Berliner Räumung

Diskutiere Berliner Räumung im Räumungsklage Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; uns wurde Recht zugesprochen: § 885a, Beschränkter Vollstreckungsauftrag. Der Mieter wurde seit Monaten nicht gesehen, in der Wohnung befindet...

  1. #1 proastion, 24.04.2017
    proastion

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    uns wurde Recht zugesprochen: § 885a, Beschränkter Vollstreckungsauftrag. Der Mieter wurde seit Monaten nicht gesehen, in der Wohnung befindet sich hauptsächlich Abfall, die Wohnungstür steht offen. Nun erhielten wir das Datum des GV für die Räumung, allerdings mit dem Zusatz:
    Bereitstellungskosten der Spedition fallen an, wenn die Räumung nicht 8 Tage vor dem Termin zurückgenommen wird.
    Der GV weiss, dass sich nur Müll in der Wohnung befindet, auch können wir eventuelle Möbel im Keller lagern.
    Was bedeutet: wenn die Räumung nicht 8 Tage vor dem Termin zurückgenommen wird?
    Gruss und Dank, Gabriele
     
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  3. #2 QuietscheEnte, 24.04.2017
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    Das du eine Aufwandsentschädigung zahlen musst, da die Spedition ja bestellt ist. Bei uns waren das 378€, weil erst 2 Tage vorher abgesagt werden konnte.
     
  4. #3 immobiliensammler, 24.04.2017
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    Ich verstehe die Thread-Überschrift in diesem Zusammenhang nicht, bei der Berliner Räumung wird doch vom Gerichtsvollzieher überhaupt keine Spedition bestellt. Wer hat den Vollstreckungsauftrag erteilt, Ihr selbst oder Euer Anwalt?
     
  5. #4 Papabär, 24.04.2017
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    Das hat mich auch etwas verwundert. Allerdings kenne ich GVZ´te, die so ein vorgefertigtes Formular für die Terminsankündigung verwenden. Darin gibt es mehrere Optionen zum ankreuzen ... man muss es halt nur machen.
     
  6. #5 BHShuber, 24.04.2017
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    Hallo,

    würfel, würfel mal alle nicht richtigen Fachbegrifflichkeiten zusammen und es kommt so ein Threat heraus.

    Der GV wird den Mieter aus der Wohnung entfernen bei einer Berliner Räumung, die Gegenstände bleiben entweder in der Wohnung oder werden auf Kosten des Vermieters eingelagert, bis zum letzendlichen Räumungstermin an dem dann die Bude vollständig ausgeräumt wird.

    Entweder ist das jetzt der letzendliche Räumungsternin oder er hat eine Lagerung der Gegenstände vereinbart und wenn er nun nachdem die Spedition bereits bestellt ist, nicht frühzeitig absagt, die Kosten für die Bereitstellung tragen müssen.

    Gruß
    BHShuber
     
  7. #6 Melanie123, 24.04.2017
    Melanie123

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    Die Frage ist, ob der GV den konkreten Auftrag einer Berliner Räumung mit Vermieterpfandrecht bekommen hat und er dies auch weiss ;-) Dann macht die Spedition ja keinen Sinn. (ich habe aber mal wegen abgesagter Berliner Räumung 40 € Stornokosten für den Schlosser bezahlt).

    Ich habe auch mal vom GV ein Schreiben bekommen, über dessen Inhalt ich mir ziemlich den Kopf zerbrochen habe, weil es implizierte, dass ich etwas falsch gemacht hätte. War aber nicht so. Scheinbar war es für den GV einfacher, einfach ein unzutreffendes Standardschreiben rauszuschicken als erst mal den Sachverhalt zu prüfen.
    Insofern halte ich Papabärs Einschätzung für nicht ganz unrealistisch.

    Wie auch immer: es scheint ein Missverständnis vorzuliegen, wo es Sinn machen könnte, einfach mal beim GV nachzufragen.
     
  8. #7 BHShuber, 24.04.2017
    BHShuber

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    Hallo,

    genau das wäre doch der logisch nachvollziehbare Weg, dann weis er Bescheid.

    Gruß
    BHShuber
     
  9. BvV.de

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    Liebe Immobilienbesitzer,
    in Räumungsangelegenheiten aufgrund Berliner Räumung, § 885 a ZPO, § 562 BGB Vermieterpfandrecht oder im Todesfall des Mieters stehen allgemein, öffentlich bestellten vereidigten Versteigerer für die rechtssichere Abwicklung zur Verfügung.
    Diese verfügen aufgrund Ihrer Ausbildung und Berufserfahrung über das notwendige Know-How um solche Angelegenheit effizient, zeitnah und kostengünstig Abzuwickeln. Sie wurden mit ihrer öffentlichen Bestellung damit beliehen solche Pfandrechtsverwertungen durchzuführen. Sie sind darauf spezialisiert, verfügen über die Kenntniss höchstbietende Abnehmer zu generieren und auch immer über eine große Datei mit regionalen und überregionalen Kaufinteressenten. Sie sind gelernte Kaufleute und habe ihre Abläufe kaufmännisch und effizient strukturiert. Das ermöglicht Ihnen jederzeit kurzfristig für den Vermieter tätig zu werden.
    Gerichtsvollzieherinnen/er dagegen sind Beamte. Beräumungen und Verwertung stellen nur ein kleiner Teil ihrer Tätigkeit dar. Ihnen wurden viele Aufgaben übertragen. Oft müssen sie die Bezirke von abwesenden Kollegen mit betreuen. Deshalb sind Erreichbarkeit und Wartezeiten mitunter lang.
    Unnötig lange Leerstände kosten Vermieter jedes Jahr bares Geld. Viele große Gewerbeimmobilienbetreiber, Wohnungsbaugesellschaften und Hausverwaltung reagieren professionell und nutzen bei leistungsgestörten Mietverträgen bereits die Möglichkeit den allgemein öffentlich bestellte, vereidigten Versteigerer einzuschalten. Kontakt zu öffentlich bestellten, vereidigten Versteiger finden Sie über die Website des Bundesverband vereidigter Versteigerer. BvV. eV.
    Mit besten Grüßen
    F. Eberhard Ostermayer
    Präsident des Bundesverbandes vereidigter Versteiger e.V.
     
  10. #9 immobiliensammler, 14.07.2017
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    @BvV.de Danke für den Hinweis, diese Möglichkeit hatte ich bisher noch nicht in Betracht gezogen. Wäre durchaus zu prüfen (zumindest in Fällen, in denen noch wirtschaftlich verwertbare Sachen da sind)! Wie sieht es mit den Kosten des Versteigerers aus, wie ist Ihre Erfahrung, werden diese als notwendige Kosten der Zwangsvollstreckung anerkannt?
     
  11. BvV.de

    BvV.de Neuer Benutzer

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    Sehr geehrter Immobiliensammler,
    zunächst: Nachfolgendes sind lediglich Hinweise aufgrund unserer Tätigkeit als öffentlich bestellte, vereidigte Versteigerer und keine Steuer- oder Rechtsberatung.
    Vermieter sind privilegiert, weil Sie über ein gesetzliches Pfandrecht verfügen. Sie haben das Recht ohne einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss eigenhändig Gegenstände eines Mietschuldners in Pfand zu nehmen. Der Verkauf von Pfändern ist ein hoheitlicger Akt. Gemäß § 1235 BGB müssen in Pfand genommene Gegenstände im Wege der öffentlichen Versteigerung verkauft werden. Dies hat durch dazu berechtigte Personen zu erfolgen. Verkäufe über Ebay sind keine öffentliche Versteigerung im Sinne des § 1235 BGB. Es ist nicht Aufgabe des Versteigerers oder des Vermieter eine verbindliche Feststellung über den endgültigen Wert des Eigentums eines Mietschuldners abzugeben. Der Wert dieser Gegenstände wird im Wege der öffentlichen Versteigerung (dingliche Surrogation, Wert wird für Ort und Zeitpunkt) durch hoheitlichen Akt festgestellt. Auch ein Zuschlag für einen symbolischen Euro ist ein Verkauf im Sinne des § 1235 BGB. Die Kosten richten sich nach Art der zur Versteigerung anstehenden Gegenstände und werden als Kosten der Zwangsvollstreckung anerkannt. Theoretisch hat am Énde des Tages der Mietschuldner für die entstehenden Kosten aufzukommen. Die Kosten können als Verluste aus Vermietung und Verpachtung steuerlich geltend gemacht werden. Mitunter übernehmen auch Rechtsschutzversicherungen diese Kosten. Der öffentlich bestellte, vereidigte Versteigerer ist auf seine Unabhängigkeit im Verfahren vereidigt. Er hat sowohl die Rechte des Gläubigers als auch die des Schuldners zu wahren. Von daher hat er darauf zu achten, dass die Kosten des Verwertungsverfahrens angemessen sind. Insbesondere hat er darauf zu achten, dass in Pfand genommene Gegenstände nicht verschleudert werden. Für Auftraggeber von Bedeutung ist die sich aus der öffentlichen Versteigerung ergebende Rechtssicherheit (siehe § 935 Abs. 2 BGB immer gutgläubiger Erwerb) sowie der Ausschluss jeglicher Gewährleistung ( insbesondere bei in Pfand genommenen PKW oder Maschinen von Bedeutung) . Die Verwertung von durch Mietschuldner zurück gelassene Gegenstände im Wege der öffentlichen Versteigerung ist die Möglichkeit einen Räumungsvorgang schnell und rechtssicher abzuschliessen.

    Mit freundlichem Gruß

    F. Eberhard Ostermayer
    Präsident des Bundesverband öffentlich bestellter, vereidigter Versteigerer und allgemein öffentlich bestellter, vereidigter Versteigerer
     
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