Dachgeschosswohnung zu heiss,Mieter beschwert sich

Diskutiere Dachgeschosswohnung zu heiss,Mieter beschwert sich im MV - Allgemeine Fragen Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Ich bin Eigentümerin eines Mehrfamilienhauses mit Baujahr 2001.Hier befinden sich insgesamt 4 Dachgeschosswohnungen. Bisher gab es im Sommer keine...

marina

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Ich bin Eigentümerin eines Mehrfamilienhauses mit Baujahr 2001.Hier befinden sich insgesamt 4 Dachgeschosswohnungen.
Bisher gab es im Sommer keine Beschwerden,war vielleicht auch nicht so heiss wie dieses Jahr.Jetzt beschwert sich eine
Mieterin ,welche 2019 eingezogen über die enorme Hitze.Das Haus wurde von uns mit Hilfe eines ortsansässigen
Architekten errichtet und hatte bis jetzt keine Bauschäden.Sie möchte gerne eine Lösung,da sie ja jetzt in einer Sauna
lebt.Welchen Anspruch hat sie?ich habe natürlich Bedenken,dass sie auch noch die anderen Mieter verrückt macht.
Vielleicht hat jemand einen Tipp in der Vorgehensweise.

Vielen Dank
marina
 

FMBerlin

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Ersteinmal nachprüfbare Fakten sammeln: Welcher Hitzeschutz (z.B. Außenjalousien, Reflektionsfolien auf den Scheiben, Innenjalousien, Vorhänge) besteht und wie wurde dieser vom Mieter genutzt? Hat der Mieter nachts (Innentemperatur > Außentemperatur) (möglichst quer-)gelüftet? Welche Temperaturen hat der Mieter in den Räumen gemessen, wann (Datum, Uhrzeit, vor, während oder nach dem Lüften) und bei welcher Außentemperatur (Thermometer nicht im direkten Sonnenlicht stehen lassen)? Stiegen die Innentemperaturen bei Ausschöpfung aller Möglichkeiten zu Verschattung und Lüftung über 26 Grad Celsius und für wieviele Stunden an wieviel Tagen?
(Die 26 Grad Celsius Obergrenze stammt aus dem Arbeitsrecht für Büroräume, könnte aber von Richtern auch im Mietrecht angewandt werden.)

Aus eigener Erfahrung: Um 2001 herrschte unter den Architekten absoluter Dämmwahn wohingegen konstruktiver Hitzeschutz (Dachaufbau, -überstand, Außenjalousien, Fenstergröße, Materialauswahl und Aufbau der Dämmung) praktisch gar keine Beachtung fand. Kurz: Die Bude könnte unnötig oder sogar unzulässig warm werden, muß aber nicht. Daß die letzten Sommer ungewöhnlich oder sogar erstmalig heiß waren trifft jedenfalls nicht zu. Auch vor Beginn der Klimawandelhysterie, die es ja erst in den 80er Jahren begann, also z.B. in den 1950er Jahren gab es bereits heißere Tage, als diesen Sommer.
 
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geraldxx

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Aus eigener Erfahrung in einer DG Wohnung kann ich dir sagen: Neueste Dämmung verschlimmert das Problem. Am Anfang war das Dach 0815 gedämmt, also reine Steinwolle und auch nicht komplett, so dass es über Nacht auf Außentemperatur abgekühlt ist. Dann wurde das Dach auf neueste Dämmung gebracht und nach 3-4 Tagen Hitze braucht man 3-4 kühle Tage um die Wohnung + Dämmung wieder abzukühlen. Wenns nachts nicht wirklich abkühlt hat man keine Chance.

Was aber enorm hilft: Fensterschutzfolie anbringen. Die Fenster werden bei Hitze sehr warm und geben die Hitze an die Wohnung weiter. So eine Spiegelfolie oder ein außen angebrachter Rolladen wäre meine erste Maßnahme.
 

Ferdl

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da sie ja jetzt in einer Sauna
lebt.
Mein Ansatz wäre. Fakten zu prüfen, ggf auch selbst vor Ort.
Wie @FMBerlin schreibt, die Temperatur aber auch die Luftfeuchtigkeit messen, diese beeinflusst stark das Wärmeempfinden. Kann sein das unzureichend gelüftet wird, kann aber auch sein das sich Feuchtigkeit in der Isolierung gesammelt hat welche jetzt durch die Hitze wieder ausdampft.
 

Lumion

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Welchen Anspruch hat sie?
Anscheinend viel zu hohe...

Wenn deiner Mieterin erst nach 3 Jahren aufgefallen ist, dass sie in einer Dachgeschosswohnung lebt, dann ist sie da wohl auch ein wenig selbst schuld.
Ich würde mich jetzt FMBerlin anschließen und die Mieterin auf sämtliche Verhaltensparameter aufmerksam machen.
Es gibt ein Urteil, indem eine Mietminderung von 20% gewährt wurde, nachdem die Wohnung Tagsüber 30 Grad erreicht und Nachts nicht unter 25 Grad abkühlt.
Ob dies auch bei deiner Mieter zutrifft? Ich würde hier auch erst einmal die Fakten klären und nach einer Temperaturmessung fragen. Ggf. auch mal selbst vor Ort ermitteln.

Ich würde, nachdem das Verhalten (Rollos runter, Vorhänge, Lüften etc.) geprüft wurde, vorschlagen, dass deine Mieterin sich ein mobiles Klimagerät zulegt oder vielleicht ergibt sich ja die Möglichkeit ein Splitgerät (gemeinsam) anzuschaffen. Das würde auch den Wohnwert nachhaltig steigern.
 
immodream

immodream

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Hallo,
wer eine Dachgeschoßwohnung anmietet, sollte wissen, das diese Wohnungen seit Jahrzehnten im Sommer immer Wärmer als die darunterliegenden Wohnungen sind.
Das ist bei dem Dachgeschoßausbau meines Hauses, welches vor 40 Jahren mit 140er Dämmung gebaut wurde und die Fenster zur Südseite liegen, schon seit dem Neubau so und nicht erst , seitdem die Menschen die Klimaveränderung bemerken.
Einfach der Mieterin mitteilen, das sie das Recht hat, zu kündigen und sich eine Wohnung im Erd- oder Kellergeschoß mieten sollte.
Wo fangen die Forderungen an und wo sollen sie enden?
Grüße
Immodream
 
Ino75

Ino75

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Einfach der Mieterin mitteilen, das sie das Recht hat, zu kündigen und sich eine Wohnung im Erd- oder Kellergeschoß mieten sollte.
Wo fangen die Forderungen an und wo sollen sie enden?
Ich finde das jetzt für den Anfang schon ein bisschen "auf Krawall gebürstet". Die Mieterin hätte gerne eine Lösung, von Forderungen steht doch da noch gar nichts. Da sofort mit dem Vorschlag einer Kündigung zu reagieren, wenn es ihr nicht passt, ist, zumindest aus meiner Sicht, eine unnötige Eskalation.

Wie andere schon sagten, ihr zuerst mal die Möglichkeiten aufzeigen, die sie selbst hat, um für etwas mehr Kühle zu sorgen (da reicht dann eigentlich auch ein Link zu einer der tausend Seiten, die es zu dem Thema gibt). Da gibt es nämlich etliche, und viele Leute sind sich darüber gar nicht bewusst, ganz ohne böse Absicht. Fensterfolie kann da tatsächlich Wunder bewirken. Nicht unbedingt die für €10 von Wish, aber etwas höherwertige schon. Und da könnte man dann ggf. eine Kompromiss eingehen. Man lässt durch ein Fachunternehmen eine qualitativ hochwertige, schlichte Folie anbringen und teilt sich die Kosten. Oder meinetwegen erteilt man der Mieterin auch nur die Zusage, dass sie diese Folie, wenn sie sie anbringen lassen möchte, nicht wieder entfernen muss, wenn sie auszieht. Wäre dann u.U. sogar ein Mehrwert für einen Nachmieter.

Und ggf. hat sie ja sogar mit einigen Punkten recht und es besteht tatsächlich Handlungsbedarf? Es schadet vielleicht auch nichts, sich da mit der Mieterin einfach mal auszutauschen und sich vielleicht persönlich ein Bild vor Ort zu machen.

Aber grundsätzlich sehe ich das auch so, dass es doch eigentlich Allgemeinwissen ist, dass Dachgeschosswohnungen immer etwas wärmer sind. Tatsächliche Rechtsansprüche lassen sich da nur in absoluten Ausnahmefällen ableiten...
 
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