Darf Beirat zur Belegprüfung einen Steuerberater hinzuziehen?

Dieses Thema im Forum "WEG - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von cfellerei, 22.08.2014.

  1. #1 cfellerei, 22.08.2014
    cfellerei

    cfellerei Benutzer

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    Hallo,
    unsere Belegprüfung ist ziemlich umfangreich mit mehreren Ordnern.
    Uns Beiräte sind mehrere Ungereimtheiten aufgefallen. Dies würden wir gerne durch einen Buchprüfer nachprüfen lassen ob das alles so korrekt ist wie es die Verwaltung abgerechnet hat.
    In unserer Gemeinschaftsordnung steht hierzu:

    Heißt das nun, der Beirat darf sich einen Buchprüfer seiner Wahl aussuchen und von diesem eine gründliche Belegprüfung durchführen lassen? Benötigt der Beirat dazu erstmal einen Beschluss in der Eigentümerversammlung? Wird das Honorar für den Prüfer dann von der Gesamt WEG getragen oder muss die der Beirat bezahlen?
     
  2. AdMan

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  3. Syker

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    Hallo,

    Ja m.E. kannst du eine Fachkraft damit beauftragen, die Kosten trägt der Auftraggeber.
    Also entweder du ggf. mit Miteigentümern oder auch die WEG, dann müsste ein Beschluß zur Belegprüfung gefasst werden und der Verwalter müsste dementsprechend den Auftrag vergeben.

    VG Syker
     
  4. RMHV

    RMHV Erfahrener Benutzer

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    Lt. Teilungserklärung soll zumindest der Beirat als Gremium berechtigt sein, die Prüfung in Auftrag zu geben. Damit wird weder eine Beschlussfassung noch ein Auftrag durch den Verwalter erforderlich sein. Die Kosten der Prüfung werden von der Gemeinschaft zu tragen sein.

    Ob die Vollmacht auch jedes einzelne Mitglied des Beirats berechtigt, soll hier offen bleiben.
     
  5. #4 cfellerei, 04.09.2014
    cfellerei

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    Vielen Dank für die EInschätzungen. Der Beirat hat sich nun dazu entschieden, das ganze von der Eigentümerversammlung durch Beschlussfassung genehmigen zu lassen.Stimmt die ETV dagegen, wird halt nun keine Prüfung durch externe durchgeführt.
     
  6. #5 Fremdling, 05.09.2014
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    Wenn der Beirat aufgrund seiner Feststellungen einen externen Fachkundigen zur Unterstützung für erforderlich hielt, sich die Versammlung aber unmittelbar oder mittelbar (Verweigerung der Kostenübernahme) dagegen ausspricht, sollte das der Beirat bei seiner obligatorischen Stellungnahme gemäß WEG § 29 (3) zur Hausgeldabrechnung berücksichtigen, um nicht in ein Haftungsrisiko zu laufen. Falls nicht ohnehin vorgesehen, könnte auch ein TOP 'Entlastung des Beirates für das abgelaufene Wirtschaftsjahr' sinnig werden.
     
  7. #6 PHinske, 05.09.2014
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    Damit macht sich der Beirat ein eigenes Recht, das aufgrund gültiger Vereinbarung unter allen Wohnungseigentümern besteht, selbst kaputt.

    Wenn der Beirat sich das von der Versammlung genehmigen lassen müsste, stände es genau so in der Teilungserklärung drin.

    Durch die Anmeldung des Punktes für die Tagesordnung kann der Verwalter im Vorfeld der Versammlung Stimmung machen (und Stimmen einsammeln!), damit es zur externen Prüfung bloß nicht kommt.

    Dass die Rechnung des externen Prüfers nicht vom Beirat, sondern von der Gemeinschaft zu bezahlen ist, liegt für mich auf der Hand.

    Für mich ist die Entscheidung des Beirats der falsche Weg bei dem Sachverhalt.

    MfG, PHinske
     
  8. #7 cfellerei, 08.09.2014
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    leider ist bis zur ETV nur noch knapp 3 Wochen. In dieser Zeit wird eine Prüfung der Jahresabrechnung durch einen externen aus zeitlichen Gründen nicht mehr gelingen.
    Ja es stimmt, der Verwalter wird vermutlich auf die Barrikaden gehen und Stimmungsmache gegen diesen Beschluss im Vorfeld machen.

    Es besteht die Frage wie sich der Beirat am besten verhält. Andererseits will der Beirat mit einem "Durchwinken" nicht anschließend haftbar gemacht werden, andererseits kostet eine Prüfung 3000,00 EUR, die vom Beirat erkannte fehlerhafte Position in der Abrechnung betärgt 1000,00 EUR.
    Daher wird die Eigentümergemeinschaft sagen, wegen 1000 EUR zurückzuholen, geben wir nicht 3000 EUR für die Prüfung aus.
     
  9. #8 Fremdling, 08.09.2014
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    Also € 1.000,- der Gemeinschaft belastet, die zutreffenderweise wer sonst zu tragen hätte?

    Falls der Rückbuchungsanspruch faktisch zurecht besteht und es die Sache eindeutig wert ist, beim Beschluss über die Gesamt- und Einzel-Hausgeldabrechnung mit NEIN stimmen und bei nicht erreichter NEIN-Mehrheit das Gericht binnen einen Monats nach Beschlussfassung mit einer Anfechtungsklage bemühen?
     
  10. #9 cfellerei, 08.09.2014
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    Bei den 1000 EUR geht es um eine Rechnung bzgl einer Brennerswartung durch einer Heizungswartungsfirma, die nach Ansicht des Beirats die Hausverwaltung zu tragen hätte.

    Die Hausverwaltung hatte zu lange mit dem Heizöleinkauf zugewartet, bis die 3 Heizölbrenner mit dem Dreck der Tanks verunreinigt wurden und ausfielen.

    Im Regiebericht stellte die Fachfirma eindeutig als Ursache eine nicht mehr erfolgte Betankung und in Folge dessen die Verschmutzung der Brenner fest.

    Meines Erachtens wäre die Hausverwaltung verpflichtet gewesen, die Eigentümer zu informieren und eine Sonderumlage zur Finanzierung des Heizöleinkaufs zu beschließen.

    Diese Sachverhalte kommen jetzt ein Jahr danach bei der Belegprüfung zum Vorschein.
    Die Hausverwaltung argumentiert nun, dass Sie damals kein Geld zum Heizöleinkauf gehabt hätte, da viele Eigentümer im Rückstand mit den Wohngeldzahlungen gewesen seien.
     
  11. Andres

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    Den Sachverhalt neutral, unvoreingenommen und nach bestem Wissen und Gewissen darstellen. Ihr müsst keine Empfehlung zum Stimmverhalten abgeben. Wenn der Beschluss zum Jahresabschluss nicht in deinem Sinn ausfällt, hast du (wie jeder andere Eigentümer auch) die Möglichkeit den Beschluss anzufechten.

    Das ist viel sinnvoller als der Versuch, alle Eigentümer zu einem Stimmverhalten zu überreden, dabei aber bloß niemandem auf die Füße zu treten. Das klappt nicht. Einen Jahresabschluss abzulehnen (egal ob per Beschluss oder per Urteil), gibt fast zwangsläufig Ärger, weil es immer zu irgenjemandes Nachteil ist.


    Das ist auch vernünftig. Die 3000 Doppelmark sollen diejenigen Eigentümer ausgeben, die bei einem Rechtsstreit unterliegen. Das fördert auch einen Konsens bezüglich Trennung vom aktuellen Verwalter - natürlich vorausgesetzt, dass du richtig liegst und die Anfechtung des Abrechnung erfolgreich verläuft.
     
  12. sara

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    ich habe ja keine Ahnung von WEGs, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass diese oben genannten Kosten und Begründungen ein Gericht wirklich der Hausverwaltung zuschreibt... :unsicher002:

    Dumm gelaufen, aber ich würde auch keine 3000 € ausgeben um 1000 € reinzuholen... :31:
     
  13. Andres

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    Es ist möglich. Veranlasst der Verwalter erforderliche Maßnahmen nicht bzw. führt er keine Beschlussfassung hierzu herbei, kann er für die Folgen ersatzpflichtig werden.

    Natürlich darf man trotzdem etwas skeptisch sein, ob die Eigentümer nicht vielleicht durch eigene Beschlüsse die Situation selbst verursacht haben. Klar kann man sich die Tankreinigung länger sparen und stattdessen den Tank früher befüllen. Man darf sich dann aber nicht wundern, wenn es zu Folgeschäden kommt, weil der Bodensatz unerwartet aufgewirbelt wird oder der Tank zu weit entleert wird. Die Frage wird u.a. sein, wessen Idee dieses Vorgehen war.
     
  14. Duncan

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    nicht nur Beschlüsse, auch entsprechendes (Nicht-)Handeln.
     
  15. Andres

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    Auch wenn ich dem Einwand eigentlich zustimme: Das kann ebenso ein Versäumnis des Verwalters sein. Er hätte dann zur Abwendung eines Schadens eben die solventen Eigentümer "würgen" müssen.
     
  16. Duncan

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    @Andres: da es wohl über mehrere Jahre gelaufen ist, sollte das auch in den Eigentümerversammlungen thematisiert worden sein. Dazu wären die Abrechnungen und die Unterlagen der HV zu prüfen. Die Eigentümer mussten wissen, dass der HV die liquiden Mittel zur ordentlichen Verwaltung nicht immer zur Verfügung standen. Das hätte geändert werden müssen.

    Im Zweifel gar über Zwangsversteigerung der Eigentumsanteile der Hausgeldschuldner.

    Ich kenne eine WEG da hat der HV zur ETV einen TOP ala "Beschlussfassung zur Anstrengung einer ZV der Whg. Nr. 3,7,8,14,36,... " formuliert.
    Ja, das war durch den Beirat und einige Eigentümer (zus. ~70% der Stimmen und Anteile) abgesegnet und gedeckt. Einige dieser ET haben dann auch in der ZV zugeschlagen. Die HV hat nun zahlende Eigentümer. Andere ET haben ganz schnell ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllt.
     
  17. #16 PHinske, 05.11.2014
    PHinske

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    Diesen Beitrag habe ich erst heute gefunden.
    Ich gehe davon aus, dass der Sachverhalt noch nicht abgeschlossen ist.

    Die Rechnung wegen der Instandsetzung der Heizung gehört NATÜRLICH in die Hausgeldabrechnung, wenn die 1000 Euro vom Gemeinschaftskonto bezahlt worden sind.

    Wenn die Eigentümergemeinschaft mehrheitlich dafür stimmt, dass der Verwalter wegen einer vermeintlichen Pflichtverletzung in Anspruch genommen werden soll, kann NACH dem Beschluss versucht werden, die Summe als Schadenersatz einzufordern und notfalls einzuklagen.

    Klar ist, dass der Verwalter nicht die geeignete Person wäre, diesen Anspruch zu verfolgen.
    Das müsste also jemand anderes übernehmen.
    Oder eben ein neuer Verwalter, wenn der bisherige ausgeschieden ist.

    MfG PHinske
     
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