Bodenrichtwert gestiegen - welche Vorteile bringt mir das?

Diskutiere Bodenrichtwert gestiegen - welche Vorteile bringt mir das? im Immobilienmarkt /Investments Forum im Bereich Finanzen; Guten Abend! Der Bodenrichtwert meines Grundstücks ist über die letzten Jahre stark gestiegen. Davon kann ich mir allerdings erstmal nichts...

Andy

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Guten Abend! Der Bodenrichtwert meines Grundstücks ist über die letzten Jahre stark gestiegen. Davon kann ich mir allerdings erstmal nichts kaufen, wenn ich das Grundstück nicht verkaufen möchte.

Kann ich mit dem höheren Wert irgendetwas anfangen ohne das Grundstück zu verkaufen?
Als Hebel für irgendwas irgendwie einsetzen?
 
immodream

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Hallo Andy,
ich befürchte den Hebel wird man bei der neuen Festlegung der Grundsteuer leider zu deinen Ungunsten einsetzen .
Grüße
Immodream
 

Andy

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Die Grundsteuer ist ja Teil der Nebenkosten...
 
immodream

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Hallo Andy,
wer in seinem eigenen Haus wohnt und 2025 mehr Grundsteuer aufgrund der gestiegenen Bodenrichtwerte zahlen darf, den kann es nicht trösten , dass die Grundsteuer ein Teil der Betriebskosten sind.
Darf er selber bezahlen.
Grüße
Immodream
 

Ferdl

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Teil der Nebenkosten...
Zumindest bei meinen Mietern ist das Budget für die zu Zahlende Miete begrenzt, alles was für Betriebskosten flöten geht kann ich nicht als Kaltmiete vereinnahmen. Das mag in Gegenden mit Wohnraummangel anders aussehen :unsicher001:
 
taxpert

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ich befürchte den Hebel wird man bei der neuen Festlegung der Grundsteuer leider zu deinen Ungunsten einsetzen .
Nein, nicht unbedingt!

Vom Grundsatz her soll die "neue" GrSt aufkommensneutral sein! Aufkommensneutral bedeutet jetzt nicht, dass niemand mehr GrSt zahlen muss, sondern das das Gesamtaufkommen der GrSt -die eine Gemeindesteuer ist- bezogen auf die Stadt/Gemeinde nicht sinkt oder steigt!

Ein kleines, wirklich sehr stark vereinfachtes, Beispiel:
Das Gesamtaufkommen der Gemeinde sei X, die Gesamtsumme der bisherigen Einheitswerte Y und die Gesamtsumme der "neuen" Grundbesitzwerte sei Z.

Wenn X 100 beträgt und Y bisher 25 betrug, war der Hebesatz 400%. Wenn jetzt Z 40 beträgt, dann sinkt der Hebesatz zukünftig auf 250%, beträgt Z jedoch nur 10, steigt der Hebesatz auf 1.000%! In beiden Fällen beträgt das Gesamtaufkommen der GrSt jedoch immer 100, so dass es bezogen auf die Gemeinde aufkommensneutral ist!

Für die Betrachtung des einzelnen Grundstücks unterstellen wir zur weiteren Vereinfachung, das sowohl Y als auch Z 40 betragen! Jetzt kommt es darauf an, wie sich der neue Grundbesitzwert im Verhältnis zum alten EW entwickelt hat! Ist er höher als der bisherige EW, so zahlt man mehr GrSt, ist er niedriger als der alte EW, dann zahlt man künftig sogar weniger GrSt!

Da der BRW bei ALLEN vergleichbaren Grundstücken innerhalb der Gemeinde gestiegen ist, führt daher aber diese Steigerung zu keiner höheren GrSt!

Ob die eine oder andere Gemeinde natürlich die Gelegenheit nutzt und die Neuberechnung zur Erhöhung des Gesamtaufkommens der GrSt durch einen höheren Hebesatz nutzt (was in der derzeitigen Situation nicht unverständlich wäre, denn auch die Städte und Gemeinden trifft die Inflation!), wird man abwarten müssen. Diese Steigerung hat dann aber ursächlich nichts mit der "neuen" GrSt zu tun!

taxpert
 

Ferdl

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Vom Grundsatz her soll die "neue" GrSt aufkommensneutral sein!
Der Haken an der Sache ist, das "soll" nicht "muß" bedeutet.
Die Gemeinde wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Hebesatz nicht senken nur weil der Bodenrichtwert gestiegen ist und damit zufällig mehr Geld in die Kasse kommt..
 
immobiliensammler

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Der Haken an der Sache ist, das "soll" nicht "muß" bedeutet.
Die Gemeinde wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Hebesatz nicht senken nur weil der Bodenrichtwert gestiegen ist und damit zufällig mehr Geld in die Kasse kommt..

Ich bin auch gespannt wenn die neuen Bescheide kommen wie sich die Reform auswirken wird! Ich rechne nicht damit, dass das "aufkommensneutral" abläuft.
 
immodream

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Hallo,
alle meine Bekannten, die reichlich Immobilien besitzen , sind mit mir einig, dass das Politiker Märchen von aufkommensneutraler Grundsteuer nach der Festsetzung der neuen Grundsteuer rein zufällig bei uns allen zu einer erhöhten Grundsteuer führen wird.
Der Staat braucht nach Corona und Ukrainekrieg Geld und das kann er am Besten von der arbeitenden Bevölkerung und den Grundbesitzern einnehmen.
Grüße
Immodream
 
taxpert

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Die Gemeinde wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den Hebesatz nicht senken nur weil der Bodenrichtwert gestiegen ist
Darüber müssen wir aber doch frühestens 2032 diskutieren! Und das noch nicht einmal in allen Bundesländern!

Da bei den bisherige EW bei bebauten Grundstücken bisher nur in den seltensten Fälle der Bodenwert eine Rolle gespielt hat, ist im Moment ein hoher Bodenrichtwert kein Garant für eine höhere GrSt!

Ich bin auch gespannt wenn die neuen Bescheide kommen wie sich die Reform auswirken wird! Ich rechne nicht damit, dass das "aufkommensneutral" abläuft.
Nur, dass Du das an deinen Bescheiden nicht ablesen kannst! Weder bedeutet eine höhere GrSt für eine Immo, dass die Stadt/Gemeinde insgesamt ein höheres GrSt-Aufkommen generiert, noch heißt eine gleiche oder gar niedrigere GrSt nicht, dass die Gemeinde nicht doch über den Hebesatz insgesamt ein höheres GrSt-Aufkommen hat! Tatsächlich "hilft" hier nur ein Blick in die Haushalte 2024 und 2025 der Stadt/Gemeinde, wie sich eben das Gesamtaufkommen geändert hat. Und selbst dann spielt es ja noch eine Rolle, wie viele Neubauten in 2024 fertig gestellt wurden, so dass über Artfortschreibung von unbebauten auf bebautes Grundstück ein Mehr an GrSt generiert wurde!

Es steht natürlich auch jedem frei, bereits jetzt bei der Stadt/Gemeinde nachzufragen, ob man beabsichtigt die neue GrSt aufkommensneutral umzusetzen oder eine grundsätzliche Erhöhung angedacht ist! Da das keine Anfrage zu einem einzelnen bestimmten Grundstück ist, sondern eine allgemeine Anfrage zum politischen Willen, kann sich die Stadt/Gemeinde nicht damit raus reden, dass ja noch keine Daten vorliegen! Ich befürchte aber, dass man eher schwammige Aussagen dazu erhält, insbesondere mit Hinweis auf die von @immodream genannten Gründe ...
Der Staat braucht nach Corona und Ukrainekrieg Geld



Der Haken an der Sache ist, das "soll" nicht "muß" bedeutet.
Ich rechne nicht damit, dass das "aufkommensneutral" abläuft.
nach der Festsetzung der neuen Grundsteuer rein zufällig bei uns allen zu einer erhöhten Grundsteuer führen wird.
Natürlich wird es Städte und Gemeinden geben, die die Gelegenheit nutzen um Löcher im Haushalt zu stopfen! Und natürlich tut sich ein Politiker leicht zu sagen, dass es einem leid tut , aber nun einmal der "neuen" Grundsteuer geschuldet ist und mit dem Finger auf den Bund oder das BVerfG zeigt um seine Hände in Unschuld zu waschen! Nur wäre das halt ein scheinheiliges Getue!

Die GrSt ist eine Gemeindesteuer! Weder der Bund, noch das Land kann daher über die tatsächliche Höhe der GrSt bestimmen. Über das GrStG und das BewG geben Bund und ggf. Länder nur die Rahmenbedingungen für die Berechnung der Bemessungsgrundlage vor. Die tatsächliche Höhe der GrSt wird ausschließlich über die Stadt/Gemeinde über die Festlegung des Hebesatzes bestimmt.

taxpert
 
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