deutung der Nebenkosten alter Mietverträge

Dieses Thema im Forum "Betriebs- und Heizkostenvorauszahlung" wurde erstellt von leoni81, 25.07.2014.

  1. #1 leoni81, 25.07.2014
    leoni81

    leoni81 Benutzer

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    Hallo!

    Ich stehe gerade in den Verkaufsverhandlung eines MFHs und bei den Betriebskostenabrechnungen hatte der bisherige Eigentümer sowohl die Grundsteuer als auch die Gebäude/Haftfplichtversicherung nie auf die Mieter umgelegt, obwohl die Umlage laut der Mietverträge anscheinend in ordnung wäre.

    Natürlich möchte ich die die entsprechenden Kosten nach Übernahme an die Mieter weitergeben, wird es da Probleme bzgl. der bisherigen "gewohnheit" geben?

    Die Summe pro Mietpartei ist auch nicht gerade unerheblich, rund 300€ bis 500€ jährliche zusatzkosten bei Kaltmieten zwischen 270€ und 400€ kämen auf die Mieter zu.

    Ich habe auch mal ein paar Bilder der Betriebskostenaufstellung hochgeladen, zwar wurden die Posten Grundsteuer/Versicherung nie gestrichen, aber andere abgerechnete Posten wurden "extra markiert"...

    Ich hatte gelesen, das bei einer extra Markierung bestimmter Posten, der Mieter annehmen könnte die anderen Posten gelten als ungültig und sich somit gegen die spätere Umlage beim Vermieterwechsel verweigern könnte.

    Es wäre klasse wenn ihr euch die Bilder anschauen könntet und mir eure Meinung dazu mitteilt.
     

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  3. Andres

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    Immer. :unsicher017:

    Irgendein Mieter wird sich schon darüber beschweren. Ich weiß - das hast du nicht gemeint. Du solltest es trotzdem bedenken. Auch wenn ich die Umlage in diesem Fall zulässig finde, wird das sehr wahrscheinlich Ärger mit mindestens einer Partei geben.


    Diese Markierung bezieht sich meiner Meinung nach auf den Umlageschlüssel "nach billigem Ermessen des Vermieters". Im vierten Vertrag sieht das anders aus: Hier kann man sich durchaus streiten, ob nur keine Vorauszahlung vereinbart ist oder ob die ganze Position gestrichen wurde.


    Aber sicher doch: :86:

    • Wenn ich ein Formular nicht mag, nehme ich ein anderes und male nicht kreuz und quer darin herum.
    • Die "vereinbarten" Umlageschlüssel sind irgendwas zwischen uneindeutig und unzulässig. Dass der Vermieter Schlüssel nach billigem Ermessen (beliebig) ändern darf, halte ich für unzulässig. Die Prozentsätze im dritten Vertrag sind zumindest uneindeutig.
    • Einige Dinge haben in einer Vereinbarung zur Umlage von Betriebskosten einfach nichts zu suchen. Wenn der Mieter sich um den Strom oder um den Kabelanschluss selbst kümmern muss, gehört das nicht mitten in die Betriebskostenvereinbarung.
    • Allgemein sind die Verträge weder mit Sorgfalt noch mit Sachverstand ausgefüllt worden. Da passieren dann Fehler.
    • Zumindest einer der Verträge lautet noch auf DM und ist daher wohl etwas älter. Ich weiß nicht, was zum Zeitpunkt des jeweiligen Vertragsschlusses zulässig war, aber einiges scheint mir heute fragwürdig, z.B. die 50/50 Vereinbarung im dritten Vertrag, allgemein fixierte Prozentsätze, Entwässerungskosten nur nach Wasserverbrauch, ...
    • Im Treppenhaus kann man bestimmt von Fußboden essen - immerhin wird jede Woche acht mal geputzt. (Die Treppenhausreinigung wird hoffentlich noch irgendwo anders genauer erklärt.)
    • Die Bildqualität ist nicht gerade optimal, daher kann ich nicht alles lesen. Es gibt aber bestimmt noch mehr ...
    Wenn du das Haus kaufen willst, solltest du den Kaufpreis erheblich drücken. Den Ärger mit diesen Vereinbarungen hast du nämlich so lange an der Backe, bis die Mieter ausziehen (und du neue Verträge abschließen kannst) oder bis du das Haus wieder verkaufst. Man kann natürlich versuchen, neue Verträge mit den Mietern zu schließen, aber dabei müssen die Mieter nicht mitmachen.
     
  4. #3 immodream, 26.07.2014
    immodream

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    Hallo Leonie,
    du musst als Neueigentümerin davon ausgehen, das alles, was nach dem Kauf des Hauses negativ für deine Altmieter ist, in Frage gestellt wird.
    Die Schreiben des örtliche Mietervereins und anderer Anwälte werden zu deiner "Lieblingslektüre " gehören.
    Ich hab in den letzten zwanzig Jahren auch zahlreiche nicht korrekt ausgefüllte Altmietverträge übernommen und musste einige über 20 Jahre " aussitzen ".
    Und das kann bei den heutigen Nebenkosten mächtig die Nettomiete schmälern.
    Also bitte plane die fehlenden Nebenkosten bei den Kaufpreisverhandlungen ein.
    Über die Jahre sind das keine " Peanuts ".
    Grüße
    Immodream
     
  5. #4 leoni81, 30.07.2014
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    Danke für eure detailierten Anworten, ich habe mich auch gefragt, was sich der Hausverwalter dabei gedacht haben möge. Nach Aussagen einiger Mieter schien er auch nicht grade der bemühteste und fähigste Verwalter gewesen zu sein und da die aktuellen Eigentümer mehre größere Objekte in der Gegend besitzten hat es auf deren Seite wohl auch niemanden wirklich interessiert.

    Da das Objekt über 10 Wohneinheiten besitzt und die Eigentümer sich auch nicht auf ensprechende Preisverhandlungen einlassen wollen hat sich das ganze Objekt mittlerweile auch für mich erledigt.

    Noch kurz an Immodream: Ich hatte dir vor kurzem eine private Nachricht bzgl. genau dieses Objektes geschickt um die knallharte Meinung eines alten Hasen zu der ganzen Geschichte zu hören, aber anscheinend hast du sie nicht gesehen, bisher wird sie bei mir als ungelesen markiert. Eventuell hast du ja Zeit und Lust mal drüber zu schauen. Auch wenn das Objekt nicht mehr interessant ist lerne ich natürlich gerne für die Zukunft dazu.

    Ach um zukünftige verwechslungen vorzubeugen, ich bin Männlich, aber meine Katze Leoni inspirierte mich für meinen Forumsnamen. :smile018:
     
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