Dem Mieter sein Fehlverhalten aufzeigen

Dieses Thema im Forum "Zahlungsmoral der Mieter/Vermieter" wurde erstellt von Reinhart Kampmann, 07.10.2014.

  1. #1 Reinhart Kampmann, 07.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2014
    Reinhart Kampmann

    Reinhart Kampmann Neuer Benutzer

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    Ich habe einen Mieter, der bislang über mehrere Jahre regelmäßig gezahlt hat. Gleich zu Beginn habe ich ihm mitgeteilt, daß es Sinn ergibt, nicht erst auf den letzten Drücker die Miete zu bezahlen, da dies kein Termin ist, um den herum man irgendwann die Miete bezahlt, sondern ein endgültiger Termin. Er sagte "ja", das verstehe er und trotzdem hat er regelmäßig die Miete immer kurz vor dem Endtermin überwiesen.

    Bis auf letzten Monat. Dann habe angeblich sein Chef ihm das Gehalt nicht rechtzeitig überwiesen. Wäre das nicht genug, hat er auch noch die Wohngeldabrechnung gefordert, sowie den Wirtschaftsplan zur Kontrolle. Also ein Fehler machen und als Dank dafür nochmal etwas fordern. Dazu kommt, daß er die Nebenkostenbilanz, die zu seinen Ungunsten ausfiel, auch noch nicht beglichen hat. Nicht nur das, er hat süffisant mit "Vielen Dank für Ihr Verständnis" unterschrieben. Noch dazu hat er erst reagiert, nachdem ich ihn per E-Mail darauf hingewiesen habe und erst dann die Überweisung selbst in Gang gesetzt - nach eigenen Angaben, ich habe noch keinen Zahlungseingang sehen können.

    Sicher, einen neuen Mieter zu suchen ist aufwendig und bisher hat er auch regelmäßig ohne Beanstandung bezahlt, ich möchte es ihm allerdings nicht durchgehen lassen, weil er sonst glauben wird, daß er es sich regelmäßig erlauben kann. Und daß ihm sein Chef zu spät zahlt ist nicht mein Problem, siehe Einstieg.

    Wie könnte ich ihm antworten, damit er das nicht nochmal macht und umgehend seine Schulden begleicht ohne ihn dazu zu bringen, sich eine neue Wohnung zu suchen?
     
  2. AdMan

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  3. #2 Raimond, 07.10.2014
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    Ob er einen Anspruch auf den Wirtschaftsplan und ähnliches hat muss jemand beantworten, der sich mit WEG auskennt. Vom Gefühl her würde ich sagen, dass den Mieter soetwas nichts angeht.

    Schick ihm gleich eine Abmahnung mit Zahlungsaufforderung und Androhung der Fristlosen/Fristgerechten Kündigung.
    Sobald 2 KM ausstehen kannst du fristlos kündigen.

    Rai
     
  4. #3 Reinhart Kampmann, 07.10.2014
    Reinhart Kampmann

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    Ja, wenn ich ihn sicher loshaben will könnte ich das machen. Außer dem Rechtlichen gibt es aber noch das Zwischenmenschliche. Ich habe gerade gesehen, daß er die Miete beglichen hat. Dennoch soll er das nicht nochmal machen.

    Stell dir vor, du wärst in der Position des Mieters, was würdest du tun bzw. was würde dich dazu veranlassen, in Zukunft sehr genau darauf zu achten, daß die Miete überwiesen wird?
     
  5. #4 Raimond, 07.10.2014
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    Na ja, ein unterschriebener Vertrag sollte eigentlich Ansporn genug sein, den Pflichten nachzukommen.
    Das reicht auch normalerweise aus.

    Ansonsten bleibt dir als Druckmittel ja nur die Androhung der Kündigung.

    Alternativ kannst du ihm ja (mündlich) androhen, dass du die Miete um x% erhöst, wenn das nochmal vorkommt.

    Rai
     
  6. #5 Papabär, 07.10.2014
    Papabär

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    Wenn der Mieter - aus welchen Gründen auch immer - am Monatsanfang pleite ist, kannst Du drohen womit Du willst ... es wird nicht funktionieren.

    Ich würde versuchen (zugegeben, ist aufwändig) auf das Verständnis des Mieters zu pochen und eine Ratenzahlung anregen, mit dem Ziel langfristig ein "Guthaben" i.H.v. 1 Monatsmiete auf dem Mieterkonto aufzubauen - so dass die Mietzahlung am Monatsende bereits für den Folgemonat angerechnet werden kann.
     
  7. Andres

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    Wann der Mieter seine Miete bezahlt, hat dich nicht zu interessieren, solange sie pünktlich bei dir eintrifft. Anders formuliert: Der Mieter hat ein Recht darauf, die Miete auf den letzten Drücker zu bezahlen.


    Soll er sich stattdessen mit dir und deinen Umerziehungsfantasien anlegen?


    Dafür kannst du ihn abmahnen. Vielleicht wirkt das - vielleicht nicht. Du kannst ihm auch die Verzugszinsen für den einen Tag, den er bis jetzt mit der Miete im Rückstand ist, in Rechnung stellen.


    Auf den Wirtschaftsplan hat er kein Anrecht, auf die übrige Abrechnung der WEG schon, soweit es seine Abrechnung betrifft.


    Neben der Frage, wie lange er damit schon im Rückstand ist, könnte er damit ja auch im Recht sein. Wenn er begründete Zweifel an der Abrechnung hat, muss er die Nachzahlung jedenfalls nicht leisten, bevor er nicht Einblick in die Abrechnungsunterlagen erhalten hat.


    Das ist ja unverschämt! :wand:


    1 Tag Zahlungsrückstand ist kein Kündigungsgrund. Begründete Einwände gegen eine BK-ABrechnung vorzubringen ist auch kein Kündigungsgrund. Ich bezweifle deine Aussage.


    Fazit: Du hast ein Problem. Aber nicht mit dem Mieter.
     
  8. #7 sara, 07.10.2014
    Zuletzt bearbeitet: 07.10.2014
    sara

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    :top :wink4:

    sehe das genauso.

    vielleicht solltest du dir mal die Termine für die "pünktliche" Mietzahlung für 2014 genau anschauen...
    möglicherweise waren alle termingerecht...:smile009:
    für Okt. = 6. Okt. 2014

    Pünktliche Miete 2014: Bis wann Ihr Mieter zahlen muss | Immobilien Viernheim

    Andererseits sich über evtl. 1 Tag später so aufzuregen...:smile009:
     
  9. #8 Papabär, 07.10.2014
    Papabär

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    Allerdings zählt die Wohngeldabrechnung (leider) nicht zu den Abrechnungsunterlagen einer Betriebskostenabrechnung. Ich stand selber mal vor dieser Baustelle und hatte ´nen Thread dazu gestartet. Wo isser nur?

    Unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. bereits angekündigte Preiserhöhung) könnte ich mir allerdings vorstellen, dass ein beschlossener W-Plan als Berechnungsgrundlage für eine VZ-Anpassung herangezogen werden darf ... sicher bin ich mir da aber nicht.



    Ah ... hier!
     
  10. Andres

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    Da ging's aber um die umgekehrte Richtung: Darf man als Nachweis der BK einfach die Hausgeldabrechnung vorlegen?

    Hier ist die Frage, ob der Mieter Einblick in die Hausgeldabrechnung nehmen darf, ggf. zusätzlich zur Einsicht weiterer Unterlagen. Und das würde ich ganz klar annehmen. Wenn im Mietvertrag vereinbart ist, dass die Kosten entsprechend der Abrechnung mit der Eigentümergemeinschaft zu tragen sind (und von einer solchen Vereinbarung gehe ich bei einem Mietvertrag über eine Eigentumswohnung als ewiger Optimist eigentlich immer aus), kann der Mieter seine Abrechnung anders doch gar nicht überprüfen.
     
  11. #10 Papabär, 08.10.2014
    Papabär

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    Hach - endlich mal wieder etwas zum Lächeln ...

    Selbst mit der Wohngeldabrechnung kann doch ein Mieter seine BK-Abrechnung eigentlich nicht prüfen.

    Wie mich gerade gelernt wurde, ist ein WEG-Verwalter nämlich nicht verpflichtet, z.B. die Hauswartkosten in umlagefähig/nicht umlagefähig aufzuteilen.
     
Thema:

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