Eigenbedarf Schwiegereltern-asoziale Mieter

Dieses Thema im Forum "VF - Ankündigungen!" wurde erstellt von Mceumo, 08.06.2016.

  1. Mceumo

    Mceumo Neuer Benutzer

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    Hallo liebe Gemeinde,

    ich besitze seit kurzer Zeit ein Mehrfamilienhaus mit 4 Wohnungen. Seit mehreren Wochen habe ich ärger mit einem Mieter, möchte hier nicht ausführerlicher werden, kurz gefasst der Mieter verhält sich nicht korrekt bzw. asozial und versucht aufs neuste Mietminderungen zu erschleichen.
    Da ich keinen Nervenkrieg möchte, habe ich folgenden Gedanken (soll natürlich rechtssicher sein): Meine Schwiegereltern möchten so oder so in meine Stadt ziehen und möchte dem Mieter aufgrund von Eigenbedarf kündigen.
    1.) Sollte ja soweit rechtssicher sein,oder?!
    2.) Wielange sollten meine Schwiegereltern mind. die Whg bewohnen bis ich mir neue Mieter suche. Soll letztendlich nur eine Übergangslösung sein, da meine Schwiegereltern Eigentum kaufen möchten. Nicht, dass der Eigenbedarf im Nachgang angezweifelt wird.
    3.) Die whg hat 85 m2. Kann der Mieter verlangen, dass ein andere Mieter gekündigt wird? Eine weitere 85 m2 whg ist vorhanden und 2x 2 Zimmer whg, jeweils 50m2.

    Danke für die Hilfe.
     
  2. AdMan

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  3. Andres

    Andres
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    Es gibt keine fest Frist, nach deren Einhaltung du auf jeden Fall "sicher" bist. Ich würde zwar annehmen, dass man nicht viele Urteile findet, bei denen nach einer Nutzung von mehr als einem Jahr noch kein echter Eigenbedarf erkannt wurde, aber eine Garantie kann das nicht sein.

    Ob der Eigenbedarf an sich ausreichend begründbar ist, wäre eine weitere Frage. Entgegen landläufiger Meinung ist "ich will da wohnen" kein Eigenbedarf. Denkbare Gründe wären z.B. eine Verkürzung des Arbeitswegs oder ein Wechsel des Arbeitsplatzes, der Bedarf nach einer größeren/kleineren Wohnung (mit entsprechender Begründung dafür, warum man das braucht), eine Wohnung mit Aufzug oder anderen Merkmalen, die aufgrund bestehender oder zu erwartender Gebrechlichkeit oder Behinderung benötigt werden, ein Umzug in Richtung von pflegenden oder pflegebedürftigen Familienangehörigen, ... - es gibt da wirklich viele Möglichkeiten.

    Und dann kann man noch auf der formalen Ebene so ziemlich alles falsch machen.


    Wenn zu erwarten ist, dass der Mieter die Kündigung nicht einfach so hinnimmt, dann sollte die Kündigung von einem Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht vorbereitet und formuliert werden. Wenn du selbst keine Erfahrung mit solchen Angelegeheiten hast, dann wäre das vielleicht grundsätzlich eine gute Idee.


    Verlangen kann der Mieter so ziemlich alles. Anspruch auf so etwas hat er nur in zwei Fällen:
    • Während der Kündigungsfrist ist oder wird eine vergleichbare Wohnung frei. Diese Wohnung ist dem Mieter dann anzubieten. Die Kündigung sollte daher nur ausgesprochen werden, wenn man einigermaßen sicher ist, dass sich keiner der anderen Mieter derzeit mit dem Gedanken an einen Umzug trägt.
    • Während der Kündigungsfrist entfällt der Kündigungsgrund. Dann ist dem Mieter die Fortsetzung des Mietverhältnisses anzubieten.
    Aus rein praktischen Gründen würde ich davon ausgehen, dass auch für die kleineren Wohnungen diese Anbietpflicht besteht.


    Bei Gelegenheit willst du den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum googeln.
     
  4. Mceumo

    Mceumo Neuer Benutzer

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    Super.
    Danke für die schnelle Rückmeldung.
    Mit meinen Fragen wollte ich lediglich den gesetzlichen Rahmen abklären. Und hier scheine ich auf einem guten Weg zu sein.
    Wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, werde ich selbstverständlich einen Anwalt hinzuziehen.
    In solch einem Fall einen formellen Fehler zu begehen und sich angreifbar zu machen, wäre natürlich sehr unklug.
     
  5. Pharao

    Pharao Erfahrener Benutzer

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    Hi,

    Willkommen im Vermieterleben, wo nicht immer alles so läuft wie gedacht oder wie es wünschenswert ist. Deswegen muss man aber m.E. auch nicht gleich einem Mieter kündigen bzw. die Gründen, die du hier nicht näher ausführen willst, daraus ergibt sich kein Abmahn- oder Kündigungsgrund :?

    Ansonsten hat der Mieter natürlich das Recht, bei wirklichen Mängeln an der Mietsache die Miete entsprechend zu mindern. Mindert er allerdings ohne wirklichen Grund bzw. unberechtigter Weise zu viel, dann kann sich daraus durchaus ein Kündigungsgrund ergeben, insbesondere wenn er mit der unberechtigten Minderung bei 2 MM Rückstand angelangt ist.

    Vorsicht! Vorgetäuschter Eigenbedarf kann richtig teurer für dich werden. M.E. solltest du dir das nochmals ganz gut überlegen, denn ansonsten ist später das geheule wieder groß.

    Naja, falls der Mieter sich gegen die Eigenbedarfskündigung wehrt, wird bei Gericht i.d.R. dann u.a. auch geguckt wer ggf. Schutzbedürftiger ist und das muss nicht immer zu Gunsten des Vermieters sein. Desweiteren muss man gelegentlich auch damit rechnen, das auch wenn man vor Gericht recht bekommen hat, das der Mieter deswegen trotzdem nicht freiwillig das Feld räumen wird. Dir sollte also durchaus bewusst sein, das dies ggf. alles dauern kann bis der Mieter tatsächlich "weg" ist.

    Übergangslösung ist m.E. kein Grund für eine Eigenbedarfskündigung, zumal du hier ggf. auch das Problem hast, das wenn der Mieter nicht freiwillig das Feld räumt, das bis dahin ggf. der Grund für den Eigenbedarf wegfallen könnte und dann stehst du wieder am Anfang.


     
  6. Pitty

    Pitty Erfahrener Benutzer

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    Anwalt nehmen, Eigenbedarf einklagen, tatsächlich einziehen und Miete zahlen.

    Was sagte unser Anwalt letztes Jahr. Lebensumstände können sich immer ändern.

    Wenn nervender Mieter, gleich zum Anwalt, dann zuckt er gleich ganz anders.
     
  7. Nero

    Nero Erfahrener Benutzer

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    Ja der Anwalt schon, ob es gewisse Mieter interessiert, ist eine andere Frage.
     
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