Eigenbedarf - Mieter droht nicht auszuziehen

Diskutiere Eigenbedarf - Mieter droht nicht auszuziehen im Kündigung Forum im Bereich Mietvertrag über Wohnraum; Hallo zusammen, ich bin hier neu und hoffe, den richtigen Weg bzw. das passende Forum getroffen zu haben. Falls es nicht der Fall sein sollte,...

  1. #1 vergessica, 08.07.2017
    vergessica

    vergessica Neuer Benutzer

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    Hallo zusammen,

    ich bin hier neu und hoffe, den richtigen Weg bzw. das passende Forum getroffen zu haben. Falls es nicht der Fall sein sollte, bin ich für Tipps dankbar :)

    Kurz zum Hintergrund:
    Wir beabsichtigen, ein EFH zu kaufen. Ursprünglich war dieses auch in der Form bewohnt.
    Vor einigen Jahren wurde das EG zu einer Mietwohnung umfunktioniert. Das obere Geschoss bewohnte wohl die Mutter des Eigentümers - diese ist zwischenzeitlich allerdings wieder frei.

    Die Mieter im Erdgeschoss wohnen seit 7 Jahren darin, wir würden sie bei erfolgreichem Kaufvertrag also "übernehmen". Kündigungsfrist daher 6 Monate.

    Bei der 2. Besichtigung teilte uns der Mieter mit, dass er nur wegen Ankündigung von Eigenbedarf (also rechtlich korrekter Anmeldung) nicht ausziehen werde.

    Weil es für unsere Kaufentscheidung enorm wichtig ist, wollen wir uns nun auf das sog. "Worst-Case-Szenario" gefasst machen. Anwälte in der Umgebung haben wir bereits angefragt. Grundsätzlich wollen wir auch hier nach Rat & Erfahrungen fragen.

    Lt. Internetrecherche könnten hauptsächlich Härtefälle (Behinderung, Suizidgefahr, Alter) in Frage kommen. Behinderung scheint keine vorzuliegen, beide Mieter sind voll berufstätig und der Mietvertrag sieht keine besonderen Klauseln vor.

    Wie lange könnte es im schlimmsten Fall dauern, wenn der Mieter Einspruch erhebt? Gibt es neben den Härtefällen weitere Möglichkeiten, die die Mieter anwenden können?

    Wir sind für jeden Rat dankbar!

    Liebe Grüße,
    vergessica
     
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  3. dots

    dots Erfahrener Benutzer

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    Es kann Jahre dauern. Vielleicht auch noch länger ;-)
    Vielleicht blöffen die Mieter auch nur (um möglichst viel Geld aus der Sache zu schlagen?).
    Die Mieter könnten halt einfach nicht ausziehen, selbst wenn sie rechtlich ausziehen müssten. Oder Suizid vortäuschen.
    Das kann niemand vorhersehen. Aber da du ja schon schreibst, dass die Mieter nicht ausziehen wollen ...
    Bevor du (zu) viel Geld in Anwälte etc. investierst, könntest du versuchen, die Mieter durch Geld zum Auszug/zur Kündigung zu bewegen. Aber dazu solltest du vielleicht erst den Kaufvertrag in trockenen Tüchern haben.
     
  4. #3 Newbie15, 08.07.2017
    Newbie15

    Newbie15 Erfahrener Benutzer

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    Zunächst dauert es erst mal eine ganze Weile, bis du überhaupt kündigen kannst. Wir haben über 6 Monate auf den Grundbucheintrag gewartet. Danach fängt die Kündigungsfrist an zu laufen. Bei 6 Monaten Frist, kannst du also schon bei über einem Jahr sein. Mit Räumungsklage, Prozess usw. sind 2 Jahre nicht schlecht. Länger geht natürlich immer, etwas kürzer vielleicht auch.

    Alternative wäre, dem Mieter ein entsprechendes Angebot zu machen, was natürlich beim Kaufpreis zu berücksichtigen ist. Letztlich muss er ja wahrscheinlich ausziehen und wird das auch wissen. Dann nehmen viele gerne das Geld und gehen freiwillig.
     
  5. #4 Bovary, 08.07.2017
    Zuletzt bearbeitet: 08.07.2017
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    Bovary Erfahrener Benutzer

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    Wenn es nur die zwei Wohnungen gibt und ihr dann selbst mit im Haus wohnt, würde ich jedoch von der erleichterten Kündigung ohne Gründe (mit verlängerter Kündigungsfrist, 573a BGB) Gebrauch machen. Das hat schon einmal den Vorteil, dass da keine Gründe auseinandergenommen werden können.

    Ansonsten ist es so, dass es natürlich für keinen eine schöne Situation ist, aus der Wohnung zu müssen. Die meisten Mieter reagieren daher so, wie jetzt bei Euch. Der Grund ist fast auch immer der gleiche: Wenn ich schon gehen muss, dann will ich was dafür. Das sollte man wissen und sich nicht einschüchtern lassen.
    Wenn der Mieter sich bockbeinig stellt, investiert man Zeit und Geld in Anwälte und Gericht. Daher ist das Angebot eines Handgeldes nicht verkehrt. Aber die Höhe des Handgeldes solltet ihr bestimmen und Euch nicht vom Mieter diktieren lassen.

    Als Mieter einer Einliegerwohung im Haus des Vermieters hat er im mietrechtlichen Sinne die schlechtesten Voraussetzungen, um Forderungen zu stellen. Das sollte man ihn, sofern erforderlich, auch wissen lassen.

    Ansonsten ist es richtig, sich an einen Anwalt aus der Region zu wenden. Die wissen auch im Normalfall, wie die Richter in ihrem Bereich so ticken...
     
  6. #5 QuietscheEnte, 10.07.2017
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    Wir haben ein Haus gekauft mit Mieter, gekündigt auf Eigenbedarf.
    Er hat Suizid angegeben. Klage läuft jetzt seit Januar.
    Begutachtung durch Psychologin war letzte Woche. Gutachten Erstellung kann jetzt noch einmal bis zu 3 Monate dauern.
    Joa Ende ist da noch nicht in Sicht...
     
  7. #6 Anhalter, 10.07.2017
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    Ich hab das Spiel auch letztes Jahr durch, und bei mir ging es recht fix, Kaufpreiszahlung am 01.10., Mieter draussen am 31.12 und ich einen niedrigen 4-stelligen Betrag ärmer.
    Heisst aber natürlich nicht, dass das auch bei euch funktionieren kann, muss oder soll.
     
  8. #7 Papabär, 10.07.2017
    Papabär

    Papabär Erfahrener Benutzer

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    Ebenfalls hallo :wink
    Wenn mich nicht alles täuscht, ist ein EFH, das aus zwei Wohneinheiten besteht, ein MFH.


    Super ... das bedeutet, Ihr könnt in eine der beiden Wohnungen relativ unkompliziert einziehen. Schaut mal auf §573a BGB.


    Durch die "Erleichterte Kündigung des Vermieters" erhöht sich die Kündigungsfrist zwar um 3 Monate - alles in allem scheint mir dieser Weg aber weniger anfällig zu sein als die gerne publizierte Eigenbedarfskündigung. Letztendlich könnte es so also schneller gehen.
     
    sara, dots und GJH27 gefällt das.
  9. #8 RichiRich, 11.07.2017
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    Ich hoffe ich bleibe weiterhin so glücklich und davon unberührt ! Allen anderen wünsche ich Durchhaltevermögen. Verzeiht mir , dass ich nicht mehr Beitragen kann, aber ich fühle mit euch ;)!
     
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