Eigenbedarfskündigung durch Kind

Dieses Thema im Forum "Kündigung" wurde erstellt von kabus, 20.05.2016.

  1. kabus

    kabus Erfahrener Benutzer

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    Eine gute Freundin ist mir ihrer Familie vor über 20 Jahren in ein Haus gezogen. Vor einigen Jahren hat der Vermieter das Objekt seinem Kind übertragen. Der Vater hat sich dabei wohl kein Niesbrauch eintragen lassen, ist aber immer als Vertragspartner in Mietangelegenheiten aufgetreten. Jetzt hat sein Kind eine Eigenbedarfskündigung geschrieben.

    Soweit so gut; bei 2 Vorabbesichtigungen tritt der Vater (damaliger Vermieter) nach wie vor als Hauptgesprächspartner auf und behauptet, er wäre Vertragspartner und nicht sein Kind. So äußerte er sich gestern mir und meiner guten Freundin gegenüber. Er legt sich die Dinge gerne so zurecht, wie es ihm passt und er möchte jetzt wohl gerne Schwierigkeiten machen, indem er Arbeiten einfordert, die er sich noch gerne bezahlen lassen möchte. Hauptsächlich möchte er aber damit wohl seine Ausgaben minimieren, da er für einen vorzeitigen Auszug einen höheren Geldbetrag geboten hat.
    Ein Übergabeprotokoll von damals existiert übrigens nicht, sodass Aussage gegen Aussage stehen würde, was den Zustand bei Übergabe angeht. Allerdings gibt es seitens meiner Freundin genug Zeugen, die den damaligen Zustand kennen und auch bei Renovierungsarbeiten geholfen haben.

    Versteht mich nicht falsch; meine gute Freundin möchte vorzeitig ausziehen, möchte aber auf zugesagtes Geld nicht verzichten und schon garnicht, indem sie noch Renovierungsarbeiten durchführen lässt, damit der heutige Eigentümer bei Einzug weniger Kosten hat. Veränderungen am Haus, die schön gefunden werden, "darf" meine Freundin belassen, Veränderungen die nicht gefallen, soll sie zurückbauen.
    Ich stehe auf dem Standpunkt "Ganz oder garnicht". Heißt, das Haus wird im jetzigen Zustand übergeben, Einbauten/Veränderungen verbleiben kostenlos im Haus, dafür entfällt der Rückbau in Gänze.
    Da es kein damaliges Übergabeprotokoll gibt und keine Mängel im Haus vorhanden sind, die nicht unter 20-jährige Abnutzung fallen, gibt es auch nichts zu fordern.

    Jetzt möchten wir natürlich kontern und uns nicht alles gefallen lassen. Meine Fragen daher:
    Wenn er sich jetzt gegenüber Zeugen dahingehend äußert, dass er sich weiterhin als Vertragspartner sieht und aufführt, ist dann die Eigenbedarfskündigung der Tochter rechtswirksam oder hätte er kündigen müssen?
    Kann meine Freundin darauf bestehen, dass einzig das Kind/heutiger Eigentümer Verhandlungspartner ist, da ja auch kein vertraglich zugesicherter Niesbrauch besteht?
    Somit dürfte das Kind seinem Vater auch keine Vollmacht für die Übergabe erteilen dürfen?

    Ich wende mich hier jetzt mal nicht als Vermieter an Euch, sondern aus Sicht des Mieters, da mir das Verhalten des Vermieters doch arg missfällt. Ich würde mich meinen Mietern gegenüber nicht so verhandeln.

    Bitte nur konstruktive Beiträge - danke!
     
  2. AdMan

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  3. #2 lostcontrol, 20.05.2016
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    Ob der Vater sich einen Niesbrauch hat eintragen lassen, geht niemanden was an außer das Kind, den Vater und das Finanzamt.

    Wurde denn der Mietvertrag geändert und ein anderer Vermieter eingetragen?
    Falls nicht, dann ist und bleibt der Vater der Vermieter - wo ist das Problem?
    Eigentümer und Vermieter müssen NICHT dieselbe Person sein.

    Was sind das denn für Arbeiten?
    Die Wohnung (bzw. hier das Haus) müssen natürlich in vertragsgemäßem Zustand zurückgegeben werden, notfalls muss der ausziehende Mieter da nochmal Hand anlegen bzw. einen Handwerker bezahlen. Alles ganz normal und völlig rechtens.

    Das könnte auch daran liegen, dass er einfach früher einziehen will oder muss.
    Und da es völlig rechtens ist die Rückgabe des Mietobjekts in vertragsgemäßem Zustand zu verlangen, ist es eigentlich eher anders rum: Er möchte einfach nicht bezahlen, was er auch nicht bezahlen muss.

    Tja, da sieht man mal wieder dass Übergabeprotokolle keine Schikane des Vermieters sind sondern hauptsächlich den Mietern zugute kommen. Dass Deine Freundin auf ein Übergabeprotokoll verzichtet hat, wirkt sich jetzt negativ für sie aus.

    Ob die nach 20 Jahren auch noch entsprechend aussagen können bzw. wollen?

    Du siehst das falsch.
    Dass der Vermieter Geld angeboten hat für einen früheren Auszug ist Kulanz seinerseits - darauf hat die Freundin keinerlei Anspruch.
    Was sind das denn für Renovierungsarbeiten? Was steht im Mietvertrag bezüglich Schönheitsreparaturen? Bitte wörtlich zitieren, da kommt's auf die Formulierung an.

    Na das ist doch prima wenn er einen Teil der Veränderungen akzeptiert - das müsste er nämlich nicht.
    Da spart Deine Freundin doch auch schon 'ne Menge Geld.

    Auf dem Standpunkt darfst Du gerne stehen - das Gesetz sieht das aber anders.
    Wenn der Vermieter den Rückbau verlangt, dann ist das völlig rechtens.

    Doch sicher - die Einbauten müssen rückgebaut werden wenn der Vermieter das verlangt.
    Und ansonsten kommt's eben drauf an was im Mietvertrag steht (siehe oben).

    Steht er als Vermieter im Mietvertrag oder nicht? Falls ja, ist er auch weiterhin der Vertragspartner.
    Dass die Tochter wg. Eigenbedarf gekündigt hat war vielleicht etwas unglücklich, aber wenn der Vater sie hierfür bevollmächtigt hat ist das kein Problem. Und diese Vollmacht wird die Tochter sicherlich beibringen können.

    Nein. Verhandlungspartner ist der Vertragspartner, also der Vermieter - es sei denn es wird jemand anderes dafür bevollmächtigt.
    Der Niesbrauch spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle und geht Euch wie gesagt auch absolut nichts an.

    Egal ob Eigentümer oder Vermieter - es kann sogar jemand wildfremdes mit der Übergabe bevollmächtigt werden. Kommt garnicht so häufig vor, gerade in Streitfällen. Da wird ganz gerne auch mal der Anwalt mit der Übergabe beauftragt weil man mit den ausziehenden Mietern nichts mehr zu tun haben will.

    Was missfällt Dir denn so?
    Dass der Vermieter die Rückgabe im vertragsgemäßen Zustand verlangt? Das ist völlig rechtens.
    Dass der Vermieter sogar noch Geld anbietet damit die Freundin früher auszieht? Das ist sehr kulant von ihm, er kann auch einfach warten, am Eigenbedarf gibt's ja anscheinend nichts zu rütteln, er müsste da garnichts bezahlen.

    Wer nach Antworten fragt kriegt nicht immer diejenigen, die er gerne hören würde.
    Schaut Euch einfach mal die Gesetzeslage an bevor Ihr Euch so über etwas echauffiert, bei dem Ihr schlicht im Unrecht seid.
     
  4. kabus

    kabus Erfahrener Benutzer

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    So einfach sehe ich das jetzt nicht.

    Soweit mir bekannt, tritt der neue Eigentümer in den Mietvertrag ein. Da muss meines Wissens nach nichts umgetragen werden.

    Es war ein renovierungsbedürftiges Haus. So wurden z.B. damals mehrere Schichten, Tapeten heruntergeholt, die Wände neu verputzt und ein Gipsputz aufgetragen, Farbe Weiß. Er erwartet jetzt das Entfernen des Putzes.


    Meine Freundin hat nicht darauf verzichtet, sondern er.

    Sie werden!

    Sie hat da vielleicht keinen Anspruch drauf, er aber auch nicht auf vorzeitigen Auszug. Der Mietvertrag ist ein Standardvertrag von H&G. Zum Thema Schönheitsreparaturen brauche ich wohl nichts zu sagen. Damalige starre Fristen sind heute unzulässig.

    Das Abreißen geht schnell, da dürfte er höhere Kosten zu erwarten haben.

    Dann aber ggf. auch ganz und nicht die Rosinen seitens des Vermieters herauspicken.

    siehe zuvor.

    Diese Vollmacht hätte sie aber bei Kündigungsaushändigung durch den Vater beibringen müssen, wäre der Vater weiterhin Vertragspartner.

    Wie gesagt, nach meinem Kenntnisstand tritt der das Kind in Verträge ein. Ob Niesbrauch besteht, steht ja noch in den Sternen, vermutlich aber nicht.

    Dann liegt aber eine Vollmacht vor und der Vollmachtgeber hat sich in Gänze zurückzuhalten.

    Was missfällt Dir denn so?
    Dass der Vermieter die Rückgabe im vertragsgemäßen Zustand verlangt? Das ist völlig rechtens.
    Dass der Vermieter sogar noch Geld anbietet damit die Freundin früher auszieht? Das ist sehr kulant von ihm, er kann auch einfach warten, am Eigenbedarf gibt's ja anscheinend nichts zu rütteln, er müsste da garnichts bezahlen.[/QUOTE]
    Das ist der Punkt. Er bot eine Summe pro Monat vorzeitigem Auszug an. Jetzt, wo ein vorzeitiger Auszug im Raum steht, möchte er nicht mehr ohne weiteres zahlen, sondern er versucht Rückbauten zu verlangen, die bislang kein Thema waren und die er vom Betrag abziehen kann. So möchte er Mängel/Rückbauten erfassen/verlangen und abziehen, die keine sind. Er spielt auf Zeit, weil dem Mieter, meiner besten Freundin, die Zeit davonläuft. Letztendlich will er, dass diese Umbauten von ihm rückgängig gemacht werden und er einen Betrag X abziehen kann.

    Wer nach Antworten fragt kriegt nicht immer diejenigen, die er gerne hören würde.
    Schaut Euch einfach mal die Gesetzeslage an bevor Ihr Euch so über etwas echauffiert, bei dem Ihr schlicht im Unrecht seid.[/QUOTE]
    Gesetzeslagen sind bekannt, aber eben doch recht variabel auslegbar. Da müsste es schon sehr genaue Übergabeprotokolle geben, wenn alles wasserdicht und mit Verweis auf Gesetzeslagen zu bestimmen wäre. Wenn man es darauf ankommen lassen wollte, hätte meine Freundin sehr gute Karten und ich würde meine Fragen hier nicht posten.
     
  5. Andres

    Andres
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    Nein, nicht wenn die Wohnung "veräußert" wurde (§ 566 BGB) und das hatten wir letztens schon einmal. Ist das Haus veräußert (also z.B. verschenkt) worden, ist der neue Eigentümer in alle bestehenden Mietverträge eingetreten.


    Die Frage stellt sich ja gar nicht, aber rein hypothetisch: Doch, das wäre ein Problem. Die Tochter hat ihre Bevollmächtigung nicht einmal behauptet, daher wäre die Erklärung schlicht und ergreifend unwirksam.


    Und was soll darin stehen? "Hiermit bevollmächtige ich meine Tochter, mich in Angelegenheiten zu vertreten, mit denen ich nichts zu tun habe?"


    Aber sicher doch. Die Freundin kann sich jederzeit weigern, mit dem Vater zu verhandeln. Mit der Tochter übrigens auch. Es ist nur fraglich, ob irgendeine derartige Vorgehensweise zum Erfolg führen wird.


    Natürlich darf es. Es kommt sogar noch besser: Es darf auch ganz ohne Vollmacht mitteilen, dass die Wohnung an den Vater (oder sonst einen Beauftragten) zurückgegeben werden soll.


    Aha. Sie soll also ohne jegliche Kenntnis darüber, wer hier eigentlich das Sagen hat, über Geld - vermutlich gegen Aufhebung des Mietverhältnisses - und die Rückgabe der Wohnung verhandeln? Steilvorlage für Betrugsmaschen.
     
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  6. #5 Tobias F, 20.05.2016
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    Stimmt. Aber seit wann muss ein Mietvertrag bei Eigentümerwechsel geändert/umgeschrieben werden? Der neue Eigentümer tritt i.d.R. in die Verträge ein.
    Zudem könnte, so Du Recht hättest, dass "Kind" auch nicht wegen Eigenbedarfs kündigen, denn deiner Ansicht nach ist es ja nicht Vertragspartner (und der Vater, da nicht mehr Eigentümer, könnte auch nicht wegen Eigenbedarfs kündigen :035sonst:)
     
  7. sara

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    am besten lässt deine Freundin sich mal bei "Haus u. Grund" oder einen Anwalt beraten, bzgl. des Mietvertrages und der Gültigkeit dieser Schönheitsreparaturklausel beraten.

    Zumindest waren in den alten Verträgen die starren Fristen zur Schönheitsreparatur und die sind, wenn nicht individuell etwas anderes vereinbart wurde wahrscheinlich nicht mehr gültig.

    Wenn aber bestimmte Einbauten vorgenommen wurden, ist das eine andere Frage...

    War das mit dem Vermieter damals abgesprochen?
    Denn ich z.B. möchte keinen Rauputz an den Wänden, aber das ist Geschmacksache...
    Ob diese Forderung des Vermieters von einem Gericht abgesegnet wird ???

    Um was für Einbauten geht es denn sonst noch?
     
  8. kabus

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    Abgesprochen war vieles, Deckenvertäfelung, Verkleidung von unschönen Fachwerkbalken, neue Fensterbänke, neuer Holzboden, gemauerte Regale und auch der Gipsputz in vier Räumen des EG, wo zuvor mehrere Lagen Tapeten zum Teil auf Rigipsplatten klebten. Aber alles nur mündlich, so wie man es als unbedarfte Familie bei einem guten Verhältnis zum Vermieter handhabt.
     
  9. #8 taxpert, 20.05.2016
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    Es gibt auch noch die Anscheinvollmacht und den vollmachtlosen Vertreter, so dass wahrscheinlich wenig Sinn macht auf einer "fehlenden" Vollmacht des Vaters herum zu reiten!

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  10. #9 immobiliensammler, 20.05.2016
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    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, das H+G für die Freundin als Mieterin hier der richtige Ansprechpartner wäre - dann schon eher der örtliche Mieterverein!
     
  11. #10 lostcontrol, 20.05.2016
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    Sondern? Warum glaubst Du dass das den Mieter etwas angeht?

    Nein, nicht zwingend. Wenn das Kind möchte dass der Vater weiterhin Vermieter bleibt (oder das Kind noch nicht volljährig und somit noch nicht voll vertragsfähig ist) kann durchaus auch der Vater weiterhin Vermieter bleiben bzw. vom Kind mit der Vermietung beauftragt werden.

    Hat der Vermieter den Gipsputz erlaubt? Falls nicht, muss der auf jeden Fall runter. Und selbst wenn der Vermieter den Gipsputz erlaubt hat, bedeutet das nicht automatisch dass der draufbleiben darf.

    Deine Freundin hätte darauf bestehen können, hat sie aber nicht sondern darauf verzichtet.

    Prima. Hilft nur nichts wenn sie z.B. bestätigen dass Gipsputz aufgebracht wurde, den der Vermieter jetzt rückgebaut haben möchte.

    Entsprechend kann Deine Freundin aber auch nicht "auf Geld verzichten", denn das würde sie ja nur kriegen wenn sie tatsächlich früher auszieht.

    Richtig, die starren Fristen sind ungültig. Weisst Du denn wie die Schönheitsreparatur-Klausel WÖRTLICH im Mietvertrag Deiner Freundin aussieht oder gehst Du nur davon aus dass da starre Fristen drinstehen?

    Rückbau bedeutet nicht nur Abreißen, sondern eben auch den ursprünglichen (vertragsgemäßen) Zustand wieder herzustellen. Und Du hast recht, DAS macht meist weit mehr Arbeit als der Abriss. Aber es ist Arbeit die Deine Freundin leisten bzw. bezahlen muss, nicht der Vermieter.

    Der Vermieter kann - wenn er möchte - Ein- und Umbauten übernehmen, wenn er nicht möchte muss er das nicht. Und ja klar kann er das auch nur teilweise.

    Ja wer steht denn jetzt im Mietvertrag? Gab's da 'ne offizielle Änderung vom Vater auf die Tochter oder nicht? Die Vollmacht muss sie NICHT automatisch beibringen, aber auf Verlangen vorzeigen können - und das sollte wohl kein Problem sein.
    Da muss ich allerdings zustimmen dass ich das auch nicht so wirklich korrekt finde, dass das nicht entsprechend aufgeklärt wurde.

    Das Kind als neuer Eigentümer übernimmt die Verträge - aber meines Wissens nach (wir diskutieren das gerade an anderer Stelle auch) muss das Kind nicht zwangsläufig auch den Vermieterjob übernehmen. Grundsätzlich kann jeder Eigentümer jeden Wildfremden mit der Vermietung beauftragen. Ich vermiete selbst Wohnungen, die mir garnicht gehören - und das seit Jahrzehnten und ohne jegliche Probleme.

    Was hast Du bloss immer mit dem Niesbrauch? Würde der irgendwas ändern an der Situation Deiner Freundin? Wenn Du's unbedingt wissen willst guck halt ins Grundbuch. Meiner Meinung nach geht das aber die Mieter absolut nichts an - ich wüsste nicht warum.

    Ja und wo ist das Problem? Wenn's dann so weit ist mit der Übergabe, kannst sich Deine Freundin die entsprechende Vollmacht ja zeigen lassen.

    Das ist der Punkt. Er bot eine Summe pro Monat vorzeitigem Auszug an. Jetzt, wo ein vorzeitiger Auszug im Raum steht, möchte er nicht mehr ohne weiteres zahlen, sondern er versucht Rückbauten zu verlangen, die bislang kein Thema waren und die er vom Betrag abziehen kann. So möchte er Mängel/Rückbauten erfassen/verlangen und abziehen, die keine sind. Er spielt auf Zeit, weil dem Mieter, meiner besten Freundin, die Zeit davonläuft. Letztendlich will er, dass diese Umbauten von ihm rückgängig gemacht werden und er einen Betrag X abziehen kann.[/quote]
    Ich sehe das Problem nicht.
    Der Vermieter hat einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass rückgebaut wird. Völlig unabhängig davon, ob er der Mieterin Geld dafür anbietet früher auszuziehen. Und warum sollte man das nicht miteinander verrechnen können? Ist doch alles korrekt.
    Dass Deiner Freundin das nicht gefällt dass sie rückbauen soll kann ich ja verstehen - aber so ist nun mal das Gesetz.

    Glaub ich nicht. Aber Du hast ja Zeugen für die Veränderungen, z.B. den Gipsputz aber sicher auch die Einbauten die jetzt rückgebaut werden sollen. (Falls es Dir bisher nicht aufgefallen sein sollte: Diese Zeugen sind spätestens an dieser Stelle negativ für Deine Freundin.)
    Um den Rückbau wird Deine Freundin nicht herumkommen wenn der Vermieter drauf besteht.
    Falls Ihr tatsächlich vor Gericht gehen solltet, wird's vermutlich auf einen Vergleich rauslaufen - und der bedeutet dann letztendlich dass Deine Freundin garnichts bekommt und komplett rückbauen muss. Ich sehe in der Hand Deiner Freundin nur ziemlich schlechte Karten, denn das Gesetz ist hier ganz klar mit dem Vermieter.
     
  12. #11 lostcontrol, 20.05.2016
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    Und der neue Eigentümer kann einen Vermieter nach seinem Belieben einsetzen. Wenn der zufällig ohnehin noch im Mietvertrag steht (was ja hier der Fall ist - zumindest gehe ich davon aus weil der TE dem nicht widersprochen hat) wäre es Quatsch den Mietvertrag zweimal zu ändern.

    Das ist halt die Frage - da wäre es interessant was denn entsprechend im Kündigungsschreiben steht. Ich schreibe ja bei sowas immer rein "In Vertretung von xyz...".

    Also FALLS der Vater noch bzw. wieder als Vermieter fungiert, braucht die Tochter eine Vollmacht wenn sie für ihn die Eigenbedarfskündigung schreibt. Der Vermieter könnte hierfür auch jemand völlig fremdes, z.B. einen Anwalt beauftragen (der natürlich ebenfalls eine Vollmacht braucht, klar).
    FALLS die Tochter im Mietvertrag als Vermieter steht braucht sie natürlich keine Vollmacht.

    Tja - die Freundin wird ja hoffentlich besser Bescheid wissen darüber wer tatsächlich aktuell als Vermieter fungiert als der TE. Vielleicht klärt der TE uns darüber ja noch auf, wie die Verhältnisse tatsächlich sind (und warum ihn der Niesbrauch so brennend interessiert - aber das interessiert vermutlich nur mich weil ich damit ja recht viel zu tun habe).
     
  13. #12 lostcontrol, 20.05.2016
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    Wir haben da mal vor Gericht gewonnen. Der Putz musste runter. War ziemlich teuer, die Entfernung.
     
  14. #13 taxpert, 20.05.2016
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    Entscheidend dafür, wer Vermieter ist, dürfte sein, was im Zeitpunkt der Übergabe mitgeteilt wurde!

    Klassisch: Frau X ist die neue Eigentümerin, Miete künftig auf das Konto 123456789!

    Oder wurde eventuell gar nichts geändert?

    Aber wer Vermieter ist, dürfte eher uninteressant sein, siehe oben.

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  15. #14 lostcontrol, 20.05.2016
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    Grober Fehler - ohne schriftliche Grundlage habt Ihr da schlechte Karten.
    Unsere damaligen Gegner haben auch vor Gericht behauptet wir hätten ihnen alles mögliche erlaubt (natürlich gelogen), ohne entsprechende Belege sind sie aber mit Pauken und Trompeten untergegangen und haben sogar noch 'ne Ermahnung vom Richter kassiert.
     
  16. kabus

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    Denke es sieht bei einem Rechtsstreit für beide Seiten sehr wage aus. Ich würde für keinen der beiden meine Hand ins Feuer legen, sehe die geforderten Erfüllungen aber auch nicht automatisch seitens des Mieters. Meine Freundin ist ja auch bereit teure aufwändige Dinge im Haus kostenlos zu belassen, wenn dafür im Gegenzug auf Rückbauten verzichtet wird.

    Für mich stellt sich vordergründig die Frage, wer das Haus hätte kündigen dürfen, Vater oder Kind? Angeblich ist das Kind lt. lostcontrol nicht Vermieter, hat aber die Eigenbedarfskündigung verschickt. Eine Vollmacht des Vaters lag nicht vor. Kannst Du lostcontrol, oder auch jemand anderes, mir dazu Auskunft geben?
     
  17. Berny

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    Ebenfalls ohne Gruss:
    kabus,
    was soll diese unsägliche Textlänge? Ein Blick in den Mietvertrag erleuchtet die Sicht, wer die Vertragspartner sind.
     
  18. kabus

    kabus Erfahrener Benutzer

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    Bzgl. der Textlänge: es ist niemand gezwungen alles zu lesen oder sich an diesem Thread zu beteiligen.

    Dann kläre mich/uns doch bitte auf, wer die Kündigung hätte aussprechen dürfen, der Vertragspartner lt. Mietvertrag oder das Kind; und bitte ohne Verweis auf irgendwelche Vollmachten, die es nicht gibt.
     
  19. #18 taxpert, 20.05.2016
    taxpert

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    Nicht zwingend! Bei Eigentümerwechsel tritt der neue Eigentümer automatisch in die Rechtsposition des Vermieters ein. Eine Änderung des Vertragswerkes hinsichtlich der Vertragspartner ist nicht notwendig.
    Genauso wie bei Tod des Mieters die Erben automatisch Vertragspartner werden, ohne das der Vertrag geändert werden muss.

    Grundsätzlich sind drei verschiedene Sachverhalte denkbar:

    Übergabe Immo an Tochter, Mitteilung an Mieter ( Miete künftig ....). Folge: Tochter ist VM und kann wegen Eigenbedarf kündigen

    Da Vater offenbar als "Verwalter" aufgetreten idt, dürfte eine Anscheins- oder Duldungsvollmacht vorliegen. Selbst beim vollmachtlosen Vertreter kann die Tochter nachträglich alles genehmigen! Der Weg über die fehlende Vollmacht dürfte daher tot sein!

    Zweiter denkbarer Sachverhalt:

    Übergabe an Tochter, aber Vater behält Nießbrauch. Folge: Vater bleibt VM aus eigenem Recht, Tochter kann nicht kündigen, aber der Vater wegen Eigenbedarf für Tochter.

    Die ganzen Probleme sind dann nur aufgeschoben!

    Unwahrscheinlichster Sachverhalt:

    Übergabe an Tochter, Vater und Tochter machen Mietvertrag, bestehender Mietvertrag wird sozusagen Untermietvertrag!

    Halte ich für sehr unwahrscheinlich!

    taxpert
     
  20. Duncan

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    So einfach ist das mit so alten Mietverträgen selten. Dann wären über die Hälfte meiner Mieter gar nicht meine Mieter. In einem ist eine Firma als Vermieter eingetragen, die in den 60ern einem Kombinat einverleibt wurde und dieser wiederum in den frühen 90ern abgewickelt und in Teilen an eine italienische Firma verkauft worden. Also ich würde die Mieter ja sofort an die Mafia oder ähnlich zuverlässige Italiener übertragen, aber...
     
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  21. #20 Tobias F, 20.05.2016
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    Aha, und wie hätte diese Änderung des Mietvertrages geschehen sollen?
    Vater und Tochter ändern an Küchentisch den Namen des Vermieters in Ihrem Exemplar - und gut ist?
    Oder senden Sie der Mieterin einen neuen Vertrag und bitten um Unterzeichnung? Was wenn die Mieterin, die ja einen gültigen Mietvertrag hat, den nicht unterschreibt?
    Sorry, aber das ist Unsinn. Der Mietvertrag muss weder geändert noch umgeschrieben werden.


    Hat auch niemand behauptet.
    ABER: Tochter als Hauseigentümerin kann nicht wegen Eigenbedarf kündigen wenn angeblich der Vater (Ex-Eigentümer) der Vermieter ist.


    Machen wir ein mal ein Beispiel:
    Ich verkaufe mein vermietetes Haus, nehm die Kohle und geh 5 Jahre auf Weltreise. Eine Änderung des Mietvertrages hat es natürlich nicht gegeben - weil nicht nötig (oder nehmen wir an der Mieter hätte dem nicht zugestimmt, oder xyz).
    Nach Deiner Auffassung könnte also der neue Eigentümer dem Mieter niemals kündigen, weder wegen Eigenbedarf, noch wegen Mietrückständen, noch wegen xyz (weil Ich noch immer der Vermieter!).

    Auch wäre dann zu klären, wer denn bei Deiner Version für die Unterhaltung der Mietsache zuständig ist.
    Nehmen wir an im Haus geht die (alte) Heizung kaputt - es muss eine neue rein.
    Wer ist Ansprechpartner für die Mieterin?
    Wer zahlt die neue Heizung?
    Der Vater als "Vermieter", oder die Tochter?
    ........................


    Sorry, aber mit dem Erwerb/Übertragung tritt die Tochter in den Mietvertrag ein.



    Aha, aber volljährig genug um eine Kündigung wegen Eigenbedarfs zu schreiben? :062sonst:
     
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