestimmten Rückfragen durch die Eigentümer ggf. mal in die Belege schauen muss. Das geht alles nicht, wenn alles bei einem Beirat versumpft. Ein bisschen wundert es mich sowieso, dass hier alles herausgegeben wurde ...

Er hat anscheinend selbst eine Hausverwaltung und kennt sich angeblich gut aus.
Gerade wenn er sich gut auskennt, sollte ihm klar sein, dass (und warum!) sein Verhalten mehr als problematisch ist.

Wir vermuten dass er gerne die Hausverwaltung rausschmeißen und es durch seine machen wollte, er äußert sich oft sehr negativ über die jetzige (die mit Sicherheit nicht die beste Arbeit in der Vergangenheit getan hat).
Naja, aber er zeigt halt auch genau das Verhalten, dass Eigentümer an Verwaltungen oft beanstanden: Alles dauert ewig, keine Kontaktmöglichkeit, Termine werden nicht eingehalten, ... - wenn ich in einer Gemeinschaft zum Verwalter bestellt werden will, kann ich doch nicht so auftreten.

Was könnte er mit diesen Unterlagen anstellen?
In 2 Monaten kann er damit nichts machen, was nicht auch in 2 Tagen möglich gewesen wäre, immerhin kann er ja alles abfotografieren und sich danach mit den digitalen Kopien so lange befassen, bis er sie auswendig kann. Insofern bestehen Bedenken bei mir nur in zwei Richtungen: Erstens die Frage, wie weit der weitere Ablauf durch ihn verzögert wird, und zweitens ...
Was wäre wenn er sie vernichtet?
... das hier. Ich glaube kaum, dass er einfach alles vernichtet, aber es wäre nicht das erste mal, dass Eigentümer oder Mieter versuchen, gezielt einzelne Unterlagen verschwinden zu lassen. Mit Mietern führe ich definitiv keine unbeaufsichtigten Belegeinsichten durch und teilweise gilt das auch für Verwaltungen gegenüber den Eigentümern.

Könnte er irgendwelche Vorteile davon haben?
Ja, und wenn es nur ist, dass er versuchen kann, die aktuelle Verwaltung schlecht aussehen zu lassen.

Als besonders realistisch sehe ich diese Überlegungen nicht an. Viel eher hast du hier einen "Experten" (Dunning-Kruger-Effekt lässt grüßen ...), der nichts gebacken bekommt. Der kann auch echten Schaden anrichten, aber die Motivationslage ist eine andere.

Sind vielleicht naive Fragen
Nein, nicht naiv, aber was da genau abläuft, lässt sich von außen schwer sagen. Vielleicht meint er, der großen Verschwörung auf der Spur zu sein, vielleicht hat er sich das Zeug in den letzten Monaten auch keine 5 Minuten angeschaut. Vielleicht plant er irgendetwas - es ist schwer zu sagen. Dass er ernsthaft bei der Prüfung auf Probleme gestoßen ist, halte ich für wenig wahrscheinlich. Es wäre einfach viel zu naheliegend, in dieser Situation die beiden anderen Beiräte zu informieren ("Jungs, ich glaube da stimmt was nicht. Könnt ihr euch das mal anschauen?") und dann entweder die Verwaltung (kleines Problem) oder die anderen Eigentümer (großes Problem).

Jedenfalls bleibe ich weiter bei meiner Empfehlung von oben: Anderen Beirat informieren, Verwaltung informieren, Frist setzen.
 
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