Besteht eine Chance auf Kündigung?

Diskutiere Besteht eine Chance auf Kündigung? im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen! Am Sonntag rief mich ein Mieter an und berichtete, dass bei ihm Wasser aus der Wand tropfe. Ich bin hingefahren und habe mir das...

  1. Titus

    Titus Benutzer

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    Hallo zusammen!
    Am Sonntag rief mich ein Mieter an und berichtete, dass bei ihm Wasser aus der Wand tropfe. Ich bin hingefahren und habe mir das angesehen. Wir waren davon ausgegangen, dass es mit dem Anschluss des Toilettenspülkastens zu tun haben könnte. Gestern Nachmittag war der Installateur da und hat mal die Feuchtigkeit gemessen. Die gesamte Wand ist feucht. Also bin ich heute mal zu dem Mieter drüber, der auch sein Badezimmer genau über dem anderen Badezimmer liegen hat. Ich ahnte schon Böses und sollte Recht behalten. Bei denen tropft das Wasser aus dem Spülkasten der Toilette. Es landet auf dem Abflussrohr, das schräg in die Wand läuft. Ein Großteil des Wassers fließt natürlich vom Rohr ab, der Rest schön in die Wand. Bekannt war es, denn unter dem Rohr lag ein großes Handtuch - nass.
    Wir hatten eine ähnliche Geschichte im letzten Sommer schon einmal. Da war das Untertischgerät defekt. Haben sie sich auch nicht drum gekümmert, so dass irgendwann das Wasser aus dem Rollladenkasten in der Wohnung darunter lief.
    Lange Rede, kurzer Sinn: Bekomme ich damit eine Kündigung gerechtfertigt?
    Familiäre Umstände: Flüchtlinge, zwei kleine Kinder. Wohnen seit rund 4-5 Jahren in der Wohnung.
     
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  3. Andres

    Andres
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    Vielleicht, aber eher nicht. Ja, die unterlassenen Mängelanzeigen sind Pflichtverletzungen und deshalb könnte man den Mieter abmahnen und vielleicht auch kündigen. Ob das dann alles so beweisbar ist und ob eine solche Kündigung verhältnismäßig wäre, überlegt sich dann vielleicht mal ein Richter, wenn der Mieter nicht freiwillig das Feld räumt. Große Hoffnungen hätte ich da nicht.

    Schon besser sieht es bei der Geltendmachung von Schadenersatz aus, § 536c BGB. Das scheitert dann erst an der (vermuteten) Zahlungsfähigkeit der Mieter ...


    Es könnte z.B. helfen, den Mietern einfach nochmal deutlich zu sagen, dass sie Mängel an der Wohnung dem Vermieter mitteilen sollen (nennen wir das einfach mal "Willkommenskultur": Wenn mit der Wohnung etwas nicht in Ordnung ist, möchte ich das wissen und freue mich daher über die Meldung des Mieters) und müssen (das ist der rechtliche Aspekt).
     
  4. #3 ehrenwertes Haus, 04.02.2020
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    ehrenwertes Haus Erfahrener Benutzer

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    Gibt es bei dir Integrationshelfer?
    Wenn ja, kann man sie bitten mit den Mietern zu reden. Damit lassen sich sprachliche und kulturelle Barrieren auf beiden Seiten leichter ausräumen.

    Je nach altem Wohnumfeld sind solche Dinge in den Heimatländern der Flüchtlinge kein Mangel oder Problem, sondern normal.
    Viele Flüchtlinge wissen daher wirklich nicht, welche Schäden Pfützen oder tropfendes Wasser in unseren Gebäuden anrichten kann.
    Dann hilft Aufklärung mehr als der drohende Finger.
     
  5. #4 Katharmo, 04.02.2020
    Katharmo

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    Nach 4-5 Jahren werden sie dich vermutlich gut verstehen, wenn du nicht zu schnell, nicht zuviel Dialekt und nicht kompliziert sprichst.
    So sind meine Erfahrungen jedenfalls.
    Die Kinder verstehen meist noch viel schneller, die übersetzen dann oft für die Eltern.
     
  6. set

    set Erfahrener Benutzer

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    Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen - rede mit den Mietern. Viele dieser Menschen kennen einfach nicht unsere Gepflogenheiten oder haben einfach nur Angst und wollen ja nicht auffallen. Sie kommen meist aus einem anderen Kulturkreis und was bei uns ein Problem ist kennen sie so nicht. Die Kinder sprechen ja recht schnell Deutsch und können als Übersetzer dienen.
     
  7. Titus

    Titus Benutzer

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    Danke für eure Antworten.
    Ich verstehe, was ihr mir sagen wollt. Nach der Geschichte im letzten Jahr im Sommer habe ich mit ihnen geredet. Freundlich. Ich habe ihnen erklärt, dass Wasser große Schäden anrichten kann und sie mir bescheidsagen müssen, wenn etwas undicht ist. Ich war davon ausgegangen, dass sie mich verstanden haben. Ich habe trotzdem noch mit dem Integrationshelfer gesprochen und ihm die Nummer geschildert. Er versprach, dass er auch nochmal mit ihnen reden wolle. War offensichtlich nicht sonderlich erfolgreich...
     
  8. Pitty

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    Du hättest damals schon abmahnen sollen, dann jetzt noch einmal, dann hätte evtl. eine Kündigung Erfolg.
     
  9. Titus

    Titus Benutzer

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    Ja, vielleicht. Aber ich hatte eigentlich gedacht, sie hätten was draus gelernt.

    Ich habe heute mit dem Betreuer vom Amt besprochen, dass wir mal einen Vorort-Termin machen.
    Hart finde ich, dass der gute Mann nicht weiß, ob die eine Haftpflichtversicherung haben. Hallo? Wofür haben die denn dann einen Beteuer, wenn der ihnen sowas nicht beibringt? Eigentlich müsste "das Amt" die sofort abschließen, wenn die Bleiberecht bekommen. Ist doch wirklich essentiell...
     
  10. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Mieter lernen nicht daraus, weder Ausländer, noch Deutsche.
     
  11. Titus

    Titus Benutzer

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    Naja, jetzt zahlen sie. Vielleicht lernen sie jetzt.
     
  12. Pitty

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    Wer’s glaubt.
     
  13. #12 Katharmo, 08.02.2020
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    Wer zahlt was?
     
  14. Duncan

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    Ich vermiete seit über 20 Jahren an Thais. Mit Verlaub was einmal drin ist kriegst du nicht mehr raus. Einige Dialoge werden seit diesen 20 Jahren mindestens einmal pro Jahr geführt...
    Kultur ist stärker als jede nachfolgende Sozialisation.
    Mit dem Weg über die Kinder klappt's dann aber oft! Die einmal angespitzt verdrehen ob des Vorgehens ihrer Eltern gerne mal die Augen und machen es dann so wie es richtig ist. Und da es gut beschrieben und mit Fotos illustriert ist hab ich kein Problem die Schadensmeldung auch vom 8-jährigem Sohn der Mieter entgegenzunehmen und entsprechend abzuarbeiten. Die Vietnamesen sind da einfacher zu händeln, die sind da weniger "stur" als die Thais. Das Vorgehen hat aber auch schon bei Bulgaren geholfen. Geht wohl wieder rund um die Welt.
    Auch wenn Titus das noch nicht so wahrhaben möchte: Er wird derjenige sein der zahlt.
    Zumindest an den Handwerker. Und dann wird er versuchen die Kosten von seinen Mietern zurückzubekommen. Also denen die es amtlich haben kein Vermögen zu haben, die nach seiner Aussage einen Integrationshelfer und einen Betreuer vom Amt haben die alle Zeit der Welt haben nur um seine Ansprüche abzuwehren, auch wenn das sehr viel teurer wird, als diese zu begleichen. Aber was wäre das denn für ein Zeichen!?
     
  15. #14 Katharmo, 08.02.2020
    Katharmo

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    Die Idee, Aufenthalt nur in Verbindung mit einer Haftpflicht zu gestatten, finde ich sehr lustig. Genauso realistisch wie der Rest deiner Theorien @Titus
     
  16. #15 ehrenwertes Haus, 08.02.2020
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    Wer soll denn die Haftpflichtversicherungen zahlen bei Mietern vom Amt. Egal welchen Status diese menschen gerade haben, H4ler oder befristete Aufenthaltserlaubnis? Selbst bei anerkannten Asylanten une eingedeutschten Migranten, ohne Job wird das nix mit Versicherung.
     
  17. Titus

    Titus Benutzer

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    Wo schrieb ich das? Ich fände es sinnvoll, wenn der Integrations-Betreuer die Flüchtlinge dabei unterstützen würde, die essentielle Versicherung abzuschließen. Gerade, wenn es darum geht, sie hier zu integrieren.
    Aktuell stottern sie gerade Mietschulden ab. Ganz ausschließen würde ich nicht, dass sie anschließend zumindest einen Teil des Schadens abstottern.
     
  18. Duncan

    Duncan
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    Sinnvoll fände ich eine entsprechende (Privathaftpflicht-)Versicherung auch, und empfehle sie auch allen meinen Mietern inkl. einer entsprechenden Klausel für die Abdeckung an gemieteten Sachen. Allein geben die entsprechenden Leistungstabellen keinerlei Budget für solche Versicherungen her (und ich habe nicht den Eindruck, dass sich die Versicherungsbranche um solche Verträge reißen würde). Allein man kann sie nicht erzwingen und Mangels Budget liegt so was auch nicht im Aufgabenkatalog von Integrationsberatern &Co.
     
  19. jorgk

    jorgk Erfahrener Benutzer

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    Nur zur Info:
    Die Integrationsberater machen es vielleicht nicht, aber zumindest beim DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) denkt man daran, dass eine Privathaftpflicht-Deckung (und mehr) besteht.
    Sowohl für Leute die in's Ausland gehen wie auch, wie hier diskutiert, für Ausländer in Deutschland (beides sobald sie in der DAAD Förderung sind).
    Vielleicht mal gut zu wissen für Vermieter in Uni-Städten.
     
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