Durchlauferhitzer vs Boiler -

Diskutiere Durchlauferhitzer vs Boiler - im Bautechnik Forum im Bereich Technische Abteilung; Hallo Mitvermieter, ich bräuchte mal eine Einschätzung für folgende Geschichte (ich möchte vorausschicken, dass ich meine Objekte von der...

  1. #1 immobiliensammler, 29.01.2019
    immobiliensammler

    immobiliensammler Erfahrener Benutzer

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    Hallo Mitvermieter,

    ich bräuchte mal eine Einschätzung für folgende Geschichte (ich möchte vorausschicken, dass ich meine Objekte von der kaufmännischen/rechtlichen Seite her meiner Meinung nach ganz vernünftig manage, aber bautechnisch nicht der große Fachmann bin, also auf die Aussagen der entsprechenden Handwerker angewiesen bin):

    Ich habe in einer Stadt mehrere Objekte und einen langjährigen Mieter, der mir hier vor Ort immer wirklich hilft sofern Sanierungen anstehen (gelernter Maurer, eigentlich Allrounder (also auch Böden verlegt, malert, tapeziert), der aber auch seine Grenzen kennt, wann er nichts macht (z.B. Sanitär, Elektrik). - Dieser ist Anfang 2018 mit seiner Familie von einer meiner Wohnungen in eine andere größere umgezogen. Unterschied ist dass in der vorherigen Wohnungen eine Zentralheizung mit zentraler Warmwasserbereitung vorhanden war, in der neuen Wohnung ist zwar eine Ölzentralheizung im Haus, das Wasser wird aber dezentral über Boiler in Bad und Küche erhitzt.

    Ich habe beim Einzug die Elektrik in der Wohnung komplett neu machen lassen, er hat aber auch selbst viel Geld und Arbeit in die Wohnung gesteckt (z.B. Decken abgehängt, Böden neu etc.) - Seit dem Einzug geht das Gequengel wegen dem Boiler im Bad, sie hätten viel mehr Stromverbrauch als in der alten Wohnung, der Boiler müsse kaputt sein. Boiler wurde sowohl vom Elektriker als auch vom Installateur überprüft, ist okay.

    Letzte Woche dann der nächste Anruf: Der Boiler müsse defekt sein, das Wasser werde nicht warm genug. Installateur hingeschickt, da wurde dann die Katze aus dem Sack gelassen: Der Boiler muss weg, sie wollen einen Durchlauferhitzer. - Vom Installateur kam dann halt, das muss ich entscheiden, der Elektriker solle festlegen was hinsolle und den bestellen ,dann würden sie den Anschluss ans Wasser machen und der Elektriker müsse halt noch den Stromanschluss erledigen.

    Gut, der Boiler dort ist bestimmt 20 Jahre alt, ich hätte gegen den Austausch insofern nicht einzuwenden.

    Frage an Euch:
    Der generelle Unterschied Boiler/DLE ist klar, was sind die praktischen Unterschiede? Müssen dadurch Leitungen geändert werden, braucht der DLE mehr Strom (hätte keine Lust, hier schon wieder die Elektrik ändern zu lassen)? Gibt es höhere Folgekosten (Wartung)? Wie in etwa ist der Preisunterschied in der Anschaffung (neuer Boiler vs. DLE)?

    Wie seht Ihr das Ganze? (Das der Mieter rein rechtlich keinen Anspruch auf Austausch hat ist klar)

    Danke für Eure Einschätzungen!

    Stefan
     
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  3. #2 ehrenwertes Haus, 29.01.2019
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    Liegt in der Nähe vom jetztigen Boiler Drehstrom? Das müßte für einen el. DLE sonst gelegt werden.

    In Bädern lasse ich nur noch DLE installieren. Alte Boiler fliegen raus sobald eine Wohnung damit frei wird.
    In der Küche lasse ich meist Boiler wegen fehlendem Drehstrom im Spülenbereich. Mit Drehstrom gibt es auch dort nur noch DLE.
    Wartungsfrei sind theoretisch beide Teile. Trotzdem macht es Sinn ab und an mal schauen ob sich Siebe zugesetzt haben oder sich Kalk abgelagert hat.

    Rückmeldung meiner Mieter ist bisher durchwegs pro DLE, sobald sie sich an "man braucht einen Mindestdurchflußvolumen, damit überhaupt Heißwasser kommt" gewöhnt haben. Überwiegend ist der Stromverbrauch damit auch gesunken, in Einzelfällen aber gestiegen. Ich denke das hängt mit einem größeren Bewußstsein wann Strom verbraucht wird zusammen. Ein Boiler, der WW auf Vorrat macht, da vergißt man leichter ihn auszuschalten, wenn er nicht benötigt wird. Beim DLE kann man das nicht vergessen.

    DLE sind in der Anschaffung deutlich teurer, aber in der Bauweise kompakter. Gerade in kleinen Bädern für mich ein riesen Pluspunkt. Der Wechsel auf DHL kann zusätzlichen Platz für eine Ablage oder Stauraum bringen. Von der durchschnittlichen Lebensdauer habe ich noch keine Unterschiede bemerkt.

    Der älteste Boiler in Betrieb ist jetzt bei 51 Jahren, der älteste DLE feiert auch bald seinen 30. Geburtstag. Das sind meine WW-Dinos und im Verbrauch ganz sicher nicht mehr zeitgemäß. Offiziell liegt die Lebensdauer bei +/- 15 Jahren, glaube ich (ohne nachsehen).


    Was wirklich besser ist, ich denke das hängt stark von den Gewohnheiten der Nutzer ab.
    Günstiger im EK für den Vermieter sind Boiler.
     
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  4. #3 Aktionär, 29.01.2019
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    Hallo!
    Die Stromanschlussproblematik im Küchenbereich bei DLE wurde ja bereits genannt.
    Meines Wissens braucht ein DLE dann auch eine passende Armatur an der Spüle, in diesem Fall eine Niederdruckarmatur. Der Tausch kann dann ggf. auch noch ein paar Euro Mehrkosten verursachen.
     
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  5. Andres

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    Da gibt es zwei Varianten: Es gibt Niederdruck-DLE (billiger), für die man dann auch Niederdruck-Armaturen (etwas teurer) braucht, aber auch die umgekehrte Richtung. Wenn man einen zentralen DLE für die ganze Wohnung hat, ist das meistens ein Hochdruck-DLE. Für den Niederdruck-DLE hat man eine Armatur mit drei Anschlüssen: Die Armatur speist den DLE mit Kaltwasser bei niedrigem Druck. Der Hochdruck-DLE hängt direkt an der Kaltwasserleitung.

    Zur Haltbarkeit kann ich mich @ehrenwertes Haus anschließen: Ich habe bei beiden Systemen schon ärgerliche Ausfälle und Geräte "für die Ewigkeit" erlebt und kann keine klare Tendenz erkennen, was auf Dauer günstiger ist. Also keine Situation wie bei Einzelthermen ...
     
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  6. set

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    Das ist so nicht ganz richtig. ;-)

    Niederdruckdurchlauferhitzer kenn ich nur als Mini DLH mit einem 230V Anschluss. Dementsprechend gering ist die Leistung. Mit 4-6 KW Anschlussleistung kannst du nicht Wasser in nennenswerten Mengen erwährmen. Die Folge ist, das das warme Wasser nur als spärlicher Strahl aus dem Hahn kommt. Außerdem geht nur ein Verbraucher an so ein DLH. Diesen DLH liegt extra ein Perlator bei die den Wasserdurchfluss reduzieren. Wir bauen solche Geräte nur auf ausdrücklichen Kundenwunsch ein, macht sonst nur Ärger.

    Ein Druckfester DLH hat so 18-24 KW Anschlussleistung und ist die einzige Lösung für ein Bad wenn man ein DLH nutzen möchte. Stressfreier sind da elektronisch geregelte, da klappt die Temperaturregelung besser als bei hydraulischen. Die sind auch für ganz normale Armaturen gedacht.

    @stefan
    Wie schon erwähnt brauchst du für den Wechsel von Boiler auf DLH einen neuen Stromanschluss für das Gerät. Wenn der Boiler ewig braucht bevor das Wasser warm wird und auch die WW Menge relativ gering ist liegt es meist an den Kalkablagerungen im Boiler selber. Ich habe schon alte Boiler abgebaut die bis zu Hälfte mit Kalkablagerungen zugesetzt waren. Die elektr. Heizschlange lag komplett in den Kalkablagerungen. Evt hilft erst mal reinigen, ist aber eine große Sauerei, da die Reinungsöffnung meist unten am Speicher ist.
     
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  7. Duncan

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    die klassische Anwendung ist z.B. in reinen Bürogebäuden für die WC-Waschbecken, damit man sich auch warm die Hände waschen kann, z.B. in Verbindung mit einer Wärmepumpe als Grundheizung sehr wirtschaftlich und einfach zu händeln.

    Die Stromversorger/Netzbetreiber sind zwingend zu informieren über die Installation von DLH, wenn diese eine gewisse Leistungsaufnahme überschreiten, die genaue Grenze müsste ich nachschlagen, aber die 18-24 KW-Teile gehören sicher dazu.
     
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  8. #7 ehrenwertes Haus, 29.01.2019
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    Die Meldung der einzelnen (Dreh)stromverbraucher kenne ich nur von gewerblicher Nutzung (Maschinen).

    Von Anschlüssen innerhalb der Wohnungen hat bei mir noch nie ein Elektriker wirklich Einzelmeldungen der Verbraucher oder Anschlußstellen gemacht (jedenfalls nicht mit meinem Servus auf irgendeinem Formular). K. A. ob es da regionale Unterschiede gibt.

    Gemeldet mit meinem Servus wurde immer nur der Drehstromanschluß allgemein für eine Wohnung (gibt neuen bzw. zusätzlichen Stromzähler) bei nachträglicher Installation.
     
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  9. Duncan

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    ist in den TAB diverser Energieversorger verankert, neben allen mit denen ich zu tun habe auch diverse in Bayern, Nordrheinwandalien, Thüringen, Berlin usw. kann also durchaus Zufall sein, das du davon bisher nicht betroffen warst/bist. Die Grenze liegt zumeist bei 12KW.
     
  10. Andres

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    Kann ich so für die EnBW bestätigen.
     
  11. #10 ehrenwertes Haus, 29.01.2019
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    Hmmm...
    Ich denke die allgemeine Meldepflicht und Grenzwert wird bundesweit gelten.
    Regionale Unterschiede kann ich mir vorstellen z.B. bei Erstinstallation oder auch jeder Gerätetausch, Meldung vom Handwerker oder Auftraggeber...

    Gut möglich das ich nichts mitbekommen habe, wenn Handwerker direkt und ohne mein Zutun, quasi "hinten rum", einen Tausch beim Grundversorger melden.
     
  12. Ferdl

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    Zu Prüfen ist auch ob die Wohnung überhaupt einen ausreichenden Stromanschluß für einen DLE hat.
    Um eine neue Leitung vom Zähler zum Bad wirst du vermutlich nicht drumherum kommen.
     
  13. jorgk

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    Hier ein paar Daten zum Rechnen bei Entscheidung für einen DLH, vielleicht hilft es ja jemandem:

    1 l/min um 1ºC erwärmen braucht 0,07 kW.
    10 l/min um 40ºC erwärmen braucht 0,07kW*10*40 = 28kW usw.

    Norm Dusche (Ablauf): 0,2 l/s = 12 l / min.

    Strombedarf / Sicherung Durchlauferhitzer
    3 x 32 A x 220 V = 21'120 W = 21 kW
    24 kW braucht 3 x 36 A Sicherungen
    27 kW braucht 3 x 40 A Sicherungen

    3 x 16 A x 220 V = 10,5 kW = 11 kW
    (früher wurde bis 18 kW Durchlauferhitzer an 3 x 16 A angeschlossen)

    Grüsse,
    jorg
     
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  14. #13 Aktionär, 31.01.2019
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    Danke für die Infos!
    Dem TE ging es aber um die Küche und nicht das Bad. ;-)
     
  15. #14 immobiliensammler, 31.01.2019
    immobiliensammler

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    Habe ich das so geschrieben? Dann wäre das falsch, es geht in der Tat um das Bad!

    Kurzer Zwischenstand: Ich warte noch auf eine Rückmeldung vom Elektriker, aber es sieht so aus, dass der Wechsel zum DLE gar nicht mal so teuer ist, Angebot (vorab nur mündlich am Telefon, ohne weitere Daten zum Gerät) = 362 Euro netto zzgl. Montage. Anschlussleistung ist 24 kw. Warte jetzt nur noch auf das Okay des Elektrikers, sprich wie einfach/kompliziert ist das Ganze!
     
  16. set

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    das wird wohl ein größere Kostenpunkt werden als der Durchlauferhitzer..
     
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  17. #16 immobiliensammler, 05.02.2019
    immobiliensammler

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    Also, die Entscheidung ist gefallen: DLE wird eingebaut, es muß ein zusätzliches Kabel ins Bad, Schlitze macht der Mieter (und verputzt anschließend auch wieder) - wie gesagt, ist eine Ausnahmegeschichte, der Mieter hat auch schon bei diversen Renovierungen für mich gearbeitet, ist vom Fach, hat auch schon bei Renovierungen mit genau diesem Elektriker problemlos so zusammengearbeitet - Anschluß laut Elektriker problemlos, Kabel verlegen und anschließen wird wohl rund 100 Euro kosten.
     
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