Eigenbedarf - Mieter beruft sich auf Härtefall - fehlende Ersatzwohnung

Diskutiere Eigenbedarf - Mieter beruft sich auf Härtefall - fehlende Ersatzwohnung im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Und die Schlechten sind immer die Anderen. Oder anders: keiner denkt an mich, nur ich.

Nanne

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
06.02.2014
Beiträge
6.476
Zustimmungen
1.330
Jeder Vermieter trifft mit der Mieterauswahl und der Art der Vermietung eigene Entscheidungen, für deren Folgen letztendlich zunächst nur er/sie verantwortlich ist!

Bei noch so akribischer Auswahl der Mieter stellt man nach Einzug eine Weile später fest, dass der Mieter nicht annähernd derjenige ist, den er vorge-
geben hat .Seine Selbstauskunft war nicht zu beanstanden. Die Vorvermieterauskunft einwandfrei.
Er ist einfacch charakterlos- und dieses Merkmal kann man nirgendwo abfragen- er benimmt sich auch so; z.B. Mietrückstand, Streit mit jedem im Haus u.a.m. Er verkrault andere Mieter, die, wenn möglich, anderweitig eine Wohnung anmieten.

Dieser Mieter muss also aus dem Haus, und dabei steht dem VM das Mietgesetz vehement im Wege, denn seiner Verantwortung gerecht zu werden, muss er den
rausklagen, das Geric ht in Anspruch nehmen mit all den bekannten Folgen bzw. Ergebnissen. Mag sein, der VM bekommt ein pos.Urteil und vielleicht mal vom M finanziell ausgeglichen, aber seine rampunierte Gesundheit durch jahrelangen Streit ersetzt ihm keiner.

Sorry, aber da denke ich an einen ganz bestimmten User hier im Forum und seinen Methoden.

Ich habe vielmals als Zuschauer bzw. Zuhörer einer Gerichtssache beim AG beigewohnt. Darf man, wenn öffentlich.
Einmal erklärte der Richter nach einer Verhandlung: Eines wisser er ganz genau,
Vermieter werde er bestimmt nicht.
 

klinkerstein

Benutzer
Dabei seit
05.01.2020
Beiträge
95
Zustimmungen
56
Seine Selbstauskunft war nicht zu beanstanden. Die Vorvermieterauskunft einwandfrei.
Das ist immer so wenn der Vorvermieter denjenigen loswerden will

Mietrückstand, Streit mit jedem im Haus u.a.m. Er verkrault andere Mieter, die, wenn möglich, anderweitig eine Wohnung anmieten.
All diese Gründe kann man abmahnen. Mietrückstand kannst du in der Schufa eintragen lassen, das Verhalten des Mieters und die Charakterlosigkeit darfst du gerne in die "Vorvermieterauskunft" ehrlich reinschreiben. Dann wirst du den Mieter aber auch nicht schneller los, machst es aber anderen Vermietern einfacher.

denn seiner Verantwortung gerecht zu werden, muss er den [Mieter] rausklagen
Das ist auch richtig so. Schwer vorzustellen, dass meine Vertragspartner eines Tages bei mir anrufen "Herr Klinkerstein, ich muss Ihnen auf Grund ihrer Charakterlosigkeit leider das Vertragsverhältnis kündigen"
 

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
6.503
Zustimmungen
3.865
Ort
bei Nürnberg
Mietrückstand kannst du in der Schufa eintragen lassen,

Kannst Du mir mal erklären wie Du das machst? Mit welchem Schlüssel meldest Du das ein? Ich dachte immer dass solche Schulden erst in der Schufa auftauchen wenn es z.B. zum Vermögensverzeichnis (alt: eidesstattliche Versicherung) kommt!
 

Nanne

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
06.02.2014
Beiträge
6.476
Zustimmungen
1.330
Das ist auch richtig so. Schwer vorzustellen, dass meine Vertragspartner eines Tages bei mir anrufen "Herr Klinkerstein, ich muss Ihnen auf Grund ihrer Charakterlosigkeit leider das Vertragsverhältnis kündigen"

Charakterlosigkeit ist aber erst lästig, wenn es die Mitmenschen -hier der VM und M- zu spüren bekommen, und das auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Z.B. wie von mir zuvor beschrieben.

All diese Gründe kann man abmahnen. Mietrückstand kannst du in der Schufa eintragen lassen, das Verhalten des Mieters und die Charakterlosigkeit darfst du gerne in die "Vorvermieterauskunft" ehrlich reinschreiben. Dann wirst du den Mieter aber auch nicht schneller los, machst es aber anderen Vermietern einfacher.

Ja, richtig, wenn man so ein Individuum im Haus hat, kann man einiges tun, z.B. ab
mahnen, was bekanntlich meist nicht wirkt. Charakterlos bleibt charakterlos, solchen Typen kommt man nicht bei, auch nicht mit einer ehrlichen Vermieterbe-
scheinigung, welche leicht zu manipulieren ist. Alles reichlich bekannt.

Ein Segen, wenn man als VM davor verschont bleibt.
 

taxpert

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
02.05.2016
Beiträge
1.265
Zustimmungen
1.334
Ort
Bayern
Dieser Mieter muss also aus dem Haus, und dabei steht dem VM das Mietgesetz vehement im Wege, denn seiner Verantwortung gerecht zu werden, muss er den
rausklagen, das Geric ht in Anspruch nehmen mit all den bekannten Folgen bzw. Ergebnissen. Mag sein, der VM bekommt ein pos.Urteil und vielleicht mal vom M finanziell ausgeglichen, aber seine rampunierte Gesundheit durch jahrelangen Streit ersetzt ihm keiner.
Hallo @Nanne ! Schön mal wieder etwas von Dir zu lesen!

Im Sachverhalt stimme ich Dir voll zu! Da kommt kein Widerspruch von mir! Aber ...

Auch wenn man es gerne mit dem Begriff "private Vermögensverwaltung" klein redet, so ist die Vermietung von Wohnungen ein rein unternehmerische Tätigkeit mit allen Vorteilen und Risiken. Natürlich sollte man daher eben nicht nur den rechtlichen Rahmen überprüfen, ob er den eigenen "Bedürfnissen" entspricht, sondern auch gewisse worst case Szenarien durch denken, ob man diesen gewachsen ist.

Auch bei jeder anderen wirtschaftlichen Tätigkeit wird man sich Gedanken machen müssen, ob man diese -auch- psychisch in Ausnahmefällen durchstehen kann. Auch ich lehne bei meiner freiberuflichen Tätigkeit immer wieder Aufträge ab, weil mir die Gefahr für Leib und Leben zu hoch erscheint oder die psychische bzw. familiäre Belastung zu hoch würde. Beim Vermieten muss mir halt bewußt sein, dass ich mich ggf. über viele jahre an "charakterlose" Menschen binde!

taxpert
 

AlexanderRt

Neuer Benutzer
Dabei seit
30.04.2021
Beiträge
14
Zustimmungen
0
ui hier gehts ja zur Sachen :)

wir haben die Wohnung gekauft weil wir sie für uns wollte . Der Mieter war auch schon damals auf Immobiliensuche. Darum haben wir ihm auch bis heute schon 16 Monate Zeit eingeräumt, zwei bleiben noch.
Leider sucht er nach der perfekten Eigenimmobilie, das kann aber dauern… eine Mietwohnung will er nicht nehmen. Wir haben einfach nicht damit gerechnet dass der Mieter so lange brauchten wird und nur Immobilienkauf als Lösung sieht.
Auf der anderen Seite haben wir uns in die Wohnung verliebt. Perfekte Lage und Größe, Wintergarten, Garten, sehr hohe Decken …. Ein Traum … und darauf nur verzichten weil da jemand wohnt der die Wohnung selber nicht kaufen will und was anderes sucht… ne…
 

Nanne

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
06.02.2014
Beiträge
6.476
Zustimmungen
1.330
Auch ich lehne bei meiner freiberuflichen Tätigkeit immer wieder Aufträge ab, weil mir die Gefahr für Leib und Leben zu hoch erscheint oder die psychische bzw. familiäre Belastung zu hoch würde. Beim Vermieten muss mir halt bewußt sein, dass ich mich ggf. über viele jahre an "charakterlose" Menschen binde!

Mein geschildeter Fall betrifft nicht mich, habe ähnliche Raritäten genug in meiner Anfangszeit als Vermieterin erlebt. Und man lernt ja dadurch. Zum Glück habe ich seit Jahren verträgliche und charaktervolle Menschen im Haus. Wir leben in Frrieden, mag's noch lange so bleiben.
Allen Vermietern, denen solche Unbill wiederfährt, mein Mitgefühl. Es ist ja nicht nur der finanzielle Verlust, vielmehr zählt letztlich die Gesundheit, die man wegen solchen Typen auf der Strecke läßt. Ich rede aus Erfahrung.

Ich möchte damit nur andeuten, dass man nicht unbedingt sofort den Löffel abgeben muß bzw. soll, sondern informieren, lernen und besser werden.
 

AlexanderRt

Neuer Benutzer
Dabei seit
30.04.2021
Beiträge
14
Zustimmungen
0
Hallo zusammen,
ich hoffe ich störe Eure Diskussion nicht zu sehr wenn ich auf das eigentliche Thema zurückkomme :)

Mich hat soeben der Anwalt des Vermieter angerufen. Es war ein konstruktives Gespräch.
Zur Erinnerung:
Kündigung wegen Eigenbedarf war zum 31.06 ausgesprochen. Mieter Widerspricht wegen Härte (Ersatzwohnraum) und bittet um Fristverlängerung. Ich biete einen Aufhebungsvertrag zum 30.08 an.

Gespräch mit Anwalt vom Mieter:
Mieter bittet um mehr Zeit und will eine gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden. Ich werde gebeten die Frist um 6 Monate zu verlängern - bis Ende des Jahres also.
Dem könnte ich zustimmen, falls mit dem Aufhebungsvertrag eine notarielle Zeangsvollstreckungsunterwerfung einhergeht. Ebenso kann der Mieter auch früher ausziehen, falls er was findet, jedoch mit 3 Monaten Vorlaufzeit.

Der Anwalt wird das nun mit dem Mieter klären. Falls das akzeptiert wird, sparen wir uns den Prozess. Ich habe meinen Räumungstitel den ich im Notfall (hoffentlich kommt es nicht soweit) nutzen kann.

Bin gespannt was da nun als Antwort kommt.
 

immobiliensammler

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.09.2015
Beiträge
6.503
Zustimmungen
3.865
Ort
bei Nürnberg
Mich hat soeben der Anwalt des Vermieter angerufen. Es war ein konstruktives Gespräch.

Das wäre für mich als Vermieter wohl selbstverständlich dass ich mit meinem Anwalt ein konstruktives Gespräch führe!

Wetten dass der Mieter - ggfs. nach anwaltlicher Beratung über die Tragweite - die notarielle ZV-Unterwerfung nicht macht?
 

AlexanderRt

Neuer Benutzer
Dabei seit
30.04.2021
Beiträge
14
Zustimmungen
0
Entschuldige, der Anwalt vom Mieter natürlich :)
Entweder die Klage wird jetzt eingereicht und es könnte Ende des Jahres zur Räumung kommen und der Mieter darf alle Kosten tragen oder er willigt jetzt der notariellen ZV Unterwerfung ein und hat „ nur“ die Notarkosten.
Der Anwalt vom Mieter will einen Prozess um jeden Fall verhindern und hat auch bestätigt, dass der Mieter bisher kaum nach Ersatzwohnungen gesucht hat obwohl die Kündigung schon vor zwei Monaten zugestellt wurde.
 

AlexanderRt

Neuer Benutzer
Dabei seit
30.04.2021
Beiträge
14
Zustimmungen
0
So es gibt ein Update.
der Anwalt der Mieter hat folgenden Vorschlag inklusive Vertragsentwurf.

#1
Aufhebungsvereinbarung zum 31.12.2021 (Kündigung war zum 30.06)

#2
Vorzeitige Mieterkündigung mit einer Frist von 2 Monaten

#3
Verlängerungsoption im Falle eines Vermietervertragens oder Kaufvertrages bis Ende April 2022

#4
Verzicht des Mieters auf Räumungsfrist- und Vollstreckungsschutzanträge.

#5
Vollstreckbarkeitserklärung:
1. Der Mieter unterwirft sich wegen der in # 1 bzw. 3 von ihm übernommenen Räumungs- und Herausgabeverpflichtung der sofortigen Zwangsvollstreckung aus dieser Urkunde.
2. Wegen der Unterwerfung des Mieters unter die sofortige Zwangsvollstreckung vereinbaren die Parteien, dass dieser Vergleich vom Notar Dr. ... in ... in Verwahrung genommen und für vollstreckbar erklärt werden soll (§ 796 c Abs. 1 ZPO).

3. Der Vermieter wird diesen Vergleich an den in Ziff. II bezeichneten Notar übergeben und ihn mit der Vollstreckbarerklärung beauftragen.
4. Die Kosten dieser Vereinbarung, insbesondere die Rechtsanwaltskosten, tragen beide Parteien je zur Hälfte.
5. Der in Ziff. II bezeichnete Notar wird hiermit unwiderruflich angewiesen, dem Vermieter sogleich eine vollstreckbare Ausfertigung des Vergleichs zu erteilen.


Was mich nun stutzig macht ist der Unterwerfung.
die Vollstreckbarkeit gilt nur wenn es auch nicht um:
Zitat
… Bestand eines Mietverhältnisses über Wohnraum betrifft …

was hier doch der Fall wäre. Mietvertrag läuft ja noch bis Ende Juni… Damit wäre der komplette Vorschlag vom Anwalt doch sinnlos… Unwissenheit meiner seits? Oder Unwissenheit / Gerissenheit vom Anwalt?
 

Andres

Moderator
Dabei seit
04.09.2013
Beiträge
11.439
Zustimmungen
5.556
Meine Gedanken zu dieser Vereinbarung:

#1
Aufhebungsvereinbarung zum 31.12.2021 (Kündigung war zum 30.06)
Ich würde das nicht direkt gegenüber dem Mieter äußern, weil ich im Gegenzug Zugeständnisse erwarte, aber mit dieser Vereinbarung hätte ich mal wirklich gar keine Bedenken. Wenn es vor Gericht geht, kommt im Kern wahrscheinlich auch ungefähr so etwas heraus.


#2
Vorzeitige Mieterkündigung mit einer Frist von 2 Monaten
Das würde ich nicht vereinbaren. Mir geht es dabei gar nicht so sehr darum, die Frist für den Mieter zu verkürzen - wenn ich an deiner Stelle wäre und der Mieter käme morgen zu mir und möchte das Mietverhältnis per sofort beenden, hätte ich dagegen wirklich überhaupt keine Einwände. Ich halte es nur für ziemlich sinnfrei, bereits jetzt (d.h. zu einem Zeitpunkt, zu dem der Mieter nicht absehen kann, welche Frist er eigentlich benötigen wird) darüber eine Vereinbarung zu treffen.

Wenn der Mieter das aber unbedingt will, ... :unsicher001:


#3
Verlängerungsoption im Falle eines Vermietervertragens oder Kaufvertrages bis Ende April 2022
Ich verstehe schon rein sprachlich nicht, was das soll. Was ist "Vermietervertragen"? Und was ist das mit dem Kaufvertrag? Falls der Mieter einen Kaufvertrag über ein neues Zuhause vorlegt?


#4
Verzicht des Mieters auf Räumungsfrist- und Vollstreckungsschutzanträge.
Das ist ein bisschen tricky, denn weil beide Rechtsmittel eher Notbehelfe sind, sehe ich kein prinzipielles Hindernis, diese Anträge trotz einer solchen Klausel zu stellen. Es ist auch etwas kurios, dass genau diese Geschichte nicht beim Notar landen soll.


#5
Vollstreckbarkeitserklärung:
4. Die Kosten dieser Vereinbarung, insbesondere die Rechtsanwaltskosten, tragen beide Parteien je zur Hälfte.
Guter Witz. Die Kosten seines Anwalts darf der Mieter mal schön selber tragen. Die Kosten deines Anwalts (den du nun endlich beauftragen solltest, falls du das noch nicht gemacht hast) trägt er doch auch nicht? Und wenn er Kosten sparen möchte, könnte er sich auch einfach vom Acker machen. Nur mal so ein ganz revolutionärer Vorschlag ...


Was mich nun stutzig macht ist der Unterwerfung.
die Vollstreckbarkeit gilt nur wenn es auch nicht um:
Zitat
… Bestand eines Mietverhältnisses über Wohnraum betrifft …

was hier doch der Fall wäre. Mietvertrag läuft ja noch bis Ende Juni… Damit wäre der komplette Vorschlag vom Anwalt doch sinnlos…
Das sehe ich auch so.


Oder Unwissenheit / Gerissenheit vom Anwalt?
Beides möglich, daher ist es wichtig, dass du jetzt endlich selbst professionell vertreten wirst. Dein eigener Anwalt (nochmal: das sollte ein Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht werden) kennt dann die vollständige Vereinbarung im Wortlaut, nicht nur die Schnipsel, die wir hier sehen, alle weiteren Umstände, den gesamten Schriftverkehr und alle weiteren Unterlagen. Das ist eine ganz andere Basis um eine Entscheidung zu treffen.

Eine so umfangreiche Vereinbarung, die noch dazu von einem Profi der Gegenseite erstellt wurde, werde ich ganz sicher nicht ohne Beratung unterschreiben. Hier geht es nicht nur darum, ein paar Euronen für den Anwalt auszugeben, sondern vielmehr um die Frage, welcher Kalender an der Wand hängt, bis ihr die Wohnung tatsächlich nutzen könnt.
 

AlexanderRt

Neuer Benutzer
Dabei seit
30.04.2021
Beiträge
14
Zustimmungen
0
Danke für die Rückmeldung.
Der Entwurf kommt zu einem Fachanwalt für Mietrecht. Sollte es so tatsächlich möglich sein und mein Anwalt diesen Anwaltsvergleich nicht mit dem Standard Regelsatz für außergerichtliche Einigung berechnet, dann werde ich darauf eingehen.

Sollte die Vollstreckung nicht möglich sein, wie zuvor schon angedeutet oder mein Anwalt will den kompletten Regelsatz haben, dann sehe ich keinen Vorteil gegenüber einer Räumungsklage, bei der ich ganz zum Schluss alle Kosten auf den Mieter umlegen kann. Die Mieterseite scheut einen Prozess und kann auch keinen Suche nach Ersatzwohnraum aufweisen. Ich gehe absolut nicht davon aus dass wir verlieren. Aber auch das kann dann mein Fachanwalt hoffentlich gut einschätzen.
 

Andres

Moderator
Dabei seit
04.09.2013
Beiträge
11.439
Zustimmungen
5.556
Sollte die Vollstreckung nicht möglich sein, wie zuvor schon angedeutet oder mein Anwalt will den kompletten Regelsatz haben, dann sehe ich keinen Vorteil gegenüber einer Räumungsklage, bei der ich ganz zum Schluss alle Kosten auf den Mieter umlegen kann.
Der Vorteil liegt in der Ersparnis an Zeit und Nerven, vorausgesetzt die Einigung ist so gestaltet, dass diese Effekte tatsächlich eintreten. Dazu wird wohl mindestens #3 zu streichen sein und wahrscheinlich auch #5 geändert werden müssen. Es ist außerdem nicht verboten, auch in anderen Punkten einen Gegenvorschlag zu unterbreiten.

Nebenbei, viel Erfolg damit, mit dem Anwalt das Honorar im laufenden Mandat auszuhandeln. Sind auch großartige Alternativen für den Anwalt: Entweder verzichtet er auf die halbe Einigungsgebühr (für die er die volle Leistung erbracht hat!) oder er bekommt noch die Geschäftsgebühr für die gerichtliche Vertretung.


Die Mieterseite scheut einen Prozess
Dann könnte man ja einfach mal Klage erheben. Das müsste die Bereitschaft, einem für dich deutlich freundlicheren Vergleich zuzustimmen, ja drastisch erhöhen.

Tatsächlich dürfte die Motivlage aber gerade umgekehrt sein: Der Mieter möchte die Sache möglichst lange verzögern (kostenlos oder günstig, falls möglich) und du scheust einen Prozess und ganz besonders Kosten. Und genau so verhält sich der Mieter dann auch. Das wurde übrigens auch schon von einigen Vorschreibern vermutet ...
 

AlexanderRt

Neuer Benutzer
Dabei seit
30.04.2021
Beiträge
14
Zustimmungen
0
Ich habe leider bis zum Schluss gehofft ohne Anwalt auszukommen. Das war ein Fehler der nun korrigiert wird.

mit dem Honorar meinte ich, dass ich meinen Anwalt (bzw. mein zukünftiger, hab ja noch keinen) fragen will ob er auf Honorarbasis den Entwurf auch anguckt und einen Gegenentwurf evtl macht. Den Entwurf zu prüfen und dafür den vollen Regelsatz zu kassieren… das ist ja dann auch nicht mehr zu rechtfertigen aus meiner Sicht. Laut online Rechner würde der Regelsatz für eine außergerichtliche Einigung ohne Prozess bei über 2500 Euro liegen.
Und der Anwalt der Gegenseite soll sich sein Geld vom Mieter holen. Im Entwurf die 50/50 die er da fordert werde ich nicht akzeptieren.
Mittlerweile ärgere ich mich, dass ich nicht gleich Räumungsklage eingereicht habe.

Wird es vom Gericht negativ angesehen wenn ich jetzt doch Räumungsklage einreiche obwohl ein Vergleich möglich wäre und das nur mit der Begründung dass ich die Kosten selber nicht tragen will?
 

Andres

Moderator
Dabei seit
04.09.2013
Beiträge
11.439
Zustimmungen
5.556
Wird es vom Gericht negativ angesehen wenn ich jetzt doch Räumungsklage einreiche obwohl ein Vergleich möglich wäre
Ob der Vergleich möglich wäre, weiß doch gar niemand. Das Gericht wird sowieso versuchen zu klären, ob ein Vergleich möglich ist. erstens weil es Arbeit spart und zweitens weil es vorgeschrieben ist, § 278 Abs. 1 ZPO. Die Gegenseite wird mit einiger Wahrscheinlichkeit auf den gescheiterten Vergleichsversuch hinweisen und dabei auch jede sich bietende Gelegenheit nutzen, sich selbst im besten Licht darzustellen. Letztendlich gibt es aber keine Pflicht sich zu vergleichen (auch wenn es häufig vernünftig wäre), daher ist ein abgelehntes Vergleichsangebot für die Bewertung des eigentlichen Sachverhalts belanglos, noch dazu wenn es gute Gründe gab.


nur mit der Begründung dass ich die Kosten selber nicht tragen will?
Muss man diese Begründung denn unbedingt anführen? Es gibt keine Pflicht, die Ablehnung des Vergleichsangebots zu begründen, und ganz allgemein ist es eine gute Idee, keine Begründungen zu liefern, wenn man nicht muss.
 

SaMaa

Erfahrener Benutzer
Dabei seit
17.01.2019
Beiträge
534
Zustimmungen
372
Ich habe leider bis zum Schluss gehofft ohne Anwalt auszukommen. Das war ein Fehler der nun korrigiert wird.

mit dem Honorar meinte ich, dass ich meinen Anwalt (bzw. mein zukünftiger, hab ja noch keinen) fragen will ob er auf Honorarbasis den Entwurf auch anguckt und einen Gegenentwurf evtl macht. Den Entwurf zu prüfen und dafür den vollen Regelsatz zu kassieren… das ist ja dann auch nicht mehr zu rechtfertigen aus meiner Sicht. Laut online Rechner würde der Regelsatz für eine außergerichtliche Einigung ohne Prozess bei über 2500 Euro liegen.
Und der Anwalt der Gegenseite soll sich sein Geld vom Mieter holen. Im Entwurf die 50/50 die er da fordert werde ich nicht akzeptieren.
Mittlerweile ärgere ich mich, dass ich nicht gleich Räumungsklage eingereicht habe.

Wird es vom Gericht negativ angesehen wenn ich jetzt doch Räumungsklage einreiche obwohl ein Vergleich möglich wäre und das nur mit der Begründung dass ich die Kosten selber nicht tragen will?
Um etwas rechtlich zu prüfen und/oder Fallstricke zu erkennen, ist oft deutlich mehr Zeit erforderlich als einen Vertrrag selber herzustellen.
Deswegen ist es in meiner Wahrnehmung immer noch preiswerter, wenn der eigene Anwalt zur Prüfung den vollen Regelsatz nimmt, als mit wehenden Fahnen,blind und vollkommen ahnungslos ins Unglück zu rennen.
 

Duncan

Moderator
Dabei seit
19.01.2014
Beiträge
6.807
Zustimmungen
3.701
Ort
Mark Brandenburg
mit dem Honorar meinte ich, dass ich meinen Anwalt (bzw. mein zukünftiger, hab ja noch keinen) fragen will ob er auf Honorarbasis den Entwurf auch anguckt und einen Gegenentwurf evtl macht. Den Entwurf zu prüfen und dafür den vollen Regelsatz zu kassieren…
Also wenn du möglichst viele Anwaltsgebühren sparen willst ist es ratsam den Mieter, da so lange wohnen zu lassen wie er will, meinet wegen bis er sein Traumhaus zum halben Marktpreis gefunden hat oder mit den Füßen voran ins letzte Eigenheim zieht...
Mittlerweile ärgere ich mich, dass ich nicht gleich Räumungsklage eingereicht habe.
Mit einem ausreichend bissigem Anwalt würdest da mittlerweile mindestens einen Gerichtstermin haben, wenn nicht schon deutlich weiter sein...

Für mich klingt dieser Vergleichsvorschlag nach: guck mal mit dem kann man lustige Spielchen machen und den auch noch für Bezahlen lassen...
 
Thema:

Eigenbedarf - Mieter beruft sich auf Härtefall - fehlende Ersatzwohnung

Eigenbedarf - Mieter beruft sich auf Härtefall - fehlende Ersatzwohnung - Ähnliche Themen

Kündigung wegen Eigenbedarf... Mieter mit Jobcenter findet keine Ersatzwohnung: Hallo, ich habe eine Wohnung seit über 5 Jahren an eine Familie mit Jobcenter vermietet und habe den Mieter auf Eigenbedarf für den 15.10.2019...
Nackter Balken: Guten Abend! Mich würde eure Meinung zu einem Dachboden interessieren, der verkauft werden soll. Die Stadt hat 175k Einwohner, Uni, Hochschule...
Einliegerwohnung im selbst genutzten EFH sinnvoll?: Hallo! Ich bin neu in diesem Forum und suche Rat bezüglich des EFH meiner Eltern. Einleitend zu unserer Situation: Meine Eltern bewohnen ein EFH...
Kündigung wegen Eigenbedarf möglich?: Guten Abend Zusammen, Meine derzeitige Situation ist die Folgende. In dem Ort, in welchem wir leben,besitzt mein Vater zwei Häuser. In einem...
Kündigung nach Wohnungskauf ohne Eigenbedarf: Hallöchen, ich hätte da mal eine Frage, die mir Google nicht so wirklich beantworten will. Immer wenn man nach dem Thema guckt, geht es immer...
Oben