Beschluss für weitreichende Auskuftsrechte gegenüber dem Verwalter

Diskutiere Beschluss für weitreichende Auskuftsrechte gegenüber dem Verwalter im WEG-Verwaltung Forum im Bereich Wohnungseigentum; Hallo, unser Verwalter begehert einen Beschluss, dass er bei nicht ausreichender Auskuftserteilung bei Eigentums- oder Mieterwechsel, die...

  1. #1 Maverick3, 15.10.2018
    Maverick3

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    Hallo,

    unser Verwalter begehert einen Beschluss, dass er bei nicht ausreichender Auskuftserteilung bei Eigentums- oder Mieterwechsel, die enstehenden Kosten für Zeit- und Arbeitsaufwand (z.B. für Grundbucheinsichten, Anfragen beim Einwohnermeldeamt) auf den betroffenen Eigentümer umlegen darf. Ebenso will er nach Anfrage und mehrheitlicher Zustimmung durch den Verwaltungsbeirat rechtliche Schritte einleiten können.
    Als Begründung führt er an dass diese Informationen notwendig sind für Anfragen gegenüber Versorgungsbetrieben oder Behörden.

    Was mich etwas stutzig macht, ist, dass nicht genauer bezeichnet ist welche Daten im Detail für die "ausreichende Auskuftserteilung" notwendig sind.
    Ebenso dass er deswegen gleich rechltiche Schritte einleiten will.
    Was ist Eure Meinung dazu? Wie verhällt es sich hier mit der DSGVO in Bezug auf Mieter Daten bei der Weitergabe an den Verwalter?
    Welche Daten haltet Ihr für "ausreichend" um den Mieter/Eigentümer eindeutig zu identifizeiren?

    Aktuell frägt der Verwalter neben Namen, Geburtstdatum, Adresse, Lage der Wohnung und Garage, auch den Beruf von Eigentümer und Mieter, alle Telefonnummern und e-mailadressen, sowie Anzahl und Alter der Kinder und Art und Anzahl der Haustiere ab.

    Grüsse

    Maverick3
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 15.10.2018
    ehrenwertes Haus

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    Macht dieser Verwalter nur die WEG- oder auch die Mietverwaltung?

    Da ist schon einiges dabei, was aus meiner Sicht weder für WEG- noch Mietverwaltung wirklich erforderlich ist.

    Ich nehme nicht an, dass in dieser WEG Abrechnungen oder IR nach Geburtsdatum, Anzahl der Kinder oder Haustiere umgelegt werden oder ein Bonusprogramm für bestimmte Berufe existiert.
     
  4. Jobo45

    Jobo45 Erfahrener Benutzer

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    Ich könnte mir Vorstellen, dass es einfach nur nervig ist, wenn der Verwalter nicht rechtzeitig über die oben genannten Wechsel informiert wird,
    denn daraus resultieren z.B. Rückbuchungen, falsche Abgrenzungen usw. und das ist mit Mehraufwand verbunden die einfach Arbeitszeit kosten. Um die Eigentümer etwas zu motivieren den Wechsel bekannt zu geben, möchte er, verständlicherweise, über die monetäre Schiene einen Anreiz schaffen.
    Allerdings nach Hund und Katz und Geburtsdatum zu fragen finde ich nicht angemessen und ist vermutlich nach den aktuellen Gesetzen auch nicht zulässig.
     
  5. #4 Newbie15, 15.10.2018
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    Wie sind denn die Abrechnungsmodi in der WEG? Werden z.B. Müll und Waser nach Personen verteilt? Wäre ja grundsätzlich zulässig, wenn es so vereinbart ist.

    Wenn z.b. der Müll auch über die Hausgeldabrechnung läuft, kann auch hier ein Interesse des Vermieters an den Geburtsdaten, Anzahl der Kinder etc haben, denn hier könnte es Vorgaben vom Versorger geben, der vorschreibt, welches Müllvolumen pro Person einer bestimmten Altersgruppe vorgehalten werden muss. Wenn da dann ein Abgleich mit dem Melderegister nicht passt, hat der Verwalter auch doppelt Arbeit, die er natürlich bezahlt haben möchte.
     
  6. #5 Maverick3, 15.10.2018
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    Hallo,

    die komplette Abrechnung wird entweder nach Miteigentumsanteilen, nach Verbrauch oder nach Wohn-/Verwaltungseinheiten abgerechnet.
     
  7. #6 ehrenwertes Haus, 15.10.2018
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    Manche Entsorger bieten Windeltonnen für Haushalte nit Kleinkindern gratis an.
    Ob man das in Anspruch nimmt oder nicht, ist aber eine freiwillige Sache der Nutzer.

    Eine Art Müllvolumenvorgabe nach Alter der Hausbewohner ist mir abgesehen von dem Kleinkindthema nicht bekannt.

    Als Teil einer Hausgemeinschaft würde ich mich auch weigern Allen oder dem Verwalter zu offenbaren, ob ich waschbare Windeln oder die Wegwerfversion verwende. Das sehe ich als Privatsache der Hausbewohner.
     
  8. #7 Newbie15, 15.10.2018
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    Natürlich ist es Privatsache ob man das nutzt oder nicht. Analog zur Tonne für Kleinkinder gibt es das auch für ältere Menschen, deren Inkontinenz-Einlagen gerne den Windemüll eines Kleinkindes im Längen übertreffen.

    Es war ja nur der Versuch einer Erklärung. Es kam ja jetzt erst die Info, dass die Personenzahl für die Abrechnung nicht relevant ist.
     
  9. #8 Papabär, 15.10.2018
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    Ich kenne sowas aus einigen Abfallgebührensatzungen. Da gilt ein Mindestbereitstellungsvolumen. Und da der BGH bereits vor Jahren festgestellt hat, dass die Daten der Meldebehörde für diesen Zweck nicht geeignet sind, versucht man sich dort jetzt ganz traditionsbewusst an die Blockwa... ähem Hausverwalter zu wenden.
    Ich habe die Spitzelarbeit in solchen Fällen regelmäßig verweigert - und dies den entsprechenden Organisationen auch genau so kund getan. Lediglich ein Entsorgungsbetrieb war vorübergehend der Meinung, mir irgendwelche Verpflichtungen aufdrücken - und mich damit in Diskussionen verwickeln zu können. Ein zarter Hinweis auf einen Premiumplatz in einer der nächten Ausgaben der #hier beliebiges Springer-Presseerzeugnis einfügen# ließ die Diskussion dann aber doch jäh verstummen. Schade eigentlich (die A.-Springer-Straße ist von unseren damaligen Büro ca. 150m entfernt ... und die haben bestimmt auch eine gute Kantine).

    Das Geburtsdatum braucht er für evtl. EMA-Anfragen ... besser sogar noch Geburtsname und -ort oder gleich die PA-Nummer.

    Wofür er die Berufe wissen will, bzw. was ihn Anzahl und Art der Kinder und das Alter der Hunde der Eigentümer zu interessieren haben, übersteigt jedoch meine Vorstellungskraft. Ob er meint, das mit den Hunden als Argument ggü. Mietern anbringen zu müssen?
     
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  11. Altan

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    Das Begehren des Verwalters ist ja schon von Grund auf ein Widerspruch. Man muss sich vor Augen führen, dass sich nicht um ein Mietshaus handelt, sondern um eine Eigentümergemeinschaft. Die Aufgabe des Verwalter ist somit die WEG Verwaltung.

    Die Verwaltung der Mietverhältnisse, mit der der Verwalter durchaus auch beauftragt sein kann, ist ein Rechtsgeschäft mit dem jeweiligen Eigentümer, nicht mit der WEG. Letzteres geht ja gar nicht, da die Wohnungen Sondereigentum sind, nicht Gemeinschaftseigentum.

    Das bedeutet, die Gemeinschaft hat gar keine Entscheidungskompetenz bezüglich der Mietverhältnisse. Daher wäre ein solcher Beschluss nichtig. Was die Mietverhältnisse betrifft, so muss sich der Verwalter an den jeweiligen Eigentümer wenden, um die erforderlichen Informationen zu bekommen. Allerdings setzt letzteres auch voraus, dass der Verwalter eine Vereinbarung mit dem Eigentümer hat, das Mietverhältnis zu verwalten.

    Und wenn der Verwalter aus den Unterlagen nicht weiß, welche Wohnung im Objekt welchem Eigentumer gehört und wer welche Garage hat, dann kommen mir beim Lesen der Frage durchaus Zweifel an dessen Kompetenz.
     
  12. #10 Papabär, 16.10.2018
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    Njaein. Die Gemeinschaft kann den Verwalter durchaus beauftragen, gegen ein erhöhtes Aufkommen von Tretminen vorzugehen. Daraus ergibt sich für den Verwalter durchaus ein berechtigtes Interesse zu erfahren, welcher Hund bzw. welche Hunde zu welcher Wohnung gehören. (Das bloße Aufstellen & Befüllen von Hundehaufentütenspendern stellt sich bei solchen Problemen meist nicht als zielführend heraus). Weitere Maßnahmen kann/muss er dann natürlich an den jeweiligen Eigentümer bzw. dessen Sondereigentumsverwalter delegieren.
    Von einem solchen Beschluss hat der TE hier nichts erwähnt - ich kann also nicht sagen dass es im vorliegenden Fall auch so ist. Aber es könnte halt so sein.
     
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