DB will mich ruinieren - Räumungsklage?

Diskutiere DB will mich ruinieren - Räumungsklage? im Mietvertrag über Gewerberäume Forum im Bereich Mieter- und Vermieterforum; Hallo liebe Mitbürger! Bin hier neu, dafür habe ich ein dickes Problem das mich zu ruinieren droht. Vor 12 Jahren erwarb ich von der DB ein...

  1. #1 Corinna38, 15.12.2018
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    Hallo liebe Mitbürger!

    Bin hier neu, dafür habe ich ein dickes Problem das mich zu ruinieren droht.

    Vor 12 Jahren erwarb ich von der DB ein Gelände, das ich als Lagerstätte benutzen wollte. Mit auf dem Gelände stand ein für den Publikumsverkehr aufgegebenes Bahnhofsgebäude, in dem die DB im Erdgeschoß Räume belegt und den ersten Stock als Wohnung vermietet hatte.
    Grundstück und Gebäude wurden zusammen angeboten, aber getrennt berechnet. Ich benötigte nur das Grundstück, da aber das Gebäude sehr, sehr günstig war und mit Beschreibungen "solide gebaut" und "sehr gepflegt" angeboten wurde, erschien es mir vertretbar trotz des schwachen Mietertrages (Ofenheizung) das Gebäude, sich quasi kostenmäßig selbsterhaltend, mitlaufen zu lassen.
    Die DB sicherte sich 30 Jahre Anwesenheit über einen Gewerbe-Mietvertrag (Miete 1 €) zu, sagte aber mündlich zu wegen beschlossenem Ausbau der Strecke nach ca. 8-10 Jahren das Gebäude zu verlassen.

    1. Es gab keinen Ausbau und die DB macht nach 8-10 jahren keine Anstalten auszuziehen.

    2. Bei Schönheitsreparaturen entdeckte ich mit steigender "Intensität", daß das "sehr gepflegte" Gebäude eine "Fastruine" darstellt. Der Zwang dem entgegenzuwirken ließ mich meinen Beruf aufgeben und zur Mörtelkelle zu greifen. Zuerst sah es noch so aus als sei das vertretbar bis ich merkte daß alle meine Anstrengungen umsonst waren, der Gesamt-Sanier-/Reparaturaufwand stieg umso steiler an, je tiefer ich in die Bausubstanz vordrang.
    Eine Baufirma erstellte einen Kostenvoranschlag. Eine halbe Million. Ich hatte aber schon eine etwas größere Summe im sechstelligen Bereich reingesteckt.

    3. Seit 2016, als ich die Ausweglosigkeit der Situation erkannte, wandte ich mich an die DB, die ein Jahr lang erst mal schwieg. Ich sprach eine Räumungsaufforderung aus. Die Bahn stellte sich taub.

    4. Jetzt dringt Wasser über das Dach (2 x geprüft, kein offens. Schaden, wohl eher Feinrisse, Schäden an 6 Kaminen? ...) ein und läuft durch den ersten Stock bis zur Decke der DB-Räume.


    Ich möchte jetzt die Räumung durchsetzen. Das Problem: Rechtsanwälte, mit denen ich sprach, reagieren irgendwie umständlich. reden von Gutachtern, hohen Verfahrenskosten, bohren mühselig im Vertragsrecht.

    Mir ist eher nach Alexander dem Großen zumute, der den gordischen Knoten vor sich sah. Suche die clevere und schnelle Lösung meiner Probleme. Zwei, drei geschickte taktische Züge. Bin auch sehr dankbar für Querverweise. Vielen Dank!
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 15.12.2018
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    Du hast nicht ernsthaft ein gepflegtes Gebäude mit guter Bausubstanz erwartet, das aus reinem Samaritertum
    verkauft wird...

    Was sollen Anwälte denn anderes machen als nach möglichen Fehlern in den Verträgen zu suchen?
    Um Gutachten wirst du auch nicht herum kommen, wenn dir falsche Versprechungen gemacht wurden bezüglich der Bausubstanz... wobei man die eigentlich schon VOR dem Kauf anfordert.

    Den Rest... Mietvertrag über 30 Jahre für 1 €... Wenn da kein Haken dran sein soll...

    Du warst entweder extrem naiv beim Kauf, oder hast dir den Kauf schön geredet.
    Sowas rächt sich eben irgendwann.
     
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  4. #3 immobiliensammler, 15.12.2018
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    Ich bekomme auch immer wieder DB-Immobilien (Lagerhallen, Bahnhöfe, Wohngebäude, ganze ehemalige Ausbesserungswerke) von diversen Maklern angeboten. Am Anfang habe ich mir manche Objekte angesehen, inzwischen spare ich mir das und die Exposes geht direkt in die große runde Ablage.

    Ein Bekannter arbeitet am Nürnberg Rangierbahnhof, da stehen ganze Abstellgleise voll mit Waggons mit defekten Bremsen die nicht repariert werden können, da nur einmal pro Quartal die benötigten Materialien angeliefert werden und wenn der Posten verbraucht ist dann geht eben bis zum Januar/April/Juli/Oktober nichts mehr.

    Glaubst Du ernsthaft, bei der Instandhaltung eigener Gebäude wurde anders gearbeitet?

    Im übrigen siehe @ehrenwertes Haus: Vorher prüfen, was man kauft und welche Verträge man abschließt!
     
  5. #4 alan100, 15.12.2018
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    Ok, das ist ja interessant. Handelt es sich bei dir um ein Erbbaurecht? Wenn ja, Wie lange läuft das Erbbaurecht noch?

    Mir wurde vor 8 Jahren vom Bundeseisenbahnvermögen ein unbebautes Grundstück angeboten, direkt neben den SBahn Gleisen. Gute Lage in einer bayerischen Großstadt. Kaufpreis extrem günstig. Haken: Keine Baugenehmigung, und im Bebauungsplan auch keine Bebauung vorgesehen. Nicht mal Stellplätze wurden genehmigt (das war meine Absicht, es hätte sich gelohnt).

    Letztes Jahr wurden auf dem Grundstück 10 Reihenhäuser von einem Projektentwickler gebaut und für 6000€ /qm verkauft.

    Mein Vorschlag: Beauftage einen guten Fachanwalt, mit dem Ziel: Reiss die Bude weg, schau ob du eine Baugenehmigung bekommst, und verkaufe das Grundstück zu einem anständigen Preis. Da du offenbar schon länger als 10 Jahre Eigentümer bist, komplett steuerfrei!
     
  6. #5 Corinna38, 15.12.2018
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    an ehrenwertes Haus

    Danke für die Antwort. Ich habe das Grundstück gekauft, dessen Wert viel höher war als das Bahnhofsgebäude mit rund 20.000 €. Mit der Zusicherung "solide gebaut" und "sehr gepflegt" und einer Besichtigung, so denke ich, habe ich meiner Sorgfaltspflicht genügt. Eine gründliche Begutachtung (10.000 € ?) wäre unverhältnismäßig gewesen. Samaritertum? Das Gebäude war fassadenmäßig heruntergekommen. Dazu das Alter von 188x, was den niedrigen Preis schon erklärlich machte trotz anzunehmender innerer Qualität.

    Ich sage die Bahn hat mich unter falschen Angaben gelinkt. Ich hätte das Gebäude nie gekauft, wenn im Expose nicht gelogen worden wäre. Und der DB bekannte schwere Baumängel genannt worden wären. Erst mal fing ich an Geld reinzustecken. jetzt, wo ich merke, ich habe eine Ruine angedreht bekommen, will ich das machen, was man mit einer Ruine macht. Aufgeben. Ich will ja erst mal gar nicht die 20.000 € Kaufpreis reklamieren. Klar, das war "billig", aber von Schadensersatz reden wir zu diesem Zeitpunkt gar nicht. Ich will das Gebäude aufgeben weil jetzt Wasser reinläuft, die Elektrik gefährdet ist (Brandgefahr) und die Wohnung im ersten Stock unvermietbar wird, d. h. das ganze Gebäude steht an der Schwelle zur Unbenutzbarkeit und einem Mietertrag von Null. Dazu kommen Haftungsfragen.

    Das Problem ist, die DB will nicht rausgehen, das Gebäude räumen. Letztenendes will sie mich indirekt zwingen über die Grenze aller Zumutbarkeit hinaus das Dach für vielleicht 200.000 € zu sanieren. Usw.

    Ich denke ich weiß schon was Sie mit den Anwälten meinen. Es beschleicht einen dieses ungute Gefühl als soll das offensichtliche Opfer einer Betrugstat auch die Folgen tragen, immerhin hat die DB wenig Geld, der Staat auch, und da könnte doch der Bürger mal etwas bluten ... dem machen wir dann etwas Angst mit Prozeß- und Gutachterkosten ... und dann wird er schon gefügig .. und Richter wie Rechtsanwalt nehmen dann auch eher eine gemeinwesenerhaltende Haltung ein ... hätte das Opfer halt mehr aufgepaßt.

    Ich weiß schon, daß ist jetzt auch mein Frust über die Situation, jahrelangem Kampf und hunderten von getippten Seiten Beschwerdebriefen an die DB. Was mir jetzt wenig hilft sind Hinweise auf mangelnde Cleverness meinerseits.

    Ich möchte die DB zur Räumung bringen. Wie gehe ich vor? Unzumutbarkeit der weiteren Unterhaltung als Grund? Prüft der Richter bei der Einreichung der Räumungsklage die Gründe? Legt die DB schon hier Einspruch ein, also gibt es eine Sachprüfung?
    Oder ist es so wie mir jemand erzählte, die Räumungsklage geht locker durch und die DB schickt aber den Gerichtsvollzieher mit dem Hinweis auf die 30 Jahre wieder nach Hause.



    An Immobiliensammler:

    Auch Ihnen danke. In dem Moment, als ich das Grundstück kaufte und das Gebäude darauf als sich selbst erhaltend einstufte, konnte ich den Angaben im Verkaufsexpose der DB vertrauen. Ich habe den Kaufvertrag ja nicht mit irgendwelchen Dunkelmännern abgeschlossen.
    Was Sie schreiben erhellt natürlich die Situation.
    In meinem Fall heißt das die DB setzt sich dem Vorwurf aus mir betrügerisch und in Kenntnis des schlechten Bauzustandes eine Ruine "angedreht" zu haben um sich 30 Jahre Instandhaltungskosten zu sparen. Inzwischen habe ich auch Belege, daß die DB vor dem Kauf wußte, wie schlecht der Zustand war.

    Wenn man für 20.000 € ein Haus kauft, kann man sich trotz aller "Beteuerungen" natürlich keine Wunder erwarten. Andererseits wußte aber die Bahn selber, daß die restliche Lebensdauer dieses Gebäudes ev. nur noch sehr kurz sein könnte. Trotz der 30 Jahre. Vielleicht hätte es ja durchhalten können gegen alle Mutmaßungen. Aber nun ist es passiert, es regnet durch und die Liste des Sanierungsbedarfs füllt mehrere DIN A4 Seiten. Das Gebäude ist am Ende.
    Jetzt muß auch die DB ihre Seite der Verantwortung bei einem Gebäude übernehmen, das nur 20.000 € kostete.

    Und das tut sie nicht. Das Objekt ist eines natürlichen Todes gestorben. Die DB ignoriert den Todesfall und will quasi in den "sterblichen Überresten" weiterwohnen.

    Konstruktive Hilfe wie ich die DB aus dem Gebäude kriege wäre erwünscht, danke.
     
  7. #6 immobiliensammler, 15.12.2018
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    Steht das Objekt bei diesem Baujahr denn unter Denkmalschutz?

    Im übrigen: Verträge sind einzuhalten. Wenn Du eine arglistige Täuschung wirklich beweisen kannst dann musst Du Dir halt noch einen guten Anwalt suchen, aber eigentlich sind die Verträge der DB bzw des BEV (Bundeseisenbahnvermögens) in der Hinsicht relativ wasserdicht.

    Du bist sonst halt in der Pflicht, den Mietvertrag für die vereinbarte Laufzeit von 30 Jahren zu erfüllen. Diese Pflicht hätte aber auch ich als Vermieter. Wenn bei mir morgen ein Mieter anruft dass das Dach undicht geworden ist und das Wasser durch die Bude läuft muss ich das auch sanieren und kann nicht sagen ich habe kein Geld dafür er soll halt lieber ausziehen.

    Wenn die DB da irgendwelche Streckentechnik verbaut hat (was oft der Fall ist) dann könntest Du halt mit der DB reden, ob die schon vorher umziehen, dann musst Du halt den Umzug der Technik zahlen, kann auch gerne mal 6 bis 7stellig werden.
     
  8. #7 Corinna38, 15.12.2018
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    an Alan100

    Ist kein Erbbaurecht. War weit über 100 Jahre als Bahnhof in Betrieb. Wie ich halt jetzt so nach und nach rauskriege meckerte auch der Mieter der DB im ersten Stock zuviel und irgendwann, die DB wußte natürlich vom miesen Zustand und den überbordenden Erhaltungskosten , kamen sie wohl auf die Idee - sie benötigen die Räume im Erdgeschoß ja noch - suchen wir uns dann halt einen Dum.... usw.

    Baurecht wäre vorhanden. Das Problem ist die Bahn will unbedingt bleiben. Fachanwalt ist gut, aber ich möchte natürlich kein 7-Jahre-Verfahren. Und Angriffe auf den Kaufvertrag riechen danach.
    Räumen wegen Unzumutbarkeit ginge in ein paar Wochen über die Bühne. Wenn es denn klappte.

    Mometan läuft die Sache heiß.
     
  9. #8 ehrenwertes Haus, 15.12.2018
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    Also irgendwie hast du eine ziemlichverdrehte Sicht auf die Dinge...

    Das Baujahr eines Gebäudes, sagt rein gar nichts über den Zustand aus, nur über die verwendeten Materialien und die Bautechnik.

    Das du selbst wenig bis keine Ahnung davon hast, sagst du indirekt selbst. Anderenfalls hättest du bereits bei Kauf gewußt, dass man hier mit ein bischen Kellenschwingen keine Erfolge erzielen kann...
    Ganz im Gegenteil. Das falsche Material auf der Kelle macht vorhandene Probleme nur größer.

    Nochmal, was erwartest du?
    Ein Wunder?
    Das die Bahn reuhmütig auszieht bei den Konditionen? Da lohnt ja nicht mal mehr eine Mietkürzung...
    Jeder Umzug kostet die Bahn mehr, als dort weiter zu residieren. Selbst nur Inventar ausräumen ist teuer als es dort stehen lassen.


    Dein Zorn sollte sich besser gegen dich selbst richten, als die Schuld nur bei Anderen zu suchen.
    Zu einem Vertragsabschluß gehören mind. 2 Parteien. 1, die ein Angebot macht und eine die das Angebot annimmt.



    Wenn du die schnelle Lösung willst, reiß die Bude ab. Abrissbirnen arbeiten auch ohne Abrisserlaubnis.
    Du musst nur mit den Folgen leben können.


    Auch das ist sowas von realitäsfremd...

    Wenn du neu bauen willst geht das mit Baurecht. Die Bahn als Mieter wird dann nur für die Zeit bis der Neubau bezugsfertig ist ausquartiert.
    Eine Räumung in ein paar Wochen... klar es ist bald Weihnachten... Soweit mir bekannt, werden Gesetzesänderungen aber nicht unter den heimischen Weihnachtsbaum gelegt, sondern anderswo verabschiedet.
     
  10. #9 Corinna38, 15.12.2018
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    An immobiliensammler

    Nein, ist kein Denkmalschutz.

    Pacta sunt servanda, aber, der Feind dieser Feststellung dürfte die Zumutbarkeit sein.

    Die Bahn zahlt nur 1 € Miete/Monat. Wenn das Obergeschoß die paar Euro privaten Mietertrag verliert, wäre das die einzige Quelle der Instandhaltung.
    Ich habe herausgefunden, daß der Kaufvertrag ein Serienkaufvertrag ist. D. h. für mich als "Endverbraucher" ähnelt der Kaufvertrag eher einer AGB. Hier bin ich geschützter.

    Ich habe ja überhaupt nicht zugesagt daß ich 30 Jahre lang die Instandhaltung aus meiner Tasche begleiche. Es ist unbestritten, daß ich bei einer solchen Verpflichtung niemals gekauft hätte.
    Ich sagte lediglich die Vermietung zu bei 1 € / Monat auf 30 Jahre. Das heißt aber nur unausgesprochen wenn sich die Vermietung im üblichen Rahmen bewegt, z. B. 1 % des Gebäudewertes muß für die Erhaltung aufgewendet werden.

    Etwas anderes wäre es, wenn irgendeine Gegenleistung von der Bahn erbracht worden wäre, die den Instandhaltungskosten entspräche. (Z. B. 150.000 € gegen ein Wohnrecht auf Lebenszeit). Es gilt jede Leistung erfordert eine Gegenleistung, sonst ist gleich das Finanzamt da und vermutet z. B. ein Steuersparmodell bzw. Scheinverträge. Ein Kaufvertrag darf auch keine Hülle darstellen um eigene Instandhaltungskosten auf andere abzuwälzen.

    DB bzw das BEV sind juristisch schon harte Nüsse. Das ist ja gerade das Hinterlistige, solche, wie ich meine, Betrugsversuche zu starten mit der Überzeugung notfalls brave Bürger mit der Potenz ihrer juristischen Abteilung "skalpieren" zu können.

    Ich kann die 30 Jahre nicht erfüllen weil es unverhältnismäßig und unzumutbar ist.

    Du darfst nicht von einem normalen Haus ausgehen. Wo jetzt der Besitzer sich weigert, 500 oder 2000 € auszugeben für eine Dachreparatur.
    Die Bahn hat mir ein seit Jahrzehnten vernachlässigtes Gebäude verkauft. Der DB war klar daß das eine Fast-Ruine ist. Alle Reparaturen zusammen kosten mindestens eine halbe Million €. Das ist ein richtiger Betrugsfall denke ich.

    Und - die DB bekommt erste Bedenken. Eigentlich müßte sie vertraglich nur die 1 € Miete / Monat zahlen. Aber ..., sie hat begonnen mit etwas Miete zu locken, d. h, sie stuft ihre eigene rechtliche Position nicht mehr so unangreifbar ein. Sie hat dieser Tage ohne meine Einwilligung eine fiktive Miete rückwirkend auf 2 Jahre angesetzt und knapp 10.000 € auf mein Konto überwiesen. Den Betrag habe ich am gleichen Tag auf das DB-Konto zurücküberwiesen.
    Was soll ich mit dem Almosen? Beginnen das Dach zu reparieren?
     
  11. dots

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    Es gibt keine Sorgfaltspflicht in diesem Zusammenhang.
    Du darfst kaufen, was du möchtest - auch Schrott. Auch überteuerten Schrott.
    Es hat dich ja niemand gezwungen, den Schrott zu dem Preis zu kaufen.
    Genau so der Mietvertrag: Du hast dich per Mietvertrag verpflichtet, dem Mieter die gemietete Sache zur Verfügung zu stellen. Wie du das machst, ist dein Problem - nicht das des Mieters.
    Niemand hat dich gezwungen, den Mietvertrag abzuschließen.
    Wenn dir(!) eine "gründliche Begutachtung (10.000 € ?)" unverhältnismäßig war, so ist das halt dein Pech.

    Ich habe auch mal ein Haus gekauft, in dessen Expose die nahe Autobahn nicht erwähnt war, wohl aber der sonnige Garten und die Aussicht ins Grüne. Soll der Verkäufer jede Macke im Putz als Negativmerkmal auflisten? Im Expose wird nie alles stehen, weder alles positive noch alles negative.
     
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  12. #11 dots, 15.12.2018
    Zuletzt bearbeitet: 15.12.2018
    dots

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    Ist es dir etwa nicht zumutbar, die Verträge, die du ohne Zwang abgeschlossen hast, einzuhalten?
    Was ist an deinem selbst gewählten Elend nicht zumutbar?

    Ob und wie du die Instandhaltung betreibst, ist doch deine freie Entscheidung. Du musst nichts instandhalten.
    Du musst nur den Mietvertrag erfüllen und dem Mieter die Mietsache im vertragsgemäßen Zustand zur Verfügung stellen.

    Du schreibst, dass du bei einer solchen Verpflichtung niemals gekauft hättest. Warum hast du dann gekauft (bzw. den Mietvertrag abgeschlossen)? Das widerspricht sich!

    Und was du unausgesprochen meinst, ist total irrelevant. Wie viel Geld du aufwendest, um den Vertrag zu erfüllen, geht nur dich selbst was an. Du musst den (Miet-)Vertrag erfüllen, egal wieviel Prozent von irgendwas dich das kostet.
     
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  13. dots

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    Der erste Satz ist falsch. Nicht jede Leistung erfordert eine Gegenleistung.
    Davon abgesehen: Es gibt einen Kaufvertrag - Grundstück/Gebäude hast du für die Gegenleistung des Kaufpreises bekommen. Und einen Mietvertrag: 1 Euro Miete pro Monat als Gegenleistung für die Vermietung.
    Die Instandhaltung wurde nicht abgewälzt. Wenn du es schaffst, den Mietvertrag ohne Instandhaltung zu erfüllen, ist das durchaus okay.

    Für jemanden, der sich nicht in so abstruse Gedankengänge verrannt hat, würde die Aussage korrekt lauten:
    Du hast ein seit Jahrzehnten vernachlässigtes Gebäude von der Bahn gekauft.
     
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  14. #13 immobiliensammler, 15.12.2018
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    Der ist gut, fast zum Lachen ..... Ich kaufe jetzt den Aldi-Supermarkt um die Ecke mit 15 Jahres-Mietvertrag (ersetze das durch 30 Jahre, ist im Ergebnis egal) und wenn dann die erste große Reparatur kommt soll der Herr Aldi doch bitte die Summe X zahlen, da ich ja nicht zugesagt habe, die Immobilie so lange instandzuhalten :037sonst:

    Du bist anscheinend auch eine die meint, ein Objekt für ein Butterbrot zu kaufen, nicht nachzufragen, woher der billige Preis kommt und wenn dann Probleme auftauchen sind immer die anderen Schuld. Wer war denn der Verkäufer, wenn das die DB AG bzw. DB Station & Service war ist es nicht ganz so streng, aber wenn es das BEV (Bundeseisenbahnvermögen) war dann gebe ich Dir schriftlich, dass die Immobilie nicht mehr als exakt 20.000 Euro (wahrscheinlich weniger) wert war. Grund ist ganz einfach, dass das BEV die BHO (Bundeshaushaltsordnung) einhalten muss und nicht unter Wert verkaufen darf (Ausnahme wie Verkauf an Kommunen für soziale Zwecke o.ä. mal außen vor). Dann existiert ein internes Gutachten für das Objekt, das einen Wert von 20.000 Euro oder weniger ergibt. Nur ist kein Verkäufer verpflichtet, ein Gutachten der Gegenseite zugänglich zu machen. Du hättest ja selbst nachprüfen (lassen) können, wenn Du das unterlässt Dein Problem.

    Und Baurecht: Ist die Fläche im Grundbuch noch als Eisenbahnbetriebsfläche gewidmet oder schon entwidmet? Wenn die Widmung noch drauf ist dann ist faktisch nichts mit irgendwelchen Baugenehmigungen, die bedürfen alle der Zustimmung des EBA (Eisenbahnbundesamtes), selbst wenn Du die bekommst dauert das mindestens 1 Jahr zusätzlich.
     
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  15. #14 immobiliensammler, 15.12.2018
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    Bist Du denn überhaupt Verbraucher?

    Weshalb kauft ein Verbraucher Gelände als Lagerstätte? Weil der Kühlschrank nicht ausreicht?
     
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  16. sara

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    ich habe zwar keine Ahnung ob das eine Möglichkeit wäre ???
    Die Verwertungskündigung ?
    Da die Instandsetzungen für dieses marode/alte Gebäude mit einer geschätzten halben Million sehr hoch sind.
    sowie im Zusammenhang mit dem 1€ Mietvertrag evtl. doch möglich ist. ???
     
  17. #16 immobiliensammler, 15.12.2018
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    Wäre zwar grundsätzlich eine Möglichkeit, aber nur als Begründung für eine ordentliche Kündigung. Und die wird wohl durch den 30-Jahres-Mietvertrag ausgeschlossen. Nicht vergessen: Wir sind im Gewerbemietrecht, nicht bei der Wohnungsvermietung!
     
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  18. sara

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    Sollte auch nur eine Idee sein, der man per Fachanwalt mal nachgehen müsste ???
    Denn, dass die DB jetzt einfach mal 10000€ überwiesen hat, hat für mich auch ein Geschmäckle ???

    Und ich denke die Rücküberweisung erstmal richtig.
     
  19. #18 immobiliensammler, 15.12.2018
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    Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, stell Dir mal vor, Du arbeitest bei einer Behörde und überweist irgendjemand mal einfach ohne Vertrag und sonstige Verpflichtung Geld - kann man glauben, muss man nicht - ich glaube es nicht!

    Und der Verkauf mit gleichzeitiger Anmietung einer Teilfläche für 1 Euro ist ja faktisch nichts anderes als ein "Wohnrecht auf Lebenszeit", nur halt bei Vertragsfreiheit im Gewerberecht einfacher über einen entsprechenden Mietvertrag zu lösen.
     
  20. #19 Corinna38, 15.12.2018
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    an Sara

    Laß dich einmal drücken und a Busserl kriegst a. Endlich mal jemand hier mit Mitgefühl.

    Die Verwertungskündigung? Nehme ich gerne auf, danke! Kann zwar damit im Moment noch nicht was direkt anfangen aber es hört sich schlau an.
    Ein Rechtsanwalt kann das sicherlich besser verwerten.
    Das mit der Rücksendung der knapp 10.000 wollte ich hier fast nicht mehr erwähnen, um mir nicht gleich wieder verbal eine einzufangen. Aber war wohl die richtige Maßnahme.
    Vor der rückdatierten Miete wurde schon mal eine "ortsübliche Miete" angeboten.

    2 Personen mit juristischer Ausbildung, die ich fragte, ließen diese Angebote ratlos. Ich meine es muß doch was bedeuten wenn die DB ohne Not Bares herausrückt. Eher noch spendet die ISIS für die Petersdom-Restaurierung.
     
  21. #20 Corinna38, 15.12.2018
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    an Dot:


    Sorgfaltspflicht. Du sagst es gibt keine. Ich höre aber schon den Richter sagen: “Frau XY, wenn Sie ein Gebäude erwerben und die DB kann da 30 Jahre lang drinbleiben, dann ist es Ihre heilige Pflicht zu schauen ob die 30 Jahre auch möglich sind!”

    Ja, es schien so. Das Gebäude machte außen einen sehr heruntergekommenen Eindruck, innen aber wirkte es stabil-rustikal mit dicken Ziegel-Mauern. Dazu kam das Expose: “”solide gebaut, sehr gepflegt”.

    Die DB hatte zwar versprochen nach 8-10 Jahren rauszugehen, aber notfalls hätte das Gebäude wohl auch noch 30 Jahre mitgemacht.

    Niemand hat dich gezwungen, den Mietvertrag abzuschließen.

    Das Exposee hat mich aufgefordert und aufgemuntert zuzuschlagen. Ich muß der DB vertrauen können.

    Diese Art zu argumentieren ... niemand hat Dich gezwungen ... halte ich für unpassend. Das läßt sich für 50 Dinge, die man am Tag tut, auch anwenden. Ein Mittel vielleicht für einen Richter, der 10 Minuten vor seinem nächsten Gerichts-Termin den Fall beenden will, aber sonst?

    Es gibt die Verpflichtung zu Treu und Glauben, solche Verträge sind Ergebnisse von ausgeglichenen Erwägungen zweier Parteien und hier ist es offensichtlich daß die DB eine Betrugsabsicht im Schilde führte, meine ich jedenfalls.

    Macke im Putz? Im Keller bricht das Wasser an zwei Stellen ein, das Fundament ist marode, die Ziegel dort teilweise Pulver, der Batterieraum der DB steht auf einem Bogen-Kellergewölbe, wo ich bei Restaurierversuchen den Mörtel mit dem Finger rauspulen konnte. Der Mörtel im gesamten Gebäude mag nur noch 20 % Kalkanteil haben vom ursprünglichen. Statt der soliden Mauern bin ich auch auf solche aus Schilfgras und Lehm gestoßen, woanders Poroton.

    Diese Liste geht endlos so weiter. Es ist schon so, ich habe beim Kauf kein Gebäude erhalten, sondern eine Ruine. Die DB weiß das natürlich und hat ein ziemlich schlechtes Gewissen.


    Ist es dir etwa nicht zumutbar, die Verträge, die du ohne Zwang abgeschlossen hast, einzuhalten?

    Nicht wenn eine arglistige Täuschung vorliegt.

    Wenn Du, lieber, Dot, ein paar Goldbarren kaufst, die aus Wolfram bestehen, sage ich dann auch: “Du hast ja beim Verkauf genau diese Goldbarren gewollt und bezahlt, warum deine Aufregung?”

    Es gibt im Vertrag keine Definition eines vertragsgemäßen Zustandes.

    Deine Bemerkung, ich müsse gar nichts instandhalten finde ich hochinteressant. Ich dachte schon, ich müßte doch.

    Aber in Kürze wird hier vor Ort was geschehen. Ich schrieb der Bahn vor Tagen, daß es auch bei ihr reintropfen könnte.

    Auf die Schaltschränke womöglich. Ich sage mal das wird die DB nicht gleichgültig lassen. Mal sehen mit was die jetzt kommen.

    1 Euro Miete pro Monat als Gegenleistung für die Vermietung. 1 Euro sind keine Gegenleistung, sondern eine symbolische Miete. Sofort erhebt sich die Frage, die Instandsetzung ist aber eine außerordentliche Leistung. wo bleibt hier die Gegenleistung der Bahn?

    Versuch mal ein Haus im Wert von 800.000 für 15.000 zu verkaufen. Da nehmen dir die Spezialisten vom Finanzamt aber am nächsten Morgen deine Computer mit.
     
Thema: DB will mich ruinieren - Räumungsklage?
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